#165 Frauen: Patientinnen zweiter Klasse? Mit Prof. Dr. med. Burkhard Sievers & Jennifer Knäble
Shownotes
„Frauen sterben 20 Prozent häufiger an Herzinfarkten und warten in Notaufnahmen im Schnitt eine Stunde länger.“ - Professor Dr. med. Burkhard Sievers ist Kardiologe, Inhaber der Privatpraxis Cardiomed24 in Meerbusch und einer der führenden Experten für Gendermedizin in Deutschland.
Er beschäftigt sich mit einer Frage, die lange übersehen wurde: Warum werden Frauen im Gesundheitssystem oft später diagnostiziert, weniger ernst genommen - und nicht selten falsch behandelt? In dieser Episode HEALTHWISE spricht Podcast-Host Jennifer Knäble mit Professor Dr. Burkhard Sievers über ein strukturelles Problem der modernen Medizin. Noch immer orientieren sich Forschung, Diagnostik und Therapie überwiegend am männlichen Körper - mit teils gravierenden Folgen für die Gesundheit von Frauen. Am Beispiel Herzinfarkt wird das besonders deutlich: Während bei Männern häufig das klassische Druckgefühl in der Brust mit Ausstrahlung in Arm oder Kiefer im Fokus steht, äußern sich Herzinfarkte bei Frauen oft anders - etwa durch Luftnot, starke Erschöpfung, Oberbauchbeschwerden oder Rückenschmerzen zwischen den Schulterblättern. Genau hier entstehen Fehldiagnosen, gefährlicher Zeitverlust und ein erhöhtes Sterberisiko.
Ein weiteres zentrales Thema dieser Folge sind Medikamente. Auf vielen Beipackzetteln finden sich bis heute Standarddosierungen, obwohl sich Stoffwechsel, Organe und Immunreaktionen deutlich unterscheiden können. Die Folgen sind häufigere Nebenwirkungen und Therapieabbrüche. Was müsste sich in Forschung und Studien ändern, damit Behandlungen endlich besser zum jeweiligen Geschlecht passen? Und was können Frauen selbst tun, um ihre Gesundheit aktiv zu schützen? Professor Dr. Sievers macht deutlich, wie wichtig Prävention ist: Welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll? Warum spielt die Familiengeschichte eine entscheidende Rolle? Und welche frauenspezifischen Risikofaktoren sollten stärker berücksichtigt werden – von hormonellen Veränderungen über Stress bis hin zu psychosozialen Belastungen? Diese Folge zeigt: Gendermedizin ist kein Randthema. Sie ist ein notwendiger Schritt hin zu einer Medizin, die Menschen individueller behandelt - und Gesundheit gerechter macht.
Mehr von Dr. med. Burkhard Sievers: https://www.sana.de/remscheid/medizin-pflege/kardiologie-angiologie-pneumologie-und-intensivmedizin/unser-team
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Transkript anzeigen
00:00:00: Früher hat sich um die Frau und keiner gekümmert, auch im medizinischen Sinne nicht.
00:00:03: Und da ging es nur um die Männer, es ging um die Männergesundheit, es ging um männliche Symptome, die im Übrigen heute noch zum Teil in den Lehrbüchern der Medizin drinstehen.
00:00:14: Somit hat man einen kompletten Bias, also eine völlige Verzerrung der Symptome und von den Inhalten, die gelehrt werden.
00:00:22: Und dann kann man natürlich auch nicht verlangen, dass angehende Ärztinnen und Ärzte oder ausgebildete Ärztinnen und Ärzte Kindes über das Thema haben.
00:00:30: Und es betrifft ja eigentlich jede Fachrichtung.
00:00:32: Herzlich willkommen zu HealthWise, dem Gesundheits-Podcast präsentiert von Sunday
00:00:36: Natural.
00:00:37: Ich bin Jenny Knäble und wir erkunden gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein.
00:00:41: Wir sprechen über Themen wie Ernährung, Mental Health, Beauty und Überfrauengesundheit.
00:00:46: Immer mit einem weisen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.
00:00:51: Herzlich willkommen, ihr Lieben, zu einer neuen und besonderen Folge Healthwise zwischen den Jahren.
00:00:57: Es ist ja eine Zeit, in der wir gerne auch mal zurückschauen, Bilanz ziehen und uns fragen, was muss ich im kommenden Jahr eigentlich verändern und im besten Fall auch verbessern.
00:01:07: Heute sprechen wir über ein Thema, das lange Zeit, wie ich so gerne sage, unter dem Radar der Öffentlichkeit geflogen ist.
00:01:13: Aber wir wollen es mit euch zusammen in den Fokus rücken.
00:01:17: Es geht um Frauengesundheit und die Fragen.
00:01:20: Warum werden Frauen in unserem Gesundheitssystem eigentlich häufig schlechter behandelt als Männer?
00:01:26: Krankheiten werden später diagnostiziert und wieso werden Frauen häufig weniger ernst genommen als männliche Patienten.
00:01:34: Die
00:01:34: Zahlen sind erschütternd.
00:01:37: Zum Beispiel erhalten Frauen bei über siebenhundert Krankheiten im Durchschnitt später eine Diagnose als Männer.
00:01:42: Sie sterben zwanzig Prozent häufiger an Herzinfarkten und in Notaufnahmen.
00:01:46: Das finde ich besonders krass.
00:01:48: Warten weibliche Patientinnen im Schnitt eine Stunde länger, bis sie untersucht werden.
00:01:54: Darüber müssen wir sprechen.
00:01:55: Ich freue mich auf meinen Gast heute.
00:01:57: Er ist Kardiologe, einer der führenden Experten für Gendermedizin und Arzt und Inhaber der Privatpraxis Kardiomete.
00:02:07: Ganz herzlich willkommen im Haufweis Podcast.
00:02:10: Lieber Prof.
00:02:11: Dr.
00:02:11: Burkat Sivas.
00:02:12: Hallo, Burkat.
00:02:13: Vielen Dank, Jenny.
00:02:15: Schön, dass du da bist.
00:02:17: Burkat, hast du Weihnachten gut überstanden?
00:02:20: Bestens überstanden, die Kinder waren da und mit der Familie ist es immer wunderbar.
00:02:24: Da freuen wir uns natürlich schon lange vorher drauf.
00:02:28: Und ansonsten haben wir versucht, ein bisschen alles ruhig zu machen, was natürlich nicht immer gelingt.
00:02:33: Absolut.
00:02:34: Ich sag mal, es gibt nach Weihnachten zwei Situationen.
00:02:36: Entweder man hat sich noch lieb oder man ist froh, dass man
00:02:38: wieder weg
00:02:39: ist.
00:02:39: Ja, das stimmt.
00:02:40: Bei uns hat es geklappt, dass wir uns alle noch lieb haben.
00:02:42: Das ist sehr gut, das ist sehr gut.
00:02:44: Ich habe es gerade eingangs gesagt, Burkhard, Frauen warten länger in der Notaufnahme, erhalten häufig Diagnosen später als Männer.
00:02:53: Das sind ja schon krasse Zahlen, die ich vorgelesen habe.
00:02:57: Vielleicht können wir eingangs mal klären.
00:02:59: Wie erlebst du das?
00:03:01: Oder kannst du uns mal auf den Stand überbringen?
00:03:03: Warum ist das denn so?
00:03:06: Ja, das ist die Frage, die ich mir eingangs auch mal gestellt hab, als ich mich begonnen hab, für das Thema zu interessieren.
00:03:12: Das ist eine lange Zeit her.
00:03:14: Und wir haben ja in Deutschland einfünfzig Prozent Frauen, also mehr Frauen als Männer.
00:03:20: Und trotzdem ist dieses eklatante Thema überhaupt nicht erkannt.
