Bioidentische Hormone: Hilfe oder Hype? Mit Prof. Dr. Petra Stute #205

Shownotes

Bioidentische Hormontherapie: Hype, Risiko oder echte Chance für Frauen in den Wechseljahren? In dieser Folge von HEALTHWISE spricht Elisabeth Seidel mit Prof. Dr. Petra Stute über eines der meistdiskutierten Themen der Frauengesundheit: Hormonersatztherapie und bioidentische Hormone. 🔬

Was bedeutet „bioidentisch“ eigentlich wirklich? Ist Progesteron immer besser als synthetische Gestagene? Welche Rolle spielen Estradiol, Brustkrebsrisiko, Applikationsform und Therapiedauer? Und wann kann eine Hormontherapie laut Leitlinien überhaupt sinnvoll sein?

Prof. Dr. Petra Stute erklärt differenziert, warum Hormontherapie weder verteufelt noch verharmlost werden sollte. Sie spricht über das sogenannte günstige Zeitfenster, über Menopause als hormonelle und neurologische Transition, über Stoffwechselveränderungen, Schlaf, Stress und die Frage, warum Diagnostik so oft missverstanden wird.

Was dich in dieser Folge erwartet: 🧠 Erfahre, warum die Menopause nicht nur Hormone betrifft, sondern auch Gehirn, Stoffwechsel und Lebensqualität. 🌡️ Verstehe, wie Hitzewallungen entstehen und warum moderne Forschung hier neue Ansätze ermöglicht. ⚖️ Lerne, warum Hormontherapie immer individuell betrachtet werden sollte - statt pauschal dafür oder dagegen zu sein. 🔬 Erfahre, was bioidentische Hormone wirklich sind und warum „bioidentisch“ nicht automatisch „risikofrei“ bedeutet. 💤 Entdecke, warum Progesteron für manche Frauen schlaffördernd wirken kann – und warum es nicht jede Frau gleich gut verträgt. 🩸 Verstehe, wann Laborwerte sinnvoll sein können und warum Blutdiagnostik bei Sexualhormonen aktuell als Goldstandard gilt. 🏋️‍♀️ Erfahre, warum Ernährung, Krafttraining, Schlaf und Stressmanagement die Basis für einen gesunden Übergang bleiben. 💡 Lerne, warum Frauen in den Wechseljahren mehr evidenzbasierte Informationen, bessere Versorgung und weniger Tabus brauchen.

Mehr zu Prof. Dr. Petra Stute: https://www.menoqueens.com/about

Über Sunday Natural Sunday Natural entstand aus einer langjährigen Leidenschaft und Forschung in den Bereichen Gesundheit, Heilung und Selbstentfaltung. Der Mangel an natürlichen, qualitativ hochwertigen Produkten auf dem Markt war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von Sunday Natural im Jahr 2013. Seitdem verfolgt die Berliner Premium Nutrition Brand konsequent ihr Leitmotiv - Produkte herzustellen, die den Vorbildern der Natur folgen, absolut rein und frei von jeglichen Zusatzstoffen sind und sich mit der höchstmöglichen Qualität auszeichnen. Sunday Natural ist heute einer der renommiertesten deutschen Qualitätshersteller, mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Berlin.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Grundsätzlich sind Frauen, das ist richtig häufiger von einer Demenzerkrankung betroffen als Männer.

00:00:05: Natürlich spielen da viele Faktoren eine Rolle, was sonst wenn es nur der Oestrogenabfall wäre dann müssten ja quasi alle Frauen irgendwann eine Demenz bekommen und das ist ja zum Glück nicht der Fall.

00:00:17: aber wir wissen natürlich dass Oestrogene auch auf das Gehirn viele Einflüsse haben, dass sie z.B.

00:00:24: einen sogenannten neuroprotektiven Effekt ausüben.

00:00:28: Herzlich willkommen zu HealthWise, dem Gesundheitspodcast präsentiert von Sané Natural.

00:00:33: Ich bin Elisabeth Seidel und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam was es bedeutet gesund zu sein!

00:00:38: Wir tauchen ein im Themen Medizin Bewegung Ernährungen und emotionale Gesundheit immer mit einem weißen Blick auf das was uns wirklich gut tut.

00:00:50: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge HealthWISE.

00:00:54: Heute sprechen wir bei einem Thema, das jede Frau betrifft und dennoch noch immer mit Mythen, Halbwissen und Unsicherheit geprägt

00:01:01: ist.

00:01:02: Die Menokause.

00:01:03: Dabei geht es längst nicht mehr nur um Hitzewallung und Schlafstörungen – die Wechseljahre beeinflussen das Gehirn, den Stoffwechsel, die Knochengesundheit, das Herzkreislaufsystem und möglicherweise sogar das Risiko für spätere Erkrankungen wie Demenz.

00:01:18: Unser heutiger Gast zählt zu den führenden Expertinnen auf diesem Gebiet.

00:01:22: Prof.

00:01:22: Dr.

00:01:22: Petra Stute ist stellvertretende Chefärztin der Gynnekologischen Endocrinologie und Forscherin am Insel Spital Bern.

00:01:30: Sie leitet außerdem, dass Menopausenzentrum Bern ist Präsidentin der Europäischen Menopauzen & Entrepause Society Autorin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit hormoneller Gesundheit, Präventionsmedizin und gesundem Alter bei Frauen.

00:01:46: In ihrer Forschung untersucht sie unter anderem die Auswirkungen homoneller Veränderungen auf das Gehirn, den Stoffwechsel und die Lebensqualität sowie die Chancen- und Grenzen moderner Hormontherapien.

00:01:57: Heute sprechen wir über die Menopause, Gehirngesundheit, Hormonasatztherapie und die Frage welcher Antwort die Wissenschaft noch immer nicht hat oder schon hat.

00:02:07: Frau Prof.

00:02:08: Stute ich freue mich ganz sehr herzlich willkommen!

00:02:12: Ja, ganz herzlichen Dank für meine Seite für die Einladung.

00:02:17: Wir wollen ja heute über das Thema Menopause sprechen.

00:02:20: Sie haben sich ja schon ganz, ganz viel damit beschäftigt.

00:02:23: Gibt es den Moment in ihrer Karriere an denen Ihnen bewusst wurde, okay, Menopauze?

00:02:28: Das wird total unterschätzt massivst und hier ist wirklich Bedarf an Forschung.

00:02:34: Also dass es Bedarf Anforschung gibt und auch bedarf an entsprechenden Sprechstundenangebot.

00:02:42: Ich würde sagen, das weiß ich eigentlich schon seit vielen, vielen Jahren Und der Bedarf hat eigentlich so in den letzten, ich sage mal, vier, fünf Jahren zugenommen.

