#077 Mental gesund statt everybody’s darling. Mit Annahita Esmailzadeh und Swantje Allmers

Shownotes

Karriere, Selbstfürsorge & der innere Kompass – Wie wir wirklich erfüllt leben 🎙️💡 In dieser inspirierenden Folge von HEALTHWISE spricht Nils Behrens mit Annahita Esmailzadeh und Swantje Allmers offen über mentale Gesundheit, Eigenverantwortung und Authentizität im (Berufs-)Leben. Wie bleibt man bei sich, wenn von außen ständig Leistung und Perfektion erwartet wird? Warum reicht Erfolg allein oft nicht für echtes Glück – und was brauchen wir stattdessen? Die beiden teilen persönliche Erfahrungen mit Überforderung, Stress und Selbstzweifeln – und zeigen Wege, wie man wieder in Balance kommt. Es geht um Frühwarnzeichen für mentale Erschöpfung, Strategien zur Erholung und wie man sich von negativen Glaubenssätzen befreit. Außerdem im Fokus: Der Einfluss von Beziehungen, das Thema People-Pleasing und die Kraft des eigenen Wertesystems als innerer Kompass. Das erwartet Sie: 🌿 Eigenverantwortung leben – Niemand kommt, um Sie zu retten. Gestalten Sie Ihr Leben aktiv selbst. 🧘‍♀️ Mentale Gesundheit stärken – Frühwarnzeichen erkennen, Pausen nutzen, Prioritäten setzen. 🌥️ Erfolg hinter der Fassade– Warum Vergleiche schaden und Social Media unser Selbstbild verzerrt. 🧭 Der innere Kompass – Klar entscheiden und authentisch leben. 🍃 Glaubenssätze loslassen – Wachstum beginnt außerhalb der Komfortzone. 🌸 Resilienz statt Druck – Stress in Stärke verwandeln, Überforderung vorbeugen. 🤍 Umfeld bewusst wählen – Inspirierende Beziehungen statt People-Pleasing. 📝 Impulse für Klarheit – Coaching Übungen, Reflexionen und Denkanstöße.

Mehr zu Annahita Esmailzade: https://www.instagram.com/annahita.esmailzadeh/ Mehr zu Swantje Allmers: https://www.instagram.com/swantjeallmers/ Mehr zur Folge unter www.sunday.de/podcast

Über Sunday Natural Sunday Natural entstand aus einer langjährigen Leidenschaft und Forschung in den Bereichen Gesundheit, Heilung und Selbstentfaltung. Der Mangel an natürlichen, qualitativ hochwertigen Produkten auf dem Markt war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von Sunday Natural im Jahr 2013. Seitdem verfolgt die Berliner Premium Nutrition Brand konsequent ihr Leitmotiv - Produkte herzustellen, die den Vorbildern der Natur folgen, absolut rein und frei von jeglichen Zusatzstoffen sind und sich mit der höchstmöglichen Qualität auszeichnen. Sunday Natural ist heute einer der renommiertesten deutschen Qualitätshersteller, mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Berlin. Mehr unter https://www.sunday.de/newsletter

Transkript anzeigen

00:00:00: Es wird niemand kommen und dich retten.

00:00:02: Ich hab zu Beginn meiner Karriere ganz oft gedacht,

00:00:04: "Sieht denn keiner, dass das hier alles gerade zu viel für mich ist?"

00:00:08: Oder "Wann kommt denn endlich einer und entdeckt mein Potenzial?"

00:00:12: Oder "Wann krieg ich dann endlich irgendwie

00:00:14: den nächsten Step angeboten?"

00:00:17: Und das Thema Eigenverantwortung ist uns einfach so sehr am Herzen,

00:00:23: nicht nur für Karriere.

00:00:24: Das wären wir zu wenig, sondern für Lebenszufriedenheit.

00:00:29: Man kann immer eine Kleinigkeit tun.

00:00:31: Und damit würde ich anfangen.

00:00:32: Herzlich willkommen zu "Helzweis",

00:00:34: dem Gesundheitspodcast präsentiert von "Sun in Natural".

00:00:37: Ich bin Jitz Behrens, und in diesem Podcast erkunden wir gemeinsam,

00:00:41: was es bedeutet, gesund zu sein.

00:00:43: Wir tauchen einen Themen wie Medizin, Bewegung, Ernährung

00:00:46: und emotionale Gesundheit.

00:00:47: Immer mit einem Weisenblick auf das, was uns wirklich gut tut.

00:00:51: Karriere machen erfolgreich sein, ein erfolgreiches Leben führen.

00:00:54: Das klingt erstrehmenswert, aber ist oft auch mehr,

00:00:57: als wir uns denken.

00:00:58: Wie wir Erfolg definieren, welchen Preis wir dafür zahlen

00:01:01: und wie wir dabei mental gesund bleiben,

00:01:04: das sind die Fragen, die wir uns viel häufiger stellen sollten.

00:01:07: Anahita Esmalzade ist Microsoft-Managerin,

00:01:10: eine der erfolgreichsten Business-Influencerin

00:01:12: im deutschsprachigen Raum und Bestellautorin.

00:01:15: Sie setzt sich besonders für Diversität, authentische Karrierewege

00:01:18: und mentale Gesundheit in der Arbeitswelt ein.

00:01:20: 20er-Almas ist Unternehmerin, Top-Executive Coach

00:01:23: und eine der bekanntesten Stimmen in der Nu-Wegung.

00:01:26: Sie unterstützt Führungskräfte und Unternehmen dabei,

00:01:29: moderne Arbeitsmodelle umzusetzen

00:01:31: und gleichzeitig gesund und leistungsfähig zu bleiben.

00:01:34: Haben Sie das Buch, was du nicht hören willst,

00:01:36: aber wissen solltest, um erfolgreich zu sein geschrieben.

00:01:39: Darum sage ich herzlich willkommen Anahita Esmalzade und 20er-Almas.

00:01:43: Hi. - Hey.

00:01:44: Schön, dass ihr da seid, auch wenn es nur virtuell ist.

00:01:47: Deswegen komme ich gleich zu meiner Frage.

00:01:50: Wie wichtig sind Sonntage für euer persönliches Wohlbefinden?

00:01:53: Ich liebe Sonntage.

00:01:55: Und jetzt erwischt uns allerdings in einer Zeit,

00:01:57: in der ich gerne überhaupt mir würde,

00:01:59: Sonntage gehören komplett der Entspannung.

00:02:02: Aber Sonntage gehören auch ganz oft Anah und mir in letzter Zeit,

00:02:05: weil wir der Podcast aufnehmen oder irgendwelche Sachen zusammenplanen,

00:02:09: die mit dem Buch zusammenhängen.

00:02:11: Insofern ist Sonntag mittlerweile auch ganz oft Anah-Tag.

00:02:14: Anah-Tag klingt ja auch nicht so schlecht.

00:02:16: Von daher kenn ich die Antwort von Anah ja auch.

00:02:18: Das fand ich, habe ich früher noch im Sonntag immer mal im Gym gesehen,

00:02:22: aber dann jetzt eben halt dann lieber dich.

00:02:25: Gut, dann kommen wir zu meiner ersten Erste.

00:02:27: Ihr sagt, euer Buch ist keine klassische Karriereratbebe.

00:02:30: Was habt ihr dazu bewegt, dieses Buch zu schreiben?

00:02:32: Warum ist es der Blick hinter dieser glänzenden Fassade

00:02:35: auch so wichtig aus eurer Sicht?

00:02:37: Ich weiß gar nicht, ob du das weißt, Nils,

00:02:39: ob ihr darüber gesprochen habt.

00:02:41: Aber initial war ja gar nicht geplant,

00:02:43: dass wir dieses Buch gemeinsam machen.

00:02:45: Initial war es eigentlich so vorgesehen,

00:02:48: dass ich ein Buch streibe über meine eigenen persönlichen Erfahrungen.

00:02:52: Dann, bei der Erstellung des Konzepts, habe ich gemerkt,

00:02:55: dass ich zwar sehr viel zu sagen habe

00:02:57: und dass viele Menschen wahrscheinlich auch das eine oder das andere

00:03:01: mitnehmen können aus dem Ganzen,

00:03:03: aber dass wieso oft der praktische Transfer irgendwie schwerfallen wird.

00:03:08: Und dann dachte ich mir, okay, ich möchte, dass genau das anders ist

00:03:12: bei diesem Buch.

00:03:13: Und fand den Gedanken ganz schön,

00:03:15: dass man sehr praktische Coaching-Übungen

00:03:19: bei jedem Kapiteln zufügt.

00:03:21: Ich habe es vor ein paar Tagen in einem gemeinsamen Medieninterview

00:03:24: schon gesagt, dass Fanti und ich hatten.

00:03:27: Ich bin selber zertifizierte Coach.

00:03:29: Ich hätte das mit Sicherheit auch selber ganz passabel machen können.

00:03:32: Aber ich wollte, dass das ganze Buch sehr gut wird

00:03:35: und dass in dem Zuge auch die Übungen Champions League werden.

00:03:39: Und ich kenne keine Person,

00:03:41: die so eine verdammt gute Coach ist wie Fanti.

00:03:45: Und ich kenne keine Person, mit der ich das lieber gemacht hätte.

00:03:49: Ich bin da über meinen Schatten gestrungen und habe meine Idee gepitscht

00:03:52: und war ganz nervös und meinte, hast du Bock?

00:03:55: Kannst du es dir vorstellen? Du kannst auch nein sagen, aber hättest du Bock?

00:03:59: Dann hatte sie Bock.

00:04:00: Und das war dann der Anfang von einem, was danach kam.

00:04:04: Und jetzt inzwischen finde ich, dass sich die Übungen

00:04:07: und meine Inhalte so wundervoll ergänzen.

00:04:11: Und ich hätte mir gar nicht vorstellen können, dass wir es anders machen.

00:04:15: Ich finde, dass es besonders an dem Buch ist,

00:04:18: dass es auch hohe Authentizität ist.

00:04:20: Also, Anahita, du sprichst ja echt oft über Phasen der Überforderung

00:04:23: und auch der Überschöpfung, der Überschöpfung, der Erschöpfung.

00:04:27: Cooles neues Wort.

00:04:28: Überschöpfung, oder?

00:04:30: Hab ich auch gerade gedacht, die Überschöpfung.

00:04:32: Wie hast du persönlich, ohne den Rat von 20,

00:04:35: gelernt, mit diesen Drucksituationen umzugehen?

00:04:38: Welche Rolle spielt da die mentale Gesundheit

00:04:40: auch in deiner Definition von Erfolg?

00:04:43: In meinen ersten Berufsjahren war ich im Consulting.

00:04:46: Und ich werde nie vergessen,

00:04:48: ich war eine von den typischen Bedarterinnen,

00:04:51: die sich wirklich auch Selbstdaten überdefiniert haben,

00:04:54: wie viel arbeite ich.

00:04:56: Und ich fand es wirklich ganz, ganz toll,

00:04:58: mit den einzelnen Konsalten, Stardom zu Wett-Alfern.

00:05:01: Wer hat jetzt wieder die Mittagspause geskippt?

00:05:03: Wer ist am längsten beim Kunden gesessen?

00:05:06: Wer hatte jetzt wieder kein Wochenende?

00:05:08: Das ist ja in der ganzen Betratung ...

00:05:10: Ich finde das unglaublich, ich hätte gedacht, das gibt es so gar nicht mehr.

00:05:14: Das gibt es natürlich.

00:05:15: Und ich glaub, das wird es in dieser Betrage auch geben.

00:05:19: Okay, ich bin ja als Erwerberagentur,

00:05:21: wo man ganz ursprünglich ...

