#110 Umzug in den Himmel - Über Trauer & Verlust. Mit Leonie Jung
Shownotes
Trauer ist nicht nur Schmerz, sie ist auch Liebe, Dankbarkeit und Erinnerung. In dieser HEALTHWISE-Folge spricht Nils Behrens mit Leonie Jung über ihr Buch Umzug in den Himmel und darüber, wie man mit Verlusten umgeht, Rituale schafft und mentale Stärke entwickelt.
Was dich in dieser Folge erwartet:
- Warum Normalität und Routinen beim Trauern helfen.
- Wie Rituale und Erinnerungen Trost spenden.
- Wieso Trauer auch ein Zeichen von Liebe ist.
- Praktische Tipps für Akzeptanz und Selbstfürsorge im Trauerprozess.
Momente in diesem Podcast: 02:48 Trauer und mentale Gesundheit 11:27 Die Rolle von Freundschaft und Unterstützung 14:30 Trauerrituale und persönliche Erfahrungen 17:39 Akzeptanz und Umgang mit Trauer 23:23 Die Rolle der Kommunikation in der Trauer 25:53 Die Bedeutung von Erinnerungen und Dankbarkeit 28:59 Abschied und die Feier des Lebens
Mehr zu Leonie Jung: https://www.instagram.com/leonieyoung/?hl=en Mehr zur Folge unter www.sunday.de/podcast
Über Sunday Natural Sunday Natural entstand aus einer langjährigen Leidenschaft und Forschung in den Bereichen Gesundheit, Heilung und Selbstentfaltung. Der Mangel an natürlichen, qualitativ hochwertigen Produkten auf dem Markt war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von Sunday Natural im Jahr 2013. Seitdem verfolgt die Berliner Premium Nutrition Brand konsequent ihr Leitmotiv - Produkte herzustellen, die den Vorbildern der Natur folgen, absolut rein und frei von jeglichen Zusatzstoffen sind und sich mit der höchstmöglichen Qualität auszeichnen. Sunday Natural ist heute einer der renommiertesten deutschen Qualitätshersteller, mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Berlin.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ich glaube, wir brauchen bei allen Themen die uns extrem belasten Normalität.
00:00:04: Weil wir nur so in irgendeiner Art und Weise zur Ruhe kommen und die Batterien ein bisschen aufladen können.
00:00:10: Und Trauer ist mega erschöpfend!
00:00:13: In dem Moment wo du dir mit kleinen Steps in deinem Alltag Normalität schenkst kommst du einfach zur Ruher.
00:00:21: Herzlich willkommen zu Healthwise, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Natural.
00:00:26: Ich bin Dietz Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam was es bedeutet gesund zu sein.
00:00:30: Wir tauchen einen Themen wie Medizin Bewegung Ernährungen und emotionale Gesundheit Immer mit einem Weisenblick auf das was uns wirklich gut tut.
00:00:40: Abschied ist einer der größtenseelischen Herausforderungen überhaupt und doch spricht kaum jemand darüber, wie sehr er uns im Innersten erschüttern kann.
00:00:47: Wer einmal wirklich getraut hat weiß mentale Gesundheit und Trauer hängen untrennbar zusammen.
00:00:52: Leone Jung ist Autorin, Journalistin und Altenpflegefachkraft mit Herz.
00:00:57: In ihrem Buch Umzug in den Himmel erzählt sie persönlich von der Begleitung ihrer Großeltern in letzten Lebensphasen und davon die Abschied nehmen und trauern uns Prägen verändern und manchmal auch retten können.
00:01:09: Herzlich willkommen Leonie Jung.
00:01:11: Hallo Nils!
00:01:12: Leonie, oder soll ich lieber Leo sagen bevor du denkst hier irgendwie so was Du hast irgendwas angestellt?
00:01:19: Leo wie sehr verändert sich ein Sonntag wenn man gerade jemanden verloren hat?
00:01:23: Sonntage sind ja allgemein würde ich sagen eher die stilleren Tage und da sind die Termine ein bisschen reduzierter und die Kalender auf jeden Fall nicht sofort gepackt und deswegen verändert sich so einen sonntag schon sehr intensiv.
00:01:39: Was hatte ich dazu bewogen, deine eigene Trauergeschichte öffentlich zu machen und dabei auch wirklich so offen zu schreiben?
00:01:48: Ich habe gemerkt, dass ich durch die Sachen, die ich selber aufgeschrieben habe als mein Großvater gestorben ist, Dinge aufgeschieben hab, die eigentlich selber gebraucht hab.
00:01:57: Und das sind Sachen gewesen, die irgendwie nirgendwo gefunden haben.
00:02:02: So trauerst immer sehr romantisierend... dargestellt worden und aber nicht so richtig pur und echt.
00:02:10: Und das hat mir
00:02:10: gefehlt.".
00:02:11: Dann habe ich irgendwann gemerkt, okay die Texte, die ich schreibe sind eigentlich total pure und sie sind super authentisch und vor allem sind sie sehr ehrlich und aus Liebe entstanden.
00:02:21: Da war ich irgendwann bereit auch mit den Menschen zu teilen und damit habe ich angefangen und das mache ich heute noch.
00:02:28: Ich finde es sehr interessant dass du das schreibst weil Zusammenhängen zum Beispiel, keine Trauerverarbeitung von jemandem verloren hat.
00:02:38: Sondern auch wenn jetzt eben eine Beziehung in die Brüche gegangen ist.
00:02:41: Also da hatte ich das jetzt gerade auch jemand empfohlen der gar nicht mehr wusste wie das Leben so weitergehen soll und dann einfach mal runter schreiben.
00:02:51: Das hat schon wirklich was sehr... Befreiennis muss man ja wirklich so sagen.
00:02:55: Einfach, das ist so... Ich vergleiche es immer ein bisschen wie bei Dumbledore und Harry Potter.
00:03:00: der hat auch dieses Denkarium wo er dann mit dem Zauberstab einmal kurz seine Gedanken rauszieht und dann in diese Schüssel da ablegt und es hat schon was Vergleichbares oder?
00:03:10: Absolut!
00:03:11: Also voll allgemein aufschreiben ne ich schreib alle Gedanken auf.
00:03:15: also wenn du in mein Handy guckst als Beispiel Du denkst dir jetzt, ich gucke jetzt mal ein Leos Handy.
00:03:21: Du könntest bei mir alles lesen in WhatsApp wirklichs werden?
00:03:24: Ich habe da nichts zu freiemlichen!
00:03:26: In der Notizen-App steht alles drin was ich
00:03:29: denke Ach, in den Riesen-Eckball.
00:03:31: Ich muss sagen für mich macht das einen riesen Unterschied ob ich jetzt handschriftlich noch aufschreibe oder eben digital.
00:03:36: Das heißt du bist schon jemand der sehr viel digital schreibt?
00:03:39: Ich schreibe sehr viel handschriftlich wenn ich zu Hause bin aber es kann sein dass ich mit dir Abendessen gehe und während wir Abendessen habe ich irgendein Gefühl oder irgendeine Gedanke und ich denke mir so okay wow Das ist krass, was gerade meinem Kopf los ist.
00:03:52: Und das sind dann vielleicht Gedanken die ich mit dir teile aber vielleicht auch erst mal mit mir selber ausmachen will.
00:03:57: und dann gehe ich in mein Handy kurz und sag, warte mal ganz kurz... ...und dann schreibe ich mir das auf und dann habe ich den Gedanken neben mir nach Hause und dann schreib' ich handschriftlich!
00:04:04: Aber an erster Stelle, Notizen-App, da würdest du sehr viel über mich
00:04:08: erfahren.
00:04:11: Du sagst Trauer ist ein Teil von dir?
00:04:13: Wann hast du zum ersten Mal wirklich so empfunden?
00:04:18: Am Ende des Tages habe ich es erst einmal so empfunden, als ich gemerkt habe, bis die nicht weggeht.
00:04:24: Die geht nicht weg!
00:04:26: Das ist da!
00:04:27: So und da spielt natürlich Akzeptanz eine sehr große Rolle zu akzeptieren okay?
00:04:31: Die ist da und sie verschwindet nicht.
00:04:33: Die wird zwar kleiner und sie wird schwächer aber sie ist da.
00:04:38: Geht ihr das auch so?
00:04:39: Mir ist es aufgefallen dass wenn sich etwas jährt... dass es dann immer noch mal sehr viel intensiver wird.
00:04:44: Das liegt manchmal dann einfach an den gleichen Jahreszeitenveränderungen, an Dingen die sich vielleicht auch wiederholen.
00:04:51: so keine Ahnung jetzt so... Dass ich die Zeitumstellung oder sowas von Winterzeit auf Sommerzeit das all solche Dinge dedien man nimmt das gar nicht so bewusst war.
00:05:02: aber man denkt auf einmal so Mensch warum denke ich so viel häufiger an die verlorene Person?
00:05:06: und dann merkt man ah weil's jetzt fast ein Jahr oder zwei oder drei her ist.
00:05:10: geht dir das auch so?
00:05:11: Absolut, auch so an Feiertagen und an besonderen Ergnissen.
00:05:14: Ich hatte das ganze Intensiv in diesem Jahr am Geburtstag wo du einfach Erlebnisse hast, du weißt okay diese Person spielt keine Rolle mehr und du bist traurig darüber dass du dieses Erlebnis nicht mit der Person teilen
00:05:25: kannst.
00:05:25: Stimmt haben wir sogar noch geschrieben?
