#169 Schön genug: Über Selbstakzeptanz in einer Welt voller Filter. Mit Susanne Krammer
Shownotes
“Selbstliebe ist die größte Rebellion.“ Was bedeutet es heute, „schön“ zu sein - in einer Welt voller Filter, Facetune und immer neuer Optimierungs-Trends? Elisabeth Seidel spricht mit Susanne Krammer (Make-up-Artistin, Beauty-Redakteurin, Autorin & Gründerin von Frau Beauty) über die Schattenseiten der Beauty-Industrie - und darüber, wie Schönheit wieder echt, ehrlich und heilsam werden kann. Susanne teilt ihre sehr persönliche Geschichte: von Selbstkritik und Anpassungsdruck bis zu einem Erlebnis, das alles verändert hat. Und sie zeigt, wie wir Schritt für Schritt aus der „Fehlersuche“ im Spiegel aussteigen können - ohne Beauty zu verteufeln.
Das erwartet dich in dieser Episode: 🧠 Warum unser Gehirn Filter-Bilder als „Realität“ abspeichert - und was das mit dem Selbstbild macht 🧒 Wo Selbstablehnung oft beginnt (und warum kleine Sätze aus der Kindheit so viel prägen können) ⚖️ Warum „Longevity“ und Selbstoptimierung kippen können - und wie man wieder ins gesunde Maß findet 🪞 Ein simples Ritual, das alles verändern kann: sich im Spiegel wie eine gute Freundin begegnen 🧘♀️ Meditation, Atem & „No mind“: praktische Wege raus aus Druck und Enge ✨ Warum „schön genug“ kein Ziel ist - sondern ein Zustand, den man üben kann
Mehr über Susanne Krammer: https://www.instagram.com/fraubeauty/?hl=de
Spannende Momente in dieser Folge: 00:00 Einführung in die Themen der Schönheit und Selbstwahrnehmung 06:43 Der Weg zur inneren Schönheit und Selbstakzeptanz 13:32 Gesellschaftlicher Druck und Schönheitsideale 20:19 Die Rolle der Medien und Social Media in der Selbstwahrnehmung 27:25 Die Gefahren der Schönheitsindustrie und plastischen Chirurgie 34:20 Achtsamkeit und Selbstliebe als Schlüssel zur inneren Ruhe 41:05 Der Einfluss der Kindheit auf das Selbstbild
Über Sunday Natural Sunday Natural entstand aus einer langjährigen Leidenschaft und Forschung in den Bereichen Gesundheit, Heilung und Selbstentfaltung. Der Mangel an natürlichen, qualitativ hochwertigen Produkten auf dem Markt war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von Sunday Natural im Jahr 2013. Seitdem verfolgt die Berliner Premium Nutrition Brand konsequent ihr Leitmotiv - Produkte herzustellen, die den Vorbildern der Natur folgen, absolut rein und frei von jeglichen Zusatzstoffen sind und sich mit der höchstmöglichen Qualität auszeichnen. Sunday Natural ist heute einer der renommiertesten deutschen Qualitätshersteller, mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Berlin.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Das sind eben diese Kleinigkeiten, wo wir auch anderen Menschen oft ihre Wahrnehmungen absprechen.
00:00:05: Warum nicht ehrlich sein?
00:00:06: Warum sage ich, wenn es mir nicht gut geht?
00:00:09: Ah, ne, mir geht's halt bestens.
00:00:10: Mir geht's total
00:00:11: gut.
00:00:12: Warum müssen wir denn immer alles im Griff haben?
00:00:14: Wieso müssen wir immer alles alleine schaffen?
00:00:16: Wir sind soweit weggekommen von so gesunden Strukturen.
00:00:20: Dieser Turbo-Individualismus, das jeder so sein Ding macht und die Powerfrau, die alles alleine schafft.
00:00:25: High-Perform.
00:00:26: Ja.
00:00:27: Herzlich willkommen zu Half-Wise, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sunday Naturel.
00:00:32: Ich bin Elisabeth Seidel und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, gesund zu sein.
00:00:38: Wir tauchen ein in Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährungen und emotionale Gesundheit.
00:00:43: Immer mit einem weißen Blick auf das, was uns wirklich gut tut.
00:00:50: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Half-Wise.
00:00:52: Heute sprechen wir über ein Thema, das uns alle betrifft.
00:00:55: Sichtbar oder unsichtbar?
00:00:57: Schönheit.
00:00:58: Was bedeutet es heute schön zu sein?
00:01:01: Und was macht es mit uns, wenn Schönheitsideale immer enger, künstlicher und perfekter werden?
00:01:06: Unser heutiger Gast ist Susanne Krammer, ehemalige Make-up-Artistin, Beauty-Redakteurin, Autorin und Gründerin von Frau Beauty.
00:01:14: Susanne kennt die Beautywelt wie kaum eine andere, von innen und außen.
00:01:18: Heute setzt sie sich dafür ein, dass Schönheit wieder echt, ehrlich und heisam sein darf.
00:01:23: Ich freue mich ganz sehr.
00:01:24: Hallo, Susanne.
00:01:26: Hallo, schön, dass ich da sein darf.
00:01:28: Ich hab mich sehr über die Einladung gefreut.
00:01:29: Ich mag euren Podcast wirklich gerne.
00:01:31: Und hatte immer so ein bisschen den Traummensch, wenn ich da auch mal sitzen könnte.
00:01:35: Und
00:01:36: hier bin ich.
00:01:36: Also, a dream come true.
00:01:37: Ja, wirklich, wirklich.
00:01:39: Ich find, ihr habt immer tolle Gäste.
00:01:42: Wirklich, ich find das ganz, ganz toll, ich werd den sehr gerne.
00:01:44: Ich
00:01:44: find auch, und heute bist du einer davon.
00:01:47: Du weißt ja dann, wenn du den schon gehört hast, wir starten immer mit einer Sonntagsfrage.
00:01:52: Deswegen ... Meine Frage an dich, wie sieht für dich ein schöner Sonntag aus?
00:01:57: Ein schöner Sonntag hat für mich immer ganz wichtig viel Zeit mit mir selber.
00:02:01: Also am Sonntag habe ich auf jeden Fall Zeit für Meditation, ganz viel Zeit mit meinen Tieren rauszugehen, habe ganz viel Zeit, mich zu bewegen und einfach nur zu sein, weil ich finde, das ist das, was am allermeisten zu kurz kommt in unserer Gesellschaft, dass wir einfach sind.
00:02:17: Und das mache ich rigoros den ganzen Sonntag.
00:02:21: Also eigentlich ein aktiver Achtsamkeitssonntag.
00:02:25: Genau.
00:02:26: Ich gehe so voll in die Intuition.
00:02:28: Ich esse das, worauf ich Lust habe um die Uhrzeit, wann immer ich es haben will.
00:02:32: Also ich werde viel intuitiver am Sonntag, weil da nicht so viel Störfunk ist.
00:02:39: Sounds perfect.
00:02:40: Ja, für mich sollte der Sonntag von jedem sein, wenn du mich fragst.
00:02:43: Eigentlich schon vieles gehört hier.
00:02:45: Aber ja, eigentlich macht am Sonntag fast jeder, was er am liebsten tut.
00:02:51: Oder jeder, was er am liebsten
00:02:52: tut.
00:02:52: Ja, alle Menschen zumindest, die halt den Luxus haben, den Sonntag frei zu haben.
00:02:55: Ich hab in meiner Community ganz viele Menschen, die arbeiten schicht und die haben natürlich dann nicht den Sonntag.
00:03:00: Aber ich hoffe, dass sie sich dann einen anderen Wochentag für ihre Achtsamkeit nehmen.
00:03:04: Oder Gastro hat ja auch ganz oft den Montag dann.
00:03:07: Okay, kurz abgeschweift.
00:03:10: Gibt's denn irgendein Beauty-Ritual, was jetzt nicht das Äußere betrifft, was du auch in deinen Sonntag einpaust?
00:03:15: Ist ja eigentlich die Achtsamkeit.
00:03:16: Für mich ist es ein Ritual, was ich jeden Tag einbaue, dass ich mich im Spiegel begrüße wie eine gute Freundin.
00:03:22: Also ich schaue mich nie an.
00:03:25: Wenn ich meine beste Freundin treffe, gucke ich sie nicht an und denke, Augenringe, das linke Auge ist mehr geschwollen.
00:03:32: Ich hab mich nicht satt gesehen an ihr, weil ich sie ohne Ende liebe.
00:03:35: Genau mit diesem liebevollen Blick schau ich mich.
00:03:37: jeden Morgen, oder wann immer ich mich im Spiegel sehe, schau ich mich immer an.
00:03:42: und freue mich, dass ich da bin.
00:03:43: Das ist volles Geschenk.
00:03:45: Und es geht so oft verloren.
00:03:47: in dieser Hektik und dem Stress des Alltags.
00:03:49: Spüren wir nur noch das, was wir machen müssen und nicht mehr das, was wir machen dürfen.
00:03:53: Und machen dürfen, da ist ganz groß und allem voran die Tatsache, dass wir hier sein dürfen.
00:04:00: Da könnte man sich so ein Reminder an Spiegel
00:04:03: pinnen.
00:04:04: Und das muss ja auch gar nichts Pathetisches sein.
00:04:06: Man muss da ja nicht heulen vor Glück oder sowas.
00:04:08: Einfach nur diese Tatsache, ich freue mich, dass du da bist.
00:04:10: Und zwar richtig, richtig doll.
00:04:13: Schön.
00:04:14: Ja.
00:04:15: Es ist wirklich schön, wenn man das mal etabliert hat.
00:04:17: Und ich hab das natürlich schon vielen besonders Frauen gesagt, mach das mal.
00:04:21: Das kann ich doch nicht bringen.
00:04:23: Ich hab auch schon von Frauen gehört, dass sie sich im Spiegel anspucken, weil sie sich so verachten.
00:04:27: Oder sich eine reinhauen, weil sie wieder irgendwie müde und abgeschlagen aussehen.
00:04:32: Dann denk ich mir, das ist mit Sicherheit nicht der richtige Ansatz.
00:04:36: Wenn du eh schon fertig bist, dann solltest du einfach dich anschauen und sagen, ich kümmere mich jetzt und dich.
00:04:41: Nichts ist jetzt wichtiger, dir wieder gut geht.
00:04:45: Wow, das ist traurig zu
00:04:46: hören.