00:03:24: Und trotzdem werden Frauen so erheblich benachteiligt.
00:03:28: Das liegt an verschiedenen Gründen, dass die länger warten müssen und auch schlechter behandelt werden, weil die Symptome oftmals sehr, sehr unterschiedlich und chameleonartig sind.
00:03:38: Das heißt, man kommt auch als Arzt oder als medizinisches Fachpersonal nicht unbedingt ganz direkt auf die richtige Diagnose, so schnell wie man das möchte.
00:03:49: Und das Thema ist natürlich im Medizinstudium oder auch in der Ausbildung der medizinischen Fachberufe überhaupt nicht vorhanden bis heute.
00:03:56: Da frag ich mich jetzt so als Laie, wie kann das sein?
00:03:59: Es ist ja schon, dass es jetzt auch viele Stimmen gibt in dem Bereich, die auch sagen, Leute, das geht so nicht.
00:04:05: Wie kann das, das ist ja Jahrzehnte so gewesen.
00:04:08: Ja, das ist irre.
00:04:09: Es ist ja jetzt seit kurzer Zeit erst so, dass es auch eine mediale Aufmerksamkeit gibt.
00:04:14: Eine politische Aufmerksamkeit gibt Gott sei Dank.
00:04:17: Aber es ist eben so, dass früher hat sich um die Frauen keiner gekümmert, auch im medizinischen Sinne nicht.
00:04:22: Und da ging es nur um die Männer, es ging um die Männergesundheit, es ging um männliche Symptome, die im Übrigen heute noch zum Teil in den Lehrbüchern der Medizin drinstehen.
00:04:33: Somit hat man einen kompletten Bayes, also eine völlige Verzerrung der Symptome.
00:04:37: und von den Inhalten, die gelehrt werden.
00:04:40: Und dann kann man natürlich auch nicht verlangen, dass angehende Ärztinnen und Ärzte, oder ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, Kindnis über das Thema haben.
00:04:48: Und es betrifft ja eigentlich jede Fachrichtung.
00:04:50: In Amerika ist es ja so, dass Ärzte und Forscher, soweit ich informiert bin, schon seit den neunziger Jahren gesagt haben, hey, das muss mal unterschiedlich betrachten.
00:04:58: Du bist einer der führenden Stimmen in der Gendermedizin.
00:05:01: Gab's da so ein, ich sag mal, so ein Knackpunkt oder ein Moment, wo du gesagt hast, das muss mal anders beleuchtet werden?
00:05:08: Was war da der Auslöser?
00:05:10: Absolut, der Knabpunkt denn gab es, nämlich als ich selbst in den USA war.
00:05:13: Ich hab drei Jahre fast in den USA gearbeitet an der Duke University in Nordköln, einer damals.
00:05:19: Und in allen namhaften großen Kliniken, insbesondere Unikliniken, gibt es so genannte geschlechtsspezifische Abteilungen.
00:05:28: Also gerade auch für Herzerkrankungen.
00:05:31: Women's Heart Center oder Women's Health Center.
00:05:35: weil man eben sehr früh erkannt hat, dass die Symptome zwischen Männern und Frauen unterschiedlich sind und insbesondere bezüglich der Herzerkrankungen, also Symptome beim Herzinfarkt und so weiter.
00:05:45: Und da, sag ich mal, bin ich darauf gekommen und da hab ich mich für das Thema interessiert und hab gesehen, dass dort sehr systematisch adressiert wird in Amerika.
00:05:54: Und dann ist das so wie mit den Jeans damals, die haben ja auf dem Zwanzigjahr gebraucht, bis sie nach Deutschland gefunden haben von den USA oder andere Innovationen und so.
00:06:03: dauert Jahrzehnte.
00:06:04: Und jetzt sind wir sozusagen etwa thirty-fünf Jahre später oder dreißig Jahre später, wo wir dann hier in Deutschland und Europa eine gewisse Aufmerksamkeit haben, die vorher natürlich auch da war im Rahmen der Wissenschaft, aber eben nicht für die Bevölkerung sichtbar.
00:06:21: Und darauf kommt es ja an, du willst ja aufgeklärte Bevölkerung haben, aufgeklärte Frauen, die ihre Beschwerden besser einschätzen können.
00:06:28: Und dadurch natürlich auch in der Lage sind überhaupt früher zum Arzt zu gehen.
00:06:32: Ja.
00:06:33: Vielleicht können wir noch mal erklären, bevor wir da so in die Tiefe geben, du hast es gerade mit Blick auf Amerika geschildert, Gendermedizin.
00:06:41: Ich würde jetzt mal behaupten, wenn man hier so durch die Straßen läuft, jemand sagt, wie ich spreche heute mit einem Experten über Gendermedizin, die würden mich angucken wie ein Auto.
00:06:49: Also selbst hier im Team haben auch viele gesagt, was ist das Thema?
00:06:51: Also das ist glaube ich so auch noch gar nicht angekommen.
00:06:53: Also was genau ist
00:06:55: das?
00:06:56: Ja, das ist nicht angekommen.
00:06:57: Also, Gendermedizin ist eben beschreibt die unterschiedliche Symptomatik und auch die unterschiedliche Therapie von verschiedensten Erkrankungen zwischen Männern, Frauen und Diversen.
00:07:10: Die Diversen werden immer mitgedacht, weil das ist eben eine sehr heterogene Gruppe.
00:07:14: natürlich, deswegen gibt es wenig Daten, aber es werden natürlich alle Geschlechtergruppen mit einbezogen.
00:07:20: Wissen tut man am meisten natürlich von Frauen und Männern und den Unterschieden.
00:07:25: Und auch da steckt man, bezüglich des Wissens, noch in den Kinderschuhen.
00:07:28: Aber immerhin gibt es da schon verschiedene Sachen, die mittlerweile auch bekannt sind.
00:07:34: Und dieses Thema beschäftigt sich damit.
00:07:36: Nun ist sie die Gendermedizin und die Aufteilung der Geschlechter natürlich ein Aspekt.
00:07:41: Und man will eigentlich hin zur individualisierten oder personalisierten Medizin.
00:07:46: Das heißt, du willst ja nicht nach Schema F behandelt werden, sondern als Person behandelt werden, als Ageni.
00:07:53: Jenny, so groß wie du bist, so schwer wie du bist, was du für Begleiterkrankungen hast, usw.
00:07:58: Das heißt, du möchtest ganz individuell behandelt werden und nicht mit der Gießkanne.
00:08:03: Da sind wir über die letzten Jahre hingekommen, dass wir sehr viele Standards aufgestellt haben.
00:08:08: Diese Standards berücksichtigen leider viel zu wenig oder fast überhaupt gar nicht die Frauen.
00:08:13: Denn in den ganzen Leitlinien der deutschen europäischen und internationalen Fachgesellschaften gibt es keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern.
00:08:22: Dann nehmen wir mal ein Beispiel, das du angesprochen hast, auch die Herzerkrankung.
00:08:27: Wie unterscheidet die sich bei Männern und Frauen?
00:08:31: Das ist ja schon eklatant, ne?
00:08:32: Das ist ja auch das prominenteste Beispiel.
00:08:37: Das ist auch das Beispiel, wo die ganze Geschichte mit angefangen hat, weil in der Notaufnahme aufgefallen ist.
00:08:43: dass Männer und Frauen unterschiedliche Beschwerden haben.
00:08:46: Während es so ist, wenn man den Herzen fragt, bei Männern ist das so Druckgefühl, linke Brustausstrahlung, linke Arm- oder Kiefer.
00:08:54: Und so ist es auch in allen Lehrbüchern drin.
00:08:56: Bei den Frauen kann das unterschiedlich sein.
00:08:58: Die haben dann Luftnot, Leistungsschwäche, Schmerz im Oberbau, oder aber in der rechten Körperhälfte.