00:05:26: Ja stimmt!
00:05:28: Inwieweit hat der Tod deine Großeltern auch deine psychische Gesundheit heraus gefordert oder vielleicht würde man auch sagen gestärkt?
00:05:36: Also anfangs hat sie meine mentale Gesundheit gestärkt.
00:05:39: Ich bin definitiv heute deutlich stärker als davor, aber was manche Sachen angeht auch auf jeden Fall geschwächt weil ich Dinge erfahren habe die ich vorher nicht kannte und auch stellenweise in alte Muster zurückgegangen bin wo ich eigentlich gedacht hatte dass sich das hinter mich gelassen
00:05:58: hab.
00:06:01: zum Beispiel teilen wollte ich gerade sagen
00:06:03: zb schlaflosigkeit.
00:06:05: Ich habe ein ganz, ganz großes Thema mit Schlaflosigkeit gehabt.
00:06:10: Auch so dass mich das sehr krank gemacht hat und ich hatte war stationär und ich hab Medikamente genommen Und ich hatte nachdem ich wirklich mich wieder so richtig gesund gefühlt habe keine Probleme mehr mit dem schlafen.
00:06:28: und in dem moment wo es darum ging dass es klar war dass mein Großvater bald sterben wird Ging bei mir die Schlaflosigkeit wieder los.
00:06:37: Und wer schon mal so eine richtig intensive schlaflose Zeit gehabt hat, weiß dass es extrem
00:06:43: anstrengend war.
00:06:45: Da leihen ja wirklich viele Leute drunter... Du hattest erzählt beim ersten Mal, du hattetst auch einen Stadtschein in den Offenhalt.
00:06:51: Beim zweiten Mal jetzt dann schauen wir nicht.
00:06:53: wie bist du da wieder rausgekommen?
00:06:55: Ich habe mehr extrem viel Zeit genommen dafür.
00:06:58: Es gibt ein bisschen was wenn man nicht schläft, dann liegt man im Bett und man zwingt sich dazu zu schlafen.
00:07:06: Warum?
00:07:08: Also, ich bin aufgestanden!
00:07:10: Ich hab Dinge getan die mir gut getan haben... ...ich habe mich nicht gezwungen zu schlapen sondern ich habe das gemacht wo nach meinem Körper war eben nicht zu sch lafen und den Schlaf den habe ich danach geholt.
00:07:21: am nächsten Tag dann ist es Mittagsschläfchen länger gewesen und dass habe in der ersten Episode nicht gemacht.
00:07:26: da war ich aber auch wirklich psychisch krank.
00:07:29: Das war jetzt bei dieser Schlaflosigkeit nicht mehr.
00:07:32: Aber Das war auf jeden Fall was, was ich sehr anders gemacht hatte und was mir am Ende des Tages geholfen hat.
00:07:38: Weil ich einfach okay mein Körper möchte jetzt nicht schlafen?
00:07:41: Alles klar!
00:07:42: Machen wir dann jetzt so... Dann schlafe ich jetzt halt nicht.
00:07:45: Dann habe ich irgendwas gemacht?
00:07:46: Aufgeschrieben.
00:07:47: Ich hab viel aufgeschrieben.. Ich hab mal gelesen, auch mal ehrlich gesagt eine Serie geguckt, wo man sagt wenn du im Bett liegst oder wenn es eigentlich ums Schlafen gehen sollte solltest du ja die Bildschirmzeit reduzieren.
00:08:00: aber weißt du wenn's dir nicht gut geht Dann darfst du auch Regeln brechen.
00:08:04: Finde ich auch, und ich muss dir auch ganz ehrlich sagen ... Ich hatte das ... Ich hab am Wochenende relativ viel schlafen gekommen, hat mir im Vorgespräch drüber gesprochen Und dann hatte jetzt die letzte Nacht auch so, weil ich schon so viel Schlaf hatte Dass ich dann auf einmal nach heute fünf eineinhalb Stunden irgendwie aufgewacht habe und dachte So fühl mich eigentlich wach!
00:08:25: Aber es war keine Ahnung, halb vier oder sowas.
00:08:29: Und dann habe ich tatsächlich auch drüber nachgedacht, ob ich jetzt irgendwie das was sich vielleicht noch am Abend geguckt habe.
00:08:36: Einfach weiterschauen oder sowas so... Ich hab mich dann nachher letztendlich für ein Hörbuch entschieden aber habe relativ lange, ich glaube eine Stunde lang dann irgendwie Hürbuch gehört zu Und immer mit diesem Timer so zehn Minuten aus und dann noch mal zehn Minuten, noch einmal zehn Minuten ist.
00:08:51: Wie kann ich sagen?
00:08:51: Es waren sechs Mal.
00:08:53: Da war es eine gute Stunde!
00:08:55: Aber nicht so trotzig.
00:08:56: Ich finde das ist okay.
00:08:57: Das sind Dinge ... why not?
00:09:00: Ich habe das auch schonmal gemacht dass ich dann nachts irgendwann dachte, Mensch jetzt guckst du einfach das weiter was du aufgehört hast oder sowas.
00:09:09: Klar weil man weiß dass alles irgendwie nicht gut ist aber ich habe mal irgendwann.
00:09:14: Auch von dem Schlafdoktor Feld hab ich mal gelernt, das Wichtigste ist einfach, dass der Körper ruht auch so.
00:09:20: Das heißt also du... Also das Allerwichtigste natürlich am Anfang die Tiefschlafphase und dass dein Gehirn entgiften kann und dann die Remmschlafe mit den Träumen verarbeiten kannst oder deine Gedanken verarbeiten kannst.
00:09:30: aber wenn du halt einfach nicht schlafen kannst, dann ist es erstmal wichtig, dass du rußt.
00:09:34: Und dann ist zumindest die körperliche Regeneration dann einfach sichergestellt und von daher ist eigentlich fast egal was du machst.
00:09:40: hauptsache Du gehst jetzt nicht joggen bist wahnsinnig aktiv.
00:09:44: Ich glaube, das Ruhen ist dann einfach so was da im Vordergrund steht.
00:09:47: Wenn wir jetzt nochmal auf das Thema Trauer zurückkommen... Was sind aus deiner Sicht die größten Missverständnisse über Trauer und in dem Zusammenhang auch über das psychische Wohlbefinden?
00:09:55: Dass Trauer nur eine Phase ist, dass das kommt und ein paar Wochen weg ist.
00:10:02: Und wer schon mal wirklich jemanden verloren hat den er geliebt hat der weiß, dass es eben nicht nur eine phase ist.
00:10:10: Es gibt keinen Ablaufdatum, wie bei einem Joghurt im Kühlschrank steht.
00:10:15: Sondern du hast da jemanden verloren den du wahnsinnig geliebt hast und das darf bleiben!
00:10:22: Das kommt nicht heute und es morgen wieder weg.
00:10:24: Und das ist auf jeden Fall das allergrößte Missverständnis.
00:10:27: In der Regel sagen das auch nur Leute die eben noch keinen schweren Verlust erlebt haben.
00:10:32: Du beschreibst ja in deinem Buch wirklich diese Phasen von Depressionen Schlaflosigkeit und Erschöpfung.
00:10:37: Wie hast du gelernt, sozusagen deine mentale Gesundheit auch da besser zu schützen?
00:10:41: Vor allem im Trauprozess.
00:10:44: Indem ich mir frühzeitig Hilfe hole.
00:10:46: Ja.
00:10:46: Ich nehme Wahnsignale wahnsinnig ernst und ich nehme lieber früher Hilfe an als zu spät.
00:10:53: Und Hilfe heißt dann professionelle Hilfe?
00:10:55: Professionelle Hilfe nicht unbedingt weil... Eine Sache habe ich auf jeden Fall gelernt und ich habe sehr viele Therapien in meinem Leben gemacht, dass wenn du einen sehr stabilen und guten Freundeskreis hast dann bleibt dir manchmal auch eine Therapie erspart.
00:11:12: Und ich hab das große Glück, dass ich sehr großartige Freunde habe die mich in dieser sehr schweren oder akuten Trauerphase sehr getragen haben und ich mich einfach nie alleine gefühlt habe Und deswegen war das da gar nicht so notwendig, dass ich da dann sofort irgendwie eine Therapie gemacht habe.
00:11:30: Sondern ich hab mir Hilfe von meinen Freunden geholt!
00:11:33: Würdest du sagen, dass eine der beiden Phasen, was ja eben bei beide Großeltern verloren – also es gibt ja vier, aber trotzdem redest du ja in erstes Ding von den Beinen?
00:11:46: Kann man die Gewichten oder waren sie sehr unterschiedlich?
00:11:48: Oder wie würdest du das so einordnen.
00:11:50: Die waren superunterschiedlich, weil bei meinem Großvater war dann noch meine Großmutter, die einfach den Mann verloren hat mit dem sie ihr ganzes Leben verbracht hat.
00:12:00: und dann sitzt du vor einer Frau, die über setzig Jahre mit jemandem zusammen gewesen ist der nicht mehr da ist Und du siehst diese Trauer und versuchst da dass starke in Anführungszeichen Enkelkind zu sein bist aber parallel mit deiner eigenen Trauer beschäftigt.
00:12:14: Ich hab mich zur gleichen Zeit vor meinem Exfront getrennt, mit dem ich zehn Jahre zusammen gewesen bin.