00:05:23: Da war es auch immer so, dass wenn man um 18 Uhr gegangen ist,

00:05:26: wurde man gefreut, wenn man einen halben Tag freigenommen hat.

00:05:30: Aber das ist ein Agentur nicht mehr so.

00:05:32: Im Consulting, da wo ich war, war das so.

00:05:34: Ich weiß, dass es auch nach wie vor so ist.

00:05:37: Das weiß ich von den Personen, die nach wie vor in diesem Bereich arbeiten.

00:05:41: Da wirklich so ein Muster konseiten.

00:05:44: Also immer High-Performer, immer sehr, sehr gute Leistungen.

00:05:47: Er dachte, ich hab bei mir in der Firma jeden Award gewonnen.

00:05:51: Dann wird man ja auch immer wieder so motiviert,

00:05:53: weil man merkt, okay, meine harte Arbeit zahlt sich aus,

00:05:57: in Geld, in Lob, in werbarer monetärer Anerkennung.

00:06:00: Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt einen Chef,

00:06:03: der seine Leute nicht ausgebeutet hat, sondern sehr menschlich war.

00:06:07: Und der hat sich Sorgen gemacht.

00:06:09: Ich hab gesagt, die ist Mitte 20, die kommt gerade frisch aus der Uni.

00:06:13: Die hat Potenzial, die hat Bock, aber die macht auch zu viel.

00:06:16: Dann kam zu mir und meinte, hey Anna, vergiss nicht,

00:06:19: du willst das Ganze noch so paar Jahrzehnte machen,

00:06:22: und du bedenst dich grad völlig aus.

00:06:25: Und am Ende des Tages wirft man hier nur den größten Strand hinterher.

00:06:29: Wenn du dich tot arbeitest wegen der Firma.

00:06:31: Ich werd nie vergessen, ich hab das gar nicht ernst genommen.

00:06:34: Ich dachte mir, was dattest du eigentlich?

00:06:37: Und nach Jahren, nach ganz vielen Erfahrungen,

00:06:40: nachdem ich gesehen hab, dass viele krank geworden sind,

00:06:43: sich wirklich förmlich totgearbeitet haben.

00:06:45: Oder in Phasen, in denen ich selber wirklich nicht mehr leistungsfähig war,

00:06:50: weil ich mich ans Limit meiner eigenen Leistungsfähigkeit

00:06:53: und Kapazität gebracht hab, habe ich gemerkt,

00:06:56: okay, wie auch beim Spitzensport,

00:06:58: gehören Phasen der Regeneration dazu,

00:07:02: wenn man im High-Performance-Betreich bleiben will.

00:07:05: Und deswegen bin ich jetzt inzwischen an einem Punkt,

00:07:08: aber aufgrund eigener Erfahrungen,

00:07:10: nicht weil ich Menschen ernst genommen hab,

00:07:12: die ich hätte ernst nehmen sollen, sondern weil ich gemerkt hab, okay,

00:07:16: es macht Sinn, immer wieder Pausen zu machen.

00:07:19: Wenn deine mentale Gesundheit nicht okay ist,

00:07:21: dann kannst du auch nicht so abliefern.

00:07:23: Dann ist das Leben auch nicht so schön,

00:07:26: dass ich sehr viel Wert drauf lege.

00:07:28: Ich find's ganz interessant, was du erzählst,

00:07:30: weil es tatsächlich so ist,

00:07:32: von daher ist es eher so ein Roman, Ratgeber-Roman,

00:07:35: aber da geht's genau auch so ein bisschen darum,

00:07:38: dass jemand mit Anfang Mitte 50,

00:07:40: also leichte autobiografische Züge hat,

00:07:42: aber eigentlich so ein bisschen bereut,

00:07:44: dass er eigentlich zu viel Zeit in die Karriere investiert hat

00:07:47: und zu wenig sich eigentlich um das gekümmert hat,

00:07:50: was vielleicht auch wirklich zählt.

00:07:52: In diesem Zusammenhang ist dann meine Frage auch ans Wannche,

00:07:55: du berätst ja sehr viele Top-Experten.

00:07:57: Was ist so der häufigste, ich will nicht sagen, Fehler,

00:08:01: aber häufigste mentale Herausforderungen,

00:08:03: die du bei deinen Coaches siehst?

00:08:07: Ich glaub im Wesentlichen zu einem ganz großen Teil,

00:08:09: das was Anna gerade beschrieben hat, und zwar Überlastung

00:08:13: und eben der Umstand, dass sie sich nicht herausgearbeitet haben,

00:08:17: mental oder für sich Wege gefunden haben,

00:08:20: klarere Prioritäten im Leben zu verfolgen

00:08:22: und sich nicht auszubrennen.

00:08:24: Das ist das Erste, ganz häufig kommt damit zusammen,

00:08:27: dass nur die Arbeit im Mittelpunkt steht

00:08:30: und vielleicht noch ein bisschen Familie,

00:08:32: aber alles andere drumherum, was auch wichtig ist,

00:08:35: damit wir ausgeglichene Menschen sind, wie Freunde, wie Hobbys,

00:08:39: wie Bewegung, Sport, Gesundheit,

00:08:41: Dinge, die uns inspirieren,

00:08:43: eigentlich systematisch abgeschnitten wurden,

00:08:45: weil sie gar keinen Raum mehr in dem Alltag finden,

00:08:48: weil der Eintag einfach so fordernd ist.

00:08:50: Wir reden in der Wirtschaft sehr gerne von vier Tagewochen,

00:08:54: aber unabhängig mal davon, dass meine Meinung nicht ist,

00:08:57: dass wir das anstreben sollten,

00:08:59: weil die Menschen, mit denen ich arbeite,

00:09:01: die wären schon froh, wenn es beinahe fünf Tage Woche

00:09:04: mit 12 Stunden am Tag bliebe,

00:09:06: weil die oft am Wochenende noch dran sitzen und sich daran gewöhnt haben.

00:09:10: Dazu kommt dann irgendwann das Gefühl von einer gewissen Sinnentklärung.

00:09:15: Warum mache ich das überhaupt, weil glücklich macht es mich nicht.

00:09:18: Ich komme aber auch nicht gut raus.

00:09:20: Interessant, was du beschreibst.

00:09:22: Bei mir ist z.B. so, ich pendel meistens am Sonntag von Hamburg

00:09:26: nach Berlin und da nutze ich diese Fahrzeit häufig dafür,

00:09:29: Artikel zu schreiben, die ich in irgendeiner Weise veröffentliche.

00:09:32: Ich fühle mich da eigentlich total gut dabei.

00:09:35: Ich habe das Gefühl, dass ich so ein kreativen Flow bin.

00:09:38: Ich sehe aber, dass, wenn ich mir dann wiederum meine Stresswerte anschaue,

00:09:43: also zumindest die, die vom Orang gemessen werden,

00:09:46: dass ich da schon in einer hohen Anspannung bin.

00:09:49: Von daher, dass was ich denke, dass so ein Flow ein irgendwie total gut tut,

00:09:53: merkt man dann irgendwie so, nee,

00:09:56: das scheint trotzdem in irgendeiner Weise zu stressen.

00:09:58: Vielleicht ist es ein Neustress, aber man weiß es nicht.

00:10:01: Womit ich bei dem Thema Artikel mal so ein bisschen

00:10:04: über die Außenwirkung auch mal sprechen möchte.

00:10:07: Weil, ich glaube, da spreche ich auch in eurem Buch drüber,

00:10:10: über diese Verzerrung eines Erfolgsbildes,

00:10:12: was auch ein bisschen durch die sozialen Medien,

00:10:15: da integriere ich jetzt mal LinkedIn,

00:10:17: was ja auch euer Hauptmedien ist, mit rein.

00:10:19: Weil man hat das Gefühl,

00:10:21: wirklich, dass da sehr viele Hochglanz-Karrieren

00:10:24: immer vorgelebt werden.

00:10:26: Also, was sind denn eure Strategie, damit umzugehen

00:10:29: und euch vielleicht damit nicht zu sehr unter Druck zu setzen?

00:10:32: Also, ich muss sagen, ich persönlich hab das tatsächlich gar nicht so stark,

00:10:36: dass ich mich auf sozialen Netzwerken vergleiche.

00:10:39: Vor allem nicht, seitdem ich selber in dieser Social Media Bubble bin

00:10:43: und die ganzen Personen persönlich kenne.

00:10:46: Also, seitdem ich weiß, was steht hinter diesem Profilen

00:10:49: und was für Schicksale stehen dahinter

00:10:52: und wie wenig "shiny" und "glamourös" ist das,

00:10:56: was tatsächlich passiert, von Ehek-Diesen bis hin zu Krankheiten,

00:11:00: bis hin zu Depressionen und so weiter.

00:11:03: Und ich glaub, das ist ja das verfänglich an sozialen Netzwerken,

00:11:06: dass Menschen immer nur sehr partiell Ausschnitte aus ihrem Leben teilen

00:11:11: und meistens auch nur positive Ausschnitte aus ihrem Leben teilen

00:11:15: oder sehr selektiv ausgewählte, negative Ausschnitte,

00:11:19: die aber vorzeigewürdig sind.

00:11:22: Gutes Wort dafür, ja.

00:11:24: Die dann auch ganz oft transportieren, guck mal,

00:11:27: ich habe das alles geschafft, obwohl mir solche Sachen auch noch passieren.

00:11:31: Auf der Art macht das teilweise sogar noch zusätzlich Nährung.

00:11:35: Exakt, exakt.

00:11:36: Deswegen muss ich sagen, hab ich das persönlich gar nicht so.

00:11:39: Also, ich hab das eigentlich gar nicht mehr.

00:11:42: Was mir aber auffällt, ist eher,

00:11:45: Svante und ich sind ja auch selber sehr visibel auf sozialen Netzwerken,

00:11:49: weil ich bekomme selbst sehr häufig gespiegelt,

00:11:52: dass ich Nachrichten bekomme oder nach auftritten Menschen

00:11:56: auf mich zukommen und sagen, hey, du bist ein totales Vorbild.

00:11:59: Aber im gleichen Zuge denke ich mir auch mal,

00:12:02: wie schaffst du das alles dann?

00:12:04: Und du schaust immer so topgestylt aus.

00:12:06: Und das Gute ist Nils, und zwar, hier sehen mich gerade,

00:12:09: also, ich bin alles gerade nur nicht topgestylt,

00:12:11: aber auf meinen Bildern, auf Social Media bin ich das meistens.

00:12:15: Und gleichzeitig bist du ständig auf Bühnen,

00:12:17: du hast alles, wie machst du das alles?

00:12:19: Und ich denk mir so, ich bekommst nicht mal hin, keine Ahnung,

00:12:22: morgens eine Runde zum Bäcker zu laufen.

00:12:25: Da muss mich da schon überwinden.

00:12:27: Und da fällt mir dann persönlich immer auf,

00:12:30: wie wenig Menschen von dem mitbekommen,

00:12:32: was bei mir hinter den Kulissen abgeht.

00:12:35: Und das ist halt auch sehr häufig alles andere als shynee.

00:12:39: Und das ist das Problem an sozialen Netzwerken,

00:12:41: dass Menschen zum Beispiel,

00:12:43: ich hab letztes Jahr ganz viele Auszeichnungen bekommen,

00:12:47: unter anderem die Kapital Forti an der Forti-Auszeichnung,

00:12:50: die ja wirklich eine sehr, sehr coole Auszeichnung ist,

00:12:53: über die ich mich aus sehr geholtert hab.

00:12:56: Aber in dieser Phase,

00:12:58: als ich diese Auszeichnung bekommen hab,

00:13:00: ging's mir auch verdammt schlecht.

