#183 Alt genug. Entspannterer Umgang mit dem Altwerden. Mit Ildikó von Kürthy
Shownotes
Alt genug – und endlich frei davon, jung wirken zu müssen. In HEALTHWISE #183 spricht Nils Behrens mit Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy über das Älterwerden – ungeschönt, witzig, unbequem und überraschend tröstlich. Warum behandeln wir Alter wie eine Krankheit? Warum sind „für dein Alter“-Komplimente eigentlich Beleidigungen im Smoking? Und wieso ist „innerlich jung geblieben“ oft nur eine hübsch verpackte Abwertung von Reife?
Ihr geht’s um mehr als Falten: Es geht um Würde, Weisheit, Wechseljahre, Körpergefühl, Scham, Emanzipation – und um den Befreiungsschlag, aus dem Wettbewerb „wer strafft am härtesten“ auszusteigen.
Was du in dieser Folge mitnimmst:
Warum Altwerden ein Gewinn sein kann (wenn man es nicht ständig bekämpft)
Körperfrieden: den eigenen Körper mögen – ohne ihn schönreden zu müssen
Wechseljahre: fehlende Aufklärung, echte Optionen und warum „da müssen Sie durch“ keine Medizin ist
„Jeder Tag ist ein Geschenk“ – und warum manche Geschenke eher nach Schrottwichteln riechen
Bleibefreiheit: die unterschätzte Freiheit, nicht immer weiterziehen zu müssen
Der mutigste Satz: „Ich brauche Hilfe.“
Mehr zu Ildikó von Kürthy: https://www.instagram.com/ildikovonkuerthy/
Der folgende Teil bleibt immer gleich!!!
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Über Sunday Natural Sunday Natural entstand aus einer langjährigen Leidenschaft und Forschung in den Bereichen Gesundheit, Heilung und Selbstentfaltung. Der Mangel an natürlichen, qualitativ hochwertigen Produkten auf dem Markt war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von Sunday Natural im Jahr 2013. Seitdem verfolgt die Berliner Premium Nutrition Brand konsequent ihr Leitmotiv - Produkte herzustellen, die den Vorbildern der Natur folgen, absolut rein und frei von jeglichen Zusatzstoffen sind und sich mit der höchstmöglichen Qualität auszeichnen. Sunday Natural ist heute einer der renommiertesten deutschen Qualitätshersteller, mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Berlin.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Und wir saßen abends am Tisch und alle stellten sich so vor.
00:00:02: Alle wurden gefragt, wie alt bist du denn?
00:00:04: Nur ich nicht!
00:00:05: Ich war die älteste in der Runde.
00:00:07: Dachte ja... So weit ist es gekommen.
00:00:09: Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht mehr gefragt bin, wie Alt ich werde weil es als Beleidigung gilt das zu fragen.
00:00:16: Und ich dachte so Mensch Mädchen fragt mich doch.
00:00:19: Ich Bin stolz auf mein alter.
00:00:22: Ich BIN wer ich bin.
00:00:23: Wenn ich jetzt noch gerade siebenundfünfzig Jahre bin Dann sagt das so viel über mich aus, wieviel Zeit ich hatte zu reifen.
00:00:33: Herzlich willkommen zu Healthwise dem Gesundheits Podcast präsentiert von Sunday Natural!
00:00:38: Ich bin Dietz Behrens und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam was es bedeutet gesund zu sein.
00:00:42: Wir tauchen einen Themen wie Medizin Bewegung Ernährungen und emotionale Gesundheit Immer mit einem Beisenblick auf das was uns wirklich gut tut.
00:00:52: Alt werden gilt in unserer Gesellschaft immer noch als etwas, das man möglichst lange vermeiden sollte.
00:00:56: Mit Cremes, Plänen und dem festen Vorsatz sich bitte nicht verändern zu lassen!
00:01:01: Vielleicht wäre es gesünder, dass älter werden nicht zu bekämpfen sondern endlich einmal ernstzunehmen?
00:01:05: Idiko von Kürti ist Bestsellerautorin, Journalistin und eine der schärfsten Beobachterinnen unserer inneren Widersprüche.
00:01:12: In ihrem neuen Buch alt genug schreibt sie über das Älterwerden Ungeschönt, witzig, unbequem und überraschend tröstlich.
00:01:18: Es ist ein Buch über Würde, Weisheit, Wechseljahre, Körper, Scham... ...und darüber warum Jungbleim vielleicht gar kein so erstrebendes Wertes-Ziel
00:01:25: ist.
00:01:25: Und deswegen sage ich herzlich willkommen, Ilyko von Kürti!
00:01:28: Vielen
00:01:28: Dank!
00:01:28: Ich freue mich hier zu sein.
00:01:29: Ach,
00:01:29: Illyko?
00:01:30: Ich freu' mich so sehr, dich jetzt hier mal zu haben.. ..und ich freu mich so dass du jetzt so ein Buch geschrieben hast weil ich kann wirklich an dieser Stelle sagen, ich hab alle deine Bücher gelesen.
00:01:41: Ich glaube, wenn ich es richtig erinnere sind ja dabei bisher erst zwei Sachbücher.
00:01:45: Das andere sind Romane.
00:01:46: Wenn ich's richtig habe du hast eines auf jeden Fall über Hilde, über dein Hund geschrien.
00:01:50: Einmal quasi über deine Lebensoptimierung.
00:01:54: Deine persönliche Optimierung sozusagen.
00:01:57: Dein Reise wo du dann blond geworden bist.
00:01:59: Genau
00:01:59: das war zehn Jahre her.
00:02:01: Auch im Landsofas haben wir uns damals kennengelernt und Warte mal, gab es nicht auch eins über Schwangerschaft?
00:02:07: Ja.
00:02:08: Es gab noch eines über Schwagerschaft und das erste Jahr mit Kind.
00:02:11: Zwei ... oder war das
00:02:14: ein ... Nee, ne, eins!
00:02:14: Dann
00:02:15: hab ich das nicht gelesen.
00:02:17: Da habe ich ja noch was vor mir.
00:02:19: Toll.
00:02:20: Kann ich doch noch etwas lesen.
00:02:22: Erdiko, meine erste Frage ist immer eine Sonntagsfrage.
00:02:24: Und ich ... Ich finde ja Sonntag, das sind so Momente wo ihr auch eine gewisse Stille eintreten kann.
00:02:31: Auch manchmal so eine gewissen Reflexionstand findet und man aber auch vielleicht ne gewisse Milikonie hat.
00:02:36: Deswegen meine erste Frage an dich.
00:02:37: Magst du Sonntage?
00:02:39: Ich habe ein Zwiegespaltenes Verhältnis zu Sonntagen denn die Ruhe die sich früher eingestellt hat unter der ich oft gelitten habe... ...ich war Einzelkind es war dann bei uns wirklich immer sehr still Zuhause.
00:02:54: jetzt ist es bei uns sehr still Weil ich zwei Söhne habe, die sehr lange schlafen.
00:03:00: Die Ruhe stellt sich aber nicht mehr so ein weil wir können trotzdem noch shoppen und Instagram ist immer offen.
00:03:07: also das was ich früher nicht so gut ertragen konnte vermisse ich heute manchmal die Sonntage die wirklich dann für innere Einkehr gut sind weil sie einen dazu zwingen.
00:03:19: Ja Du bist ja, sag ich mal so, in den Jahren die wir uns jetzt kennenlernen.
00:03:23: Da hast du auch eine gewisse Evolution insofern gemacht weil es auch sehr stark in deinen Büchern früher immer darum ging quasi perfekt zu sein oder damit zu struggling sozusagen mit dem perfekten Bodymassindex und die Schokolade wegzulassen und ich weiß nicht was.
00:03:38: und wenn man dir sowohl auf Instagram folgt aber auch wenn man ein bisschen deine Romanfiguren beobachtet dann sieht man ja auch da dass sie sich auch verändert haben das die eben halt eine persönliche Reise durchgemacht haben, sag ich mal so.
00:03:53: Wo sie dann auch eine gewisse Akzeptanz mit dem Alter werden haben?
00:03:57: Wo sie eine gewissen Akzeptance mit dem was das Leben so gebracht hat.
00:03:59: also ich erinnere nur... Ich glaube es war nicht dass ich jetzt schon wieder falsch liege aber dein letzter Roman wo du ja wirklich deine Cora hübsch aus Moonshine Tarif sozusagen nochmal wieder zurückgeholt hast und auch die ist ein neuer Mensch ja.. Nicht ein neurer Mensch!
00:04:13: Aber du siehst ja einfach auch wie sie in den zwanzig Jahren sich dann entwickelt hat.
00:04:19: Und ganz ehrlich gesagt, man hat ja immer so ein bisschen das Gefühl in deinen Büchern bei deinen Romanfiguren.
00:04:26: Dass es diese Menschen auch wirklich gibt und dass ein Teil davon immer ein bisschen mit in dir steckt.
00:04:30: Und ich habe diese Bestätigung da muss man sagen dann jetzt eigentlich in dieser Art von Biografie übers Elterwerden noch mal so gesehen ist es tatsächlich so, dass du vor zwanzig Jahren etwas mehr Cora Hübsch warst?
00:04:45: Heute sozusagen die neue Cora hübsche auch bist.
00:04:48: Das ist sehr so.
00:04:49: Und gerade wo du so viele oder fast alle Bücher von mir kennst, freut mich das weil du eben diese Entwicklung auch wahrnehmen konntest die sich natürlich in meiner Person aber auch in meinem Schreiben stattgefunden hat.
00:05:03: und es ist so dass immer ganz viel ich auch in den Romanen stattgefunden hat.
00:05:10: Und wenn ich meine Romane lese von vor zehn, zwanzig, mittlerweile ja sechsundzwanzig Jahren ist Munchantarif her dann lese ich das wie zwischen den Zeilen auch wie ein Tagebuch.
00:05:20: also wo ich mich selbst erkenne, wo ich meine Nöte erkennte du hast das angesprochen dass das Kämpfen gegen das perfekte Bild aber dem immer noch vielleicht doch auch entsprechen wollen das Unzufrieden sein mit dem Körper das Unzufriedensein Mit den Beziehungen.
00:05:41: in den ersten Büchern gab es immer noch ein Happy End, dann wurde es manchmal weniger happy beziehungsweise.
00:05:45: Ein bisschen emanzipierter.
00:05:46: das Happy End hatte nicht immer automatisch mit dem richtigen Mann zu tun und das macht mir große Freude.