00:09:04: Oder aber im Rücken zwischen den Schulterblättern.
00:09:07: Das heißt, ganz chameleonartig.
00:09:09: Das heißt, wer in die Notaufnahme kommt und ist Frau.
00:09:13: Der sollte im Grunde genommen darauf hinweisen, dass jeder auch ein bisschen einmal mit das Herz denkt, weil sonst gibt es Fehldiagnosen.
00:09:21: Und bis heute so.
00:09:23: dass die kleineren Herzinfarkte bei Frauen in bis zu ... ... um zwanzig, dreißig Prozent tatsächlich übersehen werden.
00:09:30: Und dass, wenn eben Beschwerden beim Herzinfarkt im Oberbau sind, dann landen die bei der Triagierung ... ... häufig im gastroenterologischen Bereich, also Magen-Darm-Bereich ... ... oder aber im orthopädischen Bereich, weil man denkt, ah, da ist jemand mit der Schulter oder mit den Knochen oder mit dem Rücken oder Wirbelsäule.
00:09:46: und werden dann eben falsch kategorisiert.
00:09:49: Und dann dauert das natürlich alles zu lange.
00:09:52: Im schlechtesten Fall, wenn sie nach Hause geschickt und sagen, na ja, nehmen Sie mal eine Ibuprofen oder eine Diplofennack oder irgendeine Schmerzmedikament oder aber ein Magen-Schutzmedikament, um die Säure zu blocken.
00:10:02: Und dann gehen Sie mal nach Hause und gehen morgen bei Ihrem Hausarzt oder Hausärztin vorbei.
00:10:06: Und das ist eben eklatant, da wird Zeit verloren, da werden Fehldiagnosen produziert, weil man eben diese Aufmerksamkeit und Erwärmnis ... nicht hat.
00:10:15: Das ist das Erklatante, die Beschwerden, die sind häufig unterschiedlich.
00:10:19: Es gibt natürlich auch Frauen, die typische Beschwerden, also Männertypische Beschwerden haben, sage ich jetzt mal so.
00:10:24: Aber oftmals sind die Chameleonartig nicht gut einordnbar und man muss einfach als medizinisches Fachpersonal oder Arzt oder Ärztin daran denken.
00:10:32: Die Diagnose ist das eine, was auch sehr spannend und tatsächlich auch zu Stirnrunzeln führt, sind die Medikamente und die Dosis.
00:10:41: Und du sagst auch, dass bei Frauen mit Herzschwäche die Hälfte der Medikamentendosis, die auf dem Bipackzettel empfohlen wird, ausreichen würde.
00:10:51: Ja, das ist total krass.
00:10:53: Auf dem Bioparkse gibt es gar keine spezielle Dosis für Frauen oder anders geschlechtlicher, sondern es gibt nur eine Einheitsdosis.
00:11:00: Was völlig unplausibles ist, weil es gibt ja Empfehlungen von Präventionsgesellschaften oder der Weltgesundheitsorganisation bezüglich der Alkoholmenge, die noch gerade gut ist für Frauen oder für Männer.
00:11:13: Das ist eben, also für Frauen wird die Hälfte der Alkoholdosis empfohlen im Vergleich zu den Männern.
00:11:21: zwanzig Gramm Männer, zehn Gramm pro Tag für Frauen, sollte maximal Dosis sein.
00:11:28: Dann ist das noch tolerabel, danach wird's ungesund.
00:11:31: Und deswegen ist es völlig unplausibel, weil Alkohol wird ja auch über die Leberverstoff wechselt.
00:11:36: Das ist für Medikamente, die eben auch häufig über die Leberverstoff wechselt werden, überhaupt keine Dosisanpassung oder Dosempfehlung für Frauen gibt.
00:11:44: So ist das dann so, dass die Frauen, wenn sie die übliche Dosis bekommen, die auch Männer bekommen, unnötig hohe Dosis bekommen.
00:11:52: Damit verbunden auch mehr Nebenwirkungen, dadurch die Tabletten auch eher absetzen und haben natürlich keine Therapietreue aufgrund der Nebenwirkung.
00:12:01: Und dann bleiben die Erkrankungen eben leider unbehandelt, was natürlich prognostisch schlecht ist.
00:12:07: Und man hat jetzt rausgefunden nach und nach, dass dreißig bis fünfzig Prozent der Dosis weniger reichen würden, bei einigen Erkrankungen zumindest und bei einigen Medikamenten, um eben eine ausreichende Wirkung zu erzielen.
00:12:21: Und dadurch hätte man natürlich ... Wie gesagt, eine ausreichende Wirksamkeit der Medikamente.
00:12:27: Aber mit dem Vorteil, dass die Frauen nicht immer so viele Nebenwirkungen haben.
00:12:30: Das ist zum Beispiel bei den Impfungen so.
00:12:32: Wir beide würden ja zum Beispiel gleiche Impfdosis bekommen.
00:12:38: Weil es eben keine Dosisunterschiede gibt.
00:12:39: Aber das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum bei Frauen die Nebenwirkungsrate bei den Impfungen deutlich höher ist als bei den Männern.
00:12:46: Da kommt aber noch was dazu.
00:12:47: Frauen haben einen Schnelleres, stärkeres und länger anhaltende Immunabwehr im Vergleich zu den Männern.
00:12:56: Also das Abwehrsystem ist viel besser und schneller und hält länger an als bei den Männern.
00:13:01: Und deswegen, sag ich mal, ist es auch unplausibel, dass Frauen zum Beispiel die gleiche Impfdosis bekommen wie Männer.
00:13:08: Weil der Impfpunkt geht es ja darum, eine Abwehrreaktion zu produzieren.
00:13:12: Und wenn die Frauen das sowieso besser, schneller und länger anhalten tun, wäre es auch plausibel, wenn man denn die Impfung eine geringere Intensierung hat.
00:13:20: Kann man aber nicht umsetzen, weil es ist ja genormt und es gibt natürlich auch keine Daten dafür.
00:13:24: Deswegen geht das nicht, aber... Man verlangt natürlich oder würde sich wünschen, dass bei zukünftigen Studien, die es berücksichtigt wird und man natürlich dahin kommt, dass Medikamenten und Arzneimittelstudien so aufgesetzt sind, dass man unterschiedliche Dosierungen für Frauen und Männer rausbekommt und dann auch in Beipack-Zettel schreiben
00:13:42: kann.
00:13:43: Das wäre jetzt meine Frage gewesen.
00:13:44: Also, wenn man das ja auch weiß und es auch laute Stimmen gibt, wie eben Forscher Mediziner auch wirklich, tut sich da was?
00:13:52: Ja, tut sich schon.
00:13:53: Die Pharmaindustrie hat auch verstanden, dass das wichtig ist und weiß natürlich auch um den Aspekt des Marketing.
00:14:01: Natürlich das erste Medikament, was eine unterschiedliche Dosierung hat zwischen Frauen und Männern, da werden die Frauen sich natürlich dafür entscheiden.
00:14:07: Das heißt, da gibt es natürlich auch einen Marktvorteil.
00:14:10: Aber bei den Unabhängigen davon ist auch bei der Pharmaindustrie angekommen und haben die verstanden, dass das sinnvoll ist, dass man sich Vermehrterung kümmert, dass man möglichst unterschiedliche Dosierungen auch ausweist.
00:14:25: Jeder Arzt, jede Ärztin hat natürlich die Möglichkeit, die niedrigste Dosierung zu verordnen oder aber auch die Hälfte der niedrigsten Dosierung.
00:14:33: Das wird oft auch getan von den Hausärzten und Hausärzten, aber nicht häufig genug.
00:14:38: Deswegen muss man aufpassen, z.B.