00:02:52: Weil eben das Thema als solches auch eine Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit bekommen hat und dementsprechend auch viel mehr Frauen nachfragen und informiert werden möchten, beraten werden möchten ... Das hat dazu geführt plus eben dem nicht ausreichenden Ausbildungsangebot für angehende Ärzte und Ärztinnen, dass es hier ein gewisses Missmatch gibt zwischen Bedarf- und Angebot.

00:03:20: Und das ist mit Sicherheit miteingrund, warum das Thema seit einigen Jahren große Wellen schlägt.

00:03:27: Sie sind ja Ärztin aber auch Forscherin, Autorin, Podcasterin auch.

00:03:33: Welche wissenschaftliche Frage beschäftigt sie denn aktuell?

00:03:37: am meisten.

00:03:40: Also in unseren aktuellen Studien geht es erwartungsgemäß um Wechseljahresbeschwerden, wir haben eine große Studie zum Thema Schlaf, in der möchten wir die Hormonersatztherapie vergleichen mit der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie und Schlafhygiene.

00:03:59: Und dann haben wir noch eine weitere Studie auch im onkologischen Bereich beim Mamakazinum also Brustkrebserkrankten Frauen in Planung.

00:04:08: Und außerdem auch noch eine Studie, wo wir versuchen Referenzwerte von Hormonwerten und Frauen über die verschiedenen Lebensphasen zu generieren.

00:04:19: Das ist besonders interessant weil man ja denken würde wenn man die Ausdrucke von Laborwerten auf den Tisch vorsicht sieht das eigentlich alles klar sein sollte.

00:04:28: aber eben diese Laborwerte sind zum Teil oder die Referenz Werte sehr alt und noch mit ganz anderen Methoden erfasst worden.

00:04:35: Und da sind wir eben dran, das zu aktualisieren.

00:04:38: Bedeutet es im Gegenzug dass eigentlich die Referenzen, die es jetzt gerade gibt eigentlich gar nicht wirklich aussagekräftig sind?

00:04:49: Sie sind schwierig interpretierbar und das waren sie eigentlich immer schon, und zwar insofern dass ja eben die Hormone sich während des Menstruationszyklus ganz physiologischerweise verändern.

00:05:02: Und dann natürlich mit dem Älterwerden wenn dann der Zyklus auch sich grundsätzlich verändert ja dann auch andere Werte eigentlich normal sind als im jüngerem Alter als der Zyklus noch regelmäßig gewesen ist.

00:05:16: Wenn man sich die Referenzwerte anschaut, dann sieht man dass es da große Überschneidungen gibt.

00:05:21: Also das bedeutet wenn ich jetzt einfach mal so bei einer Frau einen Östrogenwert bestimme, dann hilft mir dieser Wert nur bedingt die Zyklusphase beziehungsweise auch das reproduktive Stadium zuzuordnen.

00:05:36: Und da möchten wir eben Abhilfe schaffen, sodass es eben auch für Nicht-Spezialisten im Bereich der Endocrinologie möglich ist, eben Hormonwerte auch besser zu analysieren.

00:05:47: Super

00:05:47: spannend und bitter nötig wie's sich anhört.

00:05:51: zur Frage der Diagnostik möchte ich später noch einmal zurückkommen.

00:05:57: Mich interessiert erst nochmal zur Forschung welcher Erkenntnis aus den letzten Jahren ihrer Vorfahren sie persönlich am meisten überrascht hat?

00:06:07: Ich würde jetzt vielleicht mal sagen nicht aus meiner persönlichen Forschungshistorie, sondern vielleicht was auch für die Zuhörerschaft mit Sicherheit relevanter noch ist.

00:06:16: Was insgesamt eigentlich große Errungenschaften in den letzten Jahren gewesen sind und das wäre zum Beispiel das Herausfinden der Ursache von Hitzewallungen.

00:06:31: typische Symptom schlechthin der Wechseljahre.

00:06:35: Und trotzdem ist es ja eigentlich komisch, nur weil jetzt die Öztrogene sich verändern, wieso hat man auf einmal Hitzewallungen als Frau?

00:06:42: Das passt ja eigentlich so spontan gar nicht unbedingt zusammen.

00:06:46: und die Erkenntnisse darüber warum Hitze wallungen überhaupt in den Wechsel Jahren im Zusammenhang mit dem Hormon Veränderungen entstehen, haben auch dazu geführt dass man eben erstens die Physologie der Frau im Gehirn besser versteht plus das es eben auch möglich gewesen ist neue Medikamente zu entwickeln.

00:07:07: Die gezielt eben am Thermostaten am Gehirnen oder im Gehören ansetzen.

00:07:12: also ich würde sagen das ist eine von den zentralen ja wissenschaftlichen Neuerungen in den letzten Jahren.

00:07:20: Und bei uns jetzt hier.

00:07:22: die Studien, die wir in den letzten zwei drei Jahren durchgeführt haben.

00:07:26: Da sind wir noch mit der Auswertung beschäftigt aber die zielen zum Beispiel auch darauf ab dass man mithilfe von Variables eben bestimmte digitale Biomarker entwickeln kann um zum Beispiel Herz-Kreislauf Erkrankungsrisiken vielleicht vorhersagen zu können.

00:07:44: Oder auch eine Studie war im Kontext von Atemwegsinfekten, das kam noch aus der Corona-Pandemiezeit dass es eben vielleicht auch mit Variable-Daten möglich ist, eben auch Infektionen bei Frauen in den Wechseljahren vorherzusagen.

00:07:59: Also das ganze Thema die digitale Biomarker mithilfe von Variables – das denke ich wird sowohl was mich persönlich jetzt hier mit meinem Forschungsteam betrifft aber auch insgesamt eine große Rolle spielen.

00:08:14: Welche Veränderungen wurden denn da festgestellt?

00:08:17: Gerade was die Hitzewallungen angeht, das interessiert Ganz, ganz viele uns dazu hören.

00:08:24: Also man hat erkannt dass im Gehirn bestimmte Neuronen also Nervenzellen sitzen die eben mit dem Wegfall der Oestrogene quasi größer werden und hyperaktiv werden eigentlich mit der Intention das diese größer werdenden Nerven Zellen oder Bündel die heißen Candy Neurone Dass sie eigentlich dafür sorgen sollen das Gehirn mehr Hormone ausschüttet, um den Eierstock auf Trapp zu bringen.

00:08:52: Also eigentlich mehr im Sinne der Schwangerschaft soll noch möglich sein Idee.

00:08:58: und diese Candineroone haben aber gleichzeitig Strahlen die quasi auch in die Region der Thermoregulation also des Thermostaten aus.

00:09:07: und dadurch dass dann eben die Hyper aktiv werden hat das dann eben Konsequenzen dass dann quasi sensibler auf kleinste Schwankungen der körperinneren Temperatur reagiert.

00:09:23: Und wenn eben kleinste schwankungen auftreten, sofort quasi übermäßig gegenreguliert und dann entweder im Sinne von Hitze abgeben wollen – das wären die Hitzewallungen – und manche Frauen spüren ja auch frieren.