00:05:54: ehrlich gesagt wenn ich vor meinem Bücherregal stehe und die meine Bücher sehe daran auch meinen Lebensweg zu sehen älter werden, im allerbesten Sinne.
00:06:07: Wir sprechen ja noch darüber wie wichtig mir das ist dass das ält und älte und alt werden etwas Gutes ist, dass ich an dieser Büchereihe meine Reise sehe und meine Entwicklung Und bis hin zu dem Buch Alt genug für das sich jetzt eben alt genug bin.
00:06:23: Ja du sprichst es ja auch an nicht mein?
00:06:25: ich glaube Es war das vorletzte buch wo dann der alte der gute so zieht dann ja auch tatsächlich.
00:06:29: Ich weiß nicht ob er das spoilern darf aber auf jeden Fall ist es ja kein happy end Für ihnen auch in der stelle.
00:06:35: Und von daher, da kommt ja doch einfach auch eine gewisse... Ich will nicht für das Wort sagen Schwere.
00:06:39: Weil dafür sind deine Bücher dort doch zu leicht im Sinne ... Nicht trivial aber im Sinne von die, man liest sie ja mit einer Gewissen unter Halsamkeit, Leichtigkeit dann sowas so.
00:06:49: Aber du merkst eben halt schon, dass eben halt genau diese Ernsthaftigkeit, die das Leben ja doch somit sich bringt, dann eben halt auch eine Rolle spielt?
00:06:56: Genau!
00:06:58: Also es war schon so, dass vor zwanzig Jahren war mir die Beziehung, die Allversucht der Körper wichtig.
00:07:04: Also das habe ich auch nie als trivial oder sehr leicht empfunden und da glaube ich würde mir jede zwanzig, fünfzwanzig dreißigjährige Recht geben dass das womit man dann zu kämpfen hat wie gelingt eine gute Beziehungen finde ich den richtigen Mann Wie kann ich mich in meinem Körper wohlfühlen?
00:07:20: Das sind ja alles wichtige Und gar nicht oberflächliche Themen auch wenn es vielleicht oft um Oberflächlichkeit geht.
00:07:26: und Es gab tatsächlich einen Punkt in meiner Schreibkarriere, wo ich... Es gab im Grunde eine Buchseite.
00:07:34: Wo ich mich entschieden habe meine Richtung zu ändern.
00:07:39: Ich erinnert es noch ganz genau, wo sich das Buch begann und es beginnt auf einem Friedhof.
00:07:47: Ich glaube es ist es wird Zeit Und es beginn mit so einer slapstickartigen Szene und ich irgendwann die Entscheidung treffen musste, bleibt es auf dieser Ebene oder lasse ich das Schicksal wirklich jetzt ganz massiv in meine Bücher hinein?
00:08:06: So wie es eben auch natürlich in mein Leben eingedrungen ist.
00:08:09: In all unsere Leben verlaufen ja nicht so reibungslos!
00:08:15: Natürlich nicht.
00:08:16: und ich weiß dass sich damals mich entschieden ein Buch zu schreiben über zwei Freundinnen wo die eine sehr schwer an Krebs erkrankt ist Und mein Leben tragischerweise genauso wurde wie dieses Buch, weil nämlich eine meiner engsten Freundin an einem gerade zu unheilbaren Krebs erkrankte und sie mir das Buch oder sie mir ihr Leiden ihrer Geschichte für das Buch zur Verfügung stellte.
00:08:46: So hat das Leben praktisch meinen Buch übernommen auf tragische Weise mit dem wunderbaren Ausgang, dass meine Freundin Jutta bis heute noch lebt trotz Bauchspeicheldrüsenkrebs.
00:08:57: Das ist wirklich ein medizinisches Wunder und die Helden im Buch gehen
00:09:02: musste.".
00:09:04: Ja ich glaube das ist auf jeden Fall dann eine bessere Variante, also die die bessere wäre so.
00:09:08: Aber tatsächlich habe ich das Buch auch tatsächlich als Ich finde die richtigen Worte dafür, muss ich an der Stelle sagen.
00:09:15: Aber schwermütig ist wirklich auch ein zu starkes Wort.
00:09:19: aber es finde ich von all deinen Büchern, wenn ich sie alle so vergleichen würde hat das den größten Blues wird man im Englischen sozusagen von
00:09:30: allen.
00:09:31: Wobei ich eben finde dass in meinen Bücheren wie auch in meinem Leben und in unser aller Leben... was so bestechend ist und irgendwie auch zauberhaft ist die Gleichzeitigkeit der Dinge, der Gefühle.
00:09:44: Die sagen von Disco zu Drama innerhalb von Sekunden.
00:09:50: Und das ist das, was ich so sehr erlebe und auch durch Leide und gleichzeitig aber immer wieder... bewundere, wie das Leben eben so rasant die Seiten wechselt.
00:10:08: Und das versuche ich in meinen Büchern auch darzustellen dass wir mit der schwerstkranken Freundin bei Sammelsitzen und Tränen lachen über irgendeinen ganz miesen Krebswitz und fünf Minuten später vor Angst weinen, dass wir sie womöglich verlieren.
00:10:30: Und so ist unser Leben.
00:10:31: So ist unser leben und unser leben du geht es ja in dem buch einfach auch sehr drum besteht einfach auch davon vom alt werden.
00:10:37: und Du schreibst Ja, sehr klar alt werden ist keine krankheit.
00:10:41: warum glaubst du dass wir das gesellschaftlich trotzdem behandeln?
00:10:45: Ich habe das beim Schreiben eigentlich erst so richtig durchdrungen, weil für mich das Schreiben immer auch ein Weg der Erkenntnis ist.
00:10:52: Ich hab' für dieses Buch sehr viel recherchiert – genau genommen achtundfünfzig Jahre lang bis ich endlich alt genug wurde es zu schreiben!
00:10:59: Dann habe ich wirklich viel nochmal erlebt extra für das Buch und dann war.
00:11:02: der Prozess des Schreibens Hatte ein ungeheuerliches Maß an Erkenntnis.
00:11:10: nochmal für mich parat.
00:11:11: Dass mir eben klar wurde, wenn ich sage Ich fühle mich alt dann kommt das im Zweifelsfall bei meinem Gegenüber so an wie Ich fühl mich schlecht.
00:11:21: Wenn mir jemand sagt du siehst Alt aus Dann meint er damit auch.
00:11:24: Du siehst aber echt müde und irgendwie abgespannt oder frustriert Und Das hat mich immer mehr aufgebracht, dass das Alter nur weil jetzt blöderweise auf das Alter in der Regel der Tod folgt.
00:11:41: So diskriminiert wird als Lebensphase die es irgendwie heraus zu zögern gilt sowohl äußerlich als auch innerlich.
00:11:48: dieser bescheuerte Satz.
00:11:50: und ich habe mich ein paar mal richtig gestritten in letzter Zeit.
00:11:54: Ich bin innerlich jung geblieben.
00:11:56: Ich habe in der Talkshow gesessen mit Carolin Beil, die mir auch sagte aber ja ich bin innerliche umgeblieben und dann sagt wie schade für dich!
00:12:03: Ich mein innerlich Jung?
00:12:05: Was sagt das denn wenn man da mal wirklich drüber nachdenkt?
00:12:09: Wie war ich denn als ich jung war?
00:12:11: Ich war blöd, ich war intolerant, ich hatte keine Erfahrungen... Ich war nicht neugieriger als jetzt.
00:12:17: Ich war auf gewisse Weise sehr festgefahren, schwarz-weiß denkend.
00:12:23: Jetzt bin ich innerlich gereift, ich bin innerlich älter.
00:12:26: Ich bin noch nicht alt und bin Ende Fünfzig.
00:12:30: Aber ich bin eine mittelalte Frau, Pikanche heißt das als Gouda.
00:12:35: Und das möchte ich sagen!
00:12:40: Ich bin genauso alt wie ich mich fühle – und das ist gut!
00:12:44: Denn das sagt ganz viel aus darüber was ich aus meinem Leben gemacht habe, aus dem Geschenkleben.
00:12:51: Habe ich es ausgepackt?
00:12:54: Habe das Beste aus meinem leben gemacht?
00:12:57: Wann bin ich aufgewachsen?
00:12:58: Kennen wir dieselben Songs?
00:12:59: Waren wir auf denselben Konzerten?
00:13:02: Diese Unsitte, ich war auch für mein Buch auf einem Health Camp mit vielen relativ deutlich jüngeren Frauen als ich.
00:13:11: Und wir saßen abends am Tisch und alle stellten sich so vor und alle wurden gefragt wie alt bist du denn?
00:13:15: Nur ich nicht!
00:13:16: Ich war die älteste in der Runde.
00:13:19: So weit ist es gekommen.
00:13:20: Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht mehr gefragt bin wie alt ich werde weil es als Beleidigung gilt das zu fragen und ich dachte so Mensch Mädchen fragt mich doch!
00:13:30: Ich bin stolz auf mein alter Weil ich...ich bin stolzt auf meinen alter aber auch einfach.
00:13:37: ich bin wer ich bin Und wenn ich jetzt noch gerade siebenundfünfzig Jahre bin dann sagt das so viel über mich aus, wieviel Zeit ich hatte zu reifen.
00:13:49: Ob ich auf The Cure-Konzerten war oder auf Justin Bieber Das ist doch wichtig wenn man mich kennenlernen will und ich habe beim Buch wirklich eine Rage entwickelt gegenüber dieser Diskriminierung des Alters die aber ganz viele Menschen insbesondere leider Frauen selbst betreiben.
00:14:07: also es kommt nicht nur von außen
00:14:09: Ganz viele Punkte dazu die mir da zu einfallen.
00:14:14: Das eine ist, was du sagst mit diesem Hellscam oder wie die Leute dann im Grunde eigentlich versuchen jetzt so krampfhaft jung zu bleiben und ich bin ja nur sehr tief in dieser longevity bubble auch so drin.
00:14:26: Hab ja auch, wie ich vorhin erzählt hab da auch ein Buch geschrieben.
00:14:28: Genau darüber wo ich genau auch sage so... Ich hasse longevity weil ich hasse diesen Dogmatismus der damit ist und dass sich die Leute alle so viel Sachen dann optruieren und aufliegen und am Ende dann ein Leben führen was ich gar nicht mehr nach Leben anfühle.
00:14:42: Und das finde ich es eigentlich total schade.
00:14:45: Und ich finde, was mir in dem Zusammenhang, was du gerade sagst... Du bist stolz drauf.
00:14:48: Du bist jetzt noch siebenfünfzig bei achtundfünfzehn.