00:14:40: bei der Blutdruck-Einstellung, wenn jetzt eine Patientin kommt und hat einen hohen Blutdruck und kommt in eine Notaufnahme oder in die Praxis und kriegt dann mal die Nullachtfünfzehn Dosis, dann ist es nicht selten so, dass drei bis fünf Tage später ... die Patientin kommt und sagt, mir ist so schwindelig und ich bin überhaupt nicht mehr bei mir, fühle mich so schlapp und ich bin auch kollabiert, dann ist einfach die Wirkung zu stark.
00:15:03: Und der Blutdruckabfall zu stark, und das sind die Nebenwirkungen.
00:15:07: Und deswegen empfehlen wir, und so mache ich es eigentlich auch in meinem Alltag, dass ich immer mit einer sehr, sehr niedrigen Dosierung anfange bei den Frauen und mich dann langsam hoch arbeite.
00:15:18: Weil dann hast du natürlich einen besseren Überblick über Wirkung und Nebenwirkung.
00:15:23: Und zum anderen ist es so, dass die meisten Erkrankungen nicht notfallmäßig.
00:15:26: Da kommt's ja nicht darauf an, ad hoc was zu machen, sondern man hat ja bei Blutdruck-Einstellung oder bei Blutzuckereinstellung oder bei Einstellungen von Fettstoffwechselstörungen hat man ja Zeit mit der Dosierung.
00:15:38: Und die sollte man sich bei den Frauen auch nehmen und natürlich immer gucken, wer sitzt vor einem.
00:15:42: Groß, klein, übergewichtig, normgewichtig, untergewichtig.
00:15:46: Egal ob Mann oder Frau, das muss man immer mit berücksichtigen, wenn man entsprechend dosiert.
00:15:50: Viele tun das im ärztlichen Bereich, aber es ist nicht so selbstverständlich und automatisch, wie man sich das denkt.
00:15:56: Und gerade die jüngeren, also die erfahrenen, älteren Kolleginnen und Kollegen, die können damit waschen.
00:16:02: nicht eher und besser umgehen.
00:16:03: Die Jüngeren, die orientieren sich sehr gerne an Standards und an vorgegebenen Sachen, ohne das individuell anzupassen, möglicherweise auch aus der Sorge, dass sie nichts falsch machen wollen und liegen damit dann doch häufig in dem zu hohen Dosisbereich.
00:16:20: Ich hatte gerade so ein Aha-Moment, als du das erzählt hast, wo du gerade nämlich neulich ein Antibiotikum verschrieben bekommst.
00:16:25: Also ich hatte so ein drei-tages-Antibiotikum.
00:16:27: Es hat nicht geholfen.
00:16:28: Und ich habe eine Penicinienallergie und da war es nicht einfach, offenbar noch ein anderes zu finden.
00:16:33: Wegen Resistenzen sollte ich dann ein anderes nehmen.
00:16:35: Und ich habe die erste Tablette genommen.
00:16:37: Das war auch eins, auch nur so ein kurzes.
00:16:39: Die sind ja dann meistens auch, sagen wir mal, stärker.
00:16:42: Und ich habe diese Tablette genommen und mir ist so... schwindelig geworden.
00:16:46: Also mir war wirklich, also ich hab die abends genommen, mir war nachts schon so schwindelig, dass ich die Tür nicht mehr gefunden hab zum Badezimmer.
00:16:52: Also nicht jetzt, es gibt ja auch bei Tabletten oft das Gefühl, dass einem übel wird, das liegt einfach dran, dass es auf dem Magen geht.
00:16:57: Also es war zum ersten Mal wirklich schwindel und der hielt drei Tage lang.
00:17:02: Also ich hab das auch abgesetzt, hab auch nachgefragt, da kann man ja absetzen.
00:17:06: Aber ich hab jetzt gerade so gedacht, vielleicht war das auch in der Art der Dosierung, Kannst du jetzt auf die Ferne natürlich nicht sagen, aber ich hab gerade so kurz mal überlegt, dachte ich vielleicht war das für mich einfach auch zu heavy.
00:17:17: Ja, das war wahrscheinlich zu heavy und es könnte auch eine allergische Reaktion gewesen sein, weil du eine Kreislaufreaktion hattest durch deinen Schwindel möglicherweise verbunden mit einem sehr niedrigen Blutdruck.
00:17:29: Ja, hab ich auch.
00:17:30: Und da durch den Schwindel, sowieso niedrigen Blutdruck haben wir viele Frauen auch im jüngeren bis mittleren Lebensalter.
00:17:37: Und wenn dann eben so eine Kreislaufreaktion dazukommt durch eine allergische Reaktion, dann geht der Blutdruck noch tiefer und dann bist du natürlich schwindelig und fühlst dich schlecht.
00:17:47: Das heißt, das Medikament solltest du dir vom Namen merken und zumindest sagen mal versuchen, das beim nächsten Mal entweder mit einer sehr niedrigen Dosierung zu nehmen zunächst oder aber ein Alternativ Medikament zu nehmen.
00:18:00: So, und jetzt ist auch schon die Schwierigkeit, weil wenn jetzt zum Beispiel die Hälfte nimmst oder du brichst die durch, wenn es überhaupt eine Kante da drin gibt zum Durchbrechen, dann ist es so, dann ist man sich natürlich nicht sicher, weil es keine evidenzbarisierte Studie gibt.
00:18:15: ob die Wirksamkeit ausreichend
00:18:17: ist.
00:18:18: Aber probieren kann man das natürlich.
00:18:20: Das kurz in eigener Sache.
00:18:23: Aber das sind wir beim Thema Frauenmedizin.
00:18:24: Aber ich finde es so gut, weil ganz viele Frauen ertappen sich bei vielen Themen und sagen einfach, krass, dass mir auch schon so passiert, ich konnte das gar nicht einordnen.
00:18:32: Ich beschäftige mich ja mit den ganzen Themen.
00:18:34: Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass das vielleicht jetzt in irgendeiner Weise vielleicht eine falsche Dosierung oder ein Medikament, was einfach nicht für mich als Frau vom Gewicht der Größe usw.
00:18:44: eventuell passen könnte.
00:18:47: Und da sind wir ja genau mitten im Thema.
00:18:49: Ich würde auch gern da noch anknüpfen, was ich nämlich auch spannend finde, Burghard, beim Thema Medikamente.
00:18:54: Ich glaube, bis in die neunziger Jahre wurde ja auch beim Thema Medikamenten für Männer und Frauen fast ausschließlich an Männern.
00:19:01: probiert und getestet.
00:19:02: Also auch Frauenmedikamente wurden an Männern getestet.
00:19:05: Was war denn da der Hintergrund, wenn man das verstehen will?
00:19:08: Sind das die Hormone der Frau?
00:19:09: Der Zyklus?
00:19:10: ist es zu kompliziert an unserem Körper?
00:19:12: Oder was war da der Hintergedanke?
00:19:15: Der Hintergedanke war der Kuntaganskandal damals.
00:19:18: Da ist es ja so gewesen, dass auch jüngere Frauen, sagen wir mal, medikamentös in der Studie eingeschlossen waren.
00:19:24: Und dann hat man eben gesehen, dass die sozusagen erhebliche Nebenwirkungen hatten, die sich auch auf die ungeborenen Kinder übertragen haben und so weiter.
00:19:33: Das war natürlich furchtbar.
00:19:34: Und daraus hat man eben die Lehre gezogen, dass man jüngere Frauen und auch gebärfähige Frauen überhaupt gar nicht mehr in Studien eingeschlossen hat, um einfach auszuschließen, dass so was Dramatisches und so was Furchtbares wieder passieren kann.
00:19:48: Und das hat eine ganze lange Zeit gebraucht, bis man sozusagen das verarbeitet hat und bis man auch von der Pharmaindustrie und von denen die Studien machen und auch Patientinnen einschließen, bis man sich da wieder berappelt hat.