00:04:46: Ja, es bricht mir das Herz und ich möchte sie alle in den Arm nehmen und für jede einzelne da sein und ich glaube deswegen brennig so für dieses Thema, weil ich natürlich auch oft gefragt werde, so ist das nicht total oberflächlich und diese ganze Beauty-Kiste, aber das ist es nicht, weil das ist der erste Berührungspunkt.
00:05:03: Wir müssen durch die Oberfläche tauchen, um in die Tiefe zu kommen, selbst bei mir.
00:05:06: Es geht nicht anders, nur mal durch die Oberfläche durch.
00:05:09: Und das ist genau dieser Berührungspunkt.
00:05:11: Und den hab ich aber auch für mich selber.
00:05:12: Ich kann mich über Beauty halt auch so in einem ersten Schritt mir annähern und sagen, diese Zeit nehm ich mir jetzt für mich.
00:05:21: Du warst ja lange in der eher oberflächlichen Beauty-Welt, in der Beauty-Industrie unterwegs, als Redakteurin, aber auch
00:05:27: Medikapartist.
00:05:28: Bin ich
00:05:29: immer noch.
00:05:29: Ich bin
00:05:29: immer noch Teil davon.
00:05:31: Was hat dich dazu geführt, so ein bisschen kritischer zu hinterfragen?
00:05:36: Gab's da vielleicht auch so Momente?
00:05:39: Ja, Momente, die dich so aufgerittelt haben.
00:05:42: Die gab's immer wieder, immer wieder Impulse, wo ich mich falsch gefühlt habe.
00:05:46: Und das Ganze hat sich dann irgendwann in so eine große Sinnkrise umgewandelt, dass ich mir dachte, okay, ich gehöre einfach nicht her.
00:05:52: Und dann hatte ich aber einen Austausch mit einer ganz tollen Frau, die mir gesagt hat, nee, du gehörst gerade dahin.
00:05:59: Wenn du merkst, da gibt es nicht so viel von diesem Gefühl, sondern nur Oberflächlichkeit.
00:06:05: Aber du kannst das.
00:06:06: Du siehst in die Herzen der Leute.
00:06:07: Du siehst sie, du liebst sie.
00:06:09: Du findest die Schönheit in jedem.
00:06:11: Dann solltest du genau das machen.
00:06:13: Du solltest da bleiben und nicht irgendwo anders hingehen, wo das vielleicht eh schon da ist, in die spirituelle Richtung.
00:06:19: Oder welcher auch immer, oder inner health, oder was auch immer.
00:06:23: Da gibt's das ja schon.
00:06:24: Da gibt's ja schon Menschen, die das ganz, ganz stark erzählen und dieses Narrativ verteilen.
00:06:30: Aber in der Beauty gibt's das noch nicht so viel, dass Menschen ... eben bei sich sind und sagen, ich weiß, dass ich schön bin und mir muss niemand was anderes erzählen.
00:06:40: Ich spüre das, ich fühle mich schön.
00:06:43: Und ich möchte, wenn ich einen Traum formulieren dürfte, ähnlich wie hier sein zu dürfen, ist es halt einfach so, wenn ich nur ein paar Menschen damit berühren kann und die in dieses Gefühl finden, dann hat sich's gelohnt.
00:07:01: Um noch mal auf die Frage zurückzukommen.
00:07:04: Gab's so, also du hast mir ja schon im Vorgespräch auch erzählt, du hattest eine Beauty-OP, du hattest ein sehr schwieriges Erlebnis damit, was dich halt auch umdenken lassen.
00:07:18: Ja.
00:07:19: War das so ein Schlüsseereignis oder gab es so andere Schlüsseereignisse an die du dich auch erinnerst, wo du dachtest, okay, ich kann es irgendwie nicht mehr oder das entspricht nicht mehr dem, was ich vertreten möchte?
00:07:31: Also ich glaube, das lässt sich ganz gut zusammenfassen, dass ich früher, also vor dieser Beauty OP, habe ich mir immer die Frage gestellt, wie andere mich sehen.
00:07:41: Selbst egal, auf welchem Job ich war, dieser Job-Makeup-Artistin, der hält sich ja im Prinzip an der Oberfläche auf.
00:07:48: Also, am Set von so einem Fotoshooting will niemand wissen, wie es dem Model geht.
00:07:52: Oder du tauschst dich zwar schon auch untereinander aus, ich will jetzt nicht sagen, dass das Team nicht liebevoll miteinander umgeht, aber es geht darum, ein Ideal zu erschaffen, eine Illusion zu kreieren.
00:08:04: Und ich hab noch in den Zeiten angefangen, da gab's noch nicht so viel Photoshop.
00:08:07: Wir haben teilweise noch Analog-Fotografier.
00:08:09: Da hattest du einen Polaräut, dass du mit einer Lupe angeschaut hast.
00:08:13: Dann hast du's versucht, auf Filme zu kreieren, aber du konntest kein einziges Foto irgendwie kontrollieren.
00:08:18: Du warst die ganze Zeit nur so, sitzt jede Wimper, sitzt jedes Haar.
00:08:22: Du warst die ganze Zeit nur damit beschäftigt, Fehler zu suchen.
00:08:25: Und das am Abend nicht auf die eigene Person zu transferieren, ist schwierig.
00:08:30: Und ... Ich hab mich immer damit beschäftigt, wie sehen andere aus, wie sehe ich aus.
00:08:34: Und irgendwann durchdringt dich das so.
00:08:36: Und irgendwann nimmt das dein ganzes Leben in Beschlag, dass du zum Beispiel vor so einem Termin wie heute, hätte ich mich früher drei Wochen vorher gefragt, sollte ich vielleicht noch abnehmen, damit ich beim Sitzen von der Seite nicht so dick aussehe.
00:08:47: Laute so ein Blödsinn.
00:08:49: Also, wofür ich meine Energie früher hergegeben hab.
00:08:52: Und das hat sich immer weiter aufadiert.
00:08:55: Dann kam natürlich immer, also ich ... Ich bin jetzt fünfundvierzig, das heißt, mit Anfang dreißig hat es dann angefangen, dass ich gemerkt hab, oh, mein Gesicht verändert sich, ich krieg so ein bisschen Augenringe und die Nase wird größer und Falten kommen dazu.
00:09:07: Das war dann natürlich auch total schlimm für mich.
00:09:09: Das heißt, diese Selbstabledung hat dann ihren Höhepunkt in diesem missglückten Eingriff.
00:09:14: Das war ein journalistischer Selbstversuch, bei dem ich oder ich bin dort in Kontakt gekommen mit resistenten Krankenhauskeimen und bin dann bei einer Not-OP gerettet worden.
00:09:23: Und es stand wirklich ... auf der Kippe, ob ich das überlebe oder nicht.
00:09:27: Und das war wirklich dieses klassische Rock-Bottom-Erlebnis.
00:09:32: Du sitzt ganz, ganz unten, es gibt keinen weiter runter mehr.
00:09:36: Du sitzt da, du hast Schuldgefühle, die wird zum ersten Mal bewusst, dass das alles ziemlich gefährlich ist.
00:09:43: Ich hatte ja auch als Teenagerin, hatte ich schon Magersucht und habe auch immer so ein bisschen mit diesem Gefühl, ich möchte verschwinden, ich möchte nicht hier sein.
00:09:51: Ach ist doch egal, wenn ich sterbe.
00:09:53: Damit habe ich so ein bisschen kokitiert.
00:09:55: Aber das ist ja eine krasse Kontrollgeschichte auch, Hunger zu kontrollieren und so was.
00:10:00: Das war anders, weil das ... ist passiert mit mir.
00:10:03: Ich hatte keine Möglichkeit, da Kontrolle auszuüben.
00:10:06: Es ist mir entglitten.
00:10:08: Und ich stand da und dachte mir nur noch, was habe ich getan?
00:10:10: Meine Kinder wachsen ohne Mutter auf.
00:10:12: Alles nur, weil ich größere Brüste haben wollte.
00:10:16: Also was für ein Blödsinn.
00:10:18: Und das war der größte Wendepunkt in meiner Geschichte.
00:10:22: Das war wirklich das, wo ich ... wo ich wachgeschrien wurde im Prinzip.
00:10:27: Vorher war es so, dass ich mich oft falsch gefühlt hab, dass ich gemerkt hab, das ist nicht richtig, was wir hier machen.
00:10:32: Die ist viel zu dünn.
00:10:34: Warum gebt ihr ihr nichts zu essen?
00:10:36: Auch dieses Muttergefühl für viele Models in so Shooting-Situationen.
00:10:40: Aber diese OP war natürlich der Big Bang, der mich gezwungen hat, in die andere Richtung zu gehen.
00:10:47: Es wirft natürlich auch, wenn du an so einem Punkt ... bis die Frage aus, warum habe ich das getan?
00:10:53: Wie kam es dazu?
00:10:55: Wie habe ich so ein Bild von mir selbst entwickelt?
00:10:59: Wie kam es dazu, dass ich das haben musste, um mich irgendwie kompletter zu fühlen?
00:11:05: Jetzt ist es ja so, wie du schon meintest, viele, vor allem Frauen, glaube ich, sind relativ anfällig dafür.
00:11:13: Mittlerweile vielleicht auch Männer durch Social Media und so weiter.
00:11:16: Aber denkst du, Warum denkst du es vor allem bei Frauen so, dass sie so suggeriert bekommen oder dieses, so ein Selbstbild entwickeln, wo sich dann überlegt wird, okay, ich bin nicht richtig, ich bin vielleicht nicht dünn genug, ich brauche Osempik, ich muss mein Körper optimieren, ich darf keine Falten haben, obwohl ich irgendwie vierzig Jahre alt bin, stressig einen Job hab.
00:11:40: Wie kommt das?
00:11:41: Hast du eine Erklärung dafür?
00:11:43: Ich glaube, da gibt es ganz viele unterschiedliche Gründe.
00:11:46: Für mich zum Beispiel war es meine Kindheit.
00:11:48: Ich hatte eine sehr strenge Mutter, die sehr kalt war, die sehr bewertend war.
00:11:53: Ich habe keine bedingungslose Liebe erfahren.
00:11:55: Und die Stimme, die ich von Kindestagen an immer so gehört habe von außen, die ist irgendwann ins Innen gegangen.
00:12:02: Das heißt, ich habe alles immer bewertet.
00:12:03: Ich habe mich selbst runtergemacht.
00:12:05: Ich habe mich meistens selbstfertiger gemacht, als es jemals hätte jemand von außen machen können.
00:12:10: Aber ich glaube, es gibt auch andere Gründe.