00:12:19: Und jeder der schon mal ganz intensiven Herzschmerz gehabt hat hast du ja auch eben gesagt weiß das Herzschmetz auch eine Trauerform sein
00:12:27: kann.
00:12:27: Total!
00:12:28: Das heißt in dieser eh schon so schweren Zeit, so mein Opa hat mir wirklich alles bedeutet habe ich im Endeffekt nur zwei Menschen getraut?
00:12:39: Ja und ich glaube dass... ... entscheidende, aber vielleicht kannst du das besser sagen.
00:12:44: Sowohl bei dem Beziehungsabbruch als auch bei der Person... Es fehlt ja was!
00:12:50: Das ist ja eigentlich so.
00:12:51: Ich glaube dass wenn man uns wirklich mal einmal runterbrechen würde auf ein Wort dann würde ich sagen irgendwie fehlt etwas und die Wahrheit, die Tatsache, dass es auch nicht wieder zu bringen ist.
00:13:05: Bei der verstorbenen Person sowieso nicht, aber bei der Beziehung auch sind das natürlich immer so.
00:13:09: Dinge glaube ich auch tatsächlich mit einer der Faktoren wird es ausmacht, dass man einfach sagt Mensch eigentlich mochte ich das schon sehr gern aber... Es ist jetzt weg.
00:13:19: Ja absolut!
00:13:20: Also du entwickelst einfach ein sehr starkes Bewusstsein für dein Leben und ich glaube genau dieses Bewusstseins hat mich zu der starken Frau geformt die hier vor dir sitzt weil ich einfach ein starkes bewusst sein für mein Leben entwickelt habe.
00:13:33: dadurch.
00:13:35: So stellts dir ganz andere Fragen und gibts dir auch ganz andere Antworten Und ich weiß an jedem Geburtstag, was es ist für ein privilegtes Alter zu werden.
00:13:49: Ich weiß jeden Tag wie dankbar ich um meine Gesundheit bin.
00:13:52: All diese Sachen habe ich schon auf jeden Fall nochmal sehr intensiver in mein Leben integriert nachdem mein Opa gestorben ist Und als meine Oma gestorben ist, da war es dann einfach so.
00:14:02: Da hatte ich keine zweite Person, um die ich mich kümmern musste.
00:14:05: Aber dann war plötzlich okay und jetzt sind beide
00:14:07: weg.".
00:14:08: Ja man konnte auch nicht mehr gemeinsam über diese eine Person, die weg war, reden.
00:14:12: Ich finde das ja auch Dinge.
00:14:13: So Erinnerung ist ja das was dann irgendwie auch ... und Reden über gemeinsame Erfahrungen und allen Ruhmern ist ja auch das, was dann eben schön daran ist.
00:14:22: Ich hatte Ende des Jahres letzten Jahres schon mal eine Folge zu dem Thema aufgenommen.
00:14:27: Da wurde sehr stark auch darüber gesprochen, dass man irgendwie immer diese Trauer auch mit Traurigkeit verbinden muss.
00:14:37: Und da hast du jetzt hier zum Beispiel gerade kurz bevor wir den Podcast hier aufgenommen haben oder diesen Partners aufnehmen ein paar Trauerkarten rausgebracht die mal bunt sind so.
00:14:47: das heißt also du hast gesagt warum müssen dann immer die Trauercarten weiß schwarz mit gold irgendwie so sein?
00:14:53: Warum können die nicht sag ich immer sowas, eine Art von ... Ich weiß gar nicht ob es Lebensfreude ist aber zumindest etwas Positives ausstrahlen.
00:15:03: Weil ich finde man hat ja tatsächlich durch diese Karten wird die Melakonie ja noch mal weiter unterstützt und da gibt's ja einen Karten von dir wo dann einfach Hacks draufstehen und so.
00:15:13: und eigentlich will man das ja, man möchte ja in dem Augenblick wo man sich dann schlecht fühlt eigentlich eher die Umarmung haben als ... So sorry, das ist alles so schlimm!
00:15:21: Sorry for your loss!
00:15:22: Weißt du?
00:15:23: Das ist ja... Ist ja ein ganz interessanter Punkt.
00:15:26: Wie gehst du persönlich mit diesem Thema?
00:15:29: oder was sagst du den Leuten, die wirklich mit diesen Schuldgefühlen kämpfen?
00:15:32: Weil sie vielleicht einfach mal in so einer Trause sind und auch mal lachen?
00:15:36: Also ich finde... Weißt du wenn ich jetzt über mein Leben nachdenke dann gibt es da auf jeden Fall Tage, wo ich sie farblich beschreiben müsste eher schwarz und grau sind.
00:15:46: aber eigentlich ist mein Leben total bunt.
00:15:49: Also, all die schönen Häuter ist total bunt.
00:15:51: Ich sitze mit dir hier... ich habe mir Bewusstseite für genommen!
00:15:54: Ich mache was, was ich gerne mache und ich würde jetzt auch immer sagen, dein Leben ist auch eher bunt!
00:16:00: Definitiv!
00:16:00: Und das wollen wir auch so unterschreiben?
00:16:03: Für mich ist Liebe auch etwas ganz, ganz Buntes.
00:16:06: und was Farbenfrohs.
00:16:07: Das ist das krasseste Gefühl auf der Welt.
00:16:10: Trauer ist einfach ein ganz großes Zeichen von Liebe und ich tue mich unendlich schwer damit In der Regel in sehr dunklen und gesetzten Farben gestaltet wird.
00:16:23: So, dabei ist doch Trauer Liebe und Erinnerung und Dankbarsein.
00:16:27: Und das sind alles ja total schöne Sachen!
00:16:31: Und damit sage ich nicht, dass Trauer was Geiles ist?
00:16:34: Trauer.
00:16:35: darf ich hier Scheiße sagen?
00:16:38: Auf jeden Fall.
00:16:40: Ich fasse es ja nicht.
00:16:42: Trauer ist einfach wirklich scheiße.
00:16:45: Aber... Sie ist auch was Schönes.
00:16:48: Ich finde es wichtig, sie trotzdem zuzulassen.
00:16:51: Es gibt für mich zwei Punkte ... Aber kannst du ja sagen wie du das siehst?
00:16:58: Auf der einen Seite, wenn man so Trauer empfindet, dass man sich dann richtig in eine Millikonie anfängt einzugraben und das Ganze vielleicht auch zu vergraben ein bisschen.
00:17:16: Auf der anderen Seite gibt es welche, die dann so stark sein wollen und es schnell wegdrücken wollen.
00:17:21: Und eigentlich gar nicht an sich ranlassen.
00:17:23: Ich glaube beide Wege ... Also jeder muss seinen Weg da für sich finden.
00:17:28: Aber ich finde auf der einen Seite ist es eben halt etwas wo ... Also mein persönlicher Zugang ist dazu.
00:17:33: Auf einer Seite find ich's wirklich gut auch mal zu weinen und uns rauszulassen.
00:17:39: Auf anderer Seite find' ich aber auch, das ist gerade das was mir bei Beerdigung immer so geht dass dieses Treffen, was man danach dann meistens hat diesen Leichenschmaus.
00:17:50: Dass das einfach eine sehr schöne Begegnung sind die sich dadurch ergeben und dass ich dann immer so schade finde, dass es dann eigentlich so tot traurig sein muss.
00:18:01: Das ist so.
00:18:01: das was wegen auch in dem letzten Podcast meinte, bei mir sollte meine Beredigung eigentlich eine Party sein weil es auch ein schöner Anlass ist Leute, die einen auch gemocht geliebt haben dann einfach zusammenkommen und die sich dann sehr häufiger auch untereinander sehr ermögen.
00:18:18: Warum sollen die denn nicht irgendwie freudig sozusagen sich an mich erinnern?
00:18:24: Verstehst du was ich meine also wirklich so?
00:18:26: es gibt mit Sicherheit wenn meine Freunde zusammen kommen genügend Geschichten die noch zum lachen sind So und die da nicht rauszuholen weil man muss jetzt ja hier im Augenblick gerade traurig sein Weiß ich nicht finde ich eigentlich schade.
00:18:41: Was würdest du denn trotzdem sagen, wenn wir jetzt so diesen Mittelweg zwischen eingraben und wegdringen sozusagen?
00:18:50: Was gibst du diesen Menschen dann für ein Rater an dieser Stelle.
00:18:54: Also weißt Du ich glaube dass viele Menschen einfach ein
00:18:57: extremes
00:18:57: Talent zum verdrängen haben.
00:19:00: Ich bin ein Mensch also wenn jetzt hier ein Gefühl in der Tür steht dann bitt ich das Gefühl rein und sagt dem Gefühl, setz dich mit mir an den Tisch.
00:19:07: Und da muss sich das Gefühl nicht gut finden.
00:19:10: aber akzeptieren dass es da ist so ist es.
00:19:14: Und im Endeffekt liegt alles in mir oder ich habe alle Werkzeuge in mir um mit diesem Gefühl zu arbeiten.
00:19:22: und das Gefühl zu akzeptiert ist natürlich nicht so dass es keine Herausforderung ist.
00:19:30: Das ist auf jeden Fall die halbe Miete, um Dinge zu verändern und mit deinen Gefühlen zu arbeiten.
00:19:38: Ich hatte neulich ein Interview mit Dr.
00:19:39: Sack Busch.
00:19:40: Es ist so ein renommierter dreifach zertifizierter Arzt aus der USA, aber jetzt sehr naturkundlich unterwegs ist und der sprach dann in einem Lebenssitz auch über das Thema gebrochener Herzen.