00:13:02: Also mein Haus wurde geflutet, ich hatte ganz viele private Erlebnisse,

00:13:06: die nicht schön waren im letzten Jahr,

00:13:08: also es war ein Summe, kein tolles Jahr.

00:13:10: Und das, was man aber auf den sozialen Netzwerken von mir

00:13:13: dann wahrgenommen hat und das, was ich auch geteilt hab,

00:13:16: war, dass ich noch diese Auszeichnung bekommen.

00:13:19: Vorher war ich noch auf den zwei hübschen Veranstaltungen,

00:13:22: davor war ich noch auf dem Red Carpet.

00:13:24: Und davor hab ich noch für Markeine gemodelt.

00:13:26: Und irgendwie mach ich ja alles gleichzeitig.

00:13:29: Und das scheint mir alles zu leicht von der Hand zu gehen.

00:13:32: Und ich glaub, das ist einfach dieses wirklich tückische,

00:13:35: dass man ja immer nicht weiß, was ist hinter der Fassade.

00:13:38: Und damit wollten wir aufräumen.

00:13:40: Also wir wollten, dass das ein Buch wird,

00:13:43: von dem man nicht nur lernen kann.

00:13:45: Aber hilft sich selbst zu deflektieren

00:13:47: und an seine Perspektiven zu bekommen.

00:13:49: Sondern auch einen realistischeren Blick zu bekommen.

00:13:52: Auf Erfolg.

00:13:54: Und damit auch die eigene Erfolgsdefinition,

00:13:56: die man ja auch häufig über soziale Netzwerke übernommen hat,

00:14:00: kritisch zu hinterfragen.

00:14:01: Und eventuell auch zu justieren.

00:14:04: Auf eine Art und Weise, die vielleicht für einen selber

00:14:06: dann auch gesünder ist.

00:14:07: Es gibt noch zwei Sachen, die ich da wichtig finde.

00:14:10: Und zwar einerseits, wir vergleichen uns ja in dem Moment,

00:14:13: dass wir durch Social-Media-Scrollen mit 100 Leuten gleichzeitig

00:14:16: oder mit noch mehr Leuten.

00:14:18: Das heißt, ich hab natürlich das Gefühl,

00:14:20: award, award, award, aber es ist ja nicht immer dieselbe Person.

00:14:23: Und man hat da ganz schnell den Eindruck, okay, alle haben das,

00:14:26: weil man das in dieser Massivität sieht.

00:14:29: Das ist aber ja überhaupt nicht repräsentativ ist.

00:14:31: Und was auch schnell passieren kann,

00:14:33: insbesondere weil Instagram,

00:14:35: man vergleicht sich immer so mit diesen Leuten,

00:14:37: die best in Klas irgendwo sind.

00:14:39: Ich guck mir zum Beispiel den Körper von einem Fitnessinfluencer an.

00:14:42: Weil das der aber nicht wie ich 40, 50 Stunden die Woche im Büro sitzt,

00:14:46: sondern dass das deren Job ist, so auszusehen.

00:14:49: Oder dass andere den Job haben,

00:14:51: "perfect is me prepping" zu machen.

00:14:53: Oder den Job haben, model zu sein.

00:14:55: Und das hat natürlich ganz andere Prioritäten und Voraussetzungen haben.

00:14:59: Und da suchen wir uns überall diese Facette raus.

00:15:02: Und setzen uns dann dem Druck aus,

00:15:04: eigentlich selber am liebsten so ein Best-of sein zu wollen,

00:15:07: was ja nicht mal die Leute hinkriegen,

00:15:09: die wir uns in Social-Media anschauen.

00:15:11: Und was sagt das, was sind gute Strategien?

00:15:13: Ich finde, dass es anders sagt, total wertvoll,

00:15:16: hinter die Kulissen zu schauen.

00:15:18: Aber auch für mich merke ich auch immer,

00:15:20: in Social-Media in Zukunft ein Zeitlang zu viel wahnsinnig gut.

00:15:23: Also, gerade auch im Urlaub, wo man dann manchmal denkt,

00:15:26: jetzt hätte ich Zeit, Instagram komplett durchzuspielen.

00:15:30: Das sind für mich die Phasen, wo ich die App vom Handy lösche.

00:15:33: Weil ich merke, es tut mir einfach besser.

00:15:36: Oder auch wenn ich sehr überlastet bin,

00:15:38: wenn gerade viel los ist, lege ich das Handy abends um 20 Uhr.

00:15:41: Auf die Ladestation und hab's nicht mehr in der Hand.

00:15:44: Und merke, erst dann komm ich eigentlich wirklich runter.

00:15:47: Ich kann genau nachvollziehen, was du meinst.

00:15:49: Ich finde, trotz allem, wenn jetzt die einen oder anderen Zuhörer,

00:15:53: die euch schon kennen, das dann hören und sagen,

00:15:55: ihr vergleicht euch gar nicht mehr so viel,

00:15:58: dann würd ich sagen, na ja, ihr ehrt ohne das Game,

00:16:01: aber auch ganz schön.

00:16:02: Das muss man ja auch mal so sagen.

00:16:04: Wenn manchen was postet, kann das eben halt schnell mal sein,

00:16:08: dass dann in der ersten Viertelstunde

00:16:10: relativ weit oben an einem Punkt steht,

00:16:13: muss man sich vielleicht auch nicht mehr

00:16:15: nach unten vergleichen, sag ich mal.

00:16:17: Von daher, ich finde tatsächlich,

00:16:19: das ist schon ein wichtiger Punkt,

00:16:20: einen Ratschlag an dieser Stelle zu geben,

00:16:23: wie man es dann trotzdem schafft,

00:16:25: auch wenn man jetzt noch nicht so weit oben in der Hierarchie steht,

00:16:29: trotzdem diesen Vergleich nicht zuzulassen.

00:16:31: Ich finde den Punkt mit dem, hinter den Kulissen schauen,

00:16:34: ja, das wird man aber dann auch bei den Leuten,

00:16:37: die man nicht persönlich kennt,

00:16:38: und man halt nur oben auf einem Lüm stehen sieht,

00:16:40: auch gar nicht so einfach können.

00:16:42: Von daher gibt es ja vielleicht noch einen anderen Trick,

00:16:45: den ihr mitgeben könnt, wo man sagt,

00:16:47: für die, die euch jetzt bisher immer in der Zeit von oben stehen sehen

00:16:51: und sich vergleichen,

00:16:52: wie man trotzdem aus diesen Erfolgsbilder

00:16:54: Vergleichsmotivation rauskommt.

00:16:57: Also, ich würde da dir tatsächlich widersprechen wollen,

00:17:01: weil ja, es ist so, dass wir auf LinkedIn bestimmt das Game onen,

00:17:07: also, das kann man sagen,

00:17:09: wir spielen da sehr an der Spitze mit,

00:17:11: was wir uns auch hart arbeitet haben.

00:17:13: Aber im gleichen Zuge haben wir auch ganz, ganz, ganz viele Aspekte,

00:17:19: in denen es bei uns im Leben nicht gut läuft.

00:17:21: Also, das Leben besteht ja auch so viel mehr,

00:17:25: als nur aus LinkedIn oder Instagram-Reach,

00:17:29: aus der Anzahl an Likes, die man nach 15 Minuten bekommt,

00:17:33: oder an einer Positionsbezeichnung, die man auf LinkedIn

00:17:37: postet, also von Gesundheit, physischer Gesundheit,

00:17:40: psychischer Gesundheit, Familienleben,

00:17:43: Beziehungsstatus, Freundeskreis, Hobbys,

00:17:48: also, es kann man ja so viel weiterspinnen.

00:17:51: Und ich glaube, dass wir auch ganz viele Aspekte haben

00:17:57: in unserem eigenen Leben, wo wir nach links und rechts schauen

00:18:00: und zumindest nach außen hin Menschen vorfinden,

00:18:04: die uns in diesen Themen weit überlegen sind,

00:18:07: oder die vielleicht auch Dinge haben,

00:18:10: die sich mit uns dann sehen, süchten und wünschen, decken.

00:18:13: Also, die Dinge haben, die wir uns vielleicht auch gewünscht haben.

00:18:17: Aber ist es dann nicht im Grunde, um eine Art von

00:18:20: einem eigenen Erfolgsbild, was man sich vielleicht definieren muss?

00:18:24: Ja, das finde ich gut.

00:18:26: Das wäre auch das, wenn du sagst, so was ist ein Tipp.

00:18:29: Weil ich geb Anna recht, aber ich will es jetzt auch nicht ewig ausführen.

00:18:32: Man macht das sogar noch mehr Druck,

00:18:34: wenn du irgendwo angelangt bist, dass man dann Angst hat,

00:18:37: eher Relevanz zu verlieren oder so.

00:18:40: Aber das Thema ist ja jetzt auch nicht LinkedIn oder Influenz.

00:18:43: Sondern ich finde, es ist wichtig,

00:18:45: dass man um eben diese Vergleichsfeile zu entkommen,

00:18:50: kann man so verheidenstherapeutisch rangehen,

00:18:53: wie ich ab abends um acht und im Urlaub.

00:18:55: Aber man kann vor allen Dingen auch gucken, wer bin ich

00:18:58: und was ist mir wichtig.

00:19:00: In dem Moment, wo ich für mich nicht klar hab,

00:19:03: was ich will und was mir wichtig ist,

00:19:05: hab ich immer das Gefühl, alles, was mir von außen reingespielt wird

00:19:08: und was gut aussieht, sind Sachen, die ich theoretisch wichtig finden könnte.

00:19:12: Ich finde, da, weil du auf Erfolgsbegriff ja auch schon gekommen bist,

00:19:16: dass für uns auch ganz wichtig ist,

00:19:18: und wir das direkt im ersten Kapitel des Buches auch behandeln.

00:19:22: Das gibt uns eine innere Stärke und einen inneren Kompass.

00:19:25: Und das hilft uns auch zu sagen,

00:19:27: okay, vielleicht hat jetzt jemand irgendwas gewonnen.

00:19:30: Wir haben ja auch gar nicht unser Ziel.

00:19:32: Wir haben ja was ganz anderes, was uns wichtig ist.

00:19:35: Und auch vor allen Dingen,

00:19:37: das Glück nicht nur von äußeren Dingen abhängig zu machen,

00:19:40: weil da sind natürlich wahnsinnig viele Äußerlichkeiten,

00:19:43: die überhaupt nicht glücklich machen.

00:19:45: Das macht sich ein Award glücklicher.

00:19:48: Das ist vielleicht für den Moment eine coole Bestätigung.

00:19:50: Aber danach kann er sogar noch einen riesen Loch aufeinwarten,

00:19:54: wenn man den für irgendwas gekriegt hat, dass man gar nicht fühlt.

00:19:58: Und dass man wirklich tun will.

00:20:00: Insofern, der eigene Kompass, den zu stärken,

00:20:02: das finde ich nach wie vor eine der wichtigsten Dinge am Leben.

00:20:06: Und ich hatte letztes Jahr so viele Situationen,

00:20:09: wo ich genau das gefühlt hab, was Wanda hier sagt.

00:20:12: Also, ich weiß noch, wie gesagt, das letzte Jahr war sehr hart

00:20:16: bei mir persönlich.

00:20:17: Und ich werde nie vergessen, ich hatte dann so Situationen,

00:20:21: dass ich z.B. vor 5, 6.000 Leuten eine Keynote gehalten hab.

00:20:24: Abgefeiert wurde ohne Ende.

00:20:26: Dann noch runtergegangen bin, Selfies gemacht hab.