00:09:38: Das gehört quasi mit dazu, dass die gegensätzliche Reaktion das Hitze wieder zurückgeholt werden

00:09:46: kann soll.

00:09:46: Und durch diese Erkenntnisse konnten angezielt Medikamente entwickelt werden?

00:09:51: Richtig, richtig!

00:09:53: Sind die schon verfügbar?

00:09:54: wenn sie schon eingeladen

00:09:55: sind?

00:09:55: Ja seit zwanzig-vierundzwanzig sind die auf dem Markt.

00:09:58: genau

00:10:00: Passend dazu, es gibt ja Neuro-Wissenschaftlerinnen die sagen, die Menopause ist nicht nur so eine hormonelle Transition aber auch ne neurologische Transition.

00:10:10: Was halten sie von dieser Sichtweise?

00:10:11: Sie kennen sich ja auch aus mit Demenz oder dem Demenzrisiko was ansteigen soll.

00:10:17: wie ichs ihre Sichtweise darauf.

00:10:21: Grundsätzlich sind Frauen, das ist richtig häufiger von einer Demenzerkrankung betroffen als Männer.

00:10:27: Natürlich spielen da viele Faktoren eine Rolle, was sonst wenn es nur der Oestrogenabfall wäre dann müssten ja quasi alle Frauen irgendwann eine Demenz bekommen und das ist ja zum Glück nicht der Fall.

00:10:39: Aber wir wissen natürlich, dass Oestrogene auch auf das Gehirn viele Einflüsse haben.

00:10:44: Dass sie zum Beispiel einen sogenannten neuroprotektiven Effekt ausüben.

00:10:49: Das heißt, Sie helfen, dass Nervenzellen untereinander besser miteinander kommunizieren können.

00:10:54: Sie haben Einfluss auf die Hirnbotenstoffe und auf die Vernetzung der Nervenzeilen untereinander.

00:10:59: Sie wirken antioxidativ entzündungshemmend.

00:11:03: Das heisst man weiß aus so genannten präklinischen Studien, sehr viele vorteilhafte Effekte am Gehirn haben.

00:11:12: Jetzt würde man natürlich dann sofort denken, ja da muss ja automatisch eine Hormonersatztherapie vor einer Demenz auch sicher schützen.

00:11:20: Das wissen Beleider bisher nicht so.

00:11:23: Was wir wissen ist, dass wenn Frauen sehr früh ihre Oestrogene verlieren vor dem viertzigsten Lebensjahr sei es aufgrund einer Operation also das Eierstöcke entfernt werden oder einfach so, dass die Hormonfunktion oder Produktion früher aufhört in den Eierstäppen.

00:11:41: bei diesen Frauen weiß man, dass Wenn sie keine Hormone bekommen, vor allen Dingen also keine Oestrogene, dann ihr Demenzrisiko erhöht ist und dass wenn sie eine Hormontherapie bekommen, das man da eben einen gewissen präventiven Effekt erzielen kann.

00:11:57: Auf der anderen Seite wissen wir auch, Zum Beispiel erst ab sixty-fünf Jahren und danach mit einer Hormontherapie beginnen.

00:12:07: Und hatten bis dato seit mindestens zehn Jahren keine Hormontherapie, dass dann eine dann begonnene Hormoterapie auch sich negativ auswirken

00:12:16: kann.

00:12:17: Das heißt wir haben so beide Pole und die große Frage, die die meisten Frauen bewegt ist natürlich was ist wenn nicht eine Hormonterapie?

00:12:27: in der Lebensphase also Fünfzig plus Minus Einsätze, wenn zum Beispiel auch Wechseljahresbeschwerden mit im Vordergrund stehen.

00:12:35: Und da gibt es auch unterschiedliche Studienergebnisse aber eben doch schon einige Hinweise dass eine Hormontherapie die dann in diesem sogenannten günstigen Zeitfenster am Gehirn initiiert wird auf später vorteilhaft sein kann.

00:12:50: Aber da Demenz natürlich eine Erkrankung ist, die ja erst meistens in höherem Alter auftritt.

00:12:55: Ist das gar nicht so leicht, da so gute Studien durchzuführen wie man sich das immer wünscht?

00:13:00: Da sind die Daten zum Beispiel für Herz-Kreislauferkrankungen wesentlich besser!

00:13:05: die ja auch ein günstiges Zeitfenster für Hormone am Herzen in Studien gezeigt haben.

00:13:11: Es ist wahrscheinlich auch schwierig zu untersuchen, könnte ich mir vorstellen weil hier die Entwicklung so einer Erkrankung auch wirklich ganz viele Faktoren beinhaltet.

00:13:20: Da gehört natürlich auch ganz viel Lifestyle dazu.

00:13:24: Schlafe Bewegungen, Ernährung

00:13:27: und lange Beobachtungszeiträumen.

00:13:29: das heißt... Und ausgehen, dass die Menopause im Schnitt ja mit einfünfzig Jahren eintritt und eine Demenzerkrankung ja doch häufiger eher im höheren Alter auftritt.

00:13:40: Bedeutet das ja auch, dass sie im Prinzip Studien brauchen wo mindestens zwanzig Jahre beobachtet wird?

00:13:45: Und eben nicht nur drei Monate wie zum Beispiel bei Hitze.

00:13:49: Das stimmt!

00:13:51: Und solche Studien gibt es bisher noch wirklich oder...

00:13:56: Es gibt schon Beobachtungsstudien, aber eben weil die nicht wie man sich das in der Medizin ja immer wünscht placebo kontrolliert sind.

00:14:05: Sondern das heißt man beobachtet man versucht auch für Störfaktoren zu korrigieren.

00:14:11: Aber weil es eben nicht diese ja placebo kontrollierte Studien über zur Hormontherapie über Jahrzehnte gibt hat man halt immer.

00:14:19: so hat man immer Studien die zeigen klaren Benefit.

00:14:23: Und dann kommt die nächste Studie, vor allen Dingen gerne aus Karninavien mit Registerstudien.

00:14:28: Wo ja alle Menschen registriert werden und quasi vom Start aus mit auch regelmäßig kontrolliert hat sich sehr negativ an aber erfasst werden.

00:14:40: Und da gibt es wieder also Studien eben wie gesagt zum Beispiel aus Karynavien, die dann eben diesen Benefit der Hormontherapie eben nicht sehen.

00:14:49: Das Thema Demenz oder kognitive Veränderung ist damit eins der Themen, die immer noch quasi ungelöst sind.

00:14:56: Weil es solche und solche Studien gibt.

00:14:59: Spannend!

00:15:03: Sie forschen ja auch zu bioidentischen Hormontherapien?

00:15:07: Jetzt ist das natürlich so, dass zuerst was herüben.

00:15:10: bisschen verpönt.

00:15:11: Es ist erhöhtes Krebsrisiko, das wurde jetzt zurückgenommen.