00:12:12: Es gibt schon auch Menschen, die den gesellschaftlichen Druck jetzt über Jahrzehnte gespürt haben, weil die Frauen, die jetzt zum Beispiel Anfang zwanzig sind, die sind vielleicht in ganz anderen Familienkonstrukten groß geworden.
00:12:25: Das waren die Eltern vielleicht eher physisch abwesend, weil die beide gearbeitet haben.
00:12:29: Dann sind diese Menschen sehr viel mit sich alleine, allein sein und Einsamkeit, haben dann irgendwann so einen fließenden Übergang.
00:12:36: Und dieses ... dieses sich nicht mehr spüren, weil man sich vorher zu viel gespürt hat, weil diese Einsamkeit oft auch vielleicht unerträglich ist.
00:12:43: Alles führt zu dieser Form von Selbstablehnung, weil wenn ich mich selbst angenommen habe, dann möchte ich ja, dass es mir gut geht.
00:12:51: Und ich glaube, dass diese Stimmen von außen, egal ob das jetzt ... Von einer Mutter kommt, von einem Vater kommt, von einer Großmutter hab ich auch in den letzten Tagen ganz oft gehört aus meiner Community.
00:13:02: Alle, die das Buch gelesen haben, haben mir geschrieben, so krass, bei mir war's die Großmutter, der Großvater, die Tante.
00:13:08: Also es gibt diese Stimme von außen und die ebnet den Weg, dass dann, wenn die Stimme der Gesellschaft dazukommt, du plötzlich damit resonierst und dir denkst, oh ja, stimmt.
00:13:17: Also ich seh ja nicht so aus wie das Model oder ich seh ja nicht so aus wie die Influencerin.
00:13:21: Und ich glaube leider, dass es mittlerweile ... Mädchen, wie Jungs betrifft.
00:13:25: Weil bei Jungs ist ein anderes Ideal, was da gezeichnet wird.
00:13:29: Aber die retten teilweise auch mit vierzehn ins Fitnessstudio, weil sie irgendwie
00:13:34: aufgepumpt
00:13:35: sein müssen.
00:13:35: Damit sie irgendwie so wie diese Alpha-Männer aussehen.
00:13:38: Und die Frauen müssen dann so aussehen.
00:13:40: Und die Männer müssen so aussehen.
00:13:42: Und da entsteht so eine Gleichschaltung, so eine Optische, die ich gerade beobachte in dieser Generation.
00:13:48: Dass die Mädels untereinander alle ähnlich aussehen.
00:13:51: Und die Jungs aber auch, die haben alle denselben Haarschnitt.
00:13:54: Alle dieselbe Schulterbreite, das ist ...
00:13:57: Ich hab kürzlich erst von so einem neuen Trend bei Jungs, das heißt ... Lux-Maxing oder irgend sowas.
00:14:03: Und dann ... gibt's vorn, in denen man sich bewertet.
00:14:07: Und es gibt Vorschriften, wie ... darf der Abstand zwischen Nase und Mund sein.
00:14:13: Und
00:14:14: teilweise halt auch echt gefährliche Sachen, wo sie sich selbst irgendwas spritzen, damit die Wangen
00:14:18: ... mehr eingefahren sind und diese Bälle auf den ... Ja, dick.
00:14:22: Ja, genau.
00:14:24: Du kennst wahrscheinlich manche von diesen Sachen.
00:14:26: Ich kenn leider viel zu viel davon.
00:14:27: Ich wünschte, ich müsste es alles nicht kennen, weil ich das natürlich nicht nur aus der Empathie rausbeobachte, dass ich mir selbst so viel angetan hab, sondern auch natürlich als Mutter beobachte.
00:14:38: Jetzt nicht bei meinen Söhnen speziell, aber einfach bei dieser Generation.
00:14:42: Weil ich glaube, dass diese Messbarkeit des eigenen Körpers ist halt immer ... Konstrukt ist.
00:14:49: daraus entsteht, dass ich mich nicht genug fühle.
00:14:52: Ich möchte irgendwie in diese Raster passen, damit ich endlich genug bin, damit ich endlich stimmig bin, damit ich mich nicht mehr falsch fühle.
00:15:00: Und dieses Gefühl angenommen, gesehen und geliebt zu werden, ich glaube, das ist generationsübergreifend.
00:15:06: Das hat meine Mutter mit Mitte-achtzig genauso wie ich oder meinen Sohn oder ... ein ganz kleines Kind.
00:15:12: Wir wollen alle gesehen werden und eigentlich auch bedingungslos und nicht immer erst was machen müssen.
00:15:19: Das macht uns komplett kaputt.
00:15:21: Aber das ist ja eigentlich das, was dann im besten Falle, wenn du sagst, es entsteht oft schon in der Kindheit.
00:15:27: Idealerweise bekommt man ja dieses Urvertrauen von seinen Eltern geschenkt, so in den ersten Lebensjahren.
00:15:33: Da entwickelt sich das ja eigentlich.
00:15:37: Ja, jetzt ist natürlich auch kein Elternteil fehlerfrei und so weiter.
00:15:40: Das sind die kleinsten Sachen, die irgendwie dazu beitragen können, dass man sich
00:15:44: nicht
00:15:45: genug fühlt auf irgendeine Art und Weise.
00:15:46: Oder falsch.
00:15:47: Ich erzähle da immer sehr gerne eine Situation.
00:15:50: Das ist ein Klassiker, passiert in jeder Familie.
00:15:52: Und zwar, Eltern haben gestritten, Kind hört oben im Zimmer, da unten ist irgendwas los, Kind kommt runter in die Küche und sieht die Mama weinen und fragt, was ist los?
00:16:05: Und die Mutter sagt, nichts.
00:16:07: Das Kind spürt, es ist was los.
00:16:10: Dann gibt's die andere Seite, wo Eltern dann sagen oder die Mutter dann sagt so, oh, der Papa und ich, wir haben so gestritten.
00:16:17: Das überfordert das Kind.
00:16:19: Dann mach ich das Kind ja direkt zu meinem Freund, meinem Therapeuten oder sonst was.
00:16:23: Aber zu sagen, ich bin grad traurig, aber es überhaupt nicht dein Problem.
00:16:28: Ich kümmere mich da jetzt selber drum.
00:16:31: Einfach diese Abgrenzung.
00:16:32: Aber dem Kind zu bestätigen, du hast das richtig gespürt.
00:16:35: Du hast absolut das richtige Gefühl.
00:16:37: Du bist absolut in Ordnung.
00:16:39: Du kannst aber grad nichts machen.
00:16:41: Das ist überhaupt nicht dein Job.
00:16:42: Weil du bist mein Kind.
00:16:44: Also den anderen Menschen den Platz geben.
00:16:50: Das ist spannend, dass du das sagst, weil man ja oft davon ausgeht, okay, die Kinder kriegen das noch gar nicht mit.
00:16:55: Die können das nicht verstehen, aber natürlich kriegen die es mit.
00:16:58: Und man unterschätzt das, glaube ich, ganz oft.
00:16:59: Aber das ist ein interessantes Beispiel, wo ich mir denken würde, okay, eine Großzahl der Menschen kennt das vielleicht.
00:17:07: Total.
00:17:07: Und das sind eben diese Kleinigkeiten, wo wir... Auch anderen Menschen oft ihre Wahrnehmung absprechen.
00:17:13: Warum nicht ehrlich sein?
00:17:14: Warum sage ich, wenn's mir nicht gut geht?
00:17:17: Ah, ne, mir geht's an besten.
00:17:18: Mir geht's total
00:17:19: gut.
00:17:20: Mein Vater ist sogar gestorben.
00:17:23: Warum müssen wir denn immer alles im Griff haben?
00:17:25: Wieso müssen wir immer alles alleine schaffen?
00:17:27: Wir sind soweit weggekommen von so gesunden Strukturen.
00:17:30: Dieser Turbo-Individualismus, das jeder so sein Ding macht und die Powerfrau, die alles alleine schafft.
00:17:36: High-Performer.
00:17:37: Ja, mein Bestes selbst sein.
00:17:40: Und alles ist immer so darauf ausgerichtet, dass wir noch mehr leisten können, noch fitter sind, noch krasser sind.
00:17:46: Und dadurch geht dieses einfach Zusammensein, wo jeder seinen Ort hat, wo das Kind neben der Mama auf der Bank sitzt und weiß, die kümmert sich.
00:17:55: Ich bin grad sicher, ich muss hier nicht den Raum scanen und nicht gucken, gibt's irgendwo eine Gefahr.
00:18:01: Und das sind oft so Dinge, das ist eine ganz blöde Vergleich, aber ich denke mir manchmal ... Wir sollten sowas wie so Schulen haben, wo wir solche Dinge als Eltern lernen, weil wir machen es ja auch zum ersten Mal.
00:18:13: Wir sind zum ersten Mal auf der Welt, irgendwann kriegen wir ein Kind.
00:18:17: Und egal wie viele Erziehungsratgeber wir vorher gelesen haben, es fühlt sich anders an, weil unser Kind ist ein Individuum, wir bringen unsere Geschichte mit.
00:18:24: Und ich glaube, das wäre total toll, wenn es so Anlaufstellen gäbe.
00:18:29: wo man in dieses intuitive Reinkommen und einfach spürt, wo man systemisch auf seinen Platz hat.
00:18:35: Wo gehört ein Kind eigentlich hin?
00:18:37: Wo gehöre ich denn als Mutter hin?
00:18:39: Und das ist total wichtig, finde ich.
00:18:41: Vielleicht wäre das ein neues Projekt für dich jetzt.
00:18:44: Ich habe
00:18:45: ganz, ganz lange systemische Ausbildungen gemacht, berufsbegleitend.
00:18:49: Und Familiensysteme sind total mein Ding.
00:18:51: Ich finde nichts wichtiger eigentlich und auch nichts Trostspenden.
00:18:55: Gerade in harten Zeiten merken Menschen, wie stabil oder instabil ihr Familiensystem ist.
00:19:01: Magst du vielleicht kurz erklären, was so eine systemische Aufstellung ist oder wie das abläuft?
00:19:06: kurz, weil viele unserer Zuhörer haben, glaube ich.
00:19:10: Keine Ahnung,
00:19:10: was das ist.
00:19:12: Wir sind ja alle Teil von einem System.
00:19:14: Egal, wo wir uns befinden, sind wir Teil eines Systems.
00:19:17: Und ich erkläre das immer gerne mit einem Bild, weil sich dann alle Menschen vorstellen können.