00:14:51: Ich bin zweinfünftig und im Spanischen sagt man ja nicht, ich bin zweinfünfzig sondern ich habe Und das ist doch viel schöner.
00:15:00: Wir sind doch alles Jäger und Sammler, und Sachen ... Das ist ein Besitz!
00:15:03: Meine Lebenszeit ist ein besitz.
00:15:05: Genau,
00:15:06: das hab ich schon mal eingesammelt.
00:15:07: Ich habe schon mal zweiundfünfzig Jahre eingesammt, und es finde ich viel schöener vom Mainz her.
00:15:11: Ich war aber achtundfünftig?
00:15:12: Ja genau.
00:15:12: Wie schön
00:15:13: oder?
00:15:13: Und du hast erst zweieinfünftig.
00:15:15: Du hast mehr als
00:15:16: ich.
00:15:16: Aber Kerl, ja, ich hab deutlich mehr als du.
00:15:19: Das ist
00:15:19: arm im Gegensatz zu mir.
00:15:22: Aber ist nicht toll...
00:15:23: Das gefällt mir sehr gut, das wusste ich nicht.
00:15:24: ... weitertragen.
00:15:28: Das ist schön!
00:15:28: Ja, finde ich auch.
00:15:29: Und das ist so ein Punkt, den wir dabei auch immer etwas berücksichtigen müssen.
00:15:36: und was du sagst... Ich bin jung im Lieben.
00:15:39: Ich weiß ja, was die Leute damit sagen wollen und ich glaube,... ...ich bin ein ganz großer Fan von Neugier.
00:15:46: Und ich glaube tatsächlich, dass das die wichtigste Formel für ein langes glückliches Leben ist.
00:15:52: Es ist so negativ belegt bei uns.
00:15:54: aber nichtsdestotrotz Leute die neugierig bleiben, bleiben ja offen.
00:15:58: Bleiben ja offen für die Welt, bleiben offen für Veränderungen, bleiben auch offen für andere Menschen vor allem und ich glaube das ist es so ein bisschen sich diese neuige, diese kindliche Neugieren zu halten.
00:16:09: und ich finde das ist ein ganz wichtiger Punkt Und den verbindet man, wie ich gerade wurde auch schon gesagt, die kindliche Neugier, den verbindet man natürlich sehr stark mit Kindern.
00:16:18: Weil es uns ja auch ein bisschen abtrainiert werden zu wollen, sagt er aber mal zu den Kindern ist eigentlich so neugierig.
00:16:22: Ja
00:16:22: das stimmt, aber das ist eine Reduktion auf einen Faktor.
00:16:26: Reduktions auf den Faktoren Neugiere und was eben alles nicht mit genannt wird, was so wesentliches am älter werden ist Erfahrung sammeln, so eine persönliche Statistik auch zu wissen.
00:16:41: Da lohnt sich für mich die Neugier nicht.
00:16:43: Hier brauche ich einen sicheren Raum, hier will ich keine weiteren Erfahrungen machen.
00:16:48: Hier will ich mich zurückziehen in meine Komfortzone ist ja genauso wichtig und deswegen empfinde ich dieses innerlich Jungeblieben als eine gut klingende aber absurde Reduktion auf eine einzige Eigenschaft, die man dem Alter abspricht was manchmal sein kann das aber oft auch.
00:17:07: wirklich finde ich dann doch je älter man wird auch seine Berechtigung hat.
00:17:12: Man darf müde werden, man muss sich nicht mehr für alles begeistern!
00:17:16: Man darf Dinge ad acta legen, auch wenn sie nicht gelöst sind.
00:17:20: Du hast völlig recht.
00:17:21: im Rahmen der Möglichkeiten sollte man neugierig und offen bleiben und man darf sich getrost manchen Dingen verschließen und sagen weißt du was?
00:17:30: Du Idiot hier ist die Tür zu mit dir für euch kein Gespräch mehr.
00:17:35: Ich bin sehr dankbar, dass wir das Gespräch noch führen.
00:17:39: Wenn du jetzt mal so sagst, dass du sozusagen aufgehört hast, Jünger wirken zu wollen hat sich da auch was mit deinem Körpergefühl verändert?
00:17:49: Es hat sich sehr viel mit meinem Körpergefühl verändert und zwar liegt glaube ich ein bisschen daran, dass ich aufgewachsen bin mit einem blinden Vater insofern das aussehen bei uns nie so eine große Rolle spielen konnte.
00:18:09: Also der erste Mann, den man gefallen möchte ist der Vater und das war bei mir nie möglich durch euglein Blinkeln oder irgendwie diese Gehsten- oder Mimik sondern immer nur durch Worte.
00:18:23: Und also ich habe gelernt durch Worte und Inhalt zu gefallen.
00:18:26: Ich glaube dass das sehr prägend war.
00:18:28: Und... ...ich hab meinem Körper gegenüber mittlerweile, und dafür bin ich so dankbar eine wohlwollende Haltung.
00:18:43: die aber einschließt, dass ich ihn zum Beispiel nicht schön finde.
00:18:47: Ich muss meinen Körper nicht schön finden!
00:18:49: Ich weiß ja was gängigerweise schön ist.
00:18:52: Mein Körper gehört nicht dazu.
00:18:55: Das ist aber auch gar nicht schlimm.
00:18:57: Wenn ich dir jetzt meine Bauchdecke zeigen würde... Die ist einfach nicht schön.
00:19:02: Da sind viele Dellen drin.
00:19:03: Ich habe zwei Kinder bekommen.
00:19:05: Das Bindegewebe funktioniert nicht mehr.
00:19:07: Warum sollte ich mir einreden?
00:19:09: Das sei schön!
00:19:11: ist doch irgendwie albern.
00:19:12: Wichtig ist, denke ich mit einem liebevollen Blick auf diesen Bauch zu schauen.
00:19:19: Meine Knie sind so runslig.
00:19:21: Guck mal meine Ellbogen!
00:19:24: Die sehen aus wie das Hängeauge von Karl Dahl.
00:19:28: Muss ich die schön finden?
00:19:30: Nein aber ich mag sie.
00:19:31: Sie sind mein Leben.
00:19:33: Dasselbe gilt für meinen Hals, meinen Gesicht und meine Falten.
00:19:41: Ich mag die Geschichte, die mein Körper erzählt und wie mein Gesicht erzählt.
00:19:45: Und ich finde es wichtig sich damit zu arrangieren.
00:19:48: man muss es nicht lieben aber wir müssen miteinander leben!
00:19:53: Und ich lebe gern mit diesem ollen teilweise verhutzelten Ding Weil es, boah meine Güte ich hab den so schlecht behandelt.
00:20:01: Ich habe Kette geraucht, ich hab gesoffen... ...ich hab wenig geschlafen was weiß ich und zwar lange Jahre nicht nur in den wilden Achtzigern.
00:20:11: Und jetzt ist er immer noch da!
00:20:13: Ist ja schon tapferes altes Stück Aber schön ist er nicht Herr Yeh Na und?
00:20:18: Ist aber auch nicht wichtig.
00:20:19: Aber trotzdem ist das denn der Sache die du kannst.
00:20:22: damit erst seit Ich sag mal, ein paar Jahren dass du das so siehst oder weil kommen wir zurück auf Korahübsch und Co.
00:20:30: Weil du sagst es ja eben auch selbst vor zwanzig Jahren war das mehr Ildikon.
00:20:33: da hast du ja mehr über das Thema Fettverbrennung und Bauchdeckenstoffe unter keine Ahnung was eben halt so nachgedacht.
00:20:39: also man daher... Ja das ist ein wie ich finde ganz angenehmer Prozess des Älterwerdens die Verschrumpelung des äußeren bei gleichzeitiger Reifungen des Inneren.
00:20:54: Das geschieht nicht automatisch.
00:20:55: Die Verschrumpelung, ja an der Reifung muss man schon arbeiten und das geht so schön Hand in Hand dass je... Und ich sage das jetzt bewusst bitte ärgert euch nicht darüber Je hässlicher ich äußerlich werde und ich meine es tatsächlich gar nicht so wertend wie es klingt sondern einfach auch.
00:21:12: Ich bin soweit weg von den Schönheitsnormen mittlerweile.
00:21:17: Dass ist für mich eine ungeheure Erleichterung bedeutet In ganz vielen Wettbewerben trete ich gar nicht mehr an.
00:21:26: Also wenn ich manchmal in Runden sitze von Frauen, viele vielleicht deutlich jünger als ich, manche nicht jüngere als ich aber deutlich auch um die äußeren Strafheit bemüht dann lehne ich mich zurück und denke Ich bin so frei wie nie!
00:21:45: diesen Kampf nicht mehr kämpfen und zwar ganz bewusst.
00:21:48: Ich muss ihn nicht kämpfen, sondern ich will ihn nichtkämpfen und ich konzentriere mich auf ganz andere
00:21:53: Dinge.".
00:21:54: Und das ist für mich ein unfassbarer Befreiungsschlag!
00:22:00: Ja, ich weiß genau was du meinst und ich finde tatsächlich dass es auch etwas was auch wieder sehr attraktiv macht weil du sagst die ganze Zeit so Du bezeichnest dich ja sozusagen die Hesslichkeit des Alters.
00:22:16: Aber ich finde Menschen, die so eine gewisse in sich ruhende Art haben, die quasi glücklich sind mit dem, die strahlen das eben halt auch und das wiederum macht sie auch wieder attraktiv?
00:22:27: Ja, das ist zum Beispiel die Schönheit, die mich anzieht bei Männern, bei Frauen.
00:22:33: Das was du eben sagst, wenn ich die Weisheit aus den oder das Bemühen um Weisheid eigentlich eher Augenblitzen sehe, die vielleicht von Tiefen Falten umfurcht sind.
00:22:46: Wenn ich das wohl wollen und die Neugier dem Leben gegenübersehe... wenn ich eine gewisse Haltung sehe, ...die nichts mit Longevity zu tun hat oder nichts mit regelmäßigen Rückenübungen sondern mit einer Offenheit und einer vor allen Dingen Selbstreflektion.
00:23:07: Das ist für mich, das entspricht meinem Schönheitsbegriff aber das ist natürlich nicht der um den es bei Germany's Next Top Model oder in der Beauty-Industrie oder bei Instagram geht.
00:23:18: Das muss man ganz klar so sagen.
00:23:20: dem entspreche ich nicht.
00:23:21: Den muss sich nicht entsprechen, den will ich nicht entsprechend.
00:23:23: Ich sehe die Schönheit ganz woanders
00:23:27: Ist wirklich ganz interessant, weil du das noch mal so ansprichst mit Instagram.