00:15:15: Jetzt kommen natürlich viele Frauen die hören auf Social Media oder es wird viel auf Social media auch berichtet in Podcasts, Medien, gängigen Medien sag ich mal.

00:15:26: und also es erlebt so ein bisschen Comeback diese Hormontherapien.

00:15:33: wie stehen sie dazu?

00:15:35: Wird da vielleicht teilweise Überschätzt, wird teilweise unterschätzst.

00:15:41: Was ist Ihr Standpunkt?

00:15:45: Also vielleicht muss man dazu sagen dass aus der reinen wissenschaftlichen oder auch fachgesellschaftlichen Perspektive die Hormontherapie nie so negativ konnotiert war wie es in der Öffentlichkeit gewesen ist.

00:15:59: In der öffentlichkeit dominierte ja meistens das Thema Brustkrebs Und alle anderen Vorteile, die durch eine Hormontherapie erreicht werden können – auch wenn sie vielleicht jetzt nicht unbedingt dafür eine Indikation hat.

00:16:15: Die sind meistens gar nicht so beachtet worden und von daher ist es jetzt nicht so, dass wir aus der wissenschaftlichen Sicht sagen würden, jetzt gab's da auf einmal ne Hundert-Achzig-Graddrehung.

00:16:27: Dem ist eigentlich nicht so.

00:16:30: Das was vielleicht neu ist das eben wie Eingangs schon gesagt Wechseljahre einfach eine viel größere Aufmerksamkeit in den letzten Jahren bekommen hat, dass eben auch viel mehr Bücher auf dem Markt gekommen sind.

00:16:44: Das heißt, viel mehr Frauen haben sich auf einmal mit diesem Thema beschäftigt und das letztes Jahr... hat ja noch die FDA im Grunde eigentlich eine kleine Revolution vollbracht, als sie im November die sogenannten Blackbox-Warnungen von allen Hormonersatzpräparaten, die dort seit Jahr zwei Tausend drei zu lesen gewesen sind rückenommen haben.

00:17:07: Das heißt es gibt mehrere Faktoren warum die Hormontherapie auf einmal wieder von Interesse ist also auch Sag jetzt mal Laien oder im Anwenderinnensektor.

00:17:20: Aber natürlich ist es wie bei allen Themen, dass es eben dann auch manchmal in beide Richtungen ausschlägt.

00:17:28: Das heißt sie werden nach wie vor immer noch Verfechter finden die völlig gegen Hormontherapie sind aus verschiedensten Gründen.

00:17:36: und dann gibt das natürlich Die Verfechterinnen sag ich mal, die jetzt überhaupt gar keine Risiken mehr bei einer Hormontherapie sehen und sagen alle Frauen müssen unbedingt wieder Hormone bekommen.

00:17:51: Das ist natürlich das andere Extrem und Extreme sind nie

00:17:55: gut.

00:17:56: D.h.,

00:17:56: die Wahrheit liegt in der Mitte jede Frau muss individuell beraten werden und im Allgemeinen gilt, dass die Hormontherapie wenn sie vor dem oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause gestartet wird das dann die Vorteile, die Nachteile überwiegen.

00:18:15: Und natürlich muss man im individuellen Fall schauen welche Risikofaktoren oder Vorerkrankungen eine Frau mitbringt.

00:18:22: Gibt es denn Vorerkranken wo Sie sagen würde ich pauschal sagen keine Hormontherapie?

00:18:29: Die wichtigste Kontraindikation für eine sogenannte Ganzkörper- oder systemische Hormontherapie ist nach wie vor eine Brustkrebserkrankung.

00:18:38: Im Bipackzettel der Hormonepräparate stehen natürlich noch diverse andere Kontra-Indikationen drin, aber da gibt es inzwischen durchaus Daten die dann eben oftmals doch auch nach entsprechender Beratung eine Hormontherapie doch ermöglichen.

00:18:54: Aber das Thema Brustkrebs oder eine Brustkriegserkrankung gilt international immer noch als absolute Kontraindikation für eine Ganzkörperhormon-Therapie, aber die Meinung gegenüber der vaginalen Östrogenenterapie ist auch nach Brust Krebs zum Glück inzwischen von den onkologischen Fachgesellschaften deutlich liberaler so dass man eben zumindest bei genitalen Beschwerden bei Brustkrebs erkrankten Frauen auch vaginale Oestrogene geben kann.

00:19:22: Natürlich möglichst niedrig dosiert, natürlich erstmal nicht hormonelle Therapieansätze versuchen aber es ist eben nicht mehr so verpönt sag ich mal wie früher noch vor einigen Jahren.

00:19:35: Und wie sieht es jetzt aus mit dem Krebsrisiko?

00:19:39: Haben Sie da Daten dazu?

00:19:41: Ich habe gesagt, das ist nicht so schwarz-weiß zu sehen.

00:19:44: Aber es besteht natürlich ein Risiko.

00:19:47: Wie hoch ist das?

00:19:50: Genau, also das heißt wenn man vom Brustkrebsrisiko unter einer Hormontherapie spricht dann ist erstens wichtig dass wir von der Kombination von Oestrogen plus Gelbkörperhormon, also einem Gästergehen sprechen.

00:20:02: Weil Oestrogene alleine würde eher das Brust Krebsrisikotendenziell sogar reduzieren.

00:20:09: aber Oestrogen alleine kommt nur für Frauen nach Gebärmutter Entfernung in Frage.

00:20:15: Das trifft jetzt zum Glück ja nicht so viele Frauen, die meisten haben ja noch ihre Gebärmutter.

00:20:19: Das heißt wir sprechen eigentlich nur von Oestrogen plus Gästergen und hier ist es eine Frage der Therapiedauer.

00:20:26: Und wenn wir jetzt mal alle Varianten von verschiedenen Gelbkörperhormonen also gester gehen, plus östrogenen eintopf werfen.

00:20:35: Dann kann man sagen wenn wir jetzt tausend Frauen hier bei uns hätten alle tausende Frauen werden nach der Menopause und alle Frauen sind zwischen fünfzig- und viernfünfzig Jahre alt Und diese tausenden Frauen nehmen jetzt nichts und nach fünf Jahren trifft man sich wieder und fragt in die Runde wie viel von euch Tausend frauen die nix genommen haben Haben in den fünf jahren die Diagnose Brustkrebs bekommen?

00:20:59: und dann werden sich vierzehn melden.

00:21:02: Das ist das altersbezogene Basisrisiko.

00:21:05: von tausend Frauen, die zwischen fünfzig und vierhundfünfzig Jahre alt sind.