00:19:22: Nimm eine große Schüssel für sie mit Wasser und leg ganz viele Plastikbälle rein.
00:19:26: Jetzt lässt du das da einfach stehen.
00:19:27: Es beruhigt sich.
00:19:28: Alle Bälle sind auf der einer Ebene da an der Oberfläche vom Wasser.
00:19:32: Du nimmst einen Ball, das ist dann stellvertretend ein Mensch in deinem Familiensystem und drückst den Ball nach unten.
00:19:39: Und alles kommt in Bewegung.
00:19:41: Wir sind alle Teil von einem Familiensystem.
00:19:44: Und wenn sich etwas in uns ändert, ändert sich etwas im gesamten System.
00:19:49: Und deswegen mag ich die systemische Arbeit.
00:19:51: Die systemische Arbeit ist sehr... sag ich mal, die Suche nach Ressourcen, nach Lösungen.
00:19:56: Das heißt, wir graben nicht in der Vergangenheit rum und schauen irgendwie, wo war es jetzt am Allerschlimmsten und auch Gott und Deine Mutter und Dein Vater, sondern wir schauen, was ist denn da und was können wir ausbauen.
00:20:07: Und da gibt es unterschiedliche Rangehensweisen.
00:20:09: Es gibt zum Beispiel die Familienaufstellung.
00:20:12: die entweder mit Stellvertretern funktioniert oder du kannst die auch mit Gegenständen machen.
00:20:17: Und so kannst du dich Probleme nähern, die dich in deinem Alltag betreffen.
00:20:20: Wenn du z.B.
00:20:21: sagst, du hast immer wieder auf der Arbeit das Problem, dass du dich unterordnest, dass du am Ende alles machst, dass wir einfach schauen, woher kann das denn kommen?
00:20:28: Und dann gibt es natürlich auch generationsübergreifend systemische Arbeit, wo ich wirklich gucke, wo bei den Großeltern, Urgroßeltern könnte es sein.
00:20:37: Und ich hab dann noch die Kinesiologie mit dazugenommen.
00:20:40: Und dann hast du auch noch das Körpergedächtnis, und dann wird's richtig
00:20:43: cool.
00:20:43: Richtig
00:20:44: spannend.
00:20:44: Ja, es ist so spannend.
00:20:45: Es ist mit die spannende Arbeit, die es gibt.
00:20:48: Arbeitest du auch noch damit?
00:20:49: Nee, ich hab das eine Zeit mal gemacht neben meinem eigentlichen Beruf.
00:20:54: Und fand's auch immer ganz toll, hab dann auch die Meditation noch mit dazu genommen und hab eben so ein übergreifendes Behandlungskonzept auch entwickelt.
00:21:05: Aber als es mit Frau Beauty losging, war das nicht mehr möglich, feste Termine.
00:21:09: Also diese Zuverlässigkeit, die du ja auch wahrscheinlich aus deinem Job kennst, du musst da sein, weil die Menschen verlassen sich auf dich und die sollen sich auf dich verlassen.
00:21:18: Und diese Zuverlässigkeit konnte ich nicht mehr gewährleisten.
00:21:21: Und es war dann der Moment, wo ich gesagt habe, ich muss schweren Herzens, diese Zweigleisigkeit, die ich eine Zeit lang da hatte, aufgeben.
00:21:29: Nichtsdestotrotz hast du ja viele Sachen gelernt, die du auch für dich persönlich, also ich mein, Kinesiologie kannst du auch für dich nutzen, das aufstellen kannst du für dich und deine Familie nutzen, für ihr.
00:21:39: Probleme deiner Kinder vielleicht.
00:21:41: Das darf ich ja nicht, weil die zu nah an mir dran sind.
00:21:44: Da bringe ich meinen eigenen Blödsinn mit rein.
00:21:46: Weil das ist ja immer ganz gefährlich, dass du einfach Menschen, die dir zu nah sind, da hast du dann einfach ein persönliches Interesse.
00:21:52: Und es ist besonders kraftvoll, wenn du dem Menschen, dem du gegenüber sitzt, nicht persönlich verbunden bist, sondern ihn wirklich neutral betrachtest und wirklich auch dieses Interesse an der Geschichte.
00:22:04: Weil wenn mein Sohn mir jetzt was erzählt, dann weiß ich ja, wie der so drauf ist und werte das.
00:22:10: Aber bei jemandem, den ich gar nicht kenne, da kann ich nachfragen und auf Worte hören.
00:22:17: Das ist eine ganz tolle Detektivarbeit, finde ich auch.
00:22:20: Find ich auch tolle Arbeit.
00:22:23: Vielleicht irgendwann einmal.
00:22:25: Vielleicht, das wäre schön.
00:22:26: Vielleicht, wenn du diese Teachings für werdende Mütter machst.
00:22:33: Ich glaube wirklich, wenn ich einen Kurs geben dürfte, dann wäre es dieses einfach sein.
00:22:37: das den Menschen beizubringen, dass sie gar nichts leisten müssen.
00:22:42: Einfach nur um zu sein.
00:22:44: Es gibt Bereiche in unserem Leben, da müssen wir was leisten.
00:22:46: Wir müssen auf der Arbeit einen guten Job machen, damit wir unser Gehalt bekommen.
00:22:50: Aber wenn ich hier bin, muss ich ja nichts leisten in dem Sinn.
00:22:55: Ich bin einfach gerade hier.
00:22:57: Und das
00:22:58: reicht auch.
00:23:01: Um nochmal auf unser vorheriges Thema zurückzukommen, wir hatten ja schon über den Ursprung von solchen ... Ja, Glaubenssätzen in einer Kindheit gesprochen.
00:23:11: Jetzt ist es aber auch so, es wird ja vermittelt über die Medien, die Industrie, Social Media.
00:23:19: Was würdest du meinen, spielt das für eine Rolle?
00:23:22: Was wird da suggeriert bekommen und was bekommen wir suggeriert und was macht es mit uns?
00:23:27: Das ist ganz dramatisch aus meiner Sicht, weil wenn wir es mal mit den Neunzigern oder Achtzigern vergleichen, da bin ich dann durch die Stadt gelaufen und hab ab und wann irgendwo ein Plakat gesehen oder meine Zeitschrift, die ich mir leisten konnte, aufgeblättert und da war dann mal so ein Frauenkörper drin.
00:23:42: Da habe ich in homöopathischen Dosen mit diesem Idealkontakt gehabt.
00:23:45: Dann kam immer mehr Fernsehen dazu, wo dann irgendeine Frau halt nackt durch die Wellen gesprungen ist, um ein Duschgiel zu bewerben oder irgendjemand super schlank am Waschpulver stand.
00:23:55: Das heißt, da wurde es dann schon ein bisschen schneller von der Taktung, dass wir dieses Idealbild suggeriert bekommen haben.
00:24:03: Und das, was ja so gefährlich ist, wenn wir jetzt in unsere jetzige Zeit schauen, dann kriege ich das ja sie kündlich.
00:24:10: Ich kann ja da in so einem Doomscroll, wenn ich weiter wische, sehe ich ja wahrscheinlich ... ... fünfhundert Frauenideal-Bilder mit dem perfekten Gesicht.
00:24:21: Alle sehen aus wie die Kardashian's.
00:24:24: Das ist ja unfassbar.
00:24:25: Und wenn sie es in echt nicht tun, haben sie ihr Gesicht durch Facetune gejagt, haben irgendwie geschaut, dass sie zumindest auf dem Video, auf dem Foto, dem Ideal näher kommen.
00:24:35: Und ... Das Hirn kann nicht unterscheiden, ob es etwas echt sieht oder etwas in einem Film, einem Video, in einem Foto sieht.
00:24:45: Das Bild bauet.
00:24:46: Das Hirn baut sich ein Idealbild zusammen.
00:24:49: Und wenn ich dann so stundenlang dadurch gespault bin, und alle sehen fantastisch aus, und dann gehe ich ins Badezimmer, dann sehe ich von meinem inneren Auge aus wie ein Picasso.
00:24:59: Dann denke ich mir, heiliger Bimbaam, da ist ja nichts gerade in diesem Gesicht.
00:25:03: Da sind ja Tränensecke.
00:25:05: Ich hab ja ein Gesicht wie, keine Ahnung, ein Pferd.
00:25:08: Also, da passt ja dann nichts mehr in dieses Ideal.
00:25:11: Und das ist das Gefährliche, dass wir so viel ... Von diesem Idealbild sehen, wenn wir uns davon nicht schützen.
00:25:18: Natürlich gibt's Menschen, die folgen irgendwelchen Skatern oder Athleten oder Tennis-Spielern oder was auch immer.
00:25:24: Die haben das nicht in so einer hohen Frequenz, aber die Kids.
00:25:28: Die haben genau diesen Stream, der das füttert.
00:25:31: Und dann kommt der nächste Schritt.
00:25:33: Dann gibt's überall die Leute, die darüber berichten, ich bin nach Istanbul geflogen und hab mir für sieben Tausend Euro ein Deepplane-Facelift mit Mitte zwanzig machen lassen.
00:25:42: Was ist das?
00:25:42: Das ist ein Facelift, was nicht die Haut strafft, sondern in der Tiefe.
00:25:47: Straft.
00:25:48: Und dadurch wird die Haut, bleibt die Haut ganz beweglich.
00:25:51: Das hat Kris Jenner jetzt gemacht, Lindsay Lohan hat es angeblich gemacht, Brad Pitt hat es gemacht.
00:25:56: Das sind Menschen, die sich im Prinzip unter dem Gesicht haben straffen lassen, wie ein Deepplane.
00:26:02: Da wird in den tieferen Schichten gearbeitet.
00:26:04: Und ... Da ist dann die Gefahr, dass das auch so plötzlich so käuflich, ja, fliegt doch nach Istanbul.
00:26:10: Es war super, ich war in so einem schönen Hotel untergebracht und dann gucken wir jetzt, dann haben die so Verbände um den Kopf und dann sagen sie irgendwie so, das bin ich zehn Tage Post-Op und das bin ich zwanzig Tage Post-Op und dann sehen die alle fantastisch aus, dann fliegen sie noch mal hin und lassen sich noch mal die Ohren machen.
00:26:24: Geht zu diesem Arzt?
00:26:25: Ja, nicht mal das, sondern einfach in Istanbul wird dann da so als das Non-Plus-Ultra dargestellt.
00:26:32: und jetzt bin ich so ... dass ich das abstrahieren kann und mir denke, es gab schon ein paar Mal in der Beauty-Industrie so das vermeintliche gelobte Land, wo dann alle hingepilgert sind.