00:19:49: Und da hat er gemeint, gebrochene Herzen sind für ihn eigentlich nur enttäuscht Erwartungen.
00:19:55: eine sehr rationale Bezeichnung des Ganzen fand ich so.
00:19:58: Aber er sagt, er kann seitdem einfach besser mit seinem gebrochenen Herz umgehen, dass er mal sagt was hat er denn eigentlich erwartet?
00:20:03: und wo wurde diese Erwartung enttäuscht?
00:20:04: Und man lag an mir weil wir bei der Erwartungen falsch waren nach dem Auto.
00:20:09: Wenn wir kommen ja immer jetzt wieder gerade sozusagen, ich weiß gar nicht wie auf diesen Richter gekommen sind.
00:20:14: das ist gar kein Thema in deinem Buch.
00:20:15: aber trotzdem diese Vergleiche zwischen Trauer über eine verlorene Beziehung, Trauer für einen verlorenen Menschen.
00:20:22: Ich muss dich unterbrechen, weil das ist ein ganz großer Tal in meinem Buch.
00:20:27: Wo denn?
00:20:28: Herr Behrens gibt gerade zu, dass er Quer gelesen hat.
00:20:30: Er ist ne hervorragende
00:20:31: Querleserin.
00:20:31: Das kann ich dir im Vorweg nicht erzählen dürfen.
00:20:33: Verdammt nochmal Leo!
00:20:34: Dass du das gegen mich verwenden würdest jetzt hier an dieser Stelle.
00:20:37: Ich verstehe, dass ich mir aber auch eine Querleserin...
00:20:41: Okay dann an dieser stelle kommen wir trotzdem auf diesen Punkt.
00:20:48: Also A. würdest du Sackbusch zustimmen?
00:20:51: Und B., wenn das so wäre, was ist in die enttäuschte Erwartung sozusagen, die man dann im Trauer meinen Menschen hat?
00:21:01: Ich kann nur über mich selber sprechen und ich habe keine Enttäuschung gespürt.
00:21:05: Bei mir war es eher eine Wut dass es Lebensereignisse gibt, die mir noch bevorstehen wo meine Großeltern keine aktive Rolle mehr spielen.
00:21:14: Sie spielen natürlich eine Rolle, weil sie in mir in irgendeiner Art und Weise weiterleben.
00:21:18: Und ich auch einen Zugang nach oben hab.
00:21:22: Aber sie spielen ja keine aktive Rolle ... Keine Ahnung!
00:21:26: Wenn ich heirate?
00:21:27: Wenn ich Kinder
00:21:28: bekomme?!
00:21:29: Das habe ich mir immer so sehr gewünscht.
00:21:30: Ich habe mir so sehr gewünsht dass meine Großeltern mal auf meiner Hochzeit sein
00:21:33: werden.
00:21:34: Ja interessant war bei mir, obwohl ich es sehr früh geheiratet habe aber auch da ... haben, ja also meine große, eine Großmutter die war da aber.
00:21:45: Die anderen Großeltern haben es auch leider nicht geschafft und das war relativ... Also gar in dem Jahr, es war im Grunde um die Hochzeit schon bestellte und so was, aber trotzdem ist sie dann in diesem Jahr gestorben.
00:21:55: Es war schon traurig genau dieser Punkt.
00:21:59: Wut habe ich nicht empfunden, aber ich fand's schade.
00:22:02: Schade ist glaube ich eher das Wort, was ich empfinden würde an der, in dem Zusammenhang?
00:22:06: Nee, ich hatte Bei mir war auch Wut dabei.
00:22:10: So Wut, dass mein Leben so gekommen ist wie es ist und dass ich ihn und mir das nicht ermöglicht habe, dass schon früher passiert ist.
00:22:20: aber ich meine also das Leben ist halt wie's ist und es ist voller Überraschung.
00:22:24: Und es ist jetzt nicht so, dass ich vor dir setze und sage Also Leo!
00:22:29: Das ist ja jetzt aber echt nicht in Ordnung, dass du vor zehn Jahren nicht schon geheiratet hast Aber ich bin traurig, dass sie bei diesen großen Lebensereignissen ... die mir wahrscheinlich irgendwann bevorstehen nicht dabei sein werden.
00:22:41: Und deswegen enttäuscht mich aber
00:22:44: ja... Einfach nicht heiraten?
00:22:46: Ja also du vielleicht ist das die Lösung!
00:22:48: Liebe Familie, wenn ihr das hier hört, ihr braucht euch keine Hoffnung machen.
00:22:51: Geheiratet wird
00:22:52: nicht.
00:22:52: Gehiratet würde nicht.
00:22:54: Kommen wir mal zu den Trauerritualen.
00:22:56: Hast Du da welche, die dir persönlich quasi besonders geholfen hat, seelisch auch im Gleichweg zu bleiben?
00:23:02: Also ich habe einen Trauerritual, das kann ich überhaupt gar nicht kontrollieren.
00:23:06: Weil am Todestag von meinem Großvater und auch beim Todestage meiner Großmutter hat der Himmel in den allerbundlisten Farben geleuchtet.
00:23:14: Und du kannst jetzt spirituell sein, du kannst aber auch nicht spiritual sein!
00:23:18: Du kannst irgendeiner Religion angehören – für mich ist es so, dass wenn es mir an irgendeine Art und Weise nicht gut geht... Es ist wirklich wie, als könnte ich nach da oben bestellen dass der Himmel in den allerbundesten Farben leuchtet.
00:23:34: Und wenn das so ist, leg' ich alles beiseite und bin wirklich nur dabei beim Sonnenuntergang zuzugucken!
00:23:43: Das ist das allerschönste Trauerritual was sich aber ja leider nicht beeinflussen kann... Ich habe so einen kleinen RKM Wohnzimmer und am rechten Fenster egal wie das Wetter ist mach ich das Fenster auf und setz mich mit einem Stuhlernesfenster.
00:23:57: Und ich zünde eine Kerze an, dann habe ich eine ganz alte Vase.
00:24:01: Ich schreibe Gedanken auf die ich gerade rund um meine Großeltern fühle oder auch Sachen, die ich ihnen sagen möchte.
00:24:09: Dann sitze ich wirklich mit dieser Kerze am Fenster und bin im Gespräch mit Ihnen aber auch im Gesprächen mit mir selber.
00:24:15: Da nehme ich den Zettel, zündet ihn an in der Kerze und macht ihm diese sehr alte VASE.
00:24:21: Und jetzt kommt ein sehr unnützes Leo-Wissen.
00:24:24: Auf meinem Balkon blüht gar nichts, weil ich einfach keine Zeit dafür habe und in dem linken Blumenkasten kommt dann die Asche rein.
00:24:33: Ich vergrab die!
00:24:35: Und...ich kann dir auch nicht sagen wie ich darauf gekommen bin aber das kam einfach irgendwann und ich liebe das.
00:24:44: Ja, interessant.
00:24:45: Wir haben damals beim Landshof gab es immer einen Feuerritual und da musste man immer aufschreiben was man im Leben loswerden wollte und dann wurde das dann eben auch verbrannt unter gewissen Ritualen Und ich weiß noch, da gab's eine Frau die ihre Wünsche aufgeschrieben hat Und dann war sie leider ihre Wünsche verbrannt.
00:25:04: Also es geht eigentlich ja darum, was du in deinem Leben loswerden möchtest – in diesem Feuerritual zumindest so!
00:25:09: Du hast jetzt ja dein eigenes, also von daher weiß ich nicht ob du da etwas Positives drauf schreibst oder ob das das ist, was weg muss und ob da keine Logik bei ist.
00:25:16: aber ich fand das einen lustigen Moment als er da bewusst wurde dass sie jetzt gerade ihre Wunsch verbrannt hat.
00:25:22: Das war...
00:25:23: Ja.
00:25:24: Bei mir sind das Dinge die ich los werden möchte, aber auch positive Sachen
00:25:29: auch positive Sachen.
00:25:30: Auch
00:25:30: positive Sachen, einfach die ich loswerden möchte, wo ich das Mitteilungsbedürfnis habe.
00:25:35: Wo ich einfach was ihnen sagen möchte und das schreibe ich auf, dass verbrennigend am Pflanzig sein.
00:25:41: Ja aber das heißt aber, dass es positiv ist, was dir durch den Kopf geht wird dann auch verbrannt
00:25:46: okay?
00:25:47: Es geht einfach um Gedankenloswerden.
00:25:50: Du betontest immer wieder die Bedeutung von Normalität.
00:25:53: Das heißt, was meinst du in dem Kontext von diesem Abschied eigentlich damit?
00:25:58: Also auch im Hinblick auf die mentale Stabilität?
00:26:00: Ich glaube wir brauchen bei allen Themen, die uns extrem belasten,
00:26:03: Normalität
00:26:05: weil wir nur so in irgendeiner Art und Weise zur Ruhe kommen und die Batterien ein bisschen aufladen können.
00:26:11: Und Trauer ist mega erschöpfend!
00:26:14: In dem Moment wo du dir mit kleinen Steps in deinem Alltag Normalität schenkst, kommst du einfach zur Ruhe.
00:26:23: Heißt Normalität dann für dich Rituale?
00:26:26: Nicht Rituaale sondern eher Routine.
00:26:27: Routinen!
00:26:30: Okay.
00:26:31: Das heißt also Routine helfen dir.