00:23:29: Ich erinnere mich noch daran wie du damals sozusagen deinen ersten Instagram-Account gemacht hast und ich glaube, du hast dann so ein halbes Jahr später... ...hast du ihn auch wieder aufgehört?
00:23:39: Weil dich das zu sehr... Wie hast du es formuliert?
00:23:44: Einfach getriggert hat dass das Leben bei allen anderen so viel schöner, heller, klarer, toller und ich weiß nicht was ist.
00:23:53: Und dann bist du ja dann Ich weiß gar nicht, wie lang der Abstand zwischen den Account eingestellt zu ich bin wieder da war.
00:23:59: Aber gefühlt war das vielleicht ein zwei Jahre?
00:24:01: Ja noch
00:24:01: nicht mal glaube ich ein knappes Jahr würde ich sagen.
00:24:04: Interessant dass du dich daran erinnerst
00:24:05: und dann hast Du ja quasi einen sehr neuen Weg auch in der Kommunikation eingestellt.
00:24:14: Man muss ja eigentlich fast sagen so der Anti-Instagramm-Account im Sinne von Ehrlichkeit sozusagen also wirklich Sachen Reality sozusagen dann so geworden.
00:24:27: Und das fand ich eine spannende Veränderung, wie du das Medium erst mal abgelehnt hast und dann hast du gesagt, ich muss es einfach nur so nutzen, wie's eigentlich so ist?
00:24:37: Ja!
00:24:38: Das ist interessant, dass du das noch weißt, das freut mich.
00:24:42: Es spiegelt Instagram da auch ein bisschen meine ... Einstellung zu Social Media, zum Leben.
00:24:51: Zu mir selbst auch wieder weil ich ganz hart daran gearbeitet habe und immer noch arbeite möglichst konkurrent zu sein mit dem sozusagen das was sich fühle auch auszudrücken nicht immer, nicht zu jeder Zeit.
00:25:08: Wenn ich jetzt im weißen Haus Friedenshaner-Fandlungen führen würde, würde ich nicht sagen, oh Donald, ich muss erst mal auf den Arm!
00:25:14: Ich fühle mich nicht so wohl.
00:25:15: Also geht mir nicht darum, alles rauszuposaunen was ich fühle und denke aber schon eine...ich möchte mich innerlich nicht mehr verbiegen und ich möchte mir vor allen Dingen bewusst sein, was fühle ich eigentlich gerade?
00:25:29: Weil gerade Frauen leider so oft Den wird das aberzogen, die Verbindung zu ihren eigentlichen Regungen.
00:25:42: Und den wird auch antrainiert.
00:25:45: eine Freundlichkeit und Beflissenheit und Sanftheit, die oftmals total unangemessen ist.
00:25:52: Ich habe so oft bei mir selbst erlebt wie ich mit einem scheuen Lächeln reagiert hab ob schon nicht dem Typen eins in die Fresse hätte donnern sollen Neulich, nee es ist eine Weile her.
00:26:03: Da trug ich, trage nie tiefe Ausschnitte oder so.
00:26:06: das war mir nie gegeben mit Äußerlichkeiten zu konkretieren womöglich auch wegen des Blachvaters.
00:26:11: Jetzt
00:26:11: mach' ich immer nicht die ganze Zeit so?
00:26:13: Nein!
00:26:13: Du bist ja ne attraktive Frau.
00:26:14: also
00:26:14: das ist so... Nee, dann hast du mich falsch verstanden.
00:26:17: Es war mir nicht gegeben.
00:26:18: Ich hatte einen blinden Vater.
00:26:18: Also ich habe nie enge Sachen oder solche äußerlichen ... Ich konnte damit auch tatsächlich nicht so gut umgehen.
00:26:25: Okay Ich hatte dann einmal so ne Für meine Verhältnisse sehr weit ausgeschnitten, so einen Oberteil an und dann kam ich so blöden Schmierlappen.
00:26:35: Der kam mir entgegen.
00:26:36: Den kannte ich von früher und sagte Boah Ey Sammer hatst du schon immer so dicke Dinger?
00:26:41: Weißte die Brüste waren irgendwie ein bisschen hochgedrückt Und ich war... Ich kicherte verlegen bin ging weg hab das Oberteil nie wieder angezogen und habe mich geährert über den Typen Aber am allermeisten über mich und meine Reaktion.
00:27:01: Und das ist mir und geschieht bestimmt sehr vielen Frauen im Leben so oft passiert, dieses Weglächeln von patriarchalem Schwachsinn oder auch Beleidigungen.
00:27:13: Ich mein mit wie vielen Typen habe ich früher geschlafen?
00:27:16: Bloß weil ich dachte ach ja die Erektion die du angerichtet hast die musst du jetzt irgendwie gerade wegen sozusagen.
00:27:24: Also diese Höflichkeit, blöden Typen gegenüber wo ich immer gedacht habe hoffentlich gefallen ihm und hab ganz vergessen mich zu fragen gefällt er mir.
00:27:34: also ich spreche jetzt von wirklich lange her aber das sind so die Anfänge des Gefallenwollens und zwar um jeden Preis Und... Das ist echt harte Arbeit, sich das wieder abzugewöhnen.
00:27:47: Und da bin ich immer noch dabei.
00:27:49: also es gibt immer noch genügend Situationen wo ich feststelle ach guck mal da ist jetzt kleine brave Mädchen wieder statt einmal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und zu sagen und ich sage's mittlerweile manchmal Das is nicht lustig oder Ich hab dich nicht nach deiner Meinung gefragt
00:28:06: Ja
00:28:07: Oder Das Gespräch interessiert mich nicht.
00:28:10: Es ist völlig einseitig, ich weiß alles über sie und Sie kennen nicht mal meinen Namen.
00:28:15: Tschüss!
00:28:16: Aber es ist harte Arbeit.
00:28:18: Wir sind patriarchal doch noch sehr, sehr
00:28:20: geprägt.".
00:28:21: Ganz lustig hatte Nollich auch wieder bei Instagram jemanden da war so einen Beitrag die schönsten Beleidigungen, die sich erst einmal nicht wie Beleidingung anhören.
00:28:31: Da waren wirklich sehr schöne Sätze dabei keine Ahnung, irgendwie sowas.
00:28:39: Es ist beeindruckend immer wieder festzustellen dass sie selbst mit den leichtesten Aufgaben überfordert sind.
00:28:43: Das
00:28:44: ist schon deutlich schießt ja.
00:28:47: Aber da war noch ein paar Intelligentere dabei.
00:28:49: ich habe sie mir leider nicht alle gemerkt.
00:28:50: aber kommen wir mal zu intelligenten Sprüchen.
00:28:52: für dein alter siehst du echt noch gut aus?
00:28:54: Für deinen Alter ist ja sowieso die größte Beleidigung sozusagen.
00:28:57: Du kannst jedes Kompliment was ja auch häufig sogar als Komplament gemeint ist Mit, für dein Alter ist es da nicht mehr.
00:29:04: Das ist tatsächlich so.
00:29:06: und deswegen ich wollte mir auf einen Punkt der mir wirklich viel Freude in deinem Buch gemacht hat du nimmst ja auch ein paar Kalendersprüche außeneinander.
00:29:13: Also mein favorite, ich fange gleich mal mit einem Highlight an, jeder Tag ist ein Geschenk!
00:29:21: Nimm uns doch mal unsere Hörerinnen wie jeder Tag ein Geschänk ist.
00:29:25: Das
00:29:26: macht mir wirklich soviel Freude diese blöden dahergequatschten Pseudo-Weißheiten?
00:29:32: Zu hinterfragen.
00:29:33: Ich nehme das nicht mehr einfach alles so nickend an, sondern denke okay jeder Tag ist ein Geschenk.
00:29:39: manchmal ziehst du aber auch beim Schrottwichteln den allerletzten Scheiß.
00:29:44: es gibt richtige Kackgeschenke Es gibt Tage die sind entsetzlich und dann muss man sich auch nicht bemühen So zu tun als sei diesem tag irgendetwas gutes abzugewinnen.
00:29:59: Das ist eine Anstrengung, die man nicht übernehmen muss.
00:30:03: Man darf auch manchmal sich einigeln und sagen dieser Tag diese Lebensphase Diese Zeit ist ganz entsetzlich Und jeder der mir sagt du musst aber das Gute daran sehen Der kriegt voll eins in die Fresse Weißt Du weil das immer auch ein Negieren des unerträglichen Schmerzes ist.
00:30:30: Deswegen ist nicht jeder... Also mag sein, dass jeder Tag ein Geschenk ist.
00:30:34: Aber manche sind auch einfach echt daneben!
00:30:37: Ich fand das mit dem Schrottwichteln fand ich schon sehr passend.
00:30:38: Ja, Schrott-Wichteln, genau.
00:30:41: Also da passt aber auch sehr gut, auch wenn der jetzt kein zwingender Alterskalenderspruch ist, aber den Satz du musst dich nur selbst lieben.
00:30:51: Auch das fand ich da passt ja sehr gut zu dir, was du gerade gesagt hast.
00:30:54: Du musst dich selbst liebem... Du bist gut so wie du bist.
00:30:59: Ich habe ja einen Seminar, Creator-Wochenende wo ganz viele Coaches und Speaker unterwegs sind und einem eigentlich immer eintrichtern.
00:31:08: Du bist Gut So Wie Du Bist Und das wird mit Feuerwerk und Nebel und jeder und Werona Pot sagt es und Dieter Lange sagtes und also all die Speaker und Speakerinnen die alle übrigens auch natürlich was verkaufen worden wollen ein Buch, eine Nahrungsergänzungsmittel oder eine sehr teure Coaching-Ausbildung.
00:31:29: Du bist gut so wie du bist und ich dachte immer die ganze Zeit nur Mensch, Junge!
00:31:33: Wenn das so wäre dann wenn wir hier alle glauben würden, wir wären gut so, wie wir sind, dann werden die allen nicht hier und würden auch garantiert nicht so einen Kack Coaching bei dir machen.
00:31:43: also das sind Instanzsprüche der Lebenshilfeszene.
00:31:46: Ich habe es genannt in meinem Buch Es ist ein Begriff auf den ich sehr stolz bin Das Optimismus Tourette.
00:31:54: Du bist gut so wie du bist.
00:31:57: Das Leben ist schön, du kannst alles schaffen wenn du nur
00:32:00: willst.".
00:32:03: Ich hatte mir so aufgeschrieben dieses Dauer-Optimismus-Tourette macht viele Menschen eher erschöpft als gesund.