00:20:29: Dann irgendwie noch einen Medieninterview gegeben hab,

00:20:33: ins Hotel fahren bin.

00:20:34: Und mir dann einfach sushi ins Hotelzimmer bestellt hab.

00:20:37: Und dann alleine in meinem Hotelzimmer Bett saß.

00:20:40: Und nachgedacht hab über mein aktuelles Leben.

00:20:42: Und mir dachte, wow, aktuell ist es verdammt hart.

00:20:45: Und zwei Wochen danach hab ich dann wieder

00:20:48: irgendeine Auszeichnung bekommen oder einen Post gemacht,

00:20:51: der 4.000 Likes hatte.

00:20:52: Und ich glaub, das muss man sich vor Augen führen,

00:20:55: dass genau diese Dinge,

00:20:57: vor allem diese Dinge, die externe Validierung und Anerkennung bringen,

00:21:01: einem viel, viel mehr ein Gefühl von Leerde geben können,

00:21:05: wenn man nicht bei sich ist.

00:21:07: Und wenn man nur versucht, seinen Glück zu finden,

00:21:10: indem man sich Likes und Follower und Auszeichnungen holt

00:21:15: und ständig versucht, externe Anerkennung zu bekommen,

00:21:18: ist das, glaub ich, wirklich das Tor zum Unglück.

00:21:21: Weil zum einen ist das Ganze supervergänglich,

00:21:24: auf Social Media hat man meinen Hype,

00:21:26: der dauert bei dem einen Jahr, bei dem anderen zwei,

00:21:29: bei dem anderen fünf, aber bei den wenigsten Leben lang.

00:21:32: Und zweitens ist es auch so, dass das ja dafür sorgt,

00:21:36: dass wir die Fähigkeit völlig verlernen,

00:21:39: aus uns selbst heraus glücklich sein zu können.

00:21:42: Und uns selbst zu mögen, unabhängig von der Validierung anderer.

00:21:47: Und deswegen ist das, glaub ich, dann umso schwieriger,

00:21:50: je mehr man in der Öffentlichkeit steht, bei sich zu bleiben.

00:21:54: Das würde ich 100 Prozent nicht unterschreiben.

00:21:56: Und ich glaube tatsächlich, wenn man genau weiß,

00:21:59: was man möchte und was man vielleicht auch gar nicht so wichtig ist,

00:22:03: dass man dann auch besser abgrenzen kann.

00:22:06: Das heißt, wenn du ...

00:22:07: keine Ahnung, wenn jetzt alle in den Anfang Porsche zu fahren,

00:22:11: du sagst persönlich selbst, ich fahr lieber Fahrrad,

00:22:14: dann ist der Porsche über den anderen auch egal,

00:22:16: dann freust du dich für die.

00:22:19: Aber fertig ist, sag ich mal so, mir geht's persönlich so.

00:22:22: Ich hab das schon mal auf die Hüfte.

00:22:24: Und das mag ich, ehrlich gesagt.

00:22:26: Ich mag mein Fahrrad.

00:22:28: Von daher bin ich happy und kenn dieses Neidgefühl nicht.

00:22:31: Von daher, ich kann das sehr gut nachverziehen.

00:22:33: Ich glaube trotzdem, dass dieser Einsatz,

00:22:36: der hat mich wirklich sehr angesprochen,

00:22:38: das ist, glaub ich, das letzte Kapitel,

00:22:40: ein neuer Buch, wenn es dich deine Gesundheit kostet,

00:22:43: ist es zu teuer.

00:22:44: Das ist ja wirklich ein starkes Statement.

00:22:47: Und wie erkennen man denn, wann der eigene Job

00:22:49: oder der Lebensstil vielleicht nicht mehr so gesund ist?

00:22:52: Wahrscheinlich etwas ist, was man sehr schwer selbst erkennt.

00:22:55: Ich finde, da gibt es die unterschiedlichsten Prüvan-Symptome.

00:22:58: Und ich glaube, jeder von deinen Hörerinnen und Hörern

00:23:01: wird es auch wissen, wenn man in sich geht.

00:23:04: Anna beschreibt gleich Iris.

00:23:05: Ich weiß genau bei mir, wenn ich anfange, schlecht zu schlafen,

00:23:09: ich messe natürlich auch meine Daten, liebe Daten.

00:23:12: Meine Herzfrequenzvariabilität zeigt mir meinen Stresslevel an.

00:23:16: Das darf gerne mal hochgehen, aber wenn es über Monate so ist,

00:23:19: vor allen Dingen ist es dann ja auch eine Abwärtsspirale,

00:23:22: wenn man schlecht schläft, fängt man an,

00:23:24: am Tag sich auch nicht gut zu fühlen.

00:23:26: Dann finde ich für mich so depressive Gedanken,

00:23:29: ein sehr wichtiger Indikator.

00:23:31: Und all das, und das kann bei anderen ganz andere Sachen sein,

00:23:35: das kann Schwindel, Herzrasen, Tinnitus, sonst irgendwas sein.

00:23:38: Aber wir wissen eigentlich schon, wann es uns nicht gut geht.

00:23:43: Und wir müssen wieder lernen, darauf zu hören,

00:23:47: weil die Indikatoren und das Erkenntnis ganz oft nicht das Problem,

00:23:50: sondern dass man dann innehält

00:23:52: und die richtigen Schlussvorgehungen da auszieht.

00:23:55: Und auch wirklich was ändert, anstatt jetzt einfach zu sagen,

00:23:58: ich mach jetzt irgendwie drei Tage ruhig, und dann fange ich wieder an.

00:24:01: Das ist die Challenge, die, glaub ich, die meisten Menschen,

00:24:05: die ambitioniert sind, meistern müssen.

00:24:07: Idealerweise darauf zu achten,

00:24:09: dass man gar nicht in diesen Status kommt, den du gerade besteibst,

00:24:12: also dass man gar nicht anfängt, auf Reserve zu laufen,

00:24:15: so dass man dann irgendwann mal gar kein Benzin mehr im Tank hat.

00:24:19: Sondern dafür zu sorgen, dass man immer ausdeichend nachfüllt.

00:24:23: Und deswegen hab ich vorhin auch so bisschen gestutzt,

00:24:26: als du gestarkt hast, Nils, wegen dem Sonntag.

00:24:29: Ich persönlich versuch, immer jeden Tag Routinen aufzubauen,

00:24:34: die mir im Tag schon zum einen Freude machen.

00:24:38: Also, dass ich immer weiß, okay,

00:24:40: ich sträume mich auf den morgigen Tag,

00:24:42: selbst wenn es Mittwoch ist,

00:24:44: ich lebe von Wochenende zu Wochenende.

00:24:47: Und dafür zu sorgen,

00:24:48: dass man aus unterschiedlichsten Energiequellen

00:24:51: sich immer wieder kraftzieht.

00:24:53: Ja, ich weiß genau, was du meinst.

00:24:56: Ich hatte eine Bekannte von mir,

00:24:58: die hat mir dann irgendwie Mittwochs immer geschrieben,

00:25:01: Happy Bergfest.

00:25:02: Und ehrlich gesagt, ich finde das ganz schrecklich, warum?

00:25:05: Weil es klingt so, als ob man etwas durchstehen muss,

00:25:08: sozusagen, so ob die Woche etwas wäre, was man durchstehen muss.

00:25:12: Und das ist etwas, was mir komplett fremd ist.

00:25:15: Also, ich liebe mein Leben, ich liebe jeden Tag, den ich lebe.

00:25:18: Klar, gibt's ups and downs, keine Frage.

00:25:20: Aber wenn dein Leben daus besteht,

00:25:23: vom Wochenende zu Wochenende zu leben,

00:25:25: dann läuft irgendwas chief,

00:25:27: weil dann ist einfach fünf Siebte deines Lebens scheiße.

00:25:31: Oder halt von Urlaub zu Urlaub, das gibt's bei ganz vielen Menschen.

00:25:34: Und ich möchte da gerne ergänzen,

00:25:37: weil du ja für Realität und keine Wabbeldiskussionen

00:25:40: in diesem Podcast bist und dafür kämpfst mit deinen Fragen auch.

00:25:44: Ich glaube, dass es ganz vielen Leuten so geht.

00:25:46: Und mir ging es früher ganz genauso,

00:25:48: als ich in Jobs war, die mich nicht glücklich gemacht haben.

00:25:51: Und ganz ehrlich, ich hab auch manchmal Wochen,

00:25:54: wo ich wirklich denke, okay, zwei Tage noch,

00:25:56: und dann ist Wochenende.

00:25:58: Und deshalb finde ich es so wichtig, wirklich zu schauen,

00:26:01: was gibt mir Energie, was kann ich einbauen?

00:26:04: Und unser Buch ist ja auch ein ganz großes Plädoyer

00:26:07: an die Selbstwirksamkeit.

00:26:08: Sofern auch das nicht hinzunehmen,

00:26:11: sondern auch, wenn man da gerade ist und denkt so, ja, verdammt,

00:26:14: ich sag auch immer, Bergfest am Mittwoch.

00:26:16: Zu schauen, was kann ich ändern?

00:26:20: Und ich hab zum Beispiel ...

00:26:22: Also, ich zeichne mich ja gerne als trockener Rocker-Hollig,

00:26:25: weil ich sehr lange sehr viel gearbeitet hab

00:26:28: und auch wirklich jedes Wochenende durch.

00:26:30: Und das auch nicht reflektiert hab,

00:26:32: obwohl's mir überhaupt nicht gut getan hat.

00:26:35: Ich zum Beispiel quasi, als ich gucken musste,

00:26:38: also wirklich ein Wahnsinner gekriegt hab,

00:26:41: etwas zu verändern, mal angefangen,

00:26:43: eine Stunde früher Feierabend zu machen.

00:26:45: Und alleine das hat so einen Impact gemacht

00:26:48: und hat nicht dafür gesorgt, dass ich weniger geschafft hab.

00:26:51: Es hat nur dafür gesorgt, dass ich besser priorisieren musste.

00:26:54: Und wenn du gewohnt bist, ansonsten immer so ein ...

00:26:57: keine Ahnung, sechs, sieben aus dem Büro

00:26:59: und vielleicht zu Hause noch schnell eine Mail schreibst.

00:27:02: Und dann ziehst du das mal ein paar Tage am Stück durch.

00:27:06: Am besten natürlich auch länger.

00:27:08: Aber man merkt nach ein paar Tagen schon, was es macht.

00:27:11: Und deshalb glaube ich ganz doll an die Kraft der Kleidenveränderung,

00:27:15: die uns dann auch sehr schnell wieder ein gutes Gefühl zurückgeben.

00:27:19: Weil das kann sich total tief verwurzelt anfühlen,

00:27:24: dass man sich erschöpft fühlt und nur aufs Wochenende freut.

00:27:27: Aber die kleinen Stellschrauben

00:27:29: oder das regelmäßige Einbauen von Sport und Bewegung

00:27:32: oder einfach mal mittags rausgehen, sich einen Kaffee holen

00:27:35: und mal ein extra Runde um den Block drehen,

00:27:37: das kann schon ganz viel verändern.

00:27:39: Ich möchte trotzdem noch mal kurz darauf eingehen,

00:27:42: weil dieser Stress kommt natürlich auch häufig aus dem Gefühl

00:27:45: der Öhrforderung.

00:27:46: Wie gelingt es euch, klare Prioritäten zu setzen?

00:27:49: Und was sind aus eurer Sicht gerade auch die typischen Fehler?

00:27:52: Also Prioritäten setze ich dadurch,

00:27:57: dass ich mich einmal in der Woche sortiere

00:28:00: und schaue, was habe ich eigentlich alles auf dem Tisch?