00:26:32: ist das aber nicht vielleicht auch dann wieder eine Art von Verdrängung?
00:26:36: Nein
00:26:37: finde ich gar nicht sondern eher sich bewusst Zeit dafür nehmen, dass du eben nicht nur in dieser Schwere stecken bleibst.
00:26:45: Sondern dass du dich auch auf Dinge konzentrierst die ja weitergehen.
00:26:49: Dein Leben geht ja weiter.
00:26:53: Ja.
00:26:53: Deinen Leben geht mit der Trauer weiter und irgendwann kommt der Alltag einfach wieder richtig zurück.
00:27:00: Und es ist einfach... Also mein Ziel ist das, dass Du die Trauer nimmst und in Dein Alltag integriert bist.
00:27:07: aber
00:27:09: Ich habe mir ja eine Frage hier aufgeschrieben.
00:27:10: Gibt es Dinge, die du rückwilken als besonders heissam empfunden hast?
00:27:13: Also im Alltag Gespräche und Rückzug.
00:27:14: also irgendwie hab ich das Gefühl wir haben genau das eigentlich auch schon besprochen.
00:27:17: Das heißt also sowohl du sagst dir Alltag, die Routinen, die dir helfen, die Gesprächen mit deinen Freunden hast du auch schon erwähnt dass sie eigentlich fast den Therapeuten teilweise auch ersetzen können und das Thema Rückzug ist ja dieser Moment am Ärger wenn ich das so richtig verstanden habe oder?
00:27:36: Du sprichst auch von Pretrower.
00:27:38: Das heißt, wie kann man sich psychisch auf einen kommenden Verlust vorbereiten ohne daran zu verzerbrechen?
00:27:42: Du hast ja schon gesagt als du merktest dass dein Großvater bald sterben würde ist da schon die Schlaflosigkeit dann eigentlich angefangen hat zu beginnen.
00:27:50: Gibt es da etwas wo du jetzt hier noch mal ein Tipp teilen könntest?
00:27:54: Nichts unausgesprochen lassen solange dir das in irgendeiner Art und Weise möglich ist weil Es ist ja nicht so, dass du weißt wann eine Person stirbt.
00:28:03: Ich hatte das große Glück... ...dass ich an der Hand von meinem Opa war als er eingeschlafen ist.
00:28:09: Aber also das hätte auch genauso gut sein können, dass er einschläft während ich gerade auf Toilette bin.
00:28:15: Also es ist nicht so.. ..das der Tod sich nach irgendeiner Zeit richtet und sich denkt um zwölf Uhr sind dann alle zusammen und dann sterbe ich.
00:28:26: Ich habe wirklich, vor allem in den letzten drei Wochen mit meinem Großvater.
00:28:31: Ich hab alles ausgesprochen was ich aussprechen wollte und ich wusste auch wie er beerdigt werden möchte.
00:28:37: Das nimmt dir so unheimlich viel Druck wenn jemand nicht mehr da ist dass du dich damit nicht befassen musst!
00:28:44: Ich bin ein ganz ganz großer Fan das darüber früh gesprochen wird.
00:28:48: Hast Du schon mal mit jemandem über richtig Bestattungsvorsorge gesprochen?
00:28:52: Interessanterweise... hatte ich die Situation mit Freunden jetzt, wir waren in Namibia unterwegs im November und ich hatte mal jeden Abend zum Abendessen eine Frage des Abends gestellt.
00:29:04: Und dann hat sich dadurch ein sehr tiefes Gespräch ergeben und die eine Frage das Abends, die ich dargestellt habe war welcher Song soll auf deine Beerdigung gespielt werden?
00:29:12: Dadurch ging natürlich dieses Gespräch sehr stark darüber los wie wir uns eigentlich unsere Beerdigungen vorstellen und alles und es war gerade in dieser Runde mitten mit drei Freunden ... in der Mitte von Namibia dann einfach mal über so ein Thema zu reden.
00:29:25: Schon sehr interessant, weil wer auch der eine ist und noch ein Gärtner... ...der natürlich immer seinen besonderen Zugang ganz zu den ganzen.
00:29:32: Aber dadurch haben wir natürlich ja auch angefangen.
00:29:36: ich habe dann bis zu dem Zeitpunkt in diesem Detail grad noch nie drüber nachgedacht.
00:29:40: eigentlich so abgesehen von diesen Dingen wie ich dir gesagt habe dass ich eigentlich finde es sollte eher einen also ein fröhlicher Fröhlich ist das falsch geworden, aber es darf auch gelacht werden.
00:29:50: Es soll eigentlich eher eine Party dann geben sondern nach so und das ist so.
00:29:53: Das was ich in diesem Zusammenhang dann einfach auch da nochmal mitgegeben habe.
00:29:58: Ich hoffe jetzt kann sich einer von denen irgendwann wenn's mal soweit ist auch noch dran erinnern.
00:30:01: oder keine Ahnung?
00:30:02: ich hoffe es auch noch dass es ja noch sehr weit hin ist.
00:30:05: Nichtsdestotrotz weiß ich was du da meinst Und ich hatte aber interessanterweise jetzt eine.
00:30:10: bei der Situation war in der Beerdigung von einem meiner besten Freunde die Mutter.
00:30:14: Die hat sich gewünscht dass keiner ins schwarz kommt Und da merkste auf einmal, dass du mit so einer Situation... Auf einmal ist es schon eine sehr schwierige Dresscode muss man dann sozusagen.
00:30:27: Also wenn man jetzt sagt, du sollst besonders farbenfrose kommen oder Alltagskleidung oder keine Ahnung was, hauptsache nicht schwarz, das ist noch ein bisschen einfacher.
00:30:35: aber Wie geht man zur Beerdigung, wenn man weiß, man darf nicht schwarz gehen?
00:30:39: Ich habe einen dunkelblauen Anzug angezogen.
00:30:42: Ob das in ihrem Sinne gewesen wäre ... I don't know!
00:30:44: Aber ich wollte einfach sagen, ich fand es auch irgendwie falsch jetzt in Jeans T-Shirt und Turnschuh da hinzukommen.
00:30:50: Weil ich es irgendwie ... Ich finde ist eine Art von Wertschätzung auch dafür hat sich besonders anzuziehen.
00:30:56: Da ich im Alltag erzählt tensst ein Anzug Trage, ist für mich dann eine Art Wertschätzung eben halt eine besondere Kleidung anzuziehen so aber nichtsdestotrotz.
00:31:04: also ich finde, finde ich hilfreich das Briefing ein bisschen genauer zu spezifizieren.
00:31:10: Na ja, aber ist es nicht so dass man das Ende eines Lebens einfach feiert?
00:31:16: So wie du das ja auch gesagt hast und man dann entsprechend feierlich kommt?
00:31:21: also ich find T-Shirt und Dienst auch ein bisschen komisch auf einer Beerdigung.
00:31:25: Ja, deswegen ist hier eine Frage der Auslebungssache siert, aber nur gesagt sie mich auf gar keinen Fall, dass die Leute in den Schwarz kommen.
00:31:32: Ist fernhaft!
00:31:33: Aber nichtsdestotrotz... Also ich finde so eine Art von festlicherer Kleidung finde ich dann wiederum schon gut.
00:31:40: Finde ich auch, aber in welches Lied hast du denn da gesagt?
00:31:47: Die Antwort kennt meine Podcast-Hörerin schon weil ich ja sagte es soll ne Party werden und da ich immer wenn ich eine Partyfeier und irgendwie dann auch eine Verantwortung für die Musik habe wird irgendwann im Laufe des Abends irgendwann Fatboy Slim, Praise You gespielt und von daher Ich finde, ich gehöre dieser Song dann einfach automatisch mit dazu.
00:32:05: Von daher ja Praise you von Fatboy Slim würde dann gespielt werden.
00:32:08: Ist ein gutes Lied!
00:32:09: Finde ich auch.
00:32:12: Hat mein letzter Gast auch abgesegnet.
00:32:14: Der ist bestandes Unternehmer und der sagt kann man schon gut
00:32:16: machen.
00:32:19: Bei mir ist es Bon Jovi
00:32:20: jetzt mal live.
00:32:21: Wirklich?
00:32:22: Ja das ist auch mein Epilogue im Buch.
00:32:24: Hab' ich gelesen?
00:32:25: Ich weiß... Was hilft in Angehörigen, wenn sie merken dass er einen Abschied näher rückt?
00:32:31: und wie kann man sich innerlich darauf einstellen?
00:32:34: Das ist im Endeffekt auch das was ich gerade eben gesagt habe ins Gespräch gehen.
00:32:39: Nicht nur mit der Person die.
00:32:41: also wenn du die Möglichkeit hast und die Person die im Sterben liegt und du kannst mit einer sprechen dann ist es sehr sehr heilsam Wenn Du versuchst die Dinge die dich beschäftigen und bewegen nochmal auszusprechen.
00:32:55: Es gibt ein Buch von Stefan Schäfer, ich weiß nicht ob du den kennst.
00:32:59: Und der hat wiederum in diesem Buch, er redet darüber wie viele Dinge wir unsere Eltern eigentlich gar nicht gefragt haben und dann hat er daraufhin Folgebücher geschrieben.
00:33:08: Ich glaube das heißt so viel Fragen an deine Eltern oder deinen Vater oder sowas.
00:33:15: Ich habe das nicht?
00:33:15: Kennst du das?
00:33:17: Okay, dann weißt du jetzt mehr darüber als ich.