00:26:44: Und ich kann euch sagen, das hat alles ein Schwester im Unglück, so geil das am Anfang aussieht, wir wissen nicht, wie das in fünf oder zehn Jahren aussieht.
00:26:51: Ihr seid noch ein bisschen auf dem Planeten, lasst euch einfach mal Zeit.
00:26:54: Und dann krieg ich irgendwie in Interviews mit plastischen Chirurgen gesagt, dass ich noch ganz wenig Zeit hab, um ein gutes Facelift hinzubekommen.
00:27:01: Das soll ich lieber jetzt machen.
00:27:03: dann muss ich es nicht mehr später so krass machen.
00:27:06: Und ich denke so, oder ich werde einfach die Frau, die ich halt wert.
00:27:11: Warte mal, also...
00:27:13: Ja, was ist eigentlich mit diesem Altern?
00:27:17: Was war das denn noch?
00:27:18: Was
00:27:18: war das?
00:27:19: Ja, und ich meine, ich finde ja zum Beispiel Longevity ist ja was ganz anderes.
00:27:23: Da sind wir im Bereich... Der Alterungsprozess ist ein Entzündungsprozess.
00:27:28: Und wenn ich mich darum kümmer, dass es meinem Körper gut geht, dass ich fit bin, dass ich Sport mache, dass ich mich gut ernähre, dass ich genug Schlaf bekomme, vollkommen andere Schoße.
00:27:37: Das ist für mich ab einem gewissen Alter essentiell, dass wir in so ein gutes Gefühl zu unserem Körper finden und uns das geben, was wir brauchen.
00:27:47: Aber jetzt eine Mitte zwanzigjährige, also schauen wir uns die Bella Hadid zum Beispiel an, das ist ein Model, das ... ist, glaube ich, mit achtzehn schon komplett operiert gewesen.
00:27:58: Die Kardashians.
00:27:59: Das sind ganze Familien, die sich komplett haben operieren lassen.
00:28:02: Da sieht niemand mehr aus.
00:28:03: Der hat auch viel Geld damit
00:28:04: gemacht.
00:28:04: Natürlich.
00:28:05: Das ist einfach ein Hingucker.
00:28:08: Und ich sage überhaupt nicht, dass ich das nicht attraktiv finde, nicht schön finde, ich lehne nichts davon ab.
00:28:14: Aber ich gebe einfach zu bedenken, dass das eine gewisse Kurzfristigkeit hat auf einer psychologischen Ebene, weil es uns nicht wirklich weiterbringt.
00:28:26: Es ist halt auch so, es wird einem suggeriert, die Leute eifern dem nach.
00:28:30: Es wird so ein neues Beauty-Ideal kreiert eigentlich.
00:28:34: In unserem Vorgespräch hast du schon gemeint, es ist eigentlich grotesk.
00:28:37: Kannst ja noch mal sagen, was wäre das Ideal?
00:28:40: Ja, das kann ich gar nicht so richtig in Worte fassen, aber es sind ja im Prinzip Mandelaugen, hohe Wangenknochen.
00:28:45: Also eigentlich ... Aus allen ethnischen Gruppierungen der Welt wird so ein Gesicht zusammengebastelt.
00:28:51: Und du kannst wirklich jeden einzelnen Baustein kannst du an irgendeinem Ort der Welt etwas ja weiter verbreitet finden.
00:28:59: Und wir wissen alle, dass hohe Wangenknochen woanders zu finden sind, als jetzt z.B.
00:29:05: schräge Mandelaugenformen oder ganz kleine Puppenmünder dann mit super kleinen Namen.
00:29:11: Also das ist ja ganz grotesk, was da zusammengebastelt wird.
00:29:14: Und so weit ich weiß, sind das auch bisher nur männliche plastische Chirurgen.
00:29:20: Was ich jetzt einfach mal so in den Raum stellen möchte und ich habe es jetzt nicht richtig hart recherchiert, aber so weit ich es mitbekomme, wann immer jemand kommuniziert wird.
00:29:30: Es ist ein Mann.
00:29:32: Und ich finde das einfach so grotesk, da bin ich jetzt schon wieder bei dem Board, dass Gesichter erschaffen werden, dass da wirklich wie früher so ein Künstler, der sich vor so eine Leinwand gestellt hat und dann was gemalt hat, ist da jemand in einem OP und sagt, Nase noch kleiner, Bange noch größer, Kind, nee, doch nicht, machen wir hier noch.
00:29:53: Also da wird einfach ein Bild erschaffen.
00:29:58: Und dann wird es zur Normalität dazu gezählt.
00:30:01: Und wenn wir jetzt ein Bild von Kim Kardashian zum Beispiel von vor zwanzig Jahren nehmen, dann denken wir uns so, ich weiß nicht, ob das nur die Gene waren.
00:30:12: Und alleine darüber sollten wir eigentlich gar nicht nachdenken, weil eigentlich kann die ja machen, was sie will.
00:30:18: Aber wenn es halt so einen globalen Impact hat, dann muss man es halt doch mal irgendwie thematisieren.
00:30:23: Das ist ja auch so das Ding.
00:30:25: Ich sehe uns so und so aus und es liegt daran, dass ich das und das mach und hier kauf.
00:30:29: Ja.
00:30:30: Kauf mein Kossett oder Kauf mein... Was war jetzt hier diese...
00:30:34: Ja, diese... Das ist ja auch für Menschen, die gerade irgendwie zum Beispiel Fettabsaugung im Kindbereich hatten, ist das ja durchaus sinnvoll, so eine Bandage unterm Kind zu haben.
00:30:44: Aber für alle anderen Menschen ist das totaler Quatsch, weil ich meine, die Haut ist elastisch und meine Haut, die wird jetzt nicht... Also mein Doppelkind oder mein hängendes Kind wird sich überhaupt nicht davon beeindrucken lassen, wenn ich mir nach so eine orthopädische Binde um den Kopf wickel.
00:31:02: Aber die Leute machen es
00:31:03: trotzdem.
00:31:03: Natürlich, klar.
00:31:04: Weil die Hoffnung stirbt zuletzt.
00:31:06: Und es ist so verdammt schwer, sich selbst einfach als das anzunehmen, was man isst.
00:31:12: Seine Geschichte anzunehmen, seine Stärken und Schwächen anzunehmen.
00:31:14: Das ist richtig Arbeit.
00:31:16: Und da ist so eine ... Bege, Kopfbinde, irgendwie, oder dieser Osempig-Spritze und so was.
00:31:25: Das ist halt einfach.
00:31:27: Da muss ich mich nicht mit der Frage auseinandersetzen, warum hab ich denn immer Hunger?
00:31:32: Warum hab ich denn immer so Hunger auf Süßes?
00:31:34: Brauche ich vielleicht Trost.
00:31:36: Wo kann ich den Trost denn anders bekommen?
00:31:37: Was
00:31:38: will ich füllen?
00:31:39: Genau, genau, all diese Fragen.
00:31:41: Und da musst du sehr mit dir in Kontakt gehen und sehr ehrlich mit dir sein und vielleicht auch dir eingestehendest du.
00:31:46: superunglücklich in deiner Beziehung bist oder superunglücklich mit deinem Lebensumständen, mit der Stadt, in der du lebst oder was auch immer.
00:31:55: Und das bringt meistens dann Veränderungen und die braucht wieder Romut.
00:31:58: Und wir wissen ja, was es bedeutet, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
00:32:04: Und ich glaube, das ist dann der Moment, wo ganz viele Leute sagen, oder ich nehme die Abnehmensspritze.
00:32:09: Es kann superpainful sein, da reinzugehen in seine Schatten.
00:32:13: Jetzt weißt du ja aus Erfahrung, du hast dich damit auseinandergesetzt.
00:32:19: Was ich auch erschreckend finde, dass viele ja sich diese Filter, also diese Filter nutzen und sich dann danach oder mit einem Filter irgendwie wohin gehen und sich dann danach operieren lassen.
00:32:32: Ich wollte nochmal auf das Thema, du hast ja gesagt longevity, also wir versuchen ja nicht nur möglichst lang zu leben, sondern eher möglichst gesund.
00:32:40: Genau.
00:32:42: Ich denke, Das ist ja auch hier so eine gesunde ... Wie sagt man, eine gesunde Balance geben sollte.
00:32:50: Du hast auch in einem ... Du hattest mal was gesagt zu Don't Die-Bewegungen sterben.
00:32:56: Es ist ja auch schon wieder sehr, sehr extrem.
00:32:58: Das ist
00:32:58: extrem.
00:33:00: So extrem muss es natürlich nicht sein, aber diese ... Das ist ja
00:33:03: auch nicht machbar.
00:33:04: Der Typ gibt, glaub ich, Millionen im Monat dafür aus und hat ein Ärzteteam von zwanzig Ärzten oder so was.
00:33:09: Ich weiß jetzt nicht, wie genau er es hat.
00:33:10: Aber dieser Brian Johnson, der hat alles in seinem Leben um dieses Thema gestrickt, ist ja auch hochpsychologisch.
00:33:19: Da liegt mit Sicherheit irgendwas anderes zu Grunde.
00:33:22: Ja, ich weiß nicht, ob mir das Leben Spaß machen würde.
00:33:26: Aber genauso denk ich mir, oder sehe ich das ja auch ... Du hast ja Social Media erwähnt, man zeigt schöne Momente.
00:33:34: Es wird ja nicht gezeigt, wie geht's der Person eigentlich wirklich.
00:33:37: Sie zeigt irgendwie, ich geh das und ich ess das gesundes und dann geh ich wieder zum Sport und suggeriert dann, okay, du solltest das eigentlich auch machen, um gesund zu leben.
00:33:46: Wenn ich jetzt eine Frau hab, die zwei Kinder hat und vierzig Stunden arbeitet, ist es einfach schwierig, dann auch noch solche Sachen zu erfüllen.
00:33:54: Das ist ein weiterer Druck.
00:33:55: Druck, der aufgebaut wird und ... die konsumiert dann vielleicht auch.
00:33:59: Diese Bilder im Kopf ist dann okay, ich fühle mich mal schön, wenn ich dann in den Spiegel gucke und so weiter.
00:34:07: Würdest du auch sagen, es gibt jetzt zum einen in einer Beautyindustrie oder beim Thema Schönheit, aber natürlich auch, was diese ganze Selbstoptimierung angeht, ein gesundes Maß und irgendwann kippt es dann.