00:32:09: Weil es eine Forderung ist die nicht erfüllbar ist.
00:32:15: und Harald Schmidt sprach vom Flachland des Optimismus.
00:32:20: Und für mich sind das so Instantlösungen, gutklingende Sätze die Hälfte der Wahrheit einfach weglassen.
00:32:28: Die sich nicht wenden an die Menschen... ...die scheitern und aufgeben.
00:32:38: Das ist erlaubt.
00:32:40: Auch das geschieht im Leben Nicht wieder aufstehen Eine ganze Zeit lang durch den Dreck zu griechen und keine Kraft mehr zu haben.
00:32:49: Sprüche, die sich nicht wenden an die Leisen.
00:32:52: Die sich nicht trauen, sich zu melden, die keine lauten Stimmen haben.
00:32:57: und das verursacht finde ich so viel Druck und letztlich dann auch Optimismus leid weil es doch viel menschlicher ist Anzuerkennen dass das Leben wirklich Nicht nur Schattenseiten hat sondern tiefe Gräben, aus denen es manchmal auch kein Entkommen gibt.
00:33:17: Beziehungsweise ein Entkommen wo du mit ja vielleicht mit amputierten Gliedmaßen rauskriegst Ein Krieg aus dem du nicht unversehrt hervorgehst und das ist mir eigentlich total wichtig Auch in dem Buch und in meinem Leben dass ich immer ausstrahle Ich verstehe das.
00:33:37: Also ich verstehe alle die aufgeben.
00:33:39: Ich versteh alle die denken sie schaffen's nicht mehr Die verzweifeln am Leben an sich selbst.
00:33:45: Ich habe das auch in dem Buch geschrieben, sehr offen und wie ich finde, sehr mutig dass ich selbst so eine Phase hatte wo ich wirklich dachte So kann ich nicht mehr weiter leben.
00:33:59: Und mir ist das wichtig Scheiß drauf auf, du bist gut so wie du bist.
00:34:03: Ja natürlich bist du gut so als du bist aber wenn du dich fühlst Wie jemand der sein Leben nicht mehr erträgt dann nutzt dir das nichts.
00:34:11: dieser dieser Mist den man dir dann um die Ohren schlägt und dass ist mir Das ist finde ich so.
00:34:17: diese Botschaft in meinem Buch in meinem Instagram In meinem leben ist so Du bist nicht allein Ich kenne das.
00:34:27: Es ist so ein bisschen wie, wahrscheinlich hast du es auch gelesen dieses Buch, wo je ich wachse.
00:34:31: Und das ist ja so ein Bestseller weil man die verschiedenen Phasen in den ersten, ich glaube, achtzehn Monaten des Kindes dann irgendwie so sieht und man liest dann immer diese, keine Ahnung, fünf Monate altes Kind macht das und das.
00:34:46: Und noch einmal denkst du ach!
00:34:47: Das machen ja alle Kinder scheinbar so.
00:34:49: Du merkst auf einmal dass das nicht dein Problem ist, dass du nur mit deinem Kind hast sondern da steht ja in dem Buch, dass das scheinmal alle haben.
00:34:56: Es ist ja ein bisschen vergleichbar wie, oh je ich wachse für die zweite Lebenshilfe.
00:35:01: Das
00:35:02: ist sehr schön!
00:35:02: Oh je Ich Wachse.
00:35:04: und aber eben auch anzuerkennen dass Wachstum mit Wachsstums Schmerzen verbunden ist... ...und auch mit Abschieden.
00:35:14: Ich finde es so, es gibt eine Zeitschrift.
00:35:15: Ich muss mal ein bisschen aufpassen, dass ich die nicht zu oft blame aber die heißt Happiness und ich sage mir das ist die Zeitschaft der unglücklichen Menschen.
00:35:22: weil warum?
00:35:24: Weil warum sollte sich jemand jeden Monat eine Zeutschrift kaufen mit diesen ganzen Happinesskellen ersprüchen wenn man glücklich wäre?
00:35:32: Ja ja Und es gibt auch überhaupt keinen Grund immer glücklich zu sein oder das Glück ständig herbei Zu sehen herbei zu Wünschen.
00:35:44: Also das war für mich auch so eine Erkenntnis, dass das Glück... Na ja es ist jetzt wieder ein Kalenderspruch.
00:35:56: Aber das Glück hat meine Vorstellung von Glück und mein Empfinden von Glück hat sich total verändert mit dem Älterwerden.
00:36:04: Und es ist eigentlich leichter zugänglich geworden.
00:36:08: Das ist auch ein schöner collateral Nutzen des Älterswerdens finde ich.
00:36:16: Das genieße ich sehr, dass mich mittlerweile Dinge Menschen Gefühle glücklich machen über die ich früher hinweggegangen bin.
00:36:26: Die ich nicht empfunden habe oder als läppisch.
00:36:28: Hundert Prozent.
00:36:29: Ich finde tatsächlich eine der Themen, das fällt mir immer mehr auf, auch wenn ich mich noch nicht völlig davon freimachen kann.
00:36:36: man ist ja so ein bisschen in den Achtzigern so als in dieser ganzen Popperwelt so groß geworden.
00:36:39: Da haben Staatesgebohle natürlich auch ne große Rolle gespielt und ich merke dass es mir immer unwichtiger wird und dass sich da immer mehr... Es mir egal ist, also keine Ahnung.
00:36:50: Früher wollte man dann unbedingt mal was weiß ich nicht in Porsche haben oder die Uhr oder keine Ahnung war so.
00:36:54: und heute... ...ist mir das alles nicht mehr so wichtig?
00:36:56: Ich freue mich da drüber!
00:36:56: Ich freu mich über schöne Dinge aber ich freu' mich über ein sehr schönes Fahrrad.
00:37:01: ... Fahrrad, das ist relativ teuer für ein Fahrrad sag ich mal so.
00:37:08: Dafür dass es eigentlich nichts kann... Aber ich freue mich jeden Tag über diese Verarbeitung oder das Design und allem.
00:37:14: Ich freu mich an schönen Dingen aber ich habe das nicht aus einem Ziel heraus,... ...dass jemand da mich vorbeifahren sieht und sagt wow der fährt ja einen So-und-So-Fahrrad.
00:37:24: Verstehst du was ich meine?
00:37:25: Also das ist mir... Ich freue mich einfach mehr über schöne Dinge und ich kaufe sie weil Sie mir gefallen oder weil sie zu mir passen Aber ich kaufe sie nicht mehr für andere Leute.
00:37:35: Ja, genau.
00:37:36: Und das finde ich ist tatsächlich auch eine Errungenschaft des Altes.
00:37:38: Das ist absolut so.
00:37:39: und weißt du was in meinem Fall das Quellen ist?
00:37:42: Dass ich mit zwei heranwachsenden jungen Männern zusammenlebe die jetzt genau in der Phase sind wo es nur darum geht gefallen zu wollen dann doch die Marke zu tragen die auf dem Schulhof oder in der Peer Group angesagt ist und gefallen wollen, gefallen wollen dazu gehören weiß natürlich, dass das eine Lebensphase ist die auch genau so aussehen muss.
00:38:03: und gleichzeitig möchte ich sie schütteln und sagen macht doch nicht diesen Umweg.
00:38:09: Macht doch nicht diese Fehler.
00:38:11: was heißt Fehler?
00:38:12: Diese Entwicklungsstadion... Ich wünschte so sehr es gäbe einen kürzeren Weg den es aber natürlich nicht gibt weil zum Reifen gehört Zeit.
00:38:19: aber ich sehe meine Jungs und sehe auch an denen wie sehr ich gereift bin
00:38:25: Hundert Prozent.
00:38:26: Ich habe einen letzten Kalenderspruch noch mal, weil ich finde der passt sehr gut zu vielen was wir jetzt schon angesprochen haben.
00:38:32: Trotzdem möchte ich hier nochmal einmal so reingeben Man ist so alt wie man sich fühlt.
00:38:38: Ja!
00:38:40: Man isst so alt Wie man sich Fühlt.
00:38:43: und da... Man IST SO ALT WIE MAN SICH FÜLT Und in diesem Satz schwingt ja immer mit Der Subtitel ist Was wir schon besprochen haben.
00:38:54: Hauptsache du fühlst dich nicht Alt
00:38:57: Genau.
00:38:57: Also jung gleich gut, alt gleich schlecht.
00:39:00: Ja
00:39:00: und das ist etwas was mich so aufregt dass auf einmal ich glaube das es früher nicht so war alt dass negative Gegenteil von jung geworden ist sowie dick dass negative gegenteil Von dünn geworden ist.
00:39:16: Und man isst so alt wie man sich fühlt Ist ein dummer spruch Beziehungsweise.
00:39:27: er führt in die falsche Richtung, denn es ist doch schön wenn man sich so alt fühlt wie man ist.
00:39:32: Weil das haben wir ja schon besprochen... Man dann gereift ist und aus dem Geschenk leben, aus dem teilweise auch schrottwichtigen Geschenke leben trotzdem Das Beste gemacht hat.
00:39:45: man ist ja so ein bisschen auch verantwortlich.
00:39:47: Du hast, weiß ich nicht, sechzig, siebzig, achtzig Jahre gelebt und dann musst du mal zeigen okay?
00:39:52: Du hast Jahre gesammelt.
00:39:53: aber was hast du aus diesen Jahren gemacht?
00:39:56: Und das ist ja letztlich schon auch eine... wie soll ich sagen?
00:40:05: Es ist schön wenn man die Jahre mit Stolz ausbreiten kann und zeigen kann, guck mal hier!
00:40:10: Achtundfünfzig Stück und das ist meine Bilanz
00:40:14: Ist ganz lustig.
00:40:15: Ich hab meine Tochter, ist heute jetzt vierundzwanzig, die schneidet auch mal diesen Podcast.
00:40:20: insofern herzlichen
00:40:21: Grüße an dieser Stelle.
00:40:23: und ich habe immer gesagt so seitdem sie zwei ist, habe ich gesagt Jetzt ist die beste Phase.
00:40:29: Aber jedes Mal, jedes Jahr also ich fand mit vier die beste phase, ich war mit sechs die beste fase aber ich fand sie immer genau richtig zu dem Zeitpunkt.
00:40:36: das heißt ich fand jede Phase für sich Super gut und will die Alten nicht zurückhaben sozusagen.
00:40:43: Und ich würde es bis heute wahrscheinlich noch so unterscheiden, weil jetzt natürlich schon eine erwachsene Person ist mit der ich eben auch nochmal wieder ganz andere... Austausch habe, ganz andere Dinge erfahre erlebe.