00:28:03: Was liegt an in den nächsten Wochen

00:28:05: und was sind meine Ziele, die mir wirklich wichtig sind?

00:28:08: Und daher, Zeit eine Ressource ist,

00:28:11: die ich nicht mehr beliebig ausweiten möchte

00:28:13: auf sieben Tage die Woche

00:28:15: und wir arbeiten einfach jeden Tag zwölf Stunden,

00:28:17: sondern auf bestimmte Zeitfenster

00:28:19: liebe ich es, wirklich meine Wochen im Voraus zu planen.

00:28:23: Und dabei wirklich meine Prioritäten im Blick zu behalten

00:28:26: und das auch in dem Moment zu tun,

00:28:28: wo ich es nicht irgendwie getrieben oder hektisch mache.

00:28:31: Und wenn ich dann für mich ein Plan habe, den ich gut finde,

00:28:34: dann habe ich immer noch dadurch einen guten Referenzmaßstab,

00:28:38: um auch abzuwägen, wenn irgendwas anderes reinkommt,

00:28:41: ist das jetzt wirklich wichtiger und will ich da drauf springen.

00:28:44: Oder bleibe ich bei mir,

00:28:45: weil mir das Verfolgen von meinem Plan wichtiger ist.

00:28:49: Und das hilft mir total,

00:28:51: dass ich mich nicht so defokussieren lasse

00:28:55: und dass ich mich nicht ablenken lasse

00:28:57: oder zumindest nur dann ablenken lasse,

00:28:59: wenn es wirklich wert ist, weil ich dann das Gefühl habe,

00:29:02: es hat eine höhere Priorität.

00:29:04: Und das machen ganz viele Leute nicht.

00:29:06: Ganz viele Leute arbeiten einfach in den Tag,

00:29:09: lassen sich viel ablenken, lassen sich viele Themen umhängen,

00:29:13: die eigentlich gar nicht ihre sind.

00:29:15: Wir haben ja auch ein Kapitel zum Thema "People pleasing".

00:29:18: ein ganz großer Faktor, der unglücklich machen kann,

00:29:21: weil man irgendwie, wenn man alle Leute happy machen will,

00:29:25: sehr oft sich selbst verliert.

00:29:26: Und das sind so, wenn du sagst, was sind die klassischen Fehler,

00:29:30: dann würde ich das sagen, keine Planung, um People Pleasing.

00:29:34: Sehr gut, sehr gut.

00:29:35: Was würdet ihr denn sagen, was sind eure wichtigsten Recovery-Routinen?

00:29:39: Mhm. Also, ich hab ganz viele.

00:29:41: Was ich super gern hab, ist, einfach in der Natur zu sein,

00:29:47: um mich zu bewegen, dann mit tollen Menschen Zeit zu verpägen,

00:29:52: dann mich wirklich clean zu ernähren.

00:29:55: Ich glaub, das ist für mich so eine ganz, ganz, ganz stetige Säule,

00:29:59: selbst wenn mal mein Schlaf leidet

00:30:02: oder ich es nicht schaff, so viel Sport zu machen,

00:30:05: wie ich's gerne machen würde.

00:30:06: Sich immer schaue, dass zumindest das, was ich mal im Körper gebe,

00:30:10: an Nährstoffen, dass das immer gut ist.

00:30:13: Ich mach super gerne und viel Yoga und Pilates und so was.

00:30:17: Und Fahrzeugmassage.

00:30:18: Also, ich mach schon viele Dinge, von denen ich weiß, okay,

00:30:22: das gibt mir jetzt noch mal so 20-Protent-Punkte-Akku.

00:30:26: Und das Gute ist, dass ich halt ganz genau weiß,

00:30:29: was mir guttut und was mir nicht guttut.

00:30:32: Und ich glaub, so eine Recovery-Routine von mir ist auch,

00:30:35: dass ich mich auch sehr hüte vor Dingen, Aktivitäten,

00:30:40: Tätigkeiten und Menschen, bei denen ich weiß,

00:30:44: dass sie mir Energie ziehen.

00:30:45: Und das kann man natürlich nicht immer.

00:30:47: Also, das ist einem Arbeitsleben nicht immer möglich.

00:30:50: Aber im Privatleben ist das zu großen Teilen möglich.

00:30:53: Und da bin ich sehr selektiv in Bezug auf meine Zeit mit wem

00:30:58: und womit ich meine Zeit verpdenke.

00:31:01: Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen.

00:31:03: Also insbesondere die privaten Energiefresser,

00:31:05: die kann man wirklich sehr gut eliminieren,

00:31:08: wenn wir im Geruflichen ist, natürlich immer schwieriger.

00:31:11: Ich würde sagen, ein großer Energiefresser,

00:31:13: der in eurem Buch ist, "Der härteste Gegner sitzt in meinem Kopf".

00:31:17: Das heißt also, die negativen Glaubenssätze,

00:31:19: die man immer wieder hat und die ein begegnet,

00:31:22: gibt es denn da auch einen guten Tipp,

00:31:24: wie man die nachhaltig auflösen kann?

00:31:26: Ja, wenn es jetzt mit einem schnellen Tipp getan wäre, dann ...

00:31:30: Dann würden wir den jetzt alle hören, 20er.

00:31:32: Danke, also wirklich, wer all is.

00:31:34: 20er und ich haben ja in uns

00:31:36: im eigenen Podcast letztens so ein Live-Coaching gemacht.

00:31:40: Das war echt richtig cool, wo wir einen Glaubenssatz von mir

00:31:43: den wir in der Folge identifiziert haben,

00:31:46: danach positiv umgedeht haben.

00:31:48: Vielleicht kannst du das aufgreifen.

00:31:50: An dem Konkret zum Beispiel. - Ich kann es zumindest mal kurz skizzieren.

00:31:54: Weil du schreibst das ja perfekt, der größte Gegner,

00:31:58: der sitzt wirklich sehr oft in unserem eigenen Kopf.

00:32:01: Gerade wenn man zum Beispiel überlastet ist oder so,

00:32:04: das steht da ja ganz oft in einer eigenen Glaubenssatz dahinter,

00:32:07: dass man denkt, ich muss es ihm recht machen,

00:32:10: oder ich bin nicht gut genug,

00:32:12: sondern wertvoll oder gut, wenn ich auch ganz viel leiste.

00:32:15: Da haben wir ja ganz viele eigene innere Antreiber.

00:32:18: Deshalb macht das auch total viel Sinn, sich damit auseinanderzusetzen.

00:32:22: Der erste Step ist natürlich,

00:32:23: dass ich meine Glaubenssätze identifizieren muss.

00:32:26: Und da ist genauso die Überlegung,

00:32:28: in welchen in meiner Lebensbereiche läuft es grad nicht so,

00:32:32: oder wo hab ich denn 'ne Unzufriedenheit,

00:32:35: total guter Indikator, dem näher auf die Spur zu gehen.

00:32:39: Und wirklich zu schauen, okay,

00:32:41: was bringt mich dazu zu viel zu arbeiten?

00:32:43: Oder was bringt mich dazu, dass ich privat nicht mehr rausgehe?

00:32:47: Oder was auch immer die Dinge sind, wo wir sagen, da läuft's nicht.

00:32:51: Da sind ganz spannende Felder sehr oft für negative Glaubenssätze.

00:32:54: Und wenn ich dann Glaubenssätze gefunden habe,

00:32:57: und da empfehlen wir wirklich, nimm die Zeit, setz dich hin,

00:33:00: es ist wirklich den Aufwand wert.

00:33:03: Schreib's ja einfach mal runter.

00:33:05: Es heißt nicht, dass wir uns, nur weil wir glauben, dass es wahr ist,

00:33:09: das ist erst mal unangenehm.

00:33:10: Wenn ich die identifiziert habe,

00:33:12: dann wird es erst mal damit starten,

00:33:14: dass ich mir die schlimmsten zwei, drei raussuche.

00:33:17: Und was die schlimmsten sind, das ist sehr individuell.

00:33:20: Aber man kann da sehr gut auch in eine Analyse gehen und schauen,

00:33:24: was passiert eigentlich, wenn ich diesen Glaubenssatz weiterdenke?

00:33:28: Oder was kostet mich dieser Glaubenssatz grade?

00:33:30: Wenn wir zum Beispiel sagen, das Gefühl nicht gut genug zu sein,

00:33:34: oder nur gut zu sein, wenn wir leisten,

00:33:37: das ist einer, den ich priorisieren würde.

00:33:39: Und wenn du dir die rausgesucht hast,

00:33:41: die zwei, drei, an denen du arbeiten möchtest,

00:33:44: dann ist es sehr interessant zu sagen, okay,

00:33:46: wenn ich den Glaubenssatz ändern könnte,

00:33:49: was würde ich denn stattdessen gerne glauben?

00:33:53: Also zu sagen, zum Beispiel, ich bin nur gut, wenn ich leiste,

00:33:57: könnte man jetzt natürlich sehr übertrieben

00:34:00: in ein Glaubenssatz verwandeln von, ich bin gut, wie ich bin.

00:34:03: Das fällt aber vielen Leuten schwer,

00:34:05: weil sie sagen, das fühlt sich für mich total absurd an.

00:34:08: Deshalb ist das auch im Coaching,

00:34:11: dann die Arbeit rauszufinden, okay, was fühlt sich für dich

00:34:14: zumindest schon mal einen Schritt weiter an?

00:34:16: Das könnte zum Beispiel sein, dass man sagt, ich leiste genug,

00:34:20: oder ich darf auf Pause machen.

00:34:22: Oder für mich hat zum Beispiel total gut funktioniert dieser Gedanke,

00:34:26: dass wenn ich Pause mache, kann ich nachhaltig leisten.

00:34:29: Weil ich eine superhohe Leistungsorientierung hab.

00:34:32: Aber ich gemerkt hab, dieser Glaubenssatz,

00:34:35: ist nicht um Pause wachen zu können,

00:34:37: weil ich mit etwas verbunden hab, dass ich nach wie vor will.

00:34:40: Und wenn man das für sich herausgefunden hat,

00:34:43: was das ist, was man stattdessen glauben möchte,

00:34:45: dann ist es hilfreich, das wirklich auch für sich

00:34:48: in eine Formel zu verwandeln.

00:34:50: Man muss sich ja nicht gleich auf den Abend tätowieren,

00:34:53: auch das machen einige Leute.

00:34:54: Aber es ist für sich in eine Formel zu verwandeln,

00:34:57: wo man sagt, das fühlt sich gut an.

00:34:59: Dann gibt es eine Sache, die sich für viele sehr cheesy unheard.

00:35:03: Ich bin übrigens inkludiert auch, aber die superwerkvoll ist.

00:35:06: Und zwar wirklich diese positive Affirmation

00:35:09: dann in unseren Unterbürstern reinzudrücken,

00:35:12: indem wir sie einfach immer wieder sichtbar machen,

00:35:15: indem wir sie immer wieder wiederholen,

00:35:18: indem wir sie nach Beweisen auch suchen, dass sie wahr sind.

00:35:22: Was funktioniert für mich gut, auch im Außen,

00:35:24: eben zu sehen, hey, auch wenn ich weniger mache,

00:35:27: schaffe ich trotzdem alles, was wichtig ist.

00:35:30: Insofern ist vielleicht mein alter Glaubenssatz doch nicht so wahr.

00:35:33: Und sich damit auseinanderzusetzen,

00:35:35: das kann halt auch mal Wochen in Anspruch nehmen,

00:35:37: weil wir uns ja erst mal daran gewöhnen müssen,

00:35:40: dass das Teil unserer Realität werden soll.