00:20:02: Und natürlich ist es auch immer noch schwierig, Patientinnen in Studien einzuschließen, weil die sind generell natürlich auch eher zurückhaltend und skeptisch.
00:20:13: Der Hormonstatus ist der Killer für eine Studie, weil wenn die Hormone wechseln, dann ändert sich alles und dann kannst du hinterher nicht mehr sauber analysieren und weißt nicht mehr, welche Nebenwirkung kommt vom was und wie hängt das genau zusammen.
00:20:29: Deswegen ist man natürlich bemüht in Studien möglichst.
00:20:33: wenig Variablen zu haben, die du nicht beeinflussen
00:20:37: kannst.
00:20:38: Und das ist bei weiblichen Mäusen genauso wie bei Frauen.
00:20:41: Die haben eine zyklusabhängigen Hormonstatus.
00:20:44: Und der beeinflusst natürlich die Verstoffwechselung der Medikamente, insbesondere weiblichen Sexualhormone.
00:20:49: Die sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass auch Stoffwechselprozesse beeinflusst werden.
00:20:56: Und somit haben die eben auch auf Wirkdauer und Wirkung von Medikamenten erheblichen ... Beinfluss.
00:21:02: Burkard, welche Rolle hat denn der, ich nenne es jetzt mal so ganz weit gegriffen, der Lebensstil in der Gendermedizin?
00:21:09: Ich würde jetzt auch mal sagen, ein bisschen klischeehaft, Frauen ernähren sich und leben vielleicht doch noch ein bisschen anders als Männer.
00:21:15: Also wenn ich mir jetzt meinen Mann angucke, was der Abend so gerne ist und was ich esse oder wenn es ums Thema Sport geht.
00:21:22: Ja, also gibt immer auch Ausnahmen, aber das ist schon ein kleiner Unterschied.
00:21:26: Das ist wahrscheinlich auch schwierig, weil das muss ja auch mit einbezogen werden.
00:21:30: Muss auch mit einbezogen werden.
00:21:32: Aber das ist zwischen Männern und Frauen eigentlich nicht.
00:21:33: Der Anspruch ist nicht unterschiedlich.
00:21:35: Die Umsetzung schon.
00:21:36: Der Anspruch ist ja bitte Ausdauersport, gemischt mit Krafttraining, damit man auch Muskel aufbaut.
00:21:42: Am liebsten natürlich drei bis fünf Mal pro Woche.
00:21:45: Mindestens eine Stunde, das wäre perfekt.
00:21:48: dann auf die Ernährung achten, mediterrane Kost und so weiter, also möglichst wenig Alkohol.
00:21:52: So die Theorie.
00:21:53: Am besten, keinen.
00:21:55: Das ist die Theorie.
00:21:57: Und dann ist die Umsetzung natürlich, das gilt auch für beide Geschlechter.
00:22:00: Und wer weiß, auch beide Geschlechter profitieren erheblich davon.
00:22:03: Insbesondere zum Thema, bezüglich des Themas Herz, Kreis auf den Gefäßerkrankungen, aber auch wird durch Ausdauersport, Krafttraining und gesunde Ernährung das Krebsrisiko erheblich reduziert.
00:22:15: Das ist ja schon mal was, was man selber machen kann, tun sollte.
00:22:20: Und wo wir jetzt ja in wenigen Tagen auch uns wieder gute Vorsätze fassen können.
00:22:27: Was ja viele machen, die sie dann nur kurz durchhalten und dann ebt das wieder ab.
00:22:32: Deswegen sage ich immer, man darf sie auf jeden Fall nicht zu streng zu sich sein.
00:22:35: Man muss sich was aussuchen, wo man Lust drauf hat.
00:22:38: Man darf sich nicht alles verbieten.
00:22:39: Man muss eine Lebensqualität einhalten und sich behalten, damit das Leben auch weiterhin ... Aber man kann sich an der einen oder anderen Stelle beschränken und muss sich sportlich irgendwas suchen, wo man denkt, das kann man auch eine wirklich lange Zeit machen und das kann man auch durchhalten.
00:22:57: Alles das, wo man denkt, das ist eine Qual und jetzt muss ich mich wieder umziehen und ich hab eigentlich gar keinen Lust, John zu gehen, weil das liegt mir eigentlich nicht.
00:23:03: Oder wieder ins Fitnessstudio.
00:23:06: Ich hab da so wenig Lust drauf, das kannst du einfach nicht durchhalten.
00:23:09: Da muss man nochmal anders gucken, was man alternativ machen kann.
00:23:13: Ich glaube, das ist der Schlüssel.
00:23:15: Ich glaube, es muss einem wirklich Spaß machen, auch wenn man es nur kurz macht, oder einmal die Woche, wie auch immer, aber man macht's und hat wirklich Spaß und quält sich nicht.
00:23:23: Ich glaube, das Schlüssel hast du sehr schön gesagt.
00:23:26: Was würdest du sagen, Burkard?
00:23:27: Was ist der hartnäckigste Mythos rund um die Frauengesundheit?
00:23:31: Dass eine Problem ist, die Frauen, die kriegen das nicht gut hin, ihre eigenen Beschwerden einzuschätzen und die gehen auch einfach viel zu spät los, weil sie die Beschwerden nicht richtig einschätzen.
00:23:43: Der zweite wesentliche Punkt ist, Frauen haben Herz, Kreislauf und Gefäßerkrankungen überhaupt nicht auf dem Schirm.
00:23:50: Auch bezüglich der Vorsorgeuntersuchung nicht.
00:23:53: Es ist nun aber so, dass Frauen häufiger an Herz, Kreislauf und Gefäßerkrankungen versterben als an allen Krebserkrankungen zusammen.
00:24:01: Und im Übrigen auch als Männer.
00:24:03: Und deswegen ist das so, dass dieser Punkt auch transportiert werden muss, sodass die Frauen auch im Schirm haben, dass sie sich bezüglich Herzkreise auf den Gefäßerkrankungen zur Vorsorgeuntersuchung begeben.
00:24:17: Denn die denken immer, und das ist ja auch... Also, eine lange Zeit stimmt das auch.
00:24:21: Die sind geschützt durch die weiblichen Sexualen und die Ostrogene, die schützen bis zu den Wechseljahren.
00:24:26: Aber dann, wenn der Ostrogenspiegel nach unten geht, dann geht das mit den Herzkreisungen Gefäßerkrankungen rapide nach oben.
00:24:34: Und deswegen ist es wichtig, dass man da früh dabei ist, dass das früh erkannt wird, weil du kannst durch Prävention, durch Vorsorge bei Frauen wie Männern, siebzig Prozent der Erkrankungen verhindern oder aber zeitlich erheblich nach hinten schieben.
00:24:49: Und das, glaube ich, lohnt sich doch.
00:24:51: Und deswegen bin ich immer ein bisschen traurig bzw.
00:24:54: Freue mich, wenn irgendeinen Kostenträger eine Krankenkasse oder sonst irgendeiner auch darauf wärtlich, dass Prävention nach vorne geschoben wird und für diese Prävention der Mitglieder auch entsprechend Anreize setzt, Incentiv setzt.
00:25:09: Weil das ist eigentlich wichtig, du sparst mit der Prävention, selbst wenn die Prävention Geld kostet, enorme Summen im Vergleich zu dem, wenn du sie nicht betreibst und reparierst hinterher die Erkrankungen.
00:25:20: Das verschlingt ja Milliarden und Aber-Milliarden, während die Prävention natürlich auch teuer ist.
00:25:26: Aber das ist ein guter Business Case, wenn es darum geht.
00:25:30: Und du bleibst natürlich länger gesund, wenn du dich um dich kümmerst.