00:33:19: Aber ich fand das eine wahnsinnig gute Idee und jetzt wo wir drüber reden werde ich es direkt mal bei dem Buchhändler meines Vertrauens der nicht mit A und mit O so ein Aufwirt ist, sondern ich gehe immer noch zu stationären Händlern aber werde ich das glaube ich jetzt meinen Auftrag geben weil ich finde das schon eine sehr gut Idee.
00:33:35: hast Du's gemacht?
00:33:37: Ich habe das mit dem Buch nicht gemacht aber ich hab es wirklich geschafft und da bin ich sehr dankbar für dass sich nicht mich mit Fragen verabschiedet haben.
00:33:47: Ich habe alle Antworten bekommen und das sowohl bei meinem Großvater als auch meiner Großmutter.
00:33:53: Weißt du, es ist nicht so dass die gestorben sind und ich danach gedacht habe Hättest du das mal noch mit ihnen besprochen?
00:33:59: Okay okay gut.
00:34:02: Ich war gerade ein kleines bisschen irritiert weil es hörte sich jetzt für mich grade an als ob du es falsch finden würdest mit fragen.
00:34:08: Nein!
00:34:09: Das finde ich super
00:34:11: Es ist nichts offen geblieben.
00:34:13: Genau es ist nichts offengeblieben Und ich hab jetzt nicht das Buch dafür benutzt sondern ich hab das selbstständig gemacht.
00:34:19: Dafür bin ich super dankbar Weil ich weiß natürlich ganz anders laufen kann, wenn jemand plötzlich stirbt.
00:34:26: Was bin geschenkt dass ich das alles erleben durfte?
00:34:29: Dass sich das alles machen durfte.
00:34:31: Dass ich an die Gespräche gehen konnte und dass sie mir auch die Plattform geboten haben.
00:34:38: Das berührt mich bis heute.
00:34:41: Total schön!
00:34:45: Was würdest du sagen welche Rolle spielt in die Akzeptanz im ganzen Prozess?
00:34:50: Wir reden jetzt in dem Fall von deinen Großeltern.
00:34:53: Sie sind natürlich Menschen, die einfach Quaralter.
00:34:56: wo du sagst ist ja auch akzeptiert dass man da jetzt sage ich mal so der Unzug in den Himmel ansteht.
00:35:03: wenn du jetzt das Mal vergleichst es passiert natürlich auch so dass Menschen sterben wo du einfach sagst viel zu früh.
00:35:11: was glaubst du?
00:35:12: wie groß ist diese Rolle der Akzeptanz bei?
00:35:16: Ich sag jetzt mal vielleicht den Großeltern, wer es ist.
00:35:18: Vielleicht Menschen die zu früh erwischt oder glaubst du das da keinen Unterschied macht?
00:35:22: Also du hast natürlich recht meine Großeldern hatten ein langes und erfülltes Leben Und dennoch ist es natürlich so Jetzt sprechen wir einfach über mich was der jetzt auch um meine Geschichte geht dass Am Ende des Tages ist in dem Moment wo sie gestorben sind.
00:35:37: egal ist ob sie mein ganzes Leben, die wichtigsten Menschen in meinem Leben gewesen sind.
00:35:48: Und das tut unendlich weh!
00:35:50: Das heißt, in dem Moment selbst spielt das Alltag keine Rolle.
00:35:55: Deswegen ist es dann auch immer so schwer wenn du in dieser akuten Trauma bist und dann Leute zu dir kommen und sagen sag mal ja aber deine Oma die ist ja neunzig geworden.
00:36:05: Ist ja klar dass sie stirbt.
00:36:07: Ach echt?
00:36:08: Ja krass, dass du mir das jetzt so sagst.
00:36:10: Klar Ja, die ist sehr alt geworden.
00:36:12: Die hat ein sehr fülltes Leben gehabt.
00:36:14: Riesen großes Geschenk!
00:36:16: Aber das nimmt ihr doch nicht den Schmerz.
00:36:18: Das ist natürlich so... dass es dir sehr viel Dankbarkeit schenkt weil sie so ein langes Leben gehabt hat.
00:36:24: aber in erster Linie hast du jemanden verloren der dir dein ganzes Leben wahnsinnig wichtig gewesen ist und das darf wehtun egal wie alt die Person gewesen ist.
00:36:33: Und natürlich ist ein plötzlicher Tod von einer jungen Person Also brauchen wir gar nicht drüber zu reden deutlich größere Scheiße als wenn jemand alt stirbt und langes erfülltes Leben gehabt
00:36:45: hat.
00:36:45: Meine Frage zieht ihr auf diese Akzeptanz, das Thema Akzeptance welche Rolle da spielt?
00:36:50: Also die akzeptanz ist in meinem leben allgemein egal bei welchem thema die allergrößte rolle auch bei der trauer weil in dem moment wo du die trauer akzeptierst dass sie ein teil von dir ist ändert sie sich sie wird leichter
00:37:08: Definitiv.
00:37:09: Und das ist ja allgemein im Leben so, also ich weiß nicht wie du das siehst.
00:37:12: aber wenn dich irgendwas beschäftigt?
00:37:16: Ich muss endlich gerade denken weil Du hast neulich gesagt dass Du Dich im Staun nicht mehr aufregst und ich wurde... Ich war letzten Freitag war ich acht Stunden lang Geisel der Deutschen Bahn weil ich von Hammermünchen nach Berlin gefahren bin was mit dem Sprinter vier Stunden dauern kann aber eben hat in dem Fall acht gedauert hat und es kam auch immer wieder etwas Neues dazu.
00:37:34: und man denkt sich immer so Ernsthaft, irgendwann hab ich's fast wie so ein Comedy-Stück.
00:37:39: Weil aufregend lohnt sich nicht.
00:37:41: Du kannst das jetzt einfach ja nicht mehr ändern!
00:37:44: Du sitzt einfach in diesem Zug und willst nach Berlin oder musst nach Berlin?
00:37:49: Und aussteigen und rumschreien ist bringt dich kein Stück weiter... sich aufregt bringt auch keinen Stück weiter.
00:37:55: Also von daher irgendwann kannst du nur noch mit der Akzeptanz arbeiten und gucken, wie du es besser was machst.
00:38:02: Hast du das denn dann auch wirklich für dich akzeptiert und die neu gewonnene Zeit für irgendwas genutzt?
00:38:08: Keine Ahnung.
00:38:08: Hast du irgendetwas angehört, was du anhören wolltest?
00:38:10: Hast du jemandem geschrieben ...
00:38:12: Nein, ich hab viel gearbeitet in der Zeit also ich hatte ein Laptop dabei.
00:38:16: von daher es war alles okay so.
00:38:18: aber trotz allem.
00:38:19: also Du hattest kurz vorher von deinem Stauerlebnis irgendwie gesprochen.
00:38:24: von daher ist genau so Kannst es nicht ändern?
00:38:30: Ja, also vielleicht musst du aber deine HörerInnen oder unsere HörernInnen an dieser Stelle einmal abholen und denen sagen, was du mit dem Stau meinst.
00:38:37: Weil das weiß ja gar keiner, was ich da hochgeladen
00:38:39: habe!
00:38:40: Sagt es einfach nur, dass man dich eh nicht dran ändern kann, dann lohnt es sich auch nicht daran darüber aufzuregen.
00:38:46: Also wenn ich's mal so kurz zusammenfassen kann... genau Und das ist glaube ich der Punkt der Akzeptanz.
00:38:53: Du kannst jetzt einfach überlegen womit du jetzt was ändern kannst, natürlich.
00:38:56: Und ich meine am wenigsten gerne das damit ändern, indem du jetzt hier das Bahnpersonal anschreist.
00:39:00: Irgendwie so, weil auch die können nichts dafür und man merkt ja auch eindeutig wie schade ist eigentlich auch zu finden.
00:39:07: und da war wirklich jemand der dann immer sagt Ich bin ganz ehrlich zu ihnen es ist jetzt offiziell sind wir hier im Abendweg bei bei neunzig Minuten.
00:39:15: ich glaube nicht dass es dabei bleiben wird und nachher waren's dann eben halt tatsächlich über drei Stunden.
00:39:19: also von daher fand ich das auch eigentlich ganz gut, dass die dann einfach wirklich von Anfang an gar nicht so getan haben.
00:39:25: Ich glaube das alles gar nicht schlimm wäre sondern die wussten es ist schlimm wird.
00:39:28: So ich würde sagen ich habe da auf der ganzen Strecke einmal einen ganz kurzen Humorverlust als ich in Lutterstadt-Wittenberg stand und der Zug der nahe uns losgefahren ist neben uns stand.
00:39:41: und weil unser Zug zu voll war wurden dann immerhin Leute aufgefordert, dass sie bei dem Zug verlassen sollen weil sonst könnten wir nicht weiter fahren.
00:39:48: Und als dann der Zug nebenan vor uns weiter fuhr, habe ich so kurzzeitig gedacht, jetzt kriege ich echt schlechte Laune.
00:39:54: Aber nachdem wir dann der Zug zwei Minuten später auch unser dann losfuhr, hab' ich dann gedacht, okay, lohnt sich die schlechte laune nicht mehr.
00:40:02: Wir müssen nichtsdestotrotz zurück zu dem Thema Trauer kommen und deswegen, ich finde dieses Thema Trauerverlauf nochmal insofern ganz spannend weil... Auch das habe ich in einer Einleitung zwar gesagt aber ich glaube die meisten Menschen, kennen von Instagram oder aus deinem öffentlichen Leben, wissen das ja gar nicht so dass du auch tatsächlich eine gelände Altersfachfliegerin bist.