00:21:10: Und wenn wir uns jetzt tausende Frauen vorstellen auch alle nach der Menopause, alle zwischen fünfzig- und vierhundvierzig Jahre alt – und hier gehen jetzt alle mit einem Östrogenen und Gestergenprodukt nach Hause und nach fünf Jahren treffen wir uns wieder und fragen jetzt die tausenden Frauen wie viele in der Zwischenzeit die Diagnose Brustkrebs bekommen haben, dann werden sich siebzehn melden also drei zusätzliche Fälle gering erhöhtes Risiko und ist vergleichbar mit zum Beispiel regelmäßig Alkoholtrinken, keinen Sport machen oder eine Fettleibigkeit zu haben.

00:21:47: Und das auch ganz wichtig, dass man eben auch sieht, dass andere Risikofaktoren die man quasi mit in der Hand hat natürlich auch mit Brustkrebs assoziiert sein können.

00:21:58: Dann wie Sie ja vorhin schon angesprochen haben geht dann die Frage Richtung bioidentische Hormone.

00:22:05: Und bioidentisch heißt erst mal nur, dass das Hormon sich zunehmend die gleiche chemische Strukturformel hat wie mein Eierstockhormon.

00:22:13: Konkret sprechen wir dann von Estradiol und Progesterone.

00:22:18: Alle Hormoner Satzpräparate, die wir im deutschsprachigen Raum haben, haben alle Estraniol drin.

00:22:25: Also diese amerikanischen Pferdeöstrogene haben wir schon seit Ewigkeit nicht mehr auf dem Markt.

00:22:30: Das heißt, alle zugelassenen Hormonpräparate haben bioidentisches Estradiol und jetzt kommt dann eben das bioidentische Progesterone dazu.

00:22:40: Dazu gibt es auch Studien – das sind nur Beobachtungsstudien muss man fairerweise sagen die eben über einen gewissen längeren Zeitraum auch gehen und da hat man gesehen, dass das Brustkrebsrisiko ab siebenjähriger Therapie auch ansteigt.

00:22:55: Das heißt, man kann das Fazit ziehen, dass eine bioidentische Estradiol-Progesterontherapie etwas brüstfreundlicher ist als eine synthetische Kombination.

00:23:09: aber man kann nicht sagen, dass bioidentischer Hormone nichts machen.

00:23:14: Sie haben ja gerade schon die verschiedenen Formen angesprochen.

00:23:18: Wo unterscheiden sich denn diese bioidentischen Hormone, also das biodentische Progesteron von den Gästergenen?

00:23:27: Genau!

00:23:28: Also wie gesagt bei dem Oestrogen haben wir im Prinzip sowieso nur Estradiol zur Auswahl und das natürlich in verschiedenen Dosierungen- und Applikationsformen, also Tablette, Pflasterspray.

00:23:39: Und bei den Gelbkörperhormonen, also den Gästagenen haben wir einerseits das bioidentische Progesteron und wir haben eine ganze Reihe sogenannte künstlicher oder synthetischer Gästergene.

00:23:52: Jetzt kann man sich ja fragen, wieso braucht man eigentlich überhaupt synthetische, wenn es auch das schöne Bioidentische gibt?

00:24:01: Die meisten Frauen Die meisten haben in ihrem Leben mal Kontakt zu synthetischen Gästergehen gehabt, nämlich weil alle Verhütungspräparate die auf Formonen basieren, haben alle ein künstliches Gästergen drin.

00:24:15: Und das liegt daran dass eben das bioidentische Progisteron nicht in der Lage ist den Eisprung zu unterdrücken.

00:24:22: dafür braucht man also ein künzliches Gästargen.

00:24:26: Das wäre sage ich mal so der Hauptgrund, wo ein Vorteil von künstlichen Gestagenen liegen könnte.

00:24:32: Gerade in der Perimenopause, in der Schwangerschaften grundsätzlich auch noch möglich sind.

00:24:38: Aber dann gibt es zum Beispiel auch noch künstliche Gestagene die extra antiandrogen wirken – wenn also eine Frau z.B.

00:24:46: unter Haaraus verleidet oder behaubens Zunahme im Gesicht.

00:24:51: Dann könnte es sein, dass so ein antiandrogenes Gestagen mehr Vorteile bürgt als das Progestoron.

00:24:59: Oder aber wenn eine Frau zum Beispiel zu Blutungsstörungen neigt, da sind die künstlichen Gelbkörperhormone auch oftmals stärker an der Gebärmutterschleimhaut wirksam als das progestoronen.

00:25:12: Das Progesteron auf der anderen Seite wird von vielen Frauen sehr geschätzt weil es eben neben dem Schutz der Gebäermutter Schleim haut.

00:25:20: während der Östrogeeneinnahme ist ja der Hauptjob Das Gästegänz.

00:25:25: im Rahmen einer Hormontherapie hat progesterone zum Beispiel schlafanstoßende Effekte, angstlösende Effjekte macht auch gegen innere Unruhe wirksam.

00:25:38: Würde ich mal behaupten, mögen etwa achtzig Prozent der Frauen oder auch neunzig finden.

00:25:43: Also Progesterone im Rahmen einer Hormontherapie super.

00:25:47: es gibt aber immer auf Frauen die sogenannte Paradoxe Effekte haben dass sie zum Beispiel auf einmal schlechter schlafen das die Stimmung schlechter ist dass sie sich vielleicht wieder wie beim Prämenstruellen syndrome fühlen.

00:26:00: Da muss man einfach nur wissen, dass das möglich ist.

00:26:04: Und viele Frauen sind dann ganz enttäuscht weil sie denken ich muss doch das bioidentische Progisteron vertragen.

00:26:10: aber wie gesagt es kann sein, dass dem ihm nicht zu ist und dann ist auch wieder gut, dass wir ja Auswahl haben mit anderen Gestaltinen.

00:26:18: Spannend!

00:26:19: Mich würde zum einen noch interessieren bei diesen verschiedenen Applikationsformen, die Sie gerade genannt haben.

00:26:25: Was das Oestrogen oder das Ostradiol betrifft?

00:26:28: Gibt es da Unterschiede?

00:26:29: Sie meinten ja schon bei Frauen, die von Prustkrebs betroffen waren... also würde man's ja nicht so einsetzen.

00:26:37: aber wenn sie es brauchen dann können sie eine Vaginalcreme bekommen, eine leichter dosierte.

00:26:43: Aber sonst wenn man jetzt mich vorerkrankt ist Gibt es dann eine Applikationsform, die besonders sicher gilt oder besonders bioverfügbar?

00:26:52: Oder sich besser eignet als ein anderer?

00:26:55: Man kann sich eigentlich immer merken.

00:26:57: Wenn irgendein Herz-Kreislauf-Risikofaktor vorliegt sei das Rauchen, sei das Übergewicht oder irgendeine Veränderung in der Blutgerinnung beispielsweise ist man mit den Östrogenen über die Haut auf der sicheren Seite.

00:27:12: Das liegt daran dass wenn man östrogene schluckt dann werden die ja erst mal in der Leber weiter Verstoff wechselt.