00:25:33: Und das ist eben ein ganz entscheidender Punkt.
00:25:36: Ganz konkret, wie kann so eine Vorsorge aussehen?
00:25:38: Alle, die jetzt sagen, Mensch, das ist super, was der Burkhard sagt, der hat gesagt, bitte vierzig, wechseljahre, oh, jetzt geht es los.
00:25:44: Spätestens jetzt, wie kann ich anfangen?
00:25:47: Ja, du musst manchmal sogar schon früher anfangen, nämlich Mitte dreißig, wenn du zum Beispiel in der Familie Herzkreise auf Gefäß erkrankt oder Kripserkrankungen hast.
00:25:56: Dann fängst du schon früher an mit deiner Prävention, weil du ein familiäres, genetisch bedingtes Risiko hast.
00:26:03: Dann gibt es, muss mich gleich erinnern, Frauen spezifische Risikofaktoren, die wichtig sind.
00:26:08: Aber wie kann das aussehen?
00:26:09: Du gehst im Grunde nur um zu deiner Hausärztin oder Hausarzt.
00:26:12: Und bittest darum, dass er eine Präventionsuntersuchung macht, eine Vorsorgeuntersuchung.
00:26:17: Das bezahlen die Kostenträger, auch für gesetzlich versicherte Patienten.
00:26:22: Das ist auch Sachen, die der Hausarzt oder Hausärztin eigentlich regelmäßig machen.
00:26:26: Es ist natürlich eine Blutabnahme.
00:26:27: Da kannst du gucken, wie sind die Blutfettwerte.
00:26:30: Da guckst du, wie ist der Blutzuckerwert.
00:26:33: Wie ist der Blutzucker Langzeitwert?
00:26:34: Und du ... Der Blutdruck wird gemessen, es wird ein EKG geschrieben und so weiter.
00:26:38: Da hast du schon mal die ersten Hinweise.
00:26:41: Mhm.
00:26:42: Dann ganz wichtig die Anamnese.
00:26:43: Das heißt, Ärzte müssen natürlich auch ... eine gute Anamnese, also Vorgeschichte recherchieren für die Patienten.
00:26:50: Da gehört eben nicht nur die eigene von der Patientin oder Patienten dazu, sondern eben auch die Familienanamnese.
00:26:56: Gibt es Krebserkrankungen in der Familie oder Herzgefäßerkrankungen, Schlachenfall und so weiter oder Herzschwäche oder was ist da los?
00:27:03: Weil dann kann man das genetische Risiko erkennen und das genetische Risiko ist bösartig.
00:27:08: Dann bedeutet das immer, dass man den oder diejenige engmaschiger kontrollieren muss.
00:27:12: Und dann gibt es diese sogenannten frauenspezifischen Risikofaktoren.
00:27:15: Das ist ja ganz lustig, wenn ich die in der Praxis abfrage, dann gucken mich die Patientinnen immer ganz komisch an und denken, hey, bin ich jetzt hier bei meinem Gynäkologen?
00:27:23: Was fragt er denn das?
00:27:25: Und das sind eben diese Fragen, die der Gynäkologisch stellt.
00:27:28: Wann war die erste Regelblutung?
00:27:30: Wann in die Wechseljahre gekommen, früher oder spät?
00:27:33: Gibt es viele Züsten an den Eierstöcken?
00:27:35: Mal eine Tumor, also eine Krebserkrankung, gehabt im gynäkologischen Bereich, also Gebärmutter oder Eierstöcke oder Brustkrebs.
00:27:44: Wie sieht es mit den psychosozialen Faktoren aus, häusliche Gewalt, negativer Stress und so weiter?
00:27:50: Das fragst du alles?
00:27:52: Ich hab den Arzt noch nie gefragt.
00:27:53: Ja, weiß ich, weil das nicht bekannt ist.
00:27:55: Aber das alles, was sich aufgezählt hat, diese fünf, sechs, sieben Sachen, die haben einen genauso hohen Stellenwert für das Risiko für spätere Herzkreise von Gefäßerkrankungen wie die traditionellen Risikofaktoren, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettsstoffwechselstörung, Übergewicht, Rauchen und so weiter.
00:28:13: Und deswegen ist das so, dass in sämtlichen Risikoskurs, die so kriegen kann, weltweit, werden diese Faktoren ja gar nicht berücksichtigt.
00:28:21: Das heißt, die Frauen haben dadurch in der Risikostratifizierung immer ein falsch niedriges Risiko.
00:28:29: Weil, nehmen wir mal an, du hast einen Hochdruck, und dann hast du aber noch zwei Faktoren von den frauenspezifischen Risikofaktoren.
00:28:36: Dann hast du insgesamt drei.
00:28:38: Wenn die aber gar nicht bekannt sind und nicht abgefragt werden, dann denkst du, die Patientin hat einen, oder die Frau hat einen Risikofaktor.
00:28:46: Und dann ist die natürlich in einer zu niedrigen Risikokategorie.
00:28:51: Und es wird gar nicht entsprechend gehandelt, dass sie engmaschiger kontrolliert wird.
00:28:56: Und so, sag ich mal, wandert das erhöhte Risiko einfach unbemerkt durch und schlägt dann irgendwann eben mit Erkrankungen zu.
00:29:04: Also, super spannend.
00:29:05: Und wie gesagt, ich bin ... tatsächlich auch überrascht.
00:29:10: Ich war schon bei vielen Ärzten und hab auch viele Freundinnen, die ungefähr so alt sind wie ich, also ich sag mal so eine... An am Nese hat eigentlich noch keiner mal versucht überhaupt.
00:29:22: Du hast irgendwas, dann kriegst du eine Tablette.
00:29:23: Und dann war es das eigentlich schon.
00:29:25: Das ist leider auch Alltag in vielen Praxen heute.
00:29:28: Ich glaube, es ist auch ein großer Zeitfaktor einfach für viele Ärzte.
00:29:33: Die nehmen man natürlich in Schutz.
00:29:34: Aber es ist natürlich für den Patienten am Ende auch eine schwierige Geschichte.
00:29:39: Ja, Jenny, aber so viel Zeit kostet das ja gar nicht.
00:29:42: Dass man eher sagen muss, das ist ja nicht Böswilligkeit der Ärztinnen und Ärzte, sondern es ist einfach mangelnde Kenntnis.
00:29:49: Weil es wird im Medizinstudium überhaupt nicht gelehrt.
00:29:53: In den medizinischen Fachberufen auch nicht.
00:29:55: Die medizinischen Fachangestellten, die in den Praxen arbeiten oder auch Pflegepersonale in Krankenhäusern, die sind da nicht geschult, die sind nicht ausgebildet.
00:30:04: Und das ist ja ein Punkt, wo wir auch daran arbeiten, dass dieses Thema eben in den Kurikular der Weiterbildungs- im Beruf der medizinischen Fachberufe auch im Medizinstudium aufgegriffen wird.
00:30:15: Auch in den einzelnen Fachgesellschaften, damit es eben bekannter und bekannter wird.
00:30:20: Und deswegen ist es auch so wichtig, dass die Bevölkerung selbst aufgeklärt ist, weil jeder aufgeklärte Mensch, der zu seinem Haushalt oder Hausärztin oder zum Arzt irgendwo geht und sagt, hallo, du hast mir jetzt hier was Neues verschrieben, hast du dran gedacht, dass ich vielleicht etwas niedrige Dosierung benötigen könnte?
00:30:37: Das regt den anderen, den Arzt, die Ärztin zum Nachdenken an.
00:30:41: Selbst wenn er sich keine Gedanken darüber gemacht hat, dann fängt er jetzt anzudenken und sagt, okay, wer sitzt da eigentlich vor mir?