00:40:25: Würdest du sagen, dass diese Fähigkeit oder das was du mal gelernt hast dich in irgendeiner Weise dir durch diesen Verlauf sozusagen des Sterbens geholfen hat?
00:40:36: Absolut!
00:40:38: Gibt es etwas Konkretes was du da sagen würdest wo du sagst okay das war jetzt etwas wo Was dir das leichter gemacht hat?
00:40:48: Ich glaube, mit der Zeit bin ich einfach sehr demütig geworden.
00:40:52: Aber auch gleichzeitig sehr stark weil am Ende des Tages haben wir doch alle zwei Sachen gemeinsam also du und ich jetzt auch.
00:40:59: Wir sind beide auf die Welt gekommen Und wir werden beide sterben.
00:41:04: Da stimmt
00:41:07: Wenn wir schwanger sind Sind so viele um uns herum Und unterstützen dich dabei, wenn alles gut läuft.
00:41:16: Dass da ein Baby in dir wächst und du bist da ganz dicht mit Menschen verbunden So dann kommt ein Kind auf die Welt und es sind ganz viele Leute dabei.
00:41:26: Ich finde den Gedanken unheimlich schön dass wenn jemand stirbt das da auch jemand dabei ist weil Wenn mir auf die welt kommen ist es doch auch so Und wie schön es ist, dass wir mir sterben, dass da jemand dabei sein kann.
00:41:43: Die Ronne habe ich ja in der Altenpflege relativ häufig gehabt und deswegen hat mich total demütig gemacht aber auch wahnsinnig stark, dass sich da dabei sein
00:41:52: können.
00:41:55: Ja, das kann ich sehr gut verstehen.
00:41:58: Ich war jetzt gerade gedanklich so, weil du sagst, dass jemand dabei seien muss und ich glaube, wenn man jetzt für die spricht... also du meinest ja dabei sein bei der Person, die stirbt die Person, die jetzt sozusagen den Verlust hat.
00:42:12: Du hast gesagt du wurde es von deinen Freunden sehr gut aufgefangen.
00:42:14: Nichtsdestotrotz würde ich ja behaupten das wahrscheinlich der Großteil und da würde ich mich mit inkludieren erstmal auch ein bisschen Problem damit hat weil man natürlich ist sehr schweres da auch die richtigen Worte zu finden so weil man zum Teil dann je nachdem wer's ist bei guten Freunde sind noch mal was anderes.
00:42:29: aber jetzt so wenn Arbeitskollege oder sonst was irgendwie jetzt so ein Verlust hat, dann finde ich es da immer sehr, sehr schwer die richtigen Worte zu treffen.
00:42:37: Und insbesondere hatte eine Mitarbeiterin mal, dass der Vater sehr jung dann auch noch... Also ich habe damals schon einen Kotzerschiff gearbeitet und oder für eine Kotzerschiffgesellschaft und er ist dann auch auf dem Schiff gestorben.
00:42:49: Das ist natürlich dann schon echt alles ganz, ganz schlimme Verbindungen weil du natürlich auch diese Tatsache das diese Verbindung mit dem Schiff und gleichzeitig, dass deine Arbeit ist natürlich dann auch echt... es so omnipräsent.
00:43:04: Und auch da weiß ich noch genau wie schwierig das einfach für mich dann in diesem Augenblick war irgendwie da richtig die Hilfe zu bringen oder die richtigen Worte zu finden.
00:43:15: Ich glaube letztendlich kann ich nur so irgendwie subsumieren, dass man zumindest es anspricht Dass man irgendwie die Hilfe anbietet, dassman da wäre.
00:43:27: Es gibt da kein richtig oder falsch, außer man ist taktlos.
00:43:31: Außer hat nichts zu sagen!
00:43:34: Es muss nicht immer für alles große Worte geben aber es ist doch total schön wenn man jemandem mitteilt das man an die Person denkt oder dass man jemanden mitteilte und sagt Wenn du mich brauchst bin ich da.
00:43:45: Meine Freundin als mein Opa gestorben ist hat zu mir gesagt Leo am Tag der Beerdigung Ich habe mich meinen Leben lang vor diesem Tag gefürchtet ... in das Dorf, wo dein Großvater beerdigt ist.
00:43:58: Wir müssen uns nicht sehen!
00:43:59: Ich bin aber einfach da und wenn du mich brauchst... ... bin ich innerhalb von einer Minute da.
00:44:05: Nicht am Telefon sondern ich bin da.
00:44:08: Das fand ich so krass?
00:44:09: Frau Schöne.
00:44:10: Wie schön ist das
00:44:11: bitte?!
00:44:12: Ja,
00:44:12: weil es einfach so dieses wie schönes ist da zu sein.
00:44:17: So, ich habe bei meinem engen Freundeskreis gerade jemanden der einen sehr jungen Freund verloren hat bei einem tragischen Unfall.
00:44:25: Da weiß ich auch, manchmal nicht die richtigen Worte anzuwenden.
00:44:29: Und ich befasse mich mit dem Thema tagtäglich!
00:44:33: So... da reicht auch einfach manchmal ein.
00:44:36: Ich denke an dich und bin für dich dabei, wenn du mich brauchst.
00:44:39: Mein Telefon ist die ganze Zeit an.
00:44:40: Wenn irgendwas ist, sag alles ab, steig ins Auto und ich komm zu dir.
00:44:46: Hast Du vielleicht auch einen Negativbeispiel was Du hier teilen könntest Also ohne natürlich Namen zu nennen Idealerweise von jemanden der Ist gut gemeint hat?
00:44:58: Ja, also ob er das jetzt gut gemein hat, das kann ich dir nicht sagen.
00:45:01: Musst du ihn selber fragen... Aber am Todestag meiner Großmutter, an dem Tag wo sie gestorben ist wurde mir gesagt, jetzt schliefst du mal eine Nacht da drüber, morgen sieht der Tag schon wieder ganz anders aus.
00:45:20: Glaube ich wirklich es nicht böse gemeint?
00:45:22: Glaube auch nicht!
00:45:25: Aber in dem Moment war ich so dermaßen vor den Kopf gestoßen dass ich eigentlich den Impuls hatte aufzulegen.
00:45:34: Ich habe aber einfach ganz, ganz doller angefangen zu weinen.
00:45:41: Ja... Was glaubst du was der Trigger war?
00:45:45: Dass es so trivialisiert wurde?
00:45:46: Ja!
00:45:48: So auch so.
00:45:49: ja das ist jetzt jetzt ist jetzt das dolle aber morgen ist doch schon wieder besser.
00:45:54: und ja es ist ein schöner Gedanke.
00:45:56: man geht ins Bett und morgen sieht die Welt anders aus und es gibt auch sicherlich sehr viele Themen wo das Wo das funktioniert?
00:46:04: Aber
00:46:05: da... Es erinnert mich so ein bisschen an die Menschen, die ihre Meinung zum Thema Depressionen haben.
00:46:14: Das ist dann auch immer so Mensch ... Ich hatte tatsächlich den Fall des einen Kommilitone von mir, der wirklich einer meiner engsten Freunde am Schönen war, dass ich irgendwann erhängt und der war eben halt malend depressiv.
00:46:27: Und da kam auch eine Aussage Vater, sozusagen einem anderen Befreundeten.
00:46:35: Also ein Freund des Vaters der sagt ach Mensch hätte da mal was gesagt.
00:46:39: ich hätte ihm so gerne gezeigt wie schön das Leben ist und dann denke ich so Ey!
00:46:45: Das isst so keine Ahnung es ist einfach eine Krankheit.
00:46:49: und du kannst dass es wäre genauso anmaßen zu sagen wenn er sich das Bein gebrochen hat zu sagen mensch ich hätte demso gerne gezeigt Wie man wieder laufen kann.
00:46:58: Nein, du musst es erst mal heilen.
00:47:00: Du musst erstmal dieses Thema im Grunde eigentlich bearbeiten und das kann man nicht schaffen in dem man einfach irgendwie durch den Weid läuft und einen schönen Sonnenuntergang schaut oder keine Ahnung weiß.
00:47:11: Ich verstehe genau was du meinst wenn so Dinge die aufmundernd gemein sind aber so trivialisierend daherkommen dass das einfach unpassend ist.
00:47:21: Ja total.
00:47:23: Verstehe total was du meinst.
00:47:26: Was möchtest du Menschen sagen, die gerade mitten in einem Trauerprozess stecken und nicht mehr wissen wie es weitergeht?
00:47:38: Kein richtig und kein falsch gibt, egal was andere Leute zu dir sagen.
00:47:59: Also jetzt komm schon!
00:48:01: Ich erinnere mich an einen Termin beim Sender, ich arbeite hier beim Fernsehen wie ein Lied gekommen ist und es war das Lieblingssieb von meiner Oma in der Schnittabnahme Und es war relativ, relativ ja frisch nach Omas Tod und mir sind die Drehen gekommen und ich bin aufgestanden.
00:48:21: Ich wollte das aber auch einfach nicht mit allen teilen und ich Bin noch nicht aus der Tür raus und sagt jemand, ja also die ist jetzt aber auch echt schon lange tot.
00:48:30: So die soll sich jetzt mal zusammenreißen?
00:48:33: Ach, die hat verstanden warum... Sofort
00:48:35: verstanden!