00:27:20: Und das führt unter anderem dazu, dass sich das Gerinnungssystem verändert und daher eine gewisse Neigung zu Gerinnungbildungen unter geschluckten Oestrogen entsteht.

00:27:31: Das heißt, geschlückte Oestrogene können etwas das Trombose-Risiko zum Beispiel erhöhen.

00:27:38: Wenn man jetzt sowieso schon Risikofaktoren hat für eine Thrombose, ist man natürlich sehr daran interessiert interessiert das nicht noch zusätzlich zu erhöhen.

00:27:47: Und deswegen bei allen Frauen, die Risikofaktoren haben für Herz-Kreislauferkrankungen ist die Gabe über die Haut als Pflasterspray oder Gel vorzuziehen.

00:27:58: Und sowieso, weil er das Risiko für Herz-Kreislauferkrankung mit dem Alter bei allen Frauen zunimmt ist auch grundsätzlich so die Tendenz dass man bei allen frauen die vielleicht östrogene geschluckt haben dann aber spätestens ab sechzig auf ein östrogenpräparat über die Haut umstellt.

00:28:17: Wie ist es mit dem Einsetzen der Hormontherapie?

00:28:21: Es ist ja nicht so, sehr dramatisch Symptome haben.

00:28:27: Und hier kommen da gut durch, ihr habt vielleicht ein kleines bisschen Hitzeballung oder können meine Nacht nicht gut schlafen.

00:28:34: aber es gibt auch Frauen die eigentlich wenig Symptoma aufweisen.

00:28:38: Jetzt haben wir ja ganz viele protektive Funktionen des Östrogens aber auch des Progester Wohns.

00:28:45: wenn ich jetzt in die Perimenopause komme aber eigentlich keine Symptom habe Sollte ich dann trotzdem eine Hormonersatztherapie beginnen, um einfach zu verhindern dass ich Osteoporose bekomme oder andere Folgeerscheinungen oder eine Demenzvorbeuge.

00:29:04: Wie ist da Ihre Meinung dazu?

00:29:07: Also da würde ich mich schon an den internationalen Leitlin orientieren und die offizielle Indikation für eine Harmontherapien ist entweder Wechseljahresbeschwerden also klimakterisches Syndrome.

00:29:20: Das ist Indikation Nummer eins.

00:29:21: Indikations Nummer zwei ist Osteoporose-Prophylaxe bei erhöhtem Frakturrisiko und IndikATION Nummer drei ist, bei allen Frauen mit Menopause vor dem viertzigsten Lebensjahr – weil eben hier ja die Ostrogen-Mangel-Situation noch viel länger andauert als bei Frauen, die jetzt mit fünfzig aufwärts den Menopausen erreichen.

00:29:44: Und bei diesen jungen Frauen, also unter fünfundvierzig da ist die Indikation auch ganz egal ob sie irgendwelche Wechseljahresbeschwerden haben.

00:29:52: Sondern da geht es wirklich um die Prävention von sogenannten chronischen nicht übertragbaren Erkrankungen wie Osteoporose, Herzinfarkt und Demenz.

00:30:01: Bei allen Frauen, die jetzt älter sind, also nicht in diese Kategorie reingehören würde man zum Beispiel keine Hormontherapie nur wegen Demenzprävention empfehlen.

00:30:14: Auf der anderen Seite kann man sagen, die allermeisten Frauen haben irgendein Symptom und dann muss man einfach die Vor- und Nachteile mit den Frauen besprechen.

00:30:24: Deswegen wichtig ist aber trotzdem das man weiß Wie ist die offizielle Empfehlung?

00:30:29: Dann schaut man sich den Bedarf der Patientin an und dann muss man halt individuell entscheiden.

00:30:34: Es sind ja auch wirklich unzählige verschiedene Symptome, die auftreten können.

00:30:39: Sie haben jetzt gerade gesagt klimakterische Beschwerden ist vielleicht auch manchmal schwierig zu differenzieren.

00:30:45: kommt jetzt ein Symptom daher oder vielleicht woanders her?

00:30:53: Das ist absolut richtig und es ist eigentlich so wie immer in der Medizin, dass ja jedes Symptom hat ja potenziell auch verschiedene Differenzialdiagnosen.

00:31:03: Das heißt, bei jedem Symptom, dass eine Frau präsentiert, sollte man aus ärztlicher Sicht quasi so die Schublade aufziehen und überlegen, aha, Differenzialdiagnosen von Schwitzen ist ersten, zweiten, dritten, viertens.

00:31:17: Differentialdiagnose vom Gelenkbeschwerden ist erstens, zweitens,

00:31:20: drittens.".

00:31:21: Also es ist jetzt vielleicht dann nicht jeder Frau in der Sprechstunde so bewusst, das wir quasi die Schupladen aufziehen?

00:31:27: und innerlich die Differenzialdiagnosen durchgehen.

00:31:31: Aber das ist wirklich wichtig, also dass man natürlich nicht einfach sagt ja ja das sind die Wechseljahre was soll's denn schon sonst sein?

00:31:39: Sondern dass man sich wirklich dessen bewusst ist, dass es ganz andere Ursachen haben kann oder dass auch Wechsel Jahre mit anderen Ursachen gemeinsam auftreten können.

00:31:48: Das kann ja oftmals der Fall sein.

00:31:51: Sicherlich!

00:31:55: Viele Frauen bemerken ja dass ihr Stoffwechsel vielleicht noch mehr so gut funktioniert, dass die Blutzuckerregulation nicht so gut ist.

00:32:02: Das Bauchfett ein bisschen mehr wird?

00:32:05: An was liegt das?

00:32:06: und sehen Sie da die Notwendigkeit für eine Hormonersatztherapie einfach um vielleicht sowas wie ein metabolisches Syndrome zu

00:32:16: verhindern?".

00:32:19: Also grundsätzlich ist schon so, dass sich die östrogenen Vorteilhaft auf den Stoffwechsel auswirken aber sie sind keine offizielle Indikation.

00:32:28: Und es ist richtig, dass sehr viele Frauen eine Gewichtszunahme berichten in den Wechseljahren oder auch in der Zeit nach der Menopause.

00:32:37: Tatsächlich ist das so, dass das oftmals eher auch dem Älterwerden mit zuzuordnen ist und nicht unbedingt nur der hormonellen Veränderung plus natürlich Lebensstilfaktoren die vielleicht nicht mehr ganz im Auge behalten werden wie vielleicht zuvor Und aber das, was ziemlich sicher den Wechseljahren bzw.

00:33:00: der hominellen Umstellung zugeordnet werden kann ist die Veränderung der sogenannten Body Composition.

00:33:06: Das ist ja nicht unbedingt das gleiche wie Gewichtszunahme.

00:33:10: Also mit Veränderungen der Body Compositions meint man dass eben das Fettgewebe am Bauch eher zunimmt also es eine Verschiebung der Verteilung des Fett-Gewebes gibt der hormonellen Veränderungen zuzuordnen.