00:35:43: Und man darf ja nicht vergessen,

00:35:45: wir haben uns teilweise diese negativen Glaubenssätze

00:35:48: jahrelang, manche sogar jahrzehntelang, selber erzählt.

00:35:51: Und jetzt müssen wir anfangen, uns das, was wir glauben wollen,

00:35:55: uns auch das zu erzählen und auch dafür nach Beweisen zu suchen.

00:35:58: Und das funktioniert total gut.

00:36:00: Und ich kann nur all deinen Hörerinnen und Hörern empfehlen,

00:36:05: das auch mal für sich auszuprobieren.

00:36:07: Sei es halt nur mit einer einzigen Sache,

00:36:09: weil es das so wert ist.

00:36:10: Ich finde das insofern ganz spannend,

00:36:12: weil zum Beispiel mein, gar nichts mit Business zu tun,

00:36:16: aber mein lebenslanger Glaubenssatz ist,

00:36:18: ich hab ein schlechtes Ballgefühl.

00:36:20: Ich bin schon immer sehr sportlich, aber ich hab ein schlechtes Ballgefühl.

00:36:24: Und jetzt hab ich das eingesehen, der ruhende Ball ist dann aus meiner Sicht,

00:36:27: wo ich dann am besten mit zurecht komme,

00:36:30: beim Golf spielen bin ich genauso schlecht wie in allen anderen Ballsportarten.

00:36:33: Aber das Interessante ist,

00:36:35: das Einzige, was ich beim Golf spielen

00:36:37: einigermaßen kontinuierlich gut mache, ist das Patten.

00:36:39: Das heißt also das Spiel auf dem Grün.

00:36:41: Und das ist zweifelsohne der Teil des Ganzen,

00:36:43: der am meisten Ballgefühl braucht.

00:36:45: Versteht ihr, worauf ich hinaus will?

00:36:47: Im Grunde ist der Glaubenssatz, den ich in mir habe,

00:36:50: scheinbar wirklich falsch und nachweislich eben zu widerlegen.

00:36:53: Trotzdem ist mein Golfspiel noch nicht besser geworden.

00:36:56: Aber nicht so so trotz, will ich nur einfach sagen,

00:36:59: wie man dann wirklich so etwas hat,

00:37:00: was man sein ganzes Leben dann mit sich trägt.

00:37:03: Und trotz allem ist nicht wahr ist.

00:37:05: Also nur weil man es eben halt schon so lange als Wahrheit wahrnimmt,

00:37:08: heißt es noch nicht automatisch, dass es dann auch da ist.

00:37:11: Und deswegen komme ich auch so ein bisschen zu meiner nächsten Frage.

00:37:14: Er sagt so ein bisschen, Wachstum entsteht außerhalb der Komfortzone.

00:37:18: Also natürlich jetzt ein bisschen mehr Leistungsorientierter

00:37:20: als das, was du vorher gesagt hast.

00:37:22: Aber da stellt sich für mich natürlich schon die Frage,

00:37:25: wie viel Stress ist gesund, wo liegen die Grenzen zwischen,

00:37:28: wo ist das Wachstum und der toxischen Selbstoptimierung?

00:37:31: Also wenn wir dieses drei Zonenmodell uns anschauen,

00:37:35: dann ist es ja so, dass es eine Komfortzone gibt,

00:37:38: eine Wachstumszone und eine Verletzungszone.

00:37:40: Und die Komfortzone ist die Zone, in der wir Dinge tun,

00:37:43: die wir eh schon können, die wir gut können,

00:37:46: wo wir nicht gefordert sind und damit auch nicht überfordert sind.

00:37:50: Dann gibt es eine Wachstumszone, wo wir Impulsen ausgesetzt sind,

00:37:55: die uns auf eine Art und Weise fordern,

00:37:58: dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen,

00:38:00: neue Dinge lernen müssen, wo wir auch Wachstum-Schmerz empfinden.

00:38:04: Aber keine Verletzung, weil wir zwar gefordert sind,

00:38:09: aber noch nicht überfordert.

00:38:10: Und die Verletzungszone ist die Zone, die wir reinschlittern

00:38:14: und Situationen ausgesetzt sind, die wir nicht lösen können.

00:38:18: Also die entweder toxisch sind für uns,

00:38:22: wo die Rahmenbedingungen so sind,

00:38:24: dass wir mit dem, was wir aus uns selbst herraus stemmen können,

00:38:28: diese Situation nicht bewältigen können.

00:38:31: Und wir appellieren in unserem Buch dazu,

00:38:34: sich immer wieder bewusst aus der Komfortzone

00:38:37: in die Wachstumszone hinaus zu bewegen.

00:38:40: Und ich bestreite in dem Buch auch die Situation,

00:38:45: als ich beispielsweise in der Betratung war.

00:38:48: Ich war von Montag bis Donnerstag immer in irgendwelchen anderen Städten.

00:38:53: Ich wusste eigentlich fast jede Woche nicht,

00:38:56: wo ich gerade bin in den ersten paar Sekunden.

00:38:58: Wenn ich im Hotelbett aufgewacht bin,

00:39:00: ich hatte ständig anstehende Situationen, Teams, Kunden.

00:39:03: Und es war eine sehr fordernde Phase.

00:39:06: Aber es war redespektiv, bestrachtet, eine Phase,

00:39:10: die mich so viel gelehrt hat, aus dem ich bis heute noch zähren kann.

00:39:15: Und hat mir auch wirklich die Möglichkeit gegeben,

00:39:20: meinen Potenzial auszuschöpfen.

00:39:23: Und was ich oft beobachte,

00:39:26: auch mit meinen Mentis und meinen Coaches, mit denen ich spreche,

00:39:30: ist, dass es oft so eine Butterfly-Mentalität gibt,

00:39:35: dass man sobald man in eine Situation kommt,

00:39:38: also angenommen, man fängt einen neuen Job an, nach der Uni,

00:39:41: und dann kommt man in so eine Situation,

00:39:43: wo man gefordert ist, wachsen zu müssen.

00:39:47: Dass dann der allererste Impuls von Personen ist, das Weite zu suchen.

00:39:52: Und zwar nicht appellieren und uns im Buch dazu,

00:39:55: sich wirklich zu stagen, okay?

00:39:57: Ist es gerade eine Situation, die mich zwar fordert,

00:40:00: und wo ich definitiv wachsen und dazu lernen muss,

00:40:03: um sie stemmen zu können, aber die bewältigbar ist für mich.

00:40:08: Das heißt, wo ich die Möglichkeit hab,

00:40:11: entweder Darmbedingungen anzupassen,

00:40:13: damit die Situation für mich einfacher wird

00:40:16: oder mir Skills zu erarbeiten.

00:40:18: Und nur wenn wir das tun, können wir Resilienz ausbilden.

00:40:22: Und Resilienz ist spannenderweise der Faktor,

00:40:25: der auch darüber entscheidet, ob wir Stress,

00:40:28: wenn wir ihn empfinden, als positiv oder als negativ wahrnehmen.

00:40:32: Das heißt, die Resilienter wir sind,

00:40:34: desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,

00:40:36: dass wenn wir Situationen ausgesetzt sind, die uns fordern,

00:40:39: wo wir unsere Komfortzone verlassen müssen,

00:40:42: dass wir nicht in so einen negativen, chronischen, toxischen,

00:40:45: ungesunden Stress verfallen, sondern eher diese Situation

00:40:48: als Wachstumsschancen wahrnehmen.

00:40:51: Und das ist halt so eine Teufelspirate, ne?

00:40:53: Weil Menschen, die immer wieder vor Situationen wegflüchten

00:40:58: und Situationen scheuen, wo sie die Komfortzone verlassen müssen,

00:41:02: eben diese Resilienz nicht ausbilden.

00:41:04: Und damit immer wieder bei dem bleiben, was sie eh schon können

00:41:09: und nicht wachsen.

00:41:10: Und andere Menschen, die Resilient sind,

00:41:14: haben zum einen Erfahrungsschatz, aus dem sie zähren können,

00:41:17: weil sie wissen ja, okay, ich hatte schon Dutzende Situationen,

00:41:21: die für mich hart waren, aber ich hab sie bewältigen können

00:41:24: und haben deswegen schon eine höhere Selbstwirksamkeit.

00:41:28: Und sie haben auch eine höhere Resilienz,

00:41:30: diese stässigen Phasen auch emotional und mental bewältigen zu können.

00:41:34: Ich finde das Beispiel, was du nennst, insofern ganz spannend,

00:41:37: weil es mich eigentlich zu meiner nächsten Frage bringt.

00:41:40: Weil es ist ja häufig so, dass wenn man so hardert

00:41:43: mit einer Entscheidung, die haben die und die Aufgabe angeboten,

00:41:47: ich weiß nicht, ob ich mir das zutrauen soll.

00:41:50: Und dann ist das ja etwas, was man häufig mit anderen Leuten bespricht.

00:41:53: Und da gibt es ja die einen, die sagen,

00:41:56: "Oh Gott, warum kriegst du mehr Geld für Niedern?"

00:41:58: Dann mach es nicht und da kann ja alles schieflaufen

00:42:01: und keine Ahnung was.

00:42:02: Und da gibt es die anderen so, dass sie sagen, klar, Anna, mach es,

00:42:06: es ist gut für dich und daran wächst du und keine Ahnung was.

00:42:09: Deswegen ist ja auch das ein Thema,

00:42:11: die Betonung der Bedeutung des richtigen Umfeldes.

00:42:14: Und wie erkennt man denn, weil jetzt gerade an diesem konkreten Beispiel,

00:42:18: kann es ja durchaus sein, dass auch eine,

00:42:21: wie sage ich mal, wenn Anna jetzt 20er anruft und 20er eher diejenige ist,

00:42:25: Mensch, hier, positive Wachstumzone, kann es ja durchaus sein,

00:42:28: dass sie dann irgendwann auch mal sagt, Anna, lass das lieber.

00:42:31: Mein Rat wäre, lass das lieber, weil ihre Einschätzung das so sagt.

00:42:35: Damit kann man jetzt nicht sagen, dass derjenige,

00:42:37: der einen immer davon abräht, mal die Komfortzune zu verlassen,

00:42:41: automatisch dann ein schlechtes Umfeld ist,

00:42:43: sondern manchmal ist es vielleicht dann ja so,

00:42:46: dass die Menschen dann auf dem Weg von Komfort in toxische Zone.

00:42:49: Also meine Frage zielt eigentlich darauf hin,

00:42:51: wie erkenne ich eigentlich, ob mein Umfeld

00:42:54: mich gegebenenfalls negativ beeinflusst?

00:42:57: Weil sehr häufig ist ja auch so, dass dieses Umfeld

00:42:59: Menschen sind, die ich aber auch sehr mag,

00:43:01: aber die mich dann trotzdem gegebenenfalls ausbremsen.

00:43:04: Also, es gibt für mich eine große Perspektive und eine kleine.

00:43:09: Die große ist natürlich, da hat man das Gefühl,

00:43:12: dass die Menschen im Umfeld einem gut tun, dass sie einem Energie geben

00:43:16: und dass sie dein Bestes wollen.

00:43:18: Und das ist gar nicht so selbstverständlich,

00:43:21: weil wir teilweise ganz schön viele toxische Beziehungen

00:43:24: mittlerweile in unserem Umfeld haben,

00:43:26: wenn wir da nicht regelmäßig und sehr bewusst draufschauen,

00:43:29: wo wir das Gefühl haben, es ist aber eine alte Freundschaft,

00:43:33: und selbst wenn ich nach jeder Interaktion das Gefühl hab,

00:43:36: es hat mich sehr viel Energie gekostet,

00:43:38: oder ich fühle mich nicht gut,

00:43:40: oder es ist nicht gut für mein Selbstbewusstsein,

00:43:42: dass ich das Gefühl habe, dass ich das Gefühl habe,

00:43:45: ich bin nicht vor dem Kopf stoßen.