00:48:39: Ja ich finde es ganz insofern ganz interessant.
00:48:43: Ich hatte denen die Situation mit einer Arbeitskollegen Die lebt in Kitzbühl, ich in Hamburg Und ihre Mutter und die Mutter meiner Frau sind relativ gleichzeitig gestorben Und da hatten wir dann irgendwie drüber gesprochen in dem Zusammenhang.
00:49:00: Deswegen war von da an jedes Mal, ich hab nicht so oft Kontakt mit der gehabt aber vielleicht einmal im Monat oder sowas, hat sie immer gesagt und wie geht's bei einer Frau?
00:49:08: Dann wollte sie aber in diesem Zusammenhang auch Sie fragen und dann wollte sie eben halt an dieser Stelle auch immer teilen, wie es ihr jetzt momentan gerade mit der Situation geht.
00:49:18: Das finde ich ist dann auch okay!
00:49:21: Also es war dann wirklich so, sie hatte da einfach einen Mitteilungsbedürfnis.
00:49:25: Weil sie das Gefühl hatte, dass ich dieses Verständnis aufgrund der vergleichbaren Situation habe und wir haben alle immer irgendwie zu viel zu tun.
00:49:35: aber wenn man für solche Menschlichkeiten sich keine Zeit mehr nimmt, dann verlieren wir auch ein Stück bei die Menschlichkeit ehrlich gesagt.
00:49:41: Und ich finde das dann auch okay, ehrlich gesagt!
00:49:44: Ich finde es auch, dass jeder seinen Weg damit finden sollte.
00:49:50: Von daher gibt es da, wie du sagst, kein Ablaufdatum.
00:49:54: Es gibt auch keine vergleichbaren Situationen, weil jeder wahrscheinlich mit seinen Großeltern ein unterschiedliches Verhältnis hatte.
00:50:04: Meine eine Oma war bei uns im Haus sogar mit.
00:50:08: Die hat uns großgezogen und von daher hat die natürlich eine andere Position gehabt als die andere Oma, die nicht beim Haus wohnte.
00:50:19: Und damit will ich das gar nicht so wertend sagen, weil die eine Oma, die nicht im Haus war.
00:50:23: Die war immer die Lego-Oma, der irgendwie sozusagen mit uns Lego gespielt hat und die, mit der sich sehr viele positive Eigenschaften hatten, während die andere eben tatsächlich auch uns in Anführungsstrichen miterzogen hat von daher natürlich auch... gute wie schlechte Situation daneben hatte.
00:50:38: Also gerade wenn dann irgendwie sie dann wirklich massiv hat in unsere Erziehungen eingreifen wollen, das sind natürlich auch so Dinge gewesen die auch negativ hängen geblieben sind.
00:50:47: Deswegen will ich es gar nicht so werden.
00:50:49: Nichtsdestotrotz war die Verbindung zu der einen, für eine oder andere.
00:50:54: Worauf will ich hinaus?
00:50:55: Ich will einfach darauf hinaus dass jeder Mensch natürlich anders damit umgeht und nicht weil er stark oder schwach ist sondern wahrscheinlich auch weil er da einen Zugang zu hat.
00:51:06: Also ich verstehe wahrscheinlich nicht all deine Gefühle.
00:51:09: Weißt du, egal um welches Thema es jetzt geht muss ich aber
00:51:13: auch nicht.
00:51:14: Aber ich darf deine Gefülle akzeptieren.
00:51:17: so genauso wie ich dich als Mensch respektiere und Ich finde dass das bei Trauer auch so sein sollte weißt du, so wie ich traue.
00:51:26: Wenn ich jetzt wenn du jetzt irgendwas hier sagen würdest und dich würde anfangen zu weinen dann wäre das vielleicht im ersten Moment für dich ein bisschen komisch in dem Setting.
00:51:35: aber wie schön wäre es doch wenn es dir dann gelingen würde zu akzeptieren dass ich gerade irgendein großes Gefühl fühle und ich anfange zu weiden.
00:51:47: Absolut, ich finde das in diesem Kontext werde ich ja mit weniger Probleme.
00:51:51: Ehrlich gesagt, weil wir jetzt keine berufliche Beziehung haben ... Ich habe wirklich echt in meiner Zeit als Führungskraft ... Ich bin seit, keine Ahnung, zwanzig Jahren, die ich irgendwelchen Menschen führen darf und es gab eigentlich fast immer mal Situationen wo dann einfach eine weine Person vor mir lag.
00:52:09: Oh Gott!
00:52:09: Vor mir saß.
00:52:10: Sie lag
00:52:11: vor mir?
00:52:11: Nein nein sie lag nicht vor mir.
00:52:15: Das ist natürlich schon echt schwierig, weil jedem normalen Menschen würdest du einfach dann eigentlich irgendwie mal einen Arm nehmen und trösen.
00:52:21: Und in der heutigen Zeit denkst du dann immer so... Oh Gott oh Gott!
00:52:25: Nicht dass ich direkt vom Arbeitsgericht lande.
00:52:27: Also ich glaube das ist eher so der Punkt aber nichtsdestotrotz also es zulassen und einfach zu sagen okay man hat dann einfach diese Trauer finde ich ist wirklich absolut gut und richtig.
00:52:39: Ich komme schon zu meiner letzten Frage die vielleicht ein bisschen Ja, also was würdest du dir wünschen?
00:52:46: Was die Hörer nach dieser Folge mitnehmen und oder aber eben hat auch wenn sie dein Buch gelesen haben so mitnehmen.
00:52:53: Das ist ingelingt mit ihrer Trauer zu arbeiten das Trauer nicht nur etwas Schlechtes ist sondern auch was ganz ganz Schönes und was ganz Ganz großes nämlich einen erinnern ein dankbar sein lieben Und dass es als euch ist anerkannt wird dass es eben nicht nur schwer ist und das leichter wird, wenn du es schaffst in dein Leben zu integrieren.
00:53:15: Und dass wir alle auf jeden Fall mehr darüber sprechen sollten, weil früher oder später betrifft es
00:53:23: uns alle.
00:53:24: Früher oder später?
00:53:26: Wie hat er denn... Ich glaube, es war Anthony Hauptgrenze gesagt, keine von uns kommt ihr Leben raus!
00:53:30: Ja,
00:53:31: das ist so.
00:53:32: Also aus diesem Raum ja heute?
00:53:36: Er hat's aufs Leben bezogen.
00:53:39: Auch wenn dieser Raum sehr, sehr warm heute ist.
00:53:41: Ich glaube auch dass wir hier leben draußen kommen und ich sage deswegen vielen Dank fürs Gespräch!
00:53:45: Ich möchte natürlich jetzt allen Leos Buch empfehlen das heißt Umzug in den Himmel und es ist im Grauverlag erschienen, auch wenn das Buch alles andere als grau ist.
00:53:53: Und nochmal vielen Dank!
00:53:55: Danke dir!
00:53:59: Hast du eigentlich ein Lieblings-Sapplement?
00:54:01: Ja Lavendel!
00:54:02: Lavendl?!
00:54:03: Ja!
00:54:04: Ich finde Lavendle riecht nicht nur nach Alles Ist Gut Sondern es fühlt sich auch nach, alles ist gut an.
00:54:09: Und wenn bei mir im Kopf einiges los ist und das ich so anfühle, als würde so einen Karussell um mich herumfahren... ...und ich spring auf alle Pferde gleichzeitig auf,... ...dann nehme ich Lavendel und es beruhigt mich total!
00:54:19: Und in welcher Darrechnungsform nimmst du das?
00:54:23: Als Öl oder Zapplement?
00:54:25: Ach
00:54:25: wirklich?!
00:54:25: Ja!
00:54:26: Auch tatsächlich, auch ungelogen von euch!
00:54:29: Von Sunday?
00:54:29: Wir haben Lavendeltapsen!
00:54:31: Habt ihr!
00:54:32: Wusstest du nicht?
00:54:34: Leonie, du kannst mich anklagen dafür dass ich nicht teile in dein Buch vielleicht auch aufmerksam gelesen habe.
00:54:38: Aber wir haben tausend achthundert Produkte.
00:54:39: also ich hätte jetzt also ich hätt dir sagen können das wir Lavendel Duftöl haben also Aromatherapie haben wir Lavender auf jeden Fallen aber Capsin
00:54:49: ihr habt auch Caps und ihr habt doch unterschiedliche glaube ich.
00:54:51: ihr habt
00:54:51: nicht nur... Das ist immer so!
00:54:53: Also wir bringen nie was raus was es nur einmal gibt sondern wenn mir etwas rausbringt weil wir es gerne in sehr unterschiedlichen Formen haben.
00:54:59: Zum Ende des Podcasts bist du auch noch ein bisschen strenger und hast wieder zu Leonie gewechselt.
00:55:06: Wenn euch diese Folge gefallen hat, würde es mir sehr helfen wenn ihr eine Bewertung bei Apple Podcast oder Spotify hinterlasst.
00:55:12: Damit ihr nichts verpasst abonniert unseren Newsletter.
00:55:14: dort geht das nicht nur um diesen Podcast.
00:55:16: meistens stellen wir euch da ganz neue Produkte vor zu denen es dann auch immer ein Einführungsrabattcode gibt der aber nur vierundzwanzig Stunden gültig ist und das wäre ja blöd wenn man das verpasste.
00:55:26: also den newsletter findet ihr unter www.sundayde-newsletter.
Ulrike
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