00:30:46: Groß, klein und so weiter und so fort.
00:30:48: Und kann ich das vielleicht anpassen?
00:30:49: Und deswegen ist das eben so wichtig.
00:30:51: Der aufgeklärte Patient, aufgeklärte Patientin ist natürlich super wichtig und eigentlich auch super gern gesehen.
00:31:00: Man ist ja auch dankbar für Hinweise und ist ja auch als Arzt auf die Aussagen und auf die Mitarbeit der Patienten angewiesen und auf die Symptome, die sie auch richtig stellen.
00:31:10: Das ist überhaupt ein Punkt.
00:31:11: Frauen schildern die Symptome manchmal auch.
00:31:13: Die sind oft schwierig und kameleonartig, aber sie schildern sie dann auch nicht so präzise.
00:31:19: Und deswegen ist es wichtig, dass jeder darauf achtet, dass er die Beschwerden, die er hat.
00:31:23: Und wenn man dann vom Arzt oder von der Ärztin sitzt, dann ist die Zeit knapp, dann kriegt man das nicht so hin, vorüberlegen, kurz aufschreiben, was hab ich für Beschwerden, dass man das vortragen kann oder man gibt den Zettel ab.
00:31:34: Weil das ist entscheidend, um nämlich hinterher zu werten und einzuordnen.
00:31:40: Weil nur ... So kommt man dann auf die richtige Diagnose, auf die richtige Pferde.
00:31:44: Ich habe auch mal gehört, weil du das gerade angesprochen hast, dass bei Frauen ja oft vieles falsch diagnostiziert wird oder zu spät.
00:31:51: Das ist eben auch oft, sagen wir mal, dran liegt.
00:31:53: der Mann sagt, ich habe einen Schmerz hier in der Schulter, seit heute Morgen um vier.
00:31:57: So, die Frau, die fängt dann ja also ich hier und dann da hinten und gestern war es anders und über so.
00:32:03: Wir reden ja auch gerne viel und auch wollen dann alles auf den Tisch legen.
00:32:06: Ist das tatsächlich ein Grund, warum Frauen oft auch nicht so ernst genommen werden?
00:32:09: Weil das ist ja auch ein großes Thema in der Frauengesundheit, dass man Frauen nicht so ernst nimmt und oft auch gerne wieder nach Hause schickt.
00:32:15: Genau, aber wenn du sozusagen so eine blumige Angabe, die die Frau ja nicht anders machen kann, weil sie es ja so empfindet.
00:32:21: als Arzt präsentiert bekommst und hast dann auch noch relativ wenig Zeit, dann ist das schwierig, das auf den Punkt zu bringen.
00:32:29: Dann machst du das ein oder andere Mal, was aber vielleicht am Ziel vorbei geht und dann kommt auch schon wieder der nächste und dann wirst du im Grunde dieser Patientin nicht optimal gerecht.
00:32:40: Das sind die Gegebenheiten des Gesundheitssystems momentan.
00:32:44: Es ist eine Mischung eben aus Zeitfaktor und aber auch Kenntnis.
00:32:48: Und aber auch den Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie für jeden versicherten Menschen.
00:32:56: Da sind ja Grenzen gesetzt, du kannst ja nicht jede operative Medizin bis ins Detail jedem zugänglich machen.
00:33:02: Das ist natürlich auch ein Riesenkostenpunkt.
00:33:06: Insofern muss man natürlich eine Vorauswahl treffen.
00:33:09: Und da ist, das geht nur, indem du wirklich Know-how hast, Du wirklich Kenntnis hast darüber, damit du die Patientin dann auf die richtige Schiene bringen kannst.
00:33:20: Und es gibt ja nicht nur fürs Herz, es gibt ja viele Erkrankungen.
00:33:23: Ich hab das ja in meinem Buch so halt mal heute zusammengefasst für die zehn häufigsten Volkserkrankungen.
00:33:30: Um da mal diese Unterschiede zwischen Männer und Frauen mit Beschwerden, mit Symptom, Boxen und mit Praxisbeispielen offen zu legen.
00:33:40: Und hab das zusammengefasst, weil ... in irgendeiner Form, was Ähnliches hab ich bisher nie gefunden gehabt, was eine Übersicht gibt.
00:33:48: Und im Übrigen geht's ja auch nicht nur um die Frauen, wenn ich so sagen darf, sondern es geht auch um die Männer.
00:33:53: Weil Männer sind auch häufig mal benachteiligt.
00:33:56: Wo?
00:33:58: Auf die Frage hab ich jetzt gewartet.
00:34:00: Zum Beispiel
00:34:00: ... Wir reden nicht über die Socken.
00:34:02: Ja, das sind die auch benachteiligt, weil die wechseln die wahrscheinlich.
00:34:04: Die können die nicht aufheben, weißt du?
00:34:05: Die haben da ein Defizit.
00:34:07: Die liegen auf dem Boden und die liegen da einfach.
00:34:09: Die liegen da, ne?
00:34:09: Weil man muss ja sowieso wieder runter und die wieder anziehen.
00:34:13: Warum soll man die ja vorher aufheben?
00:34:14: Das ist
00:34:15: zusätzliche Arbeit.
00:34:16: Also, Männer sind ja auch praktisch veranlagt, ne?
00:34:18: Ja, absolut.
00:34:19: Was die einsparen können an Mühe, das tun die gerne.
00:34:23: Aber Männer sind zum Beispiel im Nachteil bei Osteoporose.
00:34:25: Du weißt selber, Osteoporose wird mit Frauen in Verbindung gebracht.
00:34:28: Ab dem siebzigsten Lebensjahr ist die Rata an Osteoporose zwischen Frauen und Männern gleich.
00:34:34: Also, das ist nicht bekannt.
00:34:35: Und deswegen ist es doch relativ häufig, dass Männer mit inadequateem Traumata, wo die Knochen einfach gebrochen sind, in der Notaufnahme auftauchen und immer wieder.
00:34:47: Und die Osteoporose ist aber dann nicht erkannt oder unbehandelt oder wird viel zu spät angegangen.
00:34:53: Das ist ein Punkt.
00:34:53: Der zweite Punkt ist bei S-Störungen, Männer haben auch S-Störungen, sind aber immer mit Frauen in Verbindung gebracht, das heißt völlig unterdiagnostiziert.
00:35:00: Oder Depression.
00:35:02: Depression ist ein Thema, da gibt es ohnehin superrohe Dunkelziffer.
00:35:06: Aber Depressionen äußern sich bei Männern häufig anders als bei Frauen, die haben nämlich ein erhöhtes Sucht- und Aggressionsverhalten.
00:35:14: Und das wird in den üblichen Fragebögen gar nicht abgefragt.
00:35:17: Wenn du dir einen Fragebogen für Depressionen anguckst, da sind in der Regel zehn Fragen drin.
00:35:21: Da kommt so vor, ich bin oft müde, ich möchte mich sozial isolieren, ich gehe nicht so gerne unter Leute, ich bleibe wieder zu Hause, ich bin oft traurig, ich hab schon mal daran gedacht, mir das Leben zu nehmen.
00:35:33: Und so weiter.
00:35:34: Aber diese beiden Sachen erhöhtes Aggression in unser Kopf gar nicht vor.
00:35:38: Deswegen ist es so, dass sehr häufig Depressionen bei Männern unerkannt und unterdiagnostiziert sind.
00:35:44: Dadurch auch nicht behandelt werden, denn die können ganz gut auch medikamentös behandelt werden.
00:35:49: Und das erklärt möglicherweise auch, warum die Suizidrate, die Selbstmodrate, bei den Männern deutlich höher ist als bei den Frauen.