00:40:53: Deswegen ich würde jedes Jahr immer sagen jetzt ist die beste Phase.
00:40:57: Sie fragt mich immer ob ich sie dann nicht mochte bis sie zwei war.
00:41:02: Das ist zum Beispiel der Grund warum ich den Begriff Best Ager nicht mag weil es suggeriert das soll nett sein.
00:41:08: Es suggerieren dass der Best Agor oder die Best Agerin gerade die beste Zeit ihres oder seines Lebens hat kann ja auch noch besser werden wenn ich mir Elke Haydenreich anschaue die zwanzig Jahre älter als ich.
00:41:22: Die hat jetzt die beste Zeit ihres Lebens.
00:41:25: und aber wenn nicht mehr erlauben darf an deine vierundzwanzigjährige Tochter mich einmal zu richten, es war wahrscheinlich muss man das als junger Mensch glauben dass man alles erreichen kann wenn man nur will, dass man das Träume dazu da sind sie zu erfüllen und ich halte es ja für wichtig dass man sich möglichst zeitig klar macht Manche Träume nicht erfüllbar sind und man manchmal auch froh sein kann, dass sie nicht in Erfüllung gehen.
00:41:54: Sonst wäre ich jetzt mit Prinz Andrew zusammen.
00:41:56: Das wollen wir nicht?
00:41:57: Nee!
00:41:58: Und das sozusagen so eine zärtliche Desillusionierung... ...dass man der Raum gibt, dass man sich klar macht du kannst nicht alles erreichen was du willst Du kannst nicht Karriere machen für Kinder haben einen geilen Körper haben, ein Theater-Abo.
00:42:19: Eine aufregende Beziehung die seit fünfzehnzig Jahren lebt und jeden Nobelpreisträgerin lesen in Buchformat.
00:42:32: also ich glaube es ist schon wichtig dass man dem Leben gegenüber realistisch ist und was mich immer am meisten an meinem Leben gestört hat, war die Realität.
00:42:43: Weil sie ja immer anders wart oder oft anders als ich sie mir so vorgestellt hatte.
00:42:47: Und je eher man versöhnlich gegenüber den Wirklichkeiten des Lebens wird, desto besser kommt man zurecht.
00:42:54: Ich finde es dabei genau, dass du ansprichst auch gut.
00:42:56: Ich sage tatsächlich – also ich habe bei mir im Umfeld eben halt auch einige Freunde mit deutlich jüngeren Sowohl Männer, als auch Frauen mit jüngeren Partnern zusammen zu tun.
00:43:06: Und ich finde tatsächlich das was du ansprichst so meistens ist es so dass ich sage immer so ungefähr ab dreißig so kannst du wirklich sagen bei den meisten dass die Menschen dann fast immer im Leben angekommen sind.
00:43:18: und damit meine ich genau dass sie eigentlich diese Illusion mir gehört die Welt und ich kann alles erreichen ein ganz klein bisschen relativiert haben so und dass man dadurch Diskussionen und Gespräche auf einem anderen Niveau führen kann, während man eben hat.
00:43:34: Und ich finde das toll ehrlich gesagt dass man diesen Glauben und alles in diesen Zwanzigern noch hat.
00:43:40: so also muss
00:43:42: es auch sein um auch Wege einzuschlagen die erst mal vielleicht unbegehbar wirken.
00:43:47: Also insofern ist das auch völlig in Ordnung dass es so ist.
00:43:50: aber bei mir hats viel länger gedauert Die Einsicht In realitäten und ich war da wirklich in Spätsünde.
00:43:58: Und ich hätte mir gewünscht, dass ich früher... Früher... Ich bin eine Spätreiferin würde.
00:44:06: Eine Spät-Reiferin?
00:44:07: Wo wir dann bei dem Thema Reife sind.
00:44:09: du hast ja auch das Thema Wechseljahre an.
00:44:11: In dein Buch ja, ich sage es mal schon ein.
00:44:13: Das ist nicht nur eine Radnotiz, werde ich mir zu Hause sagen.
00:44:15: Du hast relativ viel... darüber gesprochen.
00:44:18: Wie würdest du denn jetzt unsere, also ich glaube die durchschnittliche Hörer oder Hörerin?
00:44:24: Wir haben über siebzig Prozent Frauen hier zu hören.
00:44:26: Die sind alle so... Ich glaube die Durchschnittlichkeit ist siebenundvierzig.
00:44:30: Das heißt die sind ja mittendrin wahrscheinlich in dieser Phase.
00:44:35: Magst du mal vielleicht auch da dein Blick auf diese Phase mit unseren Hörern teilen dass die vielleicht Auch da wieder, oh je ich wachse für die Wechseljahre?
00:44:45: Unbedingt.
00:44:46: Also weil das Schlimmste an den Wechsel Jahren ist ja die fehlende Aufklärung.
00:44:51: nicht nur dass man selber wenig weiß sondern man trifft auch leider oft auf Ärzte und Ärztinnen die wenig wissen oder falsches Wissen sogar haben.
00:45:01: Und bei mir war es so... Ich hatte keine Ahnung, ich dachte neuer ein paar Hitzewallungen habe ich wenigstens keine kalten Füße mehr hab mich nie Gedanken gemacht.
00:45:09: über die Wechseljahres Muss man ja vorher auch nicht.
00:45:13: Und dann hat es mich so kalt beziehungsweise heiß erwischt, dass ich glaube ich war ein Fünfzig-Zweihenfünfzig im Wechseljahrsbeschwerden bekam, Hitzewallungen... Da wusste ich noch überhaupt nicht, dass die Wechseljahre viel früher schon beginnen mit der Prä-Menopause und so.
00:45:32: Das wusste alles nicht!
00:45:33: Ich wusste nur... So kann es nicht weitergehen.
00:45:35: Ich habe eben in Talkshows gesessen und Hitzewallungen gehabt.
00:45:39: Wir haben keinen Satz mehr rausbekommen.
00:45:40: Ich konnte nicht mehr schlafen, ich konnte nicht arbeiten, konnte mich nicht konzentrieren war immer nur am Ausziehen oder anziehen.
00:45:48: Und ich bin jetzt niemand, der besonders gerne Situationen erträgt, die ihr nicht gefallen und bin also sofort zu meinem Arzt gerannt.
00:45:59: Und hatte dann das Glück, dass ich einen informierten Arzt hatte und bin dann auch in einer speziellen Hormonpraxis weitergegangen, die mich aufgeklärt haben.
00:46:12: Was kann man tun?
00:46:13: Es war also nicht dieses Ach ja!
00:46:15: Also da müssen sie durch und wenn sie was dagegen nehmen kriegen Sie halt Krebs was wirklich Frauen immer noch zu hören kriegen, sondern ich habe eine profunde Aufklärung bekommen.
00:46:25: Ich hab erfahren ... wenn man bioidentische Hormone nimmt, was sind die Risiken?
00:46:31: Meine Mutter zum Beispiel hatte Brustkrebs und ist dann an Lungenkrebs gestorben.
00:46:35: Ich nehme trotzdem bioidentischer Hormon, das ist möglich!
00:46:40: Ich weiß um die Risken, dass das Glas Wein am Abend ein deutlich höheres Krebsrisiko verursacht als die Hormone, die ich nehme.
00:46:51: Und also das ist ganz wichtig, dass man da in gute Hände gerät und das ist aber nicht leicht!
00:46:57: Also selbst hier in der Großstadt gibt es so viele Tupisse... Tupis is ein rheinländisches Wort für Vollidiot Die ähm...
00:47:04: Danke für die Auchlinie,
00:47:05: hätte sie's auch nicht gewusst ne?
00:47:06: Ja, fiel mir gerade auf, bin ins Rheinländerische Verwaltet und mach' ich immer wenn ich mich schon aufregen tu!
00:47:12: Da können die schon, also ehrlich.
00:47:14: Es gibt zu wenig Aufklärung, es gibt viel zu viele Frauen, die leiden und leiden, keine Ahnung haben was da gerade mit ihnen vor sich geht.
00:47:21: Und das muss nicht sein!
00:47:28: Aber ich muss leider sagen ... Die Wechseljahre... Ich nehme ja jetzt Medikamente, also ich nehme diese Hormone, die mir echt mein Leben wieder geschenkt hat, meine Lebenslust und auch meine Arbeitsfähigkeit.
00:47:44: Ich finde die Wechseljahre ganz schlimm.
00:47:47: Also das ist eine Ungerechtigkeit der Natur.
00:47:50: Ich meine, wir haben ja wirklich schon genug Mist an der Backe!
00:47:53: Wir kriegen ständig unsere Tage... ...wir haben dann Bauchschmerzen und Stimmungsschwankungen.
00:47:58: Einige von uns kriegen Kinder.
00:47:59: Da muss ich gar nicht sagen was das für eine körperliche Anstrengung und Sauerei?
00:48:03: Ich mein allein die Nachgeburt, die da noch... Man hat breitet einen ja keiner drauf vor.
00:48:07: Stehst in der Dusche und denkst du bist die Hauptdarstellerin im Psycho, was da noch
00:48:11: rauskommt?!
00:48:12: Also körperlich gesehen haben wir jetzt so viel Herausforderungen, sagt man ja heute.
00:48:18: Challenges zu meistern.
00:48:20: und dann denkst du das Schlimmste ist vorbei.
00:48:22: und dann kommen die Wechseljahre.
00:48:23: Und im Grunde sind die Ich kann das nicht aner sagen ein bisschen wie eine Säubruchsstelle Im Leben der Frau wenn es einen richtig erwischt.
00:48:33: weil das ist ja jetzt nicht nur Hitzewallung Das sind Diese Brain Fog heißt dass also Vergesslichkeit Es ist Stimmungsschwankungen Es sind Gelenkschmerzen Das kann so vielseitig sein, was uns quält.
00:48:53: Ich finde das wahnsinnig ärgerlich!
00:48:55: Also ich führe eine persönliche Fede gegen die Evolution.
00:49:00: Revolution statt Evolution und Sheila Delis sagte es ist ein fehlgeleiteter Prozess.
00:49:06: die Wechseljahre und die Evolution wird irgendwann einen Einsehen haben aber solange brauchen wir gut ausgebildete informierte Gynäkologen Frauen sehr genau erklärt, was sie tun können um sich diese oftmals sehr schwere Zeit etwas erträglicher zu machen.
00:49:26: Mir fahren da ganz viele Sachen zu einem.
00:49:27: also das eine ist tatsächlich wie du sagst mit der Evolution.