00:43:47: Das heißt, da darf man wirklich ganz grundsätzlich

00:43:49: erst mal in unserem Umfeld schauen.

00:43:51: Wer sind die Menschen, die mich inspirieren, die mir gut tun,

00:43:55: wo wir uns einfach auch gegenseitig vertrauen?

00:43:57: Und bei welchen Leuten habe ich eher das Gefühl,

00:44:00: es gibt bestimmte Sachen, die erzähle ich denen lieber gar nicht,

00:44:04: weil ich denen nicht vertraue, oder weil ich das Gefühl hab,

00:44:07: dass viel Neid im Spiel oder solche Dinge,

00:44:10: dann auch bei guten Freunden darf man sich vor Leuten hüten,

00:44:14: oder vor den Ratschlägen von Menschen hüten,

00:44:16: die nicht Fragen stellen, bevor sie den Ratschlag geben.

00:44:20: Weil wenn Anna zu mir käme und sagen würde,

00:44:23: "Happy in an Opportunity",

00:44:25: ich fühle mich total überlastet,

00:44:27: aber irgendwie finde ich die Opportunity spannend,

00:44:30: dann würde ich natürlich erst mal rausfinden wollen,

00:44:33: okay, woher kommt das Gefühl von Überlastung?

00:44:35: Warum findet sie die Opportunity spannend?

00:44:37: Was bedeutet das für sie?

00:44:39: Wenn sie die machen würde,

00:44:41: gäbe es irgendwie Dinge, die sie dafür weniger machen könnte.

00:44:44: Ich würde über Fragen versuchen, erst mal ihren Kontext zu verstehen.

00:44:48: Wenn ich einfach ganz schnell antworte,

00:44:50: "Hey Anna, lass es lieber",

00:44:52: dann hat das mehr mit mir und meiner aktuellen Situation zu tun,

00:44:56: auch wenn es gut gemeint ist, als mit ihr.

00:44:58: Was ich persönlich auch immer mache, ist, ich schaue mir an,

00:45:02: ob die Personen, von denen ich mir Ratschläge holen,

00:45:04: in gewissen Aspekten,

00:45:06: in genau diesen Aspekten für mich Vorbilder sind oder nicht.

00:45:09: Und wenn ich eine Person beruflich als Vorbild empfinde,

00:45:14: dann nehme ich eher von ihr Ratschläge an,

00:45:18: als wenn das für mich eine Person ist,

00:45:20: die ich in dem Bereich nicht als Vorbild sehen würde.

00:45:22: Ich hab da gestern grade drüber nachgedacht,

00:45:25: ich hab einen wirklich guten Freund,

00:45:27: mit dem ich mehr oder minder meine erste berufliche Station

00:45:30: verbracht habe.

00:45:31: Danach sind unsere Wege auseinandergegangen,

00:45:34: und wenn man sich das nicht so gut verbracht hat,

00:45:36: hat der einen ganz anderen Weg eingeschlagen,

00:45:39: als ich nichts so trotz.

00:45:40: Gibt es immer mal wieder Situationen,

00:45:42: wo ich ihn speziell anrufe?

00:45:44: Es ist jetzt wirklich so, dass man sagen kann,

00:45:47: dass ich ihn anrufe komme, vielleicht fünfmal im Jahr vor.

00:45:50: Aber nichts so trotz,

00:45:51: nicht wegen beruflichen Situationen,

00:45:53: aber es ist jetzt kein regelmäßiger Freund.

00:45:56: Aber das ist jemand, den ich für bestimmte Entscheidungen total schätze.

00:46:00: Und da gibt es eben halt andere Leute,

00:46:02: von denen, die ich Ratschläge in anderen Situationen brauche.

00:46:06: Also, ich glaube auch tatsächlich, man weiß so ganz gut,

00:46:09: wer jetzt die richtigen Personen für die richtige ...

00:46:12: Entscheidung oder richtigen Punkt ist, hoffentlich.

00:46:15: Oder für das, was man hören will.

00:46:17: Ja, das glaub ich nicht.

00:46:19: Das glaub ich eben halt nicht.

00:46:21: Weil genau das ist eben halt so, da hab ich eben halt andere Freunde,

00:46:25: von denen ich genau weiß, dass die mir das erzählen,

00:46:27: was ich hören will.

00:46:29: Und das bringt mir dann nichts.

00:46:31: Ich bin ja auch in der komfortablen Situation,

00:46:34: dass ich einen großen Freundes im Bekanntenkreis habe.

00:46:37: Von daher kann ich auch sehr gut auswählen,

00:46:39: dann vielleicht noch mal so.

00:46:41: Aber nichts so trotz, ich glaube,

00:46:44: wenn man muss, dass was man hören möchte,

00:46:46: ist tatsächlich genau diese Frage, die man sich vorstellen muss.

00:46:50: Ich glaube, wenn du diese Person dann vorher fragst,

00:46:53: dann wird da wahrscheinlich was anderes rauskommen.

00:46:56: Manchmal ist es ja auch Tagesfassung.

00:46:59: Das heißt, also ... keine Ahnung, ich fand das ganz interessant.

00:47:02: Ich hatte jetzt gerade ...

00:47:04: diese eine meiner wahrscheinlich unterbewussten Glaubenssätze,

00:47:08: ich hab schon ganz häufig gedacht,

00:47:10: darüber möchte ich mich selbstständig machen mit etwas.

00:47:14: Dann ist es aber so, meine Eltern hatten beide unterschiedliche Unternehmen,

00:47:18: haben beide dann mir ab und zu immer wieder gesagt,

00:47:21: Gott, macht dich nie selbstständig.

00:47:23: Dann auch immer zu dem Durchsatz,

00:47:25: Gott, macht dich nie selbstständig.

00:47:27: Kein Wunder, dass ich mich noch nicht selbstständig gemacht hab,

00:47:31: weil ich es vor meinem engsten Umfeld ständig vorgelebt bekomme,

00:47:34: wie schrecklich das doch ist.

00:47:36: Versteht ihr, was ich meine?

00:47:38: Das ist ja auch eine Art von Konditionierung.

00:47:41: Wenn ich tatsächlich noch mal wieder in diese Situation kommen würde,

00:47:44: würde ich wahrscheinlich keinen von diesen drei Leuten fragen.

00:47:48: Fragt mich. - Kann ich dir nicht auf dich an.

00:47:51: Ich frage 20 mal alles. Sie ist mein Live-Code.

00:47:53: Gut, dann möchte ich trotzdem kurz diese eine Frage

00:47:56: zurückkommen, dieses People-Pleasing.

00:47:58: Ich finde, dieses People-Pleasing ist ja etwas, wo man sagen muss, okay,

00:48:02: grundsätzlich haben die meisten oder viele Menschen

00:48:05: eine gewisse Harmoniebedürftigkeit, erst mal Punkt eins.

00:48:08: Also, People-Pleasing hat damit natürlich auch was zu tun.

00:48:11: Trotzdem, sag ich mal so, ist es ja auch so, dieses Nein-Sagen ...

00:48:16: kann ja auch häufig dazu führen,

00:48:18: dass es dann am Ende doch besser wird,

00:48:20: zumindest für einen persönlich.

00:48:22: Vielleicht aber auch eben, ist es auch so,

00:48:25: dass auch andere Leute dafür besser geeignet werden.

00:48:27: Gibt es da einen Tipp, den ihr aus eurem Buch teilen mögt,

00:48:31: wie man dieses People-Pleasing vielleicht so ein bisschen runterfahren kann

00:48:35: oder vielleicht in eine gesündere Relation bringen kann?

00:48:38: Also, ein Tipp, den ich sehr wertvoll finde, auch für mich,

00:48:42: ist als allererstes Mal langsamer Ja-Sagen.

00:48:45: Das heißt, sich Zeit nehmen.

00:48:47: Wir haben so oft das Gefühl, dass eine uns was fragt

00:48:50: und dass wir sofort eine Antwort geben müssten.

00:48:53: Das ist dieses People-Pleasing aus dem Reflex.

00:48:55: Das hab ich zum Beispiel ganz oft gemerkt in meiner Vergangenheit.

00:48:58: Ich hab ja gesagt, und dann war's für den Moment cool,

00:49:01: weil das gegenüber war glücklich.

00:49:03: Ich hatte hinterher aber ein schlechtes Bauchgefühl

00:49:06: und hab dann zum Beispiel nach dem Call oder nach dem Mail geschrieben,

00:49:10: gedacht, eigentlich wolltest du das doch überhaupt nicht.

00:49:13: Deshalb find ich es wichtig, zu sagen, hey, nimm dem mehr Zeit,

00:49:17: ja, zu sagen und nimm die Zeit, darüber nachzudenken.

00:49:20: Und da gibt es ja noch ganz viele Möglichkeiten,

00:49:23: auch noch mal Bedingungen zum Beispiel zu stellen.

00:49:26: Ich sag ganz oft bei Sachen,

00:49:28: gibt's da gar nicht so, dass die ganze Sache mich z.B. stört,

00:49:31: sondern dass es einzelne Aspekte davon gibt,

00:49:34: die z.B. zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

00:49:36: Angenommen, es fragt mich jemand nach einer Keynote,

00:49:39: in der super viel los ist.

00:49:40: Denn ist die Antwort ja nicht nur ja oder nein,

00:49:43: sondern ich kann ja auch eine Penelteilnahme anbieten.

00:49:46: Weil ich sage, das muss ich nicht vorbereiten.

00:49:48: So, das würde für mich gehen.

00:49:50: Ich bin auch sehr gespannt, Optionen anzubieten,

00:49:52: also weiter als in "Schwarz oder Weiß" zu denken.

00:49:55: Und durchaus, aber auch, wenn wir jetzt mal von Beruf und Karriere sprechen,

00:49:59: mal ein bisschen unbequemer zu sein und auch mal nachzufragen,

00:50:03: warum fragst du mich?

00:50:04: Das würde ich insbesondere Frauen empfehlen,

00:50:06: weil die sehr oft für irgendwelche random Sachen gefragt werden,

00:50:10: die sonst keiner machen will.

00:50:11: Weil sie haben es sonst auch irgendwie immer gemacht.

00:50:14: Weil sie sind ja eine Frau.

00:50:16: Also meistens gibt's keine kluge Antwort da drauf.

00:50:18: Man muss ja mal visibel machen und danach fragen.

00:50:22: Und fragen und auch mal nachbauen.

00:50:24: So bin ich aus seiner Sicht die Einzige, die das hier machen kann.

00:50:27: Hast du schon über Optionen nachgedacht.

00:50:29: Und wenn man unbequem wird im Jahr sagen,

00:50:32: dann hat das den positiven Effekt für den Einfall.

00:50:34: Aber es hat auch den positiven Effekt dafür,

00:50:37: dass die Leute einen sehr wahrscheinlich auch viel weniger fragen.

00:50:40: Weil das kennt auch jeder, der einen Büroleben und Kollegen leben kennt.

00:50:45: Man geht ja eh zu den Leuten, die dann,

00:50:47: und das ist jetzt ein bisschen gemein.

00:50:49: Aber in Anführungszeichen leichte Opfer sind.

00:50:52: Das heißt, ich würde komplizierter werden und unbequemer werden.

00:50:56: Und das wäre auch mein großer Tipp,

00:50:58: insbesondere an Frauen, die Karriere machen wollen.

00:51:01: Weil die werden viel häufiger um komische Dinge gebeten.