00:33:28: Aber wenn Sie jetzt fragen, welche Strategie kann man denn ansetzen um das zu verhindern?

00:33:34: Dann endet man tatsächlich dann doch wieder bei den Lebensstilfaktoren die immer die Basis sind also im Prinzip Ernährung anpassen zusehen dass man Kraftsport macht weil die Muskulatur mit älter werden und den hormonellen Kalorien verbrannt.

00:33:53: Das heißt Ernährung ist wichtig, Sport aber vor allen Dingen auch Kraftsport ist wichtig und dann ganz wichtig natürlich Schlafen.

00:34:03: Und das ist natürlich in den Wechseljahren häufig ein Problem.

00:34:07: Stressmanagement ist natürlich immer leicht gesagt, aber nicht unbedingt leicht umzusetzen.

00:34:13: Wenn man diese Basis einigermaßen integriert hat in seinen Tagesablauf, dann kann man natürlich überlegen ob man hormonell das Ganze noch etwas unterstützt.

00:34:24: Weil wie gesagt meistens sind ja Wechseljahresbeschwerden parallel da.

00:34:29: es ist ja nicht nur auf einmal Gewichtsunahme und sonst passiert überhaupt nichts.

00:34:34: und dann ist das schon so dass die Hormontherapie sich günstig auswirkt sowohl auf den Zuckerstoffwechsel als auch auf dem Fettstoffwechsel.

00:34:43: Und eben entgegen der Angst vieler Frauen, dass sie mit einer Hormontherapie zunehmen ist das eher so, dass die Hormone das Gewicht stabilisieren und auch die Körperzusammensetzung eher stabilisierend.

00:34:56: Aber es ist kein Abnehmedikament also ist jetzt nicht vergleichbar mit den ganzen abnehmen Spritzen beispielsweise.

00:35:02: Das wäre jetzt völlig falsche Erwartung wenn man das denken würde.

00:35:08: Sie haben ja gerade Stress erwähnt.

00:35:11: Haben Sie denn Studien gelesen oder durchgeführt, die zeigen wie sich vielleicht ein dysreguliertes Nervensystem

00:35:19: oder

00:35:20: Stress auf Menopausalebeschwerden auswirken?

00:35:25: Also man weiß schon dass eben Frauen, die unter hohem Stresslevel leben das sie auch vermehrt Wechseljahres beschweren.

00:35:34: Wie zum Beispiel Hitzewallungen aber auch Stimmungschwankungen entwickeln können.

00:35:39: Und die Stressachse in unserem Körper, also die Verknüpfung zwischen Gehirn und der nebenjährigen Rinde, wo ja das Cortisol gebildet wird.

00:35:49: Der Achse zwischen Gehirn- und Eierstock sind alle miteinander verzahnt.

00:35:53: Also von daher ist es schon so, dass eben wenn die Stressache dysreguliert ist, dass das durchaus auch Konsequenzen haben kann für die Sexualhormone.

00:36:06: Schwierig Deswegen habe ich das vorhin schon angesprochen, schwierig ist immer quasi dann sich zu überlegen was kann ich jetzt tun?

00:36:14: und da ist eigentlich das Wichtigste denke ich zumindest dass wir von der ärztlichen Seite die ja sehr immer auf Pathologie eigentlich getrimmt sind, viel mehr mit den Gesundheitswissenschaften zusammenarbeiten.

00:36:28: Also mit dem Psychologen, mit den Ernährungs- wissenschaftlern und mit den Sportwissenschaftlernen weil die den Salute gehen hat Ansatz viel besser können und kennen als wir aus der Medizin die ja immer mehr an der Patogenese orientiert sind beziehungsweise das gelernt haben und die Verknüpfung braucht es eigentlich.

00:36:49: Deswegen kann ich jetzt auch nicht den Megatipp zur Stressreduktion liefern, ich weiß nur dass das wichtig ist und dass es einen Einfluss hat.

00:36:58: Ich glaube da sind viele Tipps da draußen.

00:37:01: also wenn man sucht wird man findet

00:37:04: ein

00:37:04: Klick entfernt sicherlich.

00:37:08: Wir hatten ja vorhin schon mal kurz die Diagnostik angesprochen.

00:37:12: Sie hatten erwähnt, dass sie gerade dran sind Referenzbereiche zu schaffen.

00:37:18: Jetzt ist viel da draußen!

00:37:20: Es gibt Hormonprofile, Speicheltests, Urintests, funktionelle Laboranalysen... Auch wearables, die sie auch nutzen in ihrer Studie.

00:37:31: Was halten Sie da tatsächlich für sinnvoll?

00:37:34: Also sollte man sein Hormonspiegel bestimmen lassen, sollte man es nicht tun.

00:37:38: Viele Ärzte sagen ja das wechselt ja eh jeden Tag, das bringt nichts.

00:37:43: wie ist der ihr Take?

00:37:46: also die wichtigste Frage ist wie immer dass man genau fragt, was die Frage ist.

00:37:52: Also wenn ich nur wissen möchte oder eine Frau wissen möchte bin ich in den Wechseljahren.

00:37:58: also wenn das die Frage isst dann ist die Antwort dass mir das Alter das Blutungsprofil und die Symptome reichen um diese frage zu beantworten und ich brauche nicht zwingend jetzt noch eine ganze liste von Laborparameten Wenn aber Symptome geschildert werden, wie zum Beispiel die Hitzewallungen oder eben auch Stimmungsveränderungen dann habe ich ja wie vorhin schon angesprochen jeweils.

00:38:24: pro Symptom eine Liste von Differenzialdiagnosen.

00:38:27: Und die Differentialdiagnose, diese auszuschließen, da macht das manchmal dann doch Sinn auch Blut abzunehmen.

00:38:35: Das heißt wenn ich zum Beispiel, wenn jemand sagt Ich bin immer müde Dann wäre

00:38:39: z.B.,

00:38:39: dass naheliegend sich mal die Schildtrüsenwerte anzugucken, vielleicht mal den Eisenwert anzuschauen oder auf Vitamin B-II Spiegel jetzt als Beispiel.

00:38:48: Oder wenn eine Frau sagt, meine Libido ist im Keller und man überlegt über eine Testosterontherapie nach.

00:38:58: Dann ist es z.B.

00:38:59: auch sinnvoll, dass man bevor mal mit einer solchen Therapie startet die Testosteronwerte bestimmt.

00:39:05: Also nicht weil man dann anhand der Testosteronenwerte sagen kann jetzt ist mir alles klar.

00:39:09: Ich weiß nicht warum die Libido im Keller ist sondern dass man Ausgangswert hat und das man die Differenzialdiagnostik eben auch gemacht hat.

00:39:18: Und das ist häufig so ein bisschen, also die Diskussion über diese Laborwerte rühren im Grunde daher.

00:39:25: Weil in den ganzen Leitlinien steht ja immer drin, dass man keine Hormondiagnostik braucht es sei denn die Frau hat Verdacht auf Menopause vor fünfundvierzig.