00:49:29: es ist ja wirklich so dass genetisch auf unserem Strang kein anderes Lebewesen gibt Was die wechseljahre hat und es gibt insgesamt nur ganz wenige lebewesen Die.
00:49:40: also es gibt wale sozusagen die die Wechseljahr bekommen Wechseljahre, also sprich eben hat eine Menopause haben sozusagen.
00:49:48: Aber es sind wirklich ganz wenige Spezies die es überhaupt haben und da gibt's jetzt tatsächlich am Buck Institute eine Dame, die genau das erforscht warum wir das eigentlich haben und wie wird das ausschalten können?
00:50:00: Das ist wirklich in der Frage, in der sich die Jennifer im Abend liegt jetzt gerade, die habe ich letztes Jahr mal kennenlernen dürfen gerade mit beschäftigt.
00:50:08: Weil
00:50:08: weißt du andererseits... Es ist so ne wertvolle Zeit die danach beginnen könnte, wenn sie körperlich und seelisch nicht so schwierig wäre.
00:50:19: Es geht ja um Hormone und eine neue Anordnung von Hormonen.
00:50:23: Östrogen verabschiedet sich pro Gosteron – all das was uns auch kuschelig und lieb macht!
00:50:30: Und ich merke das in meinem Leben wie das Testosteron, ob schon nicht diese Medikamente nehme.
00:50:36: trotzdem geschieht dieser Prozess auch in mir wie das Testosteron langsam die Vorherrschaft gewinnt und Das erleichtert mir tatsächlich eine Form der Emanzipation.
00:50:51: Das macht mich etwas kratzbürstig, das macht mich kritisch es macht mich streng ich schau sehr genau hin aber Es macht mich auch Kräftiger in einem... Ich will jetzt mal so sagen männlichen Sinne Ich bin nicht mehr so auf, ich bin mehr auf Krawall gebürstet.
00:51:12: Ich beschwer mich häufiger.
00:51:13: in der Autowerkstatt habe ich neulich gesagt das finde ich zu teuer zack!
00:51:16: Zwanzig Prozent weniger.
00:51:18: Das hätte ich ohne mit östrogenem Blut hätte ich das nicht gemacht.
00:51:21: Weißt du also danach ist eine so kostbare Zeit.
00:51:25: wir sind dann Frauen die nicht mehr gepeinigt werden von ihren Hormonen Die viel Erfahrung haben und eigentlich Wir sind nicht mehr fruchtbar, aber wir haben eine unfassbare fruchtbare Zeit vor uns.
00:51:38: Und deswegen ist diese Hormonersatzherapie einfach so wahnsinnig wichtig muss man einfach wirklich sagen.
00:51:42: also dazu noch mal
00:51:44: also wahrheitsgemäß informiert.
00:51:46: Also dieses Thema was du ansprichst dieses Brustkrebsrisiko ist natürlich sehr stark aus einer wirklich damals auch wirklich schlecht durchgeführten Studie.
00:51:53: zum einen und zum anderen waren das ja ganz andere Hormone.
00:51:56: Das waren die basierten auf Pferde-Orin von schwangeren Stuten, also von daher das ist alles etwas was sich völlig verändert hat und darüber hinaus muss man einfach mal auch sich anschauen.
00:52:12: Was sind denn die anderen Sachen?
00:52:13: Du sprichst zwar diese Einschränkte der Lebensqualität und alles was dazu ist an aber darüber hinaus sind die weiblichen Sexualhormone eben halt tatsächlich die Schutzhormon fürs Herz und fürs Gehirn.
00:52:24: Die Tatsache dass mehr Frauen Alzheimer oder Demenzerkrankungen sogar haben als Männer nicht einfach daran, dass ihnen diese Schutzhormonen wegbrechen.
00:52:34: Die Männer haben eben tatsächlich durch das Testosteron was im Rahmen der Aromatase umgewandelt wird auch nochmal wieder in die weiblichen sexualen Hormone sind die besser geschützt, was ihr Gehirn da betrifft.
00:52:45: und das sind so Dinge.
00:52:46: deswegen muss man Aufklärung machen.
00:52:48: ich habe es tatsächlich bei mir ein Buch auch drin noch mal extra Kapitel.
00:52:51: warum?
00:52:51: weil ist eigentlich so der härteste Einschlag in dieser Langlebigkeitsgeschichte eben halt so ist, weil ich sage es mal auch der Muskelabbau.
00:53:02: Im Schnitt hast du so um die fünf Prozent pro Jahrzehnten Muskelabbau.
00:53:06: nach den Wechseljahren verdoppelt er sich bei dem Frauen.
00:53:09: und all das muss man ja wissen.
00:53:11: da kann man ja auch was dagegen tun wenn man's dann eben halt weiß.
00:53:14: und deswegen ist es so wichtig sich genau mit diesem Thema wirklich mal intensiv auseinanderzusetzen und genau diese Auflegung zu suchen.
00:53:22: Du kennst dich sehr gut aus eben was du sagst.
00:53:27: wichtig ist Aufklärung und man muss natürlich nicht unbedingt Hormone nehmen.
00:53:30: Es gibt alle möglichen anderen, es gibt auch Frauen die dürfen keine Hormonen nehmen, sie wollen keine Hromone nehmen.
00:53:35: alles richtig so aber dass man weiß was kann man sonst tun wie kann man sich ... unterstützen in dieser wirklich schweren Zeit.
00:53:45: Ich könnte mich schon wieder so aufregen, dass wir so gebeutelt sind.
00:53:47: aber gut jetzt...
00:53:49: Es gibt einen Meme das muss ich unbedingt mal wieder finden.
00:53:51: Da investiert man Margot Robbie in diese Rolle als Barbie und die hat ja dann so verschiedene Erkenntnismomente sozusagen.
00:53:57: Und da gibts dann auch so genau diesen Punkt wo man eben halt über das ganze spricht was im Leben einer Frau so passiert also die erste Regelblutung die in der PMS dann Kinder kriegen wechseljahre allen drum und dran und die Männer führen einfach ihr Leben.
00:54:14: Und das ist tatsächlich, also da muss ich auch wirklich an dieser Stelle sagen... Das ist auch wirklich sehr, sehr ungerecht.
00:54:20: Es ist ungerecht!
00:54:20: Die Evolution ist altmodisch.
00:54:25: Nicht mehr auf die neuen... Sie ist nicht auf die moderne Frau eingerichtet und sie wird sich anpassen.
00:54:31: aber insofern werde ich die nächsten zwanzigtausend Jahre noch predigen und sagen informiert euch
00:54:39: Ja, ich möchte da auf einen weiteren Punkt in deinem Buch nochmal eingehen.
00:54:43: Du schreibst auch sehr schön wie sich Beziehungen im Alter verändern.
00:54:46: also weniger Drama mehr Ruhe.
00:54:48: Also würdest du auch sagen das ist ein Verlust oder es manchmal ein Gewinn?
00:54:52: Oder ist es manchmal auch ein Verlass dass es eben halt vielleicht nicht mehr so emotional wird?
00:54:58: Ich empfinde ganz vieles nicht als Verlust, was ich aber früher als Verluß empfunden hätte.
00:55:03: Also das ist eben auch die Phase durch die man durch muss.
00:55:05: Ich war eine Dramatikerin, ich war hochexplosiv, ich habe den Raum zwischen ... der so oft zitiert wird zwischen Reiz und Reaktion, den hab' ich gar nicht erst betreten!
00:55:19: Ich bin sofort explodiert und ich dachte, dass es authentisch Heute würde ich es als hysterisch bezeichnen.
00:55:29: Ich dachte, diese ruhigen vor sich hindümpelnden Beziehung das ist keine Liebe.
00:55:34: so will ich nie enden.
00:55:36: also im Grunde bin ich genau so geworden wie ich nie werden wollte und bin aber darüber sehr sehr froh weil eben Ja, man mit unterschiedlichen Reifegraden und andere Prioritäten setzt.
00:55:52: Und eben auch andere Möglichkeiten der Reaktion hat sich doch zu begeben in diesen Raum zwischen was geschieht und wie reagiere ich darauf?
00:56:04: Warten überlegen einordnen und dann reagieren oder sagen Ich brauche mehr Zeit!
00:56:11: Ich will darüber nachdenken.
00:56:14: Das gefällt mir gut an mir dass ich das mittlerweile immer mal wieder tue.
00:56:21: Es gelingt mir oft auch nicht, gerade zum Beispiel mit meinem ältesten Sohn der mir so ähnlich ist dass wir uns einfach in Liebe sehr aneinander reiben.
00:56:35: aber die Tendenz geht in Richtung sanftes Dahindümpeln und ich finde es herrlich denn es schafft Energien für andere Tätigkeiten, die jetzt an Wichtigkeit gewinnen.
00:56:52: Und das ist Karriere!
00:56:54: Das ist Schreiben... Freundschaft war mir immer schon wichtig aber das sind sozusagen die Tiefe und nicht die Explosionen.
00:57:07: Total schön ich habe mich auch so ein wirklich hier so einen Satz aufgeschrieben dass viele ja Angst haben alter langweilig zu werden oder das ist ja genau die Angst die du jetzt auch gerade beschreibst.
00:57:16: letztendlich das, was für mich so aus deinem Buch herausgekommen ist, dass ja vielleicht gerade das ein unterschätzter Gesundheitsfaktor ist.
00:57:21: Dass man langweiliger wird in anführenden Strichen aber langweilliger im Sinne von ruhiger
00:57:27: Ja genau.
00:57:28: also ich würde es dann eben nicht Langeweile nennen sondern Mousse.
00:57:35: und Es gelingt mir zum Beispiel immer noch nicht einen Mittagsschläfchen zu machen ohne schlechtes Gewissen.
00:57:42: Das schaffe ich nicht Stört mich sehr an mir Denn ich weiß, Mittagsschlaf machen ist wie Obstessen.
00:57:49: Ist longevity pur.
00:57:51: und trotzdem bin ich so konditioniert dass ich da immer denke ich muss tun Ich muss machen, ich muss leisten.
00:57:57: Ich schaffe es nicht an einem Dienstag Vormittag ein Buch zu lesen das nichts mit meiner Arbeit zu tun hat weil ich auf Leistung und Produktivität geeicht bin.
00:58:13: Und das finde ich nicht gut, also ich finde es gut zu leisten.
00:58:17: Ich finde es aber genauso wichtig in der Theorie zumindest die Auftankphasen- und Rückzugsphasen mir zu gönnen.
00:58:24: Daran arbeite ich.