00:34:19: wie mit diesen ganzen Beauty-OPs oder übertriebenen Eingriffen, dann auch wenn ich jeden Tag irgendwo hingehen muss, dann Achtsamkeit üben muss, ich muss das und das und das und das machen, um vermeintlich gesund zu sein.
00:34:32: Aber eigentlich bin ich total gestresst von meinen Routinen und so weiter oder entwickle eigentlich auch eine Essstörung, weil es impossible ist, dass ich jetzt ein Stück Kuchen esse, weil dann ... Ja, du lachst, aber es ist
00:34:44: tatsächlich ... Ich lache aus Tiefe, Liebe und Empathie, weil ich diesen Druck so gut kenne.
00:34:50: Ich kenne den so gut.
00:34:51: Ich glaube, alles, wo ich in einem Regelwerk festhänge, selbst wenn es vermeintlich gesund ist, jede Regel schafft mir eine Enge.
00:35:01: Und ich glaube, wenn ich jetzt merke, ich bin Mutter von zwei Kindern.
00:35:06: Das muss ich nicht merken, ich bin ja Mutter von zwei Kindern.
00:35:09: Ich hab ... Ein super stressiger Alltag.
00:35:11: Ich hab meine Tiere, ich hab eine Beziehung, ich hab alles, Haushalt, alles mach ich.
00:35:20: Und wenn ich dann merke, und das ist eben genau dieses mit mir selbst in Kontakt sein, ich fang jetzt an, mich so einem Blödsinn hinzugeben wie, ich glaube, ich ernähre mich jetzt strikt nach dem Prinzip XY und fang schon an, mit so einer Härte in irgendeine Richtung zu gehen, dann ist alles, was hilft zu sagen.
00:35:39: Nein, das machst du nicht.
00:35:40: Du setzt dich jetzt hier hin, du machst dir ein Tee und dann genießt du dieses Stück Kuchen.
00:35:46: Dann genießt du es.
00:35:47: Und dann machst du dir kein schlechtes Gewissen.
00:35:49: Wir müssen diese Stimmen in unserem Kopf von, du musst noch mehr machen, wirklich transformieren.
00:35:54: Diese Stimmen, die bleiben da.
00:35:56: Auch ich hab die immer noch.
00:35:57: Aber ich überlager sie dann.
00:36:00: Ich pegel die runter und ich mach dann ganz bewusst, ich spreche richtig mit mir selber.
00:36:04: Du bist müde, du gehst jetzt ins Bett.
00:36:07: Du musst jetzt nicht mehr die Küche aufräumen.
00:36:09: Du gehst jetzt ins Bett.
00:36:10: Und dann erlaube ich mir das.
00:36:14: Sorry.
00:36:18: Sorry.
00:36:19: Und dass es eben, wann immer ich das Gefühl habe, es erzeugt Druck, ich fühle eine Enge, ich fühle mich noch kleiner.
00:36:27: Raus da.
00:36:28: Wir sind erwachsen, wir können überall rausgehen.
00:36:29: Wir haben keine Abhängigkeiten mehr in dem Sinne.
00:36:32: Ich kann spüren, das tut mir nicht gut.
00:36:34: Das macht mich klein, das macht mich eng.
00:36:36: Das bringt mich nicht weiter.
00:36:38: Und dann kann ich das sein lassen.
00:36:40: Und diese Druckkulisse, von der du jetzt gerade gesprochen hast, die mache ich mir ja selber.
00:36:44: Es gibt ja genug Druck, der wirklich von außen kommt mit, wir müssen alle Geld verdienen, wir müssen alle unsere Rechnungen zahlen.
00:36:50: Das reicht ja.
00:36:50: Da müssen wir jetzt nicht noch anfangen, uns von innen Druck zu machen.
00:36:56: Würdest du sagen, es gibt oder es gibt jemand oder Industrien, die davon profitieren von diesem... Ich fühle mich noch genug, oder?
00:37:05: Jede.
00:37:07: Ja, egal, ob das jetzt die Süßigkeitenindustrie ist, die dann mit warmen Armen da steht und sagt, komm hier, die ganzen Süßigkeiten.
00:37:15: Hier ist dein Trost.
00:37:16: Oder auch die Coachingindustrie, die ja die dann alle auffängt.
00:37:21: Und also, das ist ein... Ein globales Netzwerk an Industrien, was davon auf irgendeine Weise profitiert, ob jetzt auf eine gute oder eine schlechtes Art.
00:37:30: Also ich will jetzt überhaupt keinem Coach unterstellen, dass er sich darüber freut, dass der Mensch Elend beisammen ist.
00:37:36: Aber trotzdem profitiert auch dieser Mensch davon.
00:37:40: Und es profitiert die Gemüsetheke, weil plötzlich der Health-Warn aufkommt.
00:37:46: Und jede Industrie profitiert in gewisser Weise davon, dass die Menschen sich nicht ... selbst genügend fühlen.
00:37:54: Und das Gefühl haben Sie, muss das mit irgendwas kompensieren, mit einem Personal Trainer, mit einer Schokolade, mit Fast Food, ist vollkommen egal.
00:38:03: Es werden ja teilweise auch bewusst Probleme geschaffen im Marketing, um sie dann zu lösen.
00:38:08: Ja, es gibt auch das sogenannte Mean Girl Marketing, wo ich ja alle anderen Produkte schlecht mache, um Mainz, wie das Beste auf der Welt, darstellen
00:38:16: zu lassen.
00:38:16: Ja, okay.
00:38:17: Ja, ich bin kein Marketing-Profi.
00:38:20: Aber es ist mir schon klar, auch jetzt in anderen Industrien irgendwie, kein anderes.
00:38:27: Du hast ja immer Bauchschmerzen und so weiter.
00:38:28: Du brauchst jetzt das und das.
00:38:30: Du brauchst jetzt mein Mittel gegen deinen Bauchschmerz und so, als wenn du bewusst Probleme kreiert.
00:38:37: Gute Bauchschmerzen
00:38:38: ist vielleicht jetzt ein schlechtes Beispiel, aber jetzt zum Beispiel ... Die sinnlossten Probleme eigentlich, die da kreiert werden.
00:38:47: Aber in der Beautyindustrie wäre es halt jetzt klassisch, du hast die Falte.
00:38:51: Die ist ein Problem.
00:38:52: Genau.
00:38:53: Ich hab Botox
00:38:54: für dich.
00:38:56: Du bist jung, hast noch keine Falten.
00:38:57: Du sollst Revention
00:39:00: betreiben.
00:39:00: Hier hast du auch schon Botox.
00:39:02: Was ich auch eigentlich absurd ...
00:39:04: Es macht aus der Sicht, dass der Mathologen, der das Spritz total Sinn, nicht nur wirtschaftlich, sondern es macht tatsächlich Sinn, das präventiv anzuwenden.
00:39:12: Die viel größere Frage ist doch, warum müssen wir denn alle so faltenfrei sein?
00:39:16: Warum müssen wir denn alle so glatt gebügelt sein?
00:39:19: Also warum?
00:39:19: Ich möchte wirklich, dass mir irgendjemand das mal beantwortet.
00:39:22: Und dann gibt es natürlich den sociologischen Ansatz, den psychologischen Ansatz, den Beauty-Industrie-Ansatz.
00:39:26: Du kannst das von allen Seiten beleuchten.
00:39:28: Aber ... Schlussendlich ist diese Fehlersuche sehr groß geworden in unserer Gesellschaft.
00:39:34: Und das kannst du wirklich, egal in welcher, da kannst du ja zur Hundefutter gehen oder Hundebetten oder so was, da wird dir dann im Sommer erzählt, dass dein Hund jetzt an dem Hitze schlagt, stirbt und du brauchst das sich selbst kühlende Bett.
00:39:47: Und dann brauchst du noch das Futter, weil da ist ja das dann noch drin.
00:39:52: Und diese Pülverchen musst du da drüber.
00:39:54: Also in jeder Branche ... wird gerade so ein neues Feld der Problembewältigung.
00:40:03: Als könnten wir uns irgendwann alle einfach perfekt machen.
00:40:07: Mit dem perfekten Hundebett, der perfekten Lichttemperatur im Wohnzimmer.
00:40:15: Das geht nicht.
00:40:16: Das wird nicht passieren.
00:40:17: Man kann sich entspannen, das wird nicht.
00:40:18: Und ich hab das ... Im Vorgespräch auch gesagt, dass Selbstliebe ist die größte Rebellion.
00:40:24: genau aus diesem Grund.
00:40:25: Weil in dem Moment, wo du bei dir bist und da so ein tiefer Frieden und so eine tiefe Entspannung herrscht, bist du nicht mehr so anfällig für das alles.
00:40:31: Und ich will mich nicht gegen das Hundebett wehren.
00:40:33: Ich habe auch einige ganz Tolle zu Hause.
00:40:35: Und ich will mich auch überhaupt nicht gegen die Kosmetikindustrie stellen.
00:40:38: Das ist nicht meine Absicht.
00:40:40: Aber das gesunde Maß ist so wichtig.
00:40:43: zu sagen, ich möchte eine Creme haben, aber nicht ich möchte fünfundzwanzig Cremes, weil ich sonst furchtbar aussehe.
00:40:49: Nur ich möchte eine Creme, weil meine Haut sich dann besser anfühlt.
00:40:51: Punkt.
00:40:53: Also muss man sich immer irgendwie das Ziel sein, auch was damit zu erreichen.
00:40:57: Ja, und auch genau und auch nicht das Ziel sein, dass ich dann besser bin und organisierter.
00:41:03: Du sagst das ja auch, Beauty darf Spaß machen, aber es muss niemanden entsprechen.
00:41:07: Ja,
00:41:07: ja.
00:41:08: Und das ist auch so.
00:41:09: diese ... Diese Idealisierung von Schönheit, diese Idealisierung von Weiblichkeit, das ist ja Weiblichkeit und Jungsein, wird ja plötzlich so in einen Topf geworfen.
00:41:20: Also alle Attribute, die als Weiblich gelten, sind eigentlich Jugendlichkeit.
00:41:26: Und dann kommst du ganz schnell an den Punkt, wo du merkst, dass Weiblichkeit ein Ideal geworden ist und nicht mehr das Zuhause, was es eigentlich sein sollte, dieses tiefe Gefühl von Verbundenheit.
00:41:39: Und vielleicht sollten wir wirklich diesen Kursstaaten einfach sein.
00:41:48: Ja, ich finde es schön, dass du es noch mal ansprichst mit dieser Jugendlichkeit.