00:51:04: Sehr gut, find ich einen sehr guten Tipp.

00:51:06: Anna, hast du noch was dazu?

00:51:08: Ich finde, du hast das perfekt zusammengefasst.

00:51:10: Ich glaub, das, was auch ganz spannend ist,

00:51:13: als kleine Ergänzung ist, zu verstehen, wo das Ganze herkommt.

00:51:16: Da gibt es nämlich zwei unterschiedliche Ursachen.

00:51:19: Entweder Beschämung in der Kindheit oder Patentifizierung.

00:51:23: Also Beschämung, in dem Sinne,

00:51:25: wenn ich als Kind oder als Jugendlicher Dinge gemacht hab,

00:51:30: die man halt so macht als Kind oder als Jugendlicher,

00:51:33: und dafür dann geschimpft wurde.

00:51:35: Und bloßgestellt wurde.

00:51:38: Und mich dann ganz schlecht gefühlt hat und das Gefühl hatte,

00:51:42: okay, so wie ich bin, bin ich nicht richtig, muss mich verbiegen.

00:51:45: Das ist ein ganz zentraler Aspekt.

00:51:47: Oder wenn mir Aufgaben oder Verantwortlichkeiten übertragen wurden,

00:51:51: die nicht kindgedrecht waren.

00:51:53: Beispielsweise ganz klassisch, Eltern lassen sich scheiden.

00:51:57: Und die beiden Elternteile fangen dann an,

00:51:59: ihre Wut auf den Partner mit dem Kind zu diskutieren.

00:52:03: Dann heißt es so, wie findest du denn die Neufträunen von Papa?

00:52:07: Und das ist ja, findest du nicht, dass das super gemein ist,

00:52:10: der Mama gegenüber?

00:52:11: Kannst du das vielleicht mal dem Papa sagen?

00:52:13: Und das Kind auf einmal Aufgaben zugetragen oder eine emotionale Last,

00:52:18: für die es überhaupt gar nicht geeignet ist

00:52:21: und für die es auch nicht erwachsen genug ist.

00:52:23: Das ist, glaub ich, auch ein ganz spannender Aspekt.

00:52:26: Dass man mal reflektiert und versteht,

00:52:28: okay, wo kommt das Ganze denn bei mir persönlich her?

00:52:31: Und dass man auch versteht,

00:52:33: dass People-Pleasing ein Jahr nicht beliebter macht

00:52:37: und auch nicht erfolgreich.

00:52:39: Also man denkt ja oft, okay, wenn ich mich einfach immer verbiege,

00:52:43: ich bin auf der Sonntabensag und niemand mir irgendwas abschlage,

00:52:46: dann wird mich jeder mögen und dann komme ich auch weiter im Leben.

00:52:50: Aber in der Regel ist es so, dass man bequem ist

00:52:53: und dass Menschen keine Hemmschwelle haben,

00:52:55: auf einen zuzugehen und Dinge zu bitten.

00:52:57: Aber wirklich Format hat man ja da nicht.

00:53:00: Und wirklich ernst genommen wird man auch nicht.

00:53:02: Ich komme schon zu meiner vorletzten Frage,

00:53:05: weil wir auf die Zeit achten müssen,

00:53:07: was ist denn eine Gewohnheit oder eine Mindset-Änderung,

00:53:10: die euch langfristig am meisten geholfen hat?

00:53:13: Was habt ihr hier noch mal empfehlen möchtet?

00:53:15: Oh ja, ich hab einen.

00:53:16: Ich weiß, wo auch Ander wird den lieben.

00:53:18: Kannst du mal zu Ende weiter auswühren?

00:53:21: Das ist dann für uns beide, das war nicht okay.

00:53:24: Okay, also repräsentativ für uns beide,

00:53:26: es wird niemand kommen und dich retten.

00:53:28: Das ist etwas, das ich lernen musste.

00:53:30: Ich hab zu Beginn meiner Karriere,

00:53:32: und das ist ja auch irgendwie ganz lustig,

00:53:35: weil da warst du ja in derselben Firma,

00:53:37: aber schon wufserfahrender.

00:53:39: Ich hab zu Beginn meiner Karriere ganz oft gedacht,

00:53:41: dass das hier alles gerade zu viel für mich ist.

00:53:44: Oder wann kommt endlich einer und entdeckt mein Potenzial?

00:53:47: Oder wann krieg ich dann endlich irgendwie

00:53:50: den nächsten Step angeboten?

00:53:52: Und das Thema Eigenverantwortung

00:53:55: ist uns einfach so sehr am Herzen,

00:53:58: nicht nur für Karriere.

00:54:00: Das werden wir zu wenig, sondern für Lebenszufriedenheit.

00:54:04: Weil es immer Dinge gibt, die wir machen können

00:54:07: und so ätzend die Lage auch ist,

00:54:09: ist immer noch die Frage, wie gehe ich damit um?

00:54:11: Und was sind die kleinen Sachen, die ich vielleicht verändern kann?

00:54:15: Und das war für mich wirklich immer im Leben,

00:54:17: wenn wir von einer Sache reden, der größte Mindset-Shift,

00:54:21: zu sagen, hey, es kommt niemand,

00:54:23: es interessiert sich auch niemand so viel in meinem Karriere

00:54:26: oder mein Leben, wie ich es tun sollte.

00:54:28: Und das ist die eine kleine Sache, die ich schon mal machen kann.

00:54:31: Das muss ja nicht Bergeversetzen sein,

00:54:34: sondern man kann immer eine Kleinigkeit tun.

00:54:36: Und damit würde ich anfangen.

00:54:38: Möchtest du nur was ergänzen, Anna?

00:54:40: Ich bin perfekt zusammengefasst. - Ich finde auch.

00:54:42: Das heißt also, komme ich zu meiner wirklich letzten Frage,

00:54:46: und das hätte ich aber dann tatsächlich gerne von euch beiden.

00:54:49: Wenn ihr heute einen Nachricht an euer jüngeres Ich schicken könntet,

00:54:53: was würde drinstehen?

00:54:54: Ich glaub, in der Nachricht würde ich auf jeden Fall nicht spoilern.

00:54:58: Also, man pette ja ...

00:55:00: (Lachen)

00:55:01: Nimm die und die Lottozahn, bitte.

00:55:03: So, oh ja, vielleicht ... doch, ich würde vielleicht sagen,

00:55:06: kauf Bitcoin.

00:55:08: (Lachen)

00:55:09: Verkauf dein Ethereum, nicht?

00:55:12: Ja, das würde ich vielleicht sagen.

00:55:14: Aber ich würde nicht spoilern.

00:55:16: Ich würde mich nicht vorwarnen und würde auch keine Tipps geben.

00:55:19: Ich würde vielleicht ganz bestärkend mir sehr selbst sagen,

00:55:23: hey, das, was du erleben wirst

00:55:26: und das, was du alles schaffen wirst,

00:55:29: da kannst du wirklich stolz auf dich sein.

00:55:31: Und auch die ganzen Bietdigkeiten, die auf dich zukommen

00:55:35: und die Schattenseiten.

00:55:37: Viele davon wirst du im Nachgang verstehen,

00:55:39: wofür's gut war.

00:55:40: Einige davon wirst du auch nicht verstehen,

00:55:43: aber es wird dich stärker gemacht haben.

00:55:45: Und ich glaub, ich würd meinem Jünger so nicht einfach sagen,

00:55:48: mach genau so weiter und freu dich auf das, was kommt.

00:55:51: Sowohl auf das Gute als auch auf das Nicht-So-Schöne,

00:55:55: weil wir wissen ja, die Sonne auch mehr zu schätzen,

00:55:58: wenn wir wissen, wie es ist, wenn es volkig ist.

00:56:00: Das waren hier?

00:56:01: Das sind große Worte, die ich mich jetzt anschließen muss.

00:56:05: Also, ich würd das mit dem Bitcoin, glaub ich, trotzdem machen.

00:56:08: Aber davon mal abgesehen,

00:56:10: würde ich mir Ratschläge geben,

00:56:12: die in Richtung gehen, vertraue dir selber mehr.

00:56:15: Weil ich bin, ich musste mir selbstbewusst sein,

00:56:19: wirklich über eine lange Zeit erarbeiten

00:56:22: und auch das größere denken.

00:56:24: Also auch die zu sehen, dass ich auch Dinge zu sagen habe

00:56:29: und dass das Menschen interessiert.

00:56:31: Und hab mich lange unterm Wert verkauft.

00:56:34: Und ich würd schon versuchen, mich in die Richtung zu bestärken,

00:56:39: das vielleicht ein bisschen besser und schneller zu erkennen,

00:56:43: als ich es faktisch in meinem Leben getan habe.

00:56:45: Auch wenn ich sehr glücklich damit bin, wie mein Leben heute ist

00:56:49: und auch keine negativen Gefühle habe der Vergangenheit gegenüber.

00:56:54: Aber da könnte man noch ein bisschen nacharbeiten.

00:56:56: Ich sag vielen Dank für das Gespräch.

00:56:58: Ich würde sagen, wir haben ungefähr dreieinhalb Kapitel

00:57:02: des Buches "Was du nicht hören willst",

00:57:04: aber "Wissen solltest du mal erfolgreich zu sein" angeschnitten.

00:57:08: Insofern lohnt es sich immer noch,

00:57:09: dieses Buch zu kaufen, es ist im Haufen Verlag erschienen.

00:57:12: Ich sage erst mal vielen Dank. - Danke dir.

00:57:15: Danke dir auch.

00:57:16: (Dynamische Musik)

00:57:17: Habt ihr eigentlich einen Lieblings-Supplement?

00:57:22: Die Frage ist so schwer.

00:57:23: Ich bin ja Hörerin meines Podcasts und weißt, dass du das fragst.

00:57:27: Ich habe 30 Lieblings-Supplements,

00:57:29: aber ich habe mir die Frage jetzt für mich anders formuliert.

00:57:32: Ich habe gesagt, okay, es fand ich, wenn du dich für eins entscheiden

00:57:36: müsstest, welches wäre das?

00:57:37: Dann würde ich wahrscheinlich ganz lazy

00:57:39: einfach ein sehr gutes Motivitamin nehmen, damit ich den doch ...

00:57:43: (Lachen)

00:57:44: Das ist so ein bisschen so wie ...

00:57:46: Das habe ich mir immer gefragt, wenn in den Märchen sind,

00:57:49: du hast drei Wünsche frei, dann sage ich,

00:57:52: mein erster Wunsch ist, ich möchte 100 Wünsche haben.

00:57:55: (Lachen)

00:57:56: Genau so. - Genau so.

00:57:57: Ich habe mich fast gar nicht was zu sagen,

00:57:59: aber ich supplementiere einfach gar nicht.

00:58:01: Vielleicht können wir danach eine Session machen,

00:58:04: wenn du bedätst mich, aber ich bin da noch nicht so im Game.

00:58:07: Ich bring mich rein ins Game, aber das machen wir nach dem Podcast.

00:58:11: Wenn euch diese Folge gefallen hat, würde es mir sehr helfen,

00:58:14: wenn ihr eine Bewertung bei Apple Podcast oder Spotify hinterlasst.

00:58:17: Damit ihr nichts verpasst, abonniert unseren Newsletter.

00:58:21: Dort geht es nicht nur um diesen Podcast.

00:58:23: Meistens stellen wir euch da ganz neue Produkte vor,

00:58:26: die ihr in der Kommentare gebt, der aber nur 24 Stunden gültig ist.

00:58:29: Das wäre ja blöd, wenn man das verpasst.

00:58:32: Den Newsletter findet ihr unter www.sunday.de/newsletter.

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