00:35:56: Deswegen hab ich in meinem Buch auch einen Fragebogen für Männer entwickelt, damit die eben mit diesen beiden doch relativ häufigen Symptomen, die sie eben haben, auch mit aufgeführt sind, sodass sie auch dann diagnostiziert werden können, weil die Depression, wie gesagt, kann man alimentärisch gut adressieren.
00:36:14: Und in den üblichen Fragebogen sind diese beiden Symptome eben nicht enthalten.
00:36:20: Und dann gibt es noch eine drittere Erkrankung, die mit Frauen in Verbindung gebracht wird.
00:36:24: Natürlicherweise ist der Brustkrebs, aber jede hunderte Brustkrebserkrankung trifft einen Mann.
00:36:29: Und Männer, die tasten sich eben praktisch überhaupt nicht die Brüste ab, sollten die aber.
00:36:34: Und deswegen ist das wichtig, weil die verläuft natürlich beim Mann auch nicht.
00:36:39: besser als bei der Frau und ist prognostisch natürlich relevant und kann natürlich auch behandelt werden.
00:36:45: Man muss halt hin und wieder auch als Mann sich die Brust abtazten und gucken, ob da ein Knoten ist, ob da Unebenheiten sind und dann tatsächlich, wenn man da was findet, damit losgehen.
00:36:54: Wie erlebst du das Burghardt bei allen Sachen, die du gerade geschildert hast in deiner Praxis?
00:36:59: Ich glaube, da kann man jetzt für beide Seiten sprechen, Männer und Frauen.
00:37:02: Teilweise wirklich ein nachvollziehbares Unwissen über die vielen Dinge, die du da erzählt hast, eben Männer, die ihre Brust abtasten sollen.
00:37:09: Also ich glaube, mein Mann wird sagen, was, wie, warum?
00:37:12: Oder Frauen, wo man sagt, die um die Warnzeichen, da musst du mal gucken, das hat was mit dem Herz und nicht mit dem Rücken zu tun.
00:37:18: Also wie erlebst du das?
00:37:20: Oder hat sich da schon was getan?
00:37:23: Ja, also ein bisschen vielleicht.
00:37:24: Also ich glaube, dass es noch ein bisschen früh ist, dass jetzt tatsächlich die Patientinnen oder Patienten aufgeklärt kommen und einen auferstoßen.
00:37:32: Aber das, was wir bemerken, ist, wir haben ja über die Praxis auch das Gender-Herzzentrum gegründet, dass sozusagen wir doch immer mehr Anfragen bekommen von Patientinnen, die so eine ganze Rallye hinter sich haben über Jahre.
00:37:50: Und wo man eben nichts gefunden hat, weil man vielleicht auch zu oberflächig geguckt hat oder nicht zu sehr in die Tiefe und die dann kommen für eine Zweitmeinung oder sagen, hier, ich habe das, ich habe, gucken Sie mal, meine Befunde, das habe ich hier alles gemacht.
00:38:05: Aber ich fühle mich trotzdem immer noch schlecht und die haben gesagt, die haben gar nichts gefunden.
00:38:09: dass man da irgendwie eine Idee entwickelt.
00:38:11: Und das merkt man schon, dass die Frauen häufiger jetzt Hilfe suchen.
00:38:15: Und nicht früher war das so, da hat man gesagt, nee, du hast nix, und dann sind die damit nach Hause gegangen, und dann haben sie gesagt, okay, da ist nix gefunden, dann kann ich mich damit jetzt auch nicht mehr melden.
00:38:25: Dann ist das Thema jetzt erledigt und da muss ich jetzt mit leben.
00:38:29: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Signal.
00:38:31: Nein, es muss keiner mit irgendwelchen Beschwerden leben.
00:38:34: Und es ist nur so manchmal, die Beschwerden sind oftmals nicht immer da.
00:38:38: Die kommen manchmal, die gehen.
00:38:39: Und gerade wenn man sie auf Papier kriegen will, aufzeichnen, EKG haben will oder irgendwas, dann sind die eben nicht da.
00:38:46: Da darf man nicht müde werden, immer wieder hinzugehen und zu sagen, jetzt habe ich das aber wieder gehabt, damit man dann noch mal sagt, okay, jetzt gucken wir mal noch mal.
00:38:54: Denn jeder hat das natürlich verdient, dass er ernst genommen wird und dass man natürlich auch nach den Beschwerden sucht, denen auf den Grund geht und versucht, die zu behandeln.
00:39:03: Manchmal sind das eben die verdeckt und es ist schwierig, sie zu finden.
00:39:07: Aber das Gefühl, wenn man sie gefunden hat und jemanden dann helfen kann, das macht richtig, richtig Freude.
00:39:15: Auch ein schöner Appell an uns, einfach dran zu bleiben.
00:39:18: Ich glaube, das ist auch ein großer Punkt, dass man sich nicht irgendwie blöd fühlen muss, wenn man eben wiederkommt.
00:39:23: Im Gegenteil, es ist am Ende für die eigene Gesundheit.
00:39:26: Vielleicht noch abschließend Burkhardt, so der Blick in die Medizin, Zauberkugel.
00:39:31: Was würdest du sagen, was muss sich ändern?
00:39:33: Wie kann eine Medizin der Zukunft aussehen, die wirklich alle Menschen berücksichtigt?
00:39:38: Individuell und personenbezogen, die Geschlechter berücksichtigend.
00:39:45: Und, sag ich mal, nach vorne gerichtet mit einem großen Anteil an Prävention, an Vorsorgeuntersuchung, weil man dadurch wirklich nach hinten raus Gutes tun kann.
00:39:58: Ich glaube, da muss ich im Bewusstsein sowohl der Medizinerinnen und Mediziner als auch der Bevölkerung selbst noch was ändern, weil die Vorsorge untersuchen werden ja von Frauen besser als von Männern angenommen, aber von meinen Geschlechtern viel zu wenig.
00:40:13: Da muss ich was tun, da sind auch andere Länder deutlich besser.
00:40:17: Und wir müssen einfach früher das Körpergefühl entwickeln, früher sagen, okay, das ist uns wichtig.
00:40:23: und auch bereit sein, unter Umständen das ein oder andere selbst zu investieren.
00:40:29: Weil die Kostenträger und die Krankenkassen decken nicht alles ab.
00:40:33: Aber so, wie man sich auch im Urlaub mal was gönnt oder dies oder das gönnt, so ist eben das höchste Gut eigentlich die Gesundheit.
00:40:41: Die nimmt man aber immer für völlig selbstverständlich.
00:40:44: Während früher war, heute ist das gar nicht mehr so unbedingt im Vordergrund, aber früher war es doch immer so, dass man das Auto mindestens einmal im Jahr eine Inspektion gebracht hat.
00:40:52: Völlig selbstverständlich.
00:40:54: Das macht man mit dem eigenen Körper nicht.
00:40:56: Da erwartet man, dass der fünfundachtzig-achtzig Jahre durchläuft wie Schmitz-Katze und da passiert nichts dran.
00:41:02: Aber das ist ja völlig irre, dass man das denkt, dass das so funktioniert, ohne sich selbst zu pflegen und zu sorgen, dass man sich gut ernährt und auch seinen eigenen Anteil dazutut.
00:41:12: Burkard, ich finde, das ist ein wunderbarer, guter Vorsatz fürs neue Jahr.
00:41:16: Den nehmen wir jetzt genauso und mit genauso viel
00:41:18: Schwung
00:41:19: mit in den Jahr.
00:41:21: Professor Dr.
00:41:21: Burkard Siebers im Herfweiß-Podcast, vielen Dank.
00:41:25: Und ich wünsche dir einen tollen Start ins neue Jahr.
00:41:28: Das wünsche ich dir auch, Jenny.
00:41:29: Ich danke dir herzlich.
00:41:30: Es hat mir super Spaß gemacht.
00:41:32: Danke dir.
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