00:41:53: Weil Frauen, die dann, also das spielt sich ja dann ab irgendwie mit zwanzig bis dreißig, vielleicht Mitte dreißig und dann geht es schon so los, dass Frauen eigentlich irgendwie immer unsichtbarer werden.
00:42:05: Und nicht mehr als so... oder in ihrer weiblichen Power wahrgenommen werden.
00:42:11: Ich glaub, es ist jetzt schon so ein bisschen Switch und auch Minupause und so weiter.
00:42:16: Er fährt viel mehr irgendwie Aufmerksamkeit, was total wichtig ist.
00:42:20: Die Frauen wurden irgendwie so lange gegessen, leitet mit ihren Problemen und so weiter.
00:42:25: Aber das hättest du, glaub ich, auch gesagt, diese Schönheit oder diese Industrie findet ja irgendwie nur in so einem kleinen Altersframe statt.
00:42:33: Und danach ist eigentlich gar nicht mehr viel los.
00:42:36: Ja.
00:42:37: Ja, das ist total traurig, dass es auch alles so kategorisiert wird.
00:42:41: Ich hab ja auch eine Hautpflegelinie, die sehr simpel und einfach gestaltet ist, weil ich der Meinung bin, dass wir gewisse Unterstützung für unsere Haut durchaus brauchen, weil wir in einer Welt leben, wo wir sehr viel mit Umwelteinflüssen und UV-Licht und so was in Kontakt kommen.
00:42:54: Deswegen ist es eine gute solide Hautpflege schon durchaus sinnvoll.
00:42:59: Aber ich renne halt nicht durch die Gegend und sag, das ist für die Frau ab fünfzig oder nur für die Frau mit zwanzig und so.
00:43:06: Weil die Haut ist ein Organ und die Haut braucht eigentlich immer dasselbe, egal in welchem Alter.
00:43:12: Und da findet einfach so eine Zielgruppenorientierung statt, die ich nachvollziehen kann, aber nicht mitgehen möchte.
00:43:21: Weil ich denke, tu deine Haut einfach in jedem Alter was Gutes, lieb sie, pfleg sie.
00:43:27: So wie du auch deinen Körper pflegst, wir trinken Glaswasser.
00:43:30: So braucht eben auch unsere Haut ein bisschen Unterstützung.
00:43:33: Die eine Haut braucht mehr Unterstützung, die andere weniger.
00:43:36: Aber diese ganze Aufregung, von der würde ich gerne mehr und mehr Abstand nehmen und die Menschen auch super gern auf die Reise Richtung Frieden und einfach Freude mitnehmen.
00:43:49: Hast du den Tipps, wie man diesen Blick auf sich selbst in Richtung Liebe und Neugier lenken kann, wie du das am Anfang schön mit diesem Spiegel Beispiel genannt hast?
00:44:01: Was für mich essentiell ist, ist Meditation.
00:44:06: weil ich dann in dieses Gefühl von Frieden finden kann.
00:44:09: Das ist der erste Kontakt mit diesem Frieden, den wir unter all dem Lärm alle in uns tragen.
00:44:15: Das ist Gott gegeben.
00:44:17: Das ist einfach da dieser Frieden.
00:44:19: hinter der Wut über den Ehemann oder die Traurigkeit über den Brief der Mutter oder was auch immer.
00:44:26: Sich an Gefühlen so draufgelegt hat, darunter ist Frieden.
00:44:30: Und wenn ich in der Meditation erst mal diesen Frieden gefunden habe und es jeden Tag mehr und mehr kultiviere, das ist ein Prozess, werde ich irgendwann merken, dass dieses Gefühl, so Frieden in sich zu haben, eigentlich das Schönste auf der Welt ist.
00:44:42: Und dann überlege ich mir ganz gut, ob ich irgendjemanden ... in diesen Raumlasse den Frieden zu torpedieren.
00:44:48: Das heißt, mein Tipp ist, für jeden Menschen eine Meditationsroutine aufzubauen, egal wie die aussieht.
00:44:53: Es gibt so viele verschiedene Ansätze.
00:44:55: Es gibt geführte Meditation.
00:44:57: Es gibt einfach stilles Dar-Sitzen.
00:44:59: Das mache ich zum Beispiel nicht.
00:45:00: Ich bin jemand, der gerne eine geführte Meditation macht, weil mir das hilft, weil ich dann sehr viel Kraft auch entwickeln kann.
00:45:08: Und ... Da sollte jeder Mensch einfach seine Art und Weise finden.
00:45:13: Und ich finde, es gibt ja auch zum Beispiel, kann ja auch Handarbeit für viele Menschen total meditativ sein.
00:45:18: Oder ...
00:45:18: Gartenarbeit.
00:45:19: Gartenarbeiten, langer Spaziergang, alles, wo ich eine Gedankenlehre im Kopf habe.
00:45:24: Wenn ich merke, oh, krass, ich habe stundenlang nicht mehr an das Problem gedacht.
00:45:28: Das ist genau der Ort, an dem ich ganz, ganz, ganz oft sein sollte.
00:45:33: No
00:45:33: mind.
00:45:35: Aber natürlich am Anfang, wenn man keine Praxis hat ... will ich einfach noch mal mitgeben.
00:45:41: Es ist super schwer, in so einen Zustand reinzukommen.
00:45:45: Deswegen nicht aufgeben?
00:45:48: Nee, und wenn es nach zwei Wochen noch nicht so ist, dass man irgendwie im Schneidersitz schwebend durchs Wohnzimmer gleitet, dann braucht es einfach noch eine Zeit.
00:45:55: Bei mir hat es ewig gedauert.
00:45:56: Ich weiß noch, dass ich am Anfang total gefeiert habe, wenn ich es überhaupt sekundenweise in diesen Zustand geschafft habe.
00:46:02: Und jetzt kann ich zwei Stunden da sitzen und es ist einfach nur tiefer Frieden an mir.
00:46:08: Am Anfang ist es manchmal frustrierend.
00:46:10: Ich schaff's nicht, die Gedanken abzuschnecken.
00:46:12: Aber was ich auch gerne empfehle, sind dann Atemtechniken.
00:46:16: Das kann auch super helfen.
00:46:17: Für manche ist das der bessere Zugang.
00:46:20: Oder wie du schon meintest, alltägliche Sachen.
00:46:24: Oder eben auch geführte Meditation.
00:46:25: Ich weiß nicht, ob du das schon mal ausprobiert hast.
00:46:28: Das heißt, du schweifst dann ab und denkst doch an den Einkauf im Rewe.
00:46:32: Mittlerweile nicht mehr.
00:46:34: Aber an sich zu Beginn schon.
00:46:37: Also, da war's ähnlich wie bei dir.
00:46:39: Ich hab ne Sekunde geschafft.
00:46:40: Ja, ja.
00:46:41: Aber das ist ja schon was.
00:46:42: Aber
00:46:43: ich denke, oder ich komme oft mit, dass die Meditation oder die Achtsamkeit an sich ist ein massiver Hebel fürs Wohlbefinden.
00:46:55: Wenn es den Leuten oder teilweise auch meinen Patienten dann besser geht, ist es meistens das Erste, was hinten runterfällt.
00:47:02: Und das ist für mich so eigenartig.
00:47:04: Weil die Ernährung bleibt ... Der Sport bleibt, sie nehmen ihre Supplements, aber die Achtsamkeit ist immer das, was dann so schleifen gelassen wird.
00:47:14: Wobei es ja eigentlich das nichts tun ist, was so schwerfällt dann, oder was als erstes geht.
00:47:20: Ja, ich glaube, es fühlt sich nicht so aktiv an, wenn man meditiert.
00:47:24: Ist immer so ein bisschen auch schlechtes Gewissen, wie jetzt bin ich gerade aufgestanden, um mich dann irgendwo hinzusetzen, um basically wiederzuschlafen?
00:47:31: Nein.
00:47:32: Also ...
00:47:36: Okay, du hast ja gerade dein Buch veröffentlicht.
00:47:39: Das würde ich auch noch mal ansprechen.
00:47:41: Schön genug heißt es.
00:47:43: Magst du uns da noch mal kurz was dazu erzählen?
00:47:45: Was kann man da lesen?
00:47:47: Also nicht das ganze, nicht das ganze Content.
00:47:49: Habt ihr sieben eineinhalb Stunden Zeit.
00:47:52: Hast
00:47:52: du auch eine Stunde?
00:47:53: Hör Audiobook ab?
00:47:54: Ja, fand ich ganz wichtig, weil die Menschen ja auch in meinen Videos mir viel zuhören.
00:47:59: Und deswegen habe ich es auch selbst eingesprochen.
00:48:01: Das war mir ganz wichtig.
00:48:02: Aber mein Buch schön genug ist im Prinzip meine eigene Geschichte, die startet in meiner doch relativ schwierigen Kindheit.
00:48:12: Geht über die Teenagerzeit ... die Zeit als junge Erwachsene, in der ich mich selbst sehr abgelehnt habe.
00:48:20: Und dann beginnt aber der Heilungsweg, der sehr genau beschrieben wird.
00:48:24: Und genau das möchte ich den Menschen auch mit diesem Buch mitgeben, dass es dann Ausweg gibt.
00:48:30: Selbst wenn es manchmal Verfahren wirkt, beschreibe ich ganz genau, wie ich es daraus geschafft habe.
00:48:36: Und hoffe, dass ich damit ganz viele Menschen auch bewegen kann, das genauso zu machen.
00:48:42: Du hast ja schon angedeutet, dass du jetzt schon so Feedback bekommst,
00:48:45: wo die
00:48:45: Leute Sachen erkennen,
00:48:47: die sie
00:48:47: eigentlich genauso erkennen.
00:48:48: Total.
00:48:49: Und ganz viel Dankbarkeit.
00:48:50: Und auch vor allen Dingen sagen, dass es so ein tiefes Gefühl von Versöhnung in ihr Leben gebracht hat.
00:48:56: Und genau das wollte ich, das freut mich wahnsinnig.
00:48:58: Ja, wollt grad sagen, was macht das mit dir, wenn du das hörst?
00:49:01: Ja, ich habe es nicht für mich, sondern für die Menschen geschrieben, die es brauchen.
00:49:07: So blöd sich das anhört.
00:49:08: Aber das war jetzt nicht etwas, wo ich mir gedacht hab, ich muss jetzt mal.
00:49:12: Sondern ich hab das geschrieben, weil ich das Gefühl hatte, dass anderen Menschen helfen können.