00:39:36: aber da geht's immer nur um habe ich die Wechseljahre oder ist das die Menopause?

00:39:42: Und es geht nicht um Differenzialdiagnostik der Symptomatik.

00:39:45: Das muss man im Grunde ja... Es sind zwei verschiedene Themengebiete und ihre andere Frage ging ja in die Richtung Speicheldiagnostikk- oder Blutdiagnostic, da ist die Blut Diagnostic nach wie vor der Goldstandard und zumindest so lange die Speicheltests, die man jetzt quasi über Internet einfach kaufen kann bessere Methoden haben.

00:40:09: Also es ist nicht auszuschließen, dass Speicheltests mal irgendwann auch aussagekräftig sind.

00:40:14: für die Sexualhormone muss ich einen Schränken dazu sagen aber im Moment sind sie es nicht.

00:40:19: Das heißt wenn ich jetzt also mein Östrogen, mein Progesteron oder mein Testosteronwert bestimmen möchte, muss sich das weiterhin in Blut machen, auch wenn im Internet viele andere Meinungen kursieren.

00:40:32: Vielen Dank!

00:40:33: Für die ausführliche Antwort dazu.

00:40:37: Wir bewegen uns schon aufs Ende hinzu.

00:40:40: Mich interessiert aber noch etwas, Sie engagieren sich ja ganz sehr für das Thema Menopausen für die Frauen.

00:40:45: Sie haben sogar einen Verein gegründet oder mitgegründete der sich Meno Queens nennt.

00:40:51: was ist denn das Ziel und welche Arbeit betreiben sie da?

00:40:59: Der Menü Queens Verein hat im Grunde erstmal das Ziel, Awareness zu schaffen für das Thema und auch regelmäßige evidenzbasierte Informationen sowohl für ärztliche Kolleginnen und Kollegen zu liefern aber eben auch für betroffene Frauen oder auch Leyen.

00:41:16: Und die Idee ist eigentlich gekommen, weil ich schon, also bestimmt jetzt vor fünf Jahren hatte ich mal angefangen regelmäßig Newsletter für ärztliche Kollegen zu schreiben.

00:41:26: Eigentlich war ich mich geärgert habe dass das ganze Thema der gynäkologischen Endocrinologie in der Frauenheilkunde so eine untergeordnete Rolle spielt.

00:41:35: Und weil ich mich so geärgert habe, hab' ich dann einfach mal bei einer Veranstaltung gefragt ob die Teilnehmenden nicht Lust hätten, mal regelmäßig Update zu bekommen und haben sich alle angemeldet.

00:41:47: Und dann habe ich gedacht, oh das scheint aber hier auf großes Interesse zu stoßen.

00:41:51: Dann wurden es immer mehr und dann hab' ich irgendwann angefangen auch sage ich mal das Line anzubieten, dann wurde's noch mehr.

00:41:58: Und dann hab', ich irgendwann das mit einem herkömmlichen Gmail-Account nicht mal managen können und dann habe' ich gedacht jetzt muss es mal professionell

00:42:04: werden.".

00:42:05: Das war eigentlich die Ursprungsidee von Menü Queens und jetzt schreibe ich ja wie Sie wissen regelmäßig die Newsletter jede Woche.

00:42:14: Dann kommen die Webinare dazu und die Podcasts haben letztes Jahr begonnen.

00:42:20: Und dazu informiere ich natürlich immer über sämtliche Studien, die wir haben falls eine Frau Lust hat mitzumachen.

00:42:29: Das denke ich ist auch wichtig für Frauen dass sie wissen was es im Bereich der Wissenschaft für Frauen überhaupt auch mit zu machen gibt aber das Ganze sehr viel mehr ausbaubar und es soll natürlich auch noch werden.

00:42:44: Also dass es vielleicht auch noch mehrere Angebote dort geben wird, aber das ist noch Zukunftsmusik.

00:42:50: Wenn Frauen interessiert sind oder auch Fachpersonen wie finden sie?

00:42:56: Oder diese Menokreens einfach...

00:42:59: Einfach drauf.

00:43:00: Einfach auf die Homepage gehen, da gibt es eine Anmelde-Button und dann kann man sich da anmelden und registrieren.

00:43:05: Kostet alles nichts und dann gibt's einfach regelmäßig die ganzen Informationen.

00:43:09: Das ist ja ein Verein seit letztem Jahr.

00:43:12: das heißt es gibt auch eine Geschäftsstelle, die das Ganze organisiert

00:43:16: d.h.,

00:43:18: da gibt sie auch immer Ansprechpartner außer jetzt meiner Person, wo man bei Fragen sich melden kann und die auch helfen wenn es um irgendwelche organisatorische Fragen geht.

00:43:29: Und wenn man an einer Studie teilnehmen möchte dann findet man dann auch sicherlich die Voraussetzung?

00:43:34: Ja das sind die ganzen genau.

00:43:35: da stehen immer die einen Ausschusskriterien für die einzelnen Studien plus auch wo man sich meldet kann wenn man mehr Informationen haben möchte.

00:43:44: Frau Prof.

00:43:45: Stute, was wäre denn Ihr Wunsch für die Zukunft der Frauengesundheit?

00:43:51: Welche Lücken sollten noch gedeckt werden?

00:43:54: Was ist so Ihr Ausblick oder Ihr Wünsch?

00:43:59: Also sagen wir mal so mittelfristig wäre mein Wunsch, dass eben das Thema Wechseljahre nicht zu lückenhaft in der Versorgung ist wie es derzeit ist und da gibt es sowohl im Kontext Awareness aber auch eben Zugang für Frauen zur Behandlung natürlich wirklich noch einen großen Handlungsbedarf.

00:44:22: Sowohl auf der fachärztlichen Ebene aber natürlich auch auf der politischen Ebene muss man sagen.

00:44:29: Und das wäre jetzt mein mittelfristiger Wunsch, mein langfristiger Wunsch wäre dass das alles nicht mehr nötig ist weil es so normal ist, dass man da gar nicht mal groß drüber reden muss sondern dass jede Frau eben Zugang hat zur Versorgung selbstverständlich auch eine Therapie bekommt und dass es diese ganzen Lücken nicht mehr gibt.

00:44:51: Das waren schöne Wörter zum Abschluss.

00:44:54: Vielen, vielen Dank für Ihre Arbeit, ihre Forschung und an alle interessierten Frauen und Therapeutinnen.

00:45:03: Meno Queens findet man online.

00:45:06: Vielen Danke!

00:45:07: Vielen Dank für die Einblicke in die aktuelle Forschung.

00:45:10: Es war sehr, sehr spannend.

00:45:11: auch ich habe was gelernt dabei und ich hoffe wir hören noch mehr von Ihnen.

00:45:18: Ja dankeschön und vielen Dank fürs Interesse.

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