00:58:25: Rückzug wird immer wichtiger für mich.
00:58:27: Das mache ich oft viel mehr.
00:58:29: Ich fahre alleine ans Meer.
00:58:30: Ich bin allein ins Urlaub sogar gefahren.
00:58:33: Ich war allein in New York um mich ganz auf mich Und mein Wachstum und auch auf meine Wachsstums Schmerzen zu konzentrieren.
00:58:43: Das brauche ich, und ich versuche es immer mehr auch mir zu schenken.
00:58:49: Ich bin ja so ein großer Fan von dir weil du einfach wirklich Sachen sehr schön manchmal aus einer anderen Blickwinkel sozusagen betrachtest der für mich anders ist, weil sie ihm hat.
00:58:57: der sehr weibliche ist so.
00:59:00: Nichtsdestotrotz, ich finde einen Wort das ich mir hier auch rausgeschrieben habe Du sprichst von Bleibefreiheit.
00:59:06: Das ist nicht von mir.
00:59:08: Das ist von der Philosophin, das sage ich aber auch in meinem Buch, das ist von den Philosophinnen Eva Redecker.
00:59:14: Bleibe Freiheit!
00:59:15: Ich liebe den Begriff.
00:59:16: Genau.
00:59:17: Magst du vielleicht einmal kurz erklären was das ist?
00:59:18: Ja für mich hat es sofort angesprochen Wir verbinden mit Freiheit immer Aufbruch und Abenteuer.
00:59:28: also ich zumindest und wahrscheinlich geht's vielen ähnlich wir jetzt nicht verallgemeinert.
00:59:31: Aber für mich ist Freiheit klingt nach ja Freiheit und Abendeuer früher Die Frauen meines Alters werden es noch wissen, die Malboro-Reklame und so irgendwie in den Reiten, in den Sonnenuntergang.
00:59:44: Wie ist dieser Film noch, Thelma & Louise?
00:59:46: Ja ja, Freiheit!
00:59:48: Und der Begriff Bleibefreiheit ich lieb denn so vielen Dank Frau Dr.
00:59:54: Redeker beinhaltet eben dass es auch eine große Freiheit ist irgendwann zu entscheiden zu bleiben und nicht weiterzuziehen.
01:00:05: Zu sagen, in dieser Komfortzone bleibe ich jetzt hier ruhe ich mich aus, hier sammle ich Kraft!
01:00:13: Und der Begriff Komfortzone ist ja völlig zu unrecht, hat er so einen schlechten Ruf bekommen?
01:00:20: die Komfort-Zonen da wo wir bleiben dürfen, da wo ihr bleiben wollen sind ja so wichtig um uns sicher zu fühlen Abenteuer erleben zu müssen, sondern abenteuer.
01:00:37: verarbeiten zu können.
01:00:38: Ich habe ein unfassbar abenteuerliches Jahr hinter mir, ich hab mich Sachen getraut für dieses Buch.
01:00:44: Ich war allein in New York, ich war Eisbaden... ...ich war im Festival von Wacken bin im Schlamm versagt.
01:00:50: das alles hätte ich mich nie getraute wenn ich nicht des Buch darüber geschrieben hätte.
01:00:54: Ein Abenteuer nach dem anderen und dann sagen und jetzt bleibe ich hier in meiner Komfortzone Jetzt lege ich mich aufs Sofa meinen liebsten Schatz im Arm und guck Netflix oder gibt ja auch viel ... viele schöne andere Anbieter.
01:01:09: Das ist auch Freiheit und die darf man genauso genießen!
01:01:15: Wenn du sagen würdest, dann gibt es eine... Wir haben jetzt über ganz viele Punkte schon gesprochen.
01:01:20: Nichtsdestotrotz wenn du sagen würde, was ist vielleicht die wichtigste Entscheidung oder Haltung in deinem heutigen Leben bei der du ganz klar sagen würdest dafür musstest du alt genug werden?
01:01:36: Ja wir haben viel angesprochen.
01:01:37: das Alt genug findet auf vielen Ebenen statt.
01:01:44: Ich muss mal überlegen, welches die revolutionärste ist für mein Leben?
01:01:51: Ich glaube das was mir am meisten geholfen hat und der Schritt der mir aber am schwersten gefallen ist es mir einzugestehen dass ich Hilfe brauche.
01:02:13: Ich war jetzt nie jemand, der sich nicht hat helfen lassen oder aus mir zu schwer hebt du mal für mich.
01:02:19: Sondern das Eingeständnis dass die eigene Schwäche mehr ist als eine Anekdote.
01:02:30: ich habe oft aus meinen schwächen Geschichten gemacht.
01:02:33: Ich hab ja ne sehr starke Angststörung mein Leben lang gehabt und immer noch generalisierte Angststörungen nennt sich das.
01:02:43: Ich habe daraus Anekdoten gemacht.
01:02:45: Ich finde, ich bin viel zu viel getrunken.
01:02:49: Viele viele Jahre.
01:02:50: Ich hab daraus nie einen Hehl gemacht!
01:02:52: Ich hab Anek-Doten daraus gemacht.
01:02:53: Ha ha immer die Letzte auf der Party und noch ein Fläschchen.
01:02:57: Bin halt Rheinländerin.
01:03:00: Ich bin immer sehr offen damit umgegangen und habe nicht bemerkt dass... Kann ja nicht so schlimm sein.
01:03:10: Du erzählst ganz offen darüber, dass du Kette raust und zwischendurch Astmaspray nimmst damit auch richtig schön die Kippe inhalieren kannst.
01:03:19: Du erzählt von deinem Alkohol-Konsum, von deinen ganzen Ängsten.
01:03:24: Wenn man so offen damit umgeht kann es ja auch so schlimm nicht sein.
01:03:27: Es ist schlimm!
01:03:33: Das Unkraut wuchert nicht nur im Schatten, sondern auch an der Sonne.
01:03:37: Und das mir da auf die Schliche zu kommen ... Dafür musste ich alt genug werden und es dauert mich sehr, dass das so lange gedauert hat.
01:03:47: Auch da ein Spielzunde?
01:03:49: Leider ja!
01:03:51: Leider Ja!
01:03:52: Und das ist wirklich etwas... Das tut mir bitter leid.
01:03:57: Ich hab' mich da verrannt hinter meiner Offenheit versteckt und nicht gemerkt, dass das alles nicht lustig ist.
01:04:08: Und das beschreibe ich auch im Buch... Ich habe manchmal wirklich Momente wo ich ... Das klingt jetzt schrecklich und vielleicht für manche auch kokett.
01:04:23: aber im Zusammenhang des Buches Wird das dann klar?
01:04:26: Wo ich denke, ich habe mein Leben verpuscht.
01:04:29: Ich hab den Ängsten so viel Raum gegeben!
01:04:32: Ich hab mich nicht gewährt und nicht informiert.
01:04:37: Ich habe dem Alkohol, dem Nikotin, den Süchten zuviel Raum gegeben.
01:04:42: Kokettiert... ...und nicht Verantwortung übernommen.
01:04:49: Das tut mir sehr, sehr leid.
01:04:51: Und gleichzeitig möchte ich aber auch sagen dass die Momente überwiegen in denen ich sage besser spät als nie und ich das Leben sehe wie es sich mir doch noch in seiner Freiheit und Schönheit offenbart hat und ich endlich die Verantwortung für mich und mein Wohlbefinden übernommen habe.
01:05:12: Schön!
01:05:13: Richtig schön.
01:05:14: deswegen... Ach, komm ich leider auch schon zu meinem Abschlusssatz.
01:05:19: Die Leute sollen ja auch noch dein Buch lesen und haben sie nachher... Das würde
01:05:22: mich sehr freuen!
01:05:24: Aber es würde mich auch freuen wenn Sie aus diesem Gespräch vielleicht ein wenig
01:05:28: Energie
01:05:28: mitnehmen.
01:05:29: Genau und deswegen würde ich ganz gerne eine letzte Frage ist tatsächlich, wenn die Hörer in Männer wie Frauen tatsächlich einen Gedanken aus dem Gespräch mitzunehmen den hilft sozusagen gesünder Eltern zu werden?
01:05:42: Was würdest du sagen was ist das?
01:05:46: Ich denke, ich bin alt genug dafür diese Frage nicht zu beantworten und zu sagen weißt du was?
01:05:52: Darüber möchte ich gerne in Ruhe noch ein wenig nachdenken.
01:05:55: Ich lieb's.
01:05:57: Iliko, es hat wirklich ganz viel Spaß gemacht.
01:05:59: Mir auch.
01:06:00: Normalerweise am Ende erzähle ich dann immer, dass die Leute um das Buch kaufen sollen.
01:06:04: Ich kann an dieser Stelle sagen man muss alle Bücher von Iliko kaufen weil sie lohnen sich alle für sich und es ist tatsächlich dann auch wirklich schön genau diese Evolution in dieser Reise dann eben halt auch so mitzuerleben.
01:06:15: Und ich finde... Ich habe es tatsächlich nachdem ich das... Ich kann mir den Titel leider nicht so gut merken.
01:06:21: Fertig fällt mir dabei auf aber natürlich dein letztes Buch gelesen haben also das jetzt davor wo Korra Hübsch Wenn wir wieder auftauchen, habe ich dann tatsächlich Mondscheimtarif noch mal wieder gelesen.
01:06:29: Du hast ja richtige Studien!
01:06:30: Und es hat wirklich so viel Spaß gemacht, weil da eben auch tatsächlich so viele Sachen darin sind wie der GZ-Mann, der natürlich klingelt und den man schon vergessen hatte, ehrlich gesagt.
01:06:41: Das
01:06:42: ist übrigens wirklich passiert seit her und das ist achtundzwanzig Jahre her.
01:06:45: Da bin ich so überrumpelt worden, zahle ich natürlich GZ
01:06:48: zu dir.
01:06:51: Erdiko, vielen Dank.
01:06:55: Hast du ein Lieblingssapplement?
01:06:58: Ich schmeiß alle möglichen Supplements ein, aber ich glaube das wichtigste Ergänzungsmittel fürs Leben ist Nachdenklichkeit und Wohlwolle.
01:07:12: Und das gibt's nicht in Kapseln!
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01:07:25: dort geht das nicht nur um diesen Podcast.
01:07:27: meistens stellen wir euch da ganz neue Produkte vor zu denen es dann auch immer ein Einführungsrabattcode gibt der aber nur vierundzwanzig Stunden gültig ist und das wäre ja blöd wenn man das verpasste.
01:07:37: also den newsletter findet ihr unter www.sundayde-newsletter.
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