00:49:19: Das tut's ja jetzt schon.
00:49:20: Sehr zielerreicht.
00:49:21: Noch ein Ziel.
00:49:22: Ja.
00:49:23: Dank, dank, dank.
00:49:24: Es geht hier.
00:49:26: Hättest du Tipps oder eine Botschaft?
00:49:30: Irgendwas, was du deinem Jüngeren selbst oder vielleicht auch anderen jungen Frauen mitgeben würdest?
00:49:39: jetzt an dem Punkt, wo du stehst.
00:49:41: Bei meinem Jüngeren selbst wäre es, was ich ihr nicht noch was sagen würde, sondern sie einfach nur in Arm nehmen würde, weil ich glaube, das hätte die am dringendsten gebraucht, einfach mal gehalten zu werden und einfach mal so ein Trost und so eine Sicherheit, so einen sicheren Halt zu empfinden.
00:49:56: Und bei den jungen Frauen, die vielleicht jetzt gerade in einer ähnlichen Situation sind, glaube ich, bringen auch Worte relativ wenig, weil die Überzeugung so tief in ihnen sitzt, dass das jetzt richtig ist, dass die kleinere Nase sie glücklich macht, dass die Filler an den Wangenknochen sie glücklich machen.
00:50:19: Und ich glaube, da kommen wir nicht weiter mit ... mit Sprechen.
00:50:24: Ich glaub wirklich, das bringt nichts, denen zu sagen, das ist Quatsch und da sind voll die Gefahren oder so was.
00:50:29: Das macht nur noch mehr Druck.
00:50:31: Ich glaub, was wir ... allen Menschen in diesem Alter zeigen sollten ist, dass sie mehr sind als ihre Oberfläche.
00:50:39: Das fällt denen, glaube ich, so schwer.
00:50:40: Die haben so ihren Platz nicht gefunden und versuchen, sich den über ihr Äußeres zu sichern.
00:50:46: Und das fängt in den Schulen an, es fängt bei uns im Elternhaus an.
00:50:50: Es ist wichtig, dass wir den Kindern ihren Platz geben und ihre Wichtigkeit.
00:50:54: Weil ich glaube, dass die das zwar dann immer noch Freude an Make-up und an Outfits haben, aber nicht mehr das Gefühl haben, dass sie grundlegend nicht stimmen.
00:51:02: Weil sie einfach wissen, ich weiß, wo ich hingehöre.
00:51:06: Und das ist so wichtig.
00:51:07: Und ich glaub, das ist etwas, was a-verbal funktioniert.
00:51:11: Und da gibt's leider keinen Harry Potter-Zauber-Spruch, sondern das ist wie immer ein Weg und ein Ernstnehmen.
00:51:20: Ich krieg das so oft mit bei Töchtern, die in meinem Freundeskreis jetzt irgendwie so, so, siebzehn, achtzehn sind, dass die einfach nicht sein dürfen.
00:51:29: Die werden die ganze Zeit irgendwie, ja, jetzt studier doch Medizin und wolltest du nicht dies und mach doch mal das.
00:51:35: Und nein, was möchtest du denn machen?
00:51:39: Und ja, also dann back halt mal einen Kuchen und dann schmeckt der köstlich und dann ist man den zusammen.
00:51:44: Das sind so minimalste Sachen, die Sicherheit im Kind erzeugen.
00:51:49: Und ich glaube, das ist der Weg raus aus dieser ganzen Außen-Ablänkung.
00:51:56: Also eine Reduktion von Druck.
00:51:58: Genau.
00:51:58: Und mehr Confession.
00:52:01: Weil wenn wir jetzt sagen, du darfst nicht mehr auf Instagram sein, dann wächst es noch mehr Begehrlichkeiten.
00:52:08: Wenn wir irgendwie sagen, Mensch, du bist doch schön, wie du bist, was hast du denn?
00:52:11: Da komme ich ja nicht ans Gefühl ran, weil das Gefühl sagt, ich bin nicht richtig, ich muss jetzt anders aussehen, damit ich hier in der Welt überhaupt eine Chance habe.
00:52:18: Aber denkst du nicht, dass trotzdem so eine Alter ist?
00:52:21: Beschränkungen.
00:52:22: Also ich weiß, dass es in manchen europäischen Staaten ist schon so, dass Social Media, glaube ich, erst ab vierzehn oder sechzehn genutzt werden darf, von Gesetzeswegen her.
00:52:31: Einfach, weil man mittlerweile weiß, okay, es hat schon wirklich starke Effekte auf die Psyche der Kinder, auf deren Selbstvernehmung
00:52:40: und
00:52:40: alles, was damit einhergeht.
00:52:42: Also ich glaube, dass, wenn wir das Ganze jetzt von psychologischer oder menschlicher und herzensebene betrachten, sollte man damit zu spät es irgendwie anfangen, dann ist eigentlich auch vierzehn und sechzehn noch viel zu früh, weil die Menschen in dem Alter so wahnsinnig beeinflussbar sind.
00:52:59: Das ist einfach in der Natur der Sache.
00:53:00: Müssen wir uns ja nur an unsere eigenen Teenagerzeiten.
00:53:03: Da muss nur die falsche Person mal an uns vorbei laufen.
00:53:06: Dann ist die Wortwahl da sehr harsch und sehr willkürlich.
00:53:09: Das trifft, glaube ich, viele, viele Kids.
00:53:11: Unfassbar, wenn die da so hart angegangen werden.
00:53:14: Und ich hab vor zwei oder drei Wochen, hab ich ein Video gesehen von einer sechsjährigen.
00:53:20: die ein Get Ready With Me gedreht hat.
00:53:23: Die hatte Gehlnägel, die hatte Extensions und die hat sich einfach komplett geschminkt und hat die ganze Zeit eben diese ASMR-Sounds mit den Flaschen gemacht und hat sich mit ihren Hatern auseinandergesetzt, die gemeint haben, hey, solltest du nicht eigentlich irgendwie wie ein Kind spielen und geh doch mal auf den Baum?
00:53:40: Also, die Hater waren eigentlich besorgte Eltern, die gesagt haben so, wach doch mal auf, was machst du denn da?
00:53:47: Und sie hat sich ... Das hat sich alles angefühlt wie bei einer Ende-zwanzigjährigen Beauty-Influencerin, aber das Mädchen war sechs Jahre oder ist sechs Jahre.
00:53:57: Und das hat ganz viel mit mir gemacht.
00:53:59: Es nimmt ja auch irgendwie die Kindheit.
00:54:02: Aber so richtig.
00:54:03: Faktisch, ja.
00:54:05: Und das ist nicht nur in diesem Fall schlimm, sondern die Außenwirkung ist ja immer das.
00:54:11: Ich kann sagen, wenn ich ein Pelz trage, das Tier ist doch eh schon tot, aber wenn ich überall mit dem Pelz rumrenne, dann zeige ich ja, dass ich das schick finde und bin vielleicht Vorbild für andere Leute.
00:54:20: Und schon werden ganz viele Tiere für Pelz getötet.
00:54:23: Und genauso ist es ja, wenn ich da sitze und lass meiner Tochter mit sechs Jahren die volle Freiheit, was sie hochladen möchte, die hatte teilweise dann auch baufreie Sachen und Hotpants an, da frage ich mich, wo ist die Mutter, die auf dieses Kind aufpasst?
00:54:39: Weil die ... braucht Schutz mit sechs Jahren.
00:54:43: Die ist vielleicht nicht mehr biologisch ein Baby, aber auf Herzebene braucht die in Watte packen.
00:54:51: Und die Eltern verdienen wahrscheinlich mit der Million und denken sich, lass sie gewähren.
00:54:58: Und das ist eben die Schattenseite dieser Regelosigkeit.
00:55:01: Und ich weiß überhaupt nicht, warum das stattfinden darf.
00:55:03: Ich dachte, das ist schon reguliert.
00:55:05: Ich dachte, dass dann nicht sechsjährige irgendwelche Inhalte hochladen dürfen, aber wahrscheinlich, wenn die Eltern den Account betreuen.
00:55:10: Ja, ja, dann ist es vielleicht allersterach so, dass Leute irgendwie schon für ihre Kinder irgendwelche Accounts saving für später
00:55:17: ist.
00:55:18: Absurd, eigentlich.
00:55:23: Susanne, wo kann man dich erreichen?
00:55:25: Vielleicht nicht erreichen, aber wo kann man dich finden?
00:55:28: Ich bin auf Instagram oder TikTok eigentlich hauptsächlich auf Instagram über Frau Beauty zu finden.
00:55:34: Da lade ich jeden Tag ein Video hoch, wo es Tipps und Tricks gibt.
00:55:39: Nicht nur, wie man sich besser fühlen kann, sondern auch, wie man vielleicht, wenn man ein Liedstrich ziehen möchte, den besonders gut hinbekommt.
00:55:46: Und ja, da freue ich mich natürlich, jeden zu treffen, dich oder auch alle anderen.
00:55:52: Ich komm vorbei, das ist ein Liedstrich, kann ich noch lernen.
00:55:55: Da warst du das perfekte Auge.
00:55:58: Danke.
00:55:59: Aber in richtig ruhiger Hand.
00:56:01: Ja, und vielleicht auch einfach nicht die Geduld und nicht ...
00:56:05: Kein Bock.
00:56:06: Genau, genau.
00:56:06: Das ist ja auch total legitim.
00:56:08: Ja, kein Bock, es wegzumachen.
00:56:10: Ja, kommt dann erschwerend hinzu.
00:56:13: Vielen, vielen Dank.
00:56:15: Danke, dass ihr hier seid.
00:56:15: Dass
00:56:16: du uns besucht hast.
00:56:16: Es war ein ganz, ganz tolles Gespräch für mich persönlich, aber ich denke auch für unsere Zuschauer.
00:56:22: Es war mir ganz wichtig, über dieses Thema zu sprechen und nicht über irgendwelche Beauty-Routinen.
00:56:28: die natürlich toll sind, aber es ging vor allem ja auch dir darum, was du mit deinem Buch natürlich schon jetzt, was du veröffentlicht hast, aufgegriffen hast, was ist Schönheit und was ist gesunde Schönheit, wenn ich es mal so.
00:56:41: Ja,
00:56:42: das ist ein sehr, sehr schöner Begriff, gesunde Schönheit.
00:56:46: Und in dem Sinne vielen Dank und ich hoffe wir hören uns wieder.
00:56:52: Das hoffe ich auch sehr, danke